Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Klasse Kollege

Briger am Montag den 29. November 2021

Eine Lumme kommt selten allein.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie drehen das Auswärtsspiel mit Toren in der 88. und 93. Minute und stehen kurz vor dem 3:2-Sieg. Sie geraten mit Ihrem Teamkollegen aneinander. Wie reagieren Sie? Richtig, so wie Patrik Gunnarsson, zur Zeit von Brentford nach Norwegen ausgeliehen. Aber sehen Sie selbst.

Ob der Slowene David Brekalo sich auf der Heimfahrt wieder neben den Isländer gesetzt hat, ist der Redaktion leider nicht bekannt.

Aber nicht nur in Norwegen fliegen die Lummen aktuell tief. Palmeiras Deyverson, Siegtorschütze zum 2:1 gegen Flamengo Rio de Janeiro, weiss genau, wie man in der Nachspielzeit der Verlängerung noch etwas Zeit von der Uhr nehmen kann.

Moulkorb

Herr Winfried am Mittwoch den 10. November 2021

Wir schalten nach Italien: zu einem Schlagabtausch der anderen Sorte.

Manche Journalist*innen stellen doofe Fragen. Und manche Protagonist*innen (wobei in diesem Fallbeispiel das Gendern vermutlich überflüssig ist) geben doofe Antworten. Wer kommt Ihnen spontan in den Sinn?

Bei der zweiten Frage denken Sie vielleicht an Zlatan Ibrahimovic für die Spielergilde, und für die der Trainer möglicherweise an diesen netten Herrn.

Bild via Twitter

Immer wieder kommt es wegen der Fragerei zu Disputen. Der FC Sion boykottierte neulich die Regionalzeitung “Le Nouvelliste”. Dass dies auch andersrum gehen kann, beweist jetzt der italienische Radiosender “Retesport”.

Mourinho faltete den Retesport-Reporter Marco Juric am vergangenen Wochenende gehörig zusammen (die AS Roma verlor in Venedig 2:3). Die Reaktion liess nicht lange auf sich warten: Fortan werde Retesport nicht mehr an den Medienkonferenzen der AS Roma teilnehmen, meldete der Radiosender.

Das Fanportal giallorossi.net veröffentlichte die Stellungnahme und sicherte dem Sender und dessen Reporter seine Solidarität zu.

Der Metzger von Nancy

Rrr am Freitag den 22. Oktober 2021

Ein Mann sieht Rot: Vier Platzverweise in sieben Spielen.

Giovanni Haag vom französischen Zweitligisten Nancy hat einen Rekord aufgestellt, den er nie angestrebt hat. “Ich bin kein bösartiger Spieler”, versichert er.

Es läuft einfach dumm. Auch letzten Samstag wieder beim Spiel gegen Guingamp. “Ich habe zuerst den Ball berührt, ehrlich, auch wenn man es am Fernsehen nicht sieht.” Was man hingegen sah: Haags Gegenspieler musste mit der Bahre abtransportiert werden.

“Der Ref hatte seine Hand an der linken Tasche, er wollte mir also Gelb zeigen”, erinnert sich Haag. “Dann erkannte er mich, denn er hat mich schon neulich vom Platz gestellt. Als er das checkte, zückte er gleich wieder Rot.” Die Medien nennen Haag nun den “Metzger von Nancy”.

Der defensive Mittelfeldmann war bereits in der ersten, vierten und siebten Runde vom Platz geflogen. In der zweiten, sechsten, achten und neunten Runde war er gesperrt, in der zehnten hatte ihn der Trainer nicht aufgeboten. Nun kassierte er drei weitere Spielsperren. Er will sich aber bessern, wie er gegenüber unseren Kollegen von So Foot beteuerte.

Arsanukaevs Ausraster

Val der Ama am Donnerstag den 23. September 2021

Der STRUMA greift durch.

Sie ersehen es oben: Vor nur gerade zwölf Tagen war SPG Göfis/Satteins 1b gegen FC Viktoria 62 Bregenz in der 4. Landesklasse (9. Liga) in Österreich und eventuell hätten wir die Berichterstattung zu diesem Spiel sein lassen, aber es gab da beim Stand von 1:3 eine Szene, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Kurz vor Ende des Spiels deutete der bereits mit Gelb beschenkte Viktoria-Spieler Raschid Arsanukaev einen Kopfstoss an und kassierte dafür umgehend die Gelb-Rote. Der 28-Jährige enervierte sich darob, schrie “ich zeige euch, was strafbar ist” und vollzog den Kopfstoss erneut, aber diesmal richtig. Das Opfer von Arsanukaev musste wegen Nasenbeinbruchs operiert werden und fällt mehrere Wochen verletzt aus. Die Polizei nahm den Vorfall auf und zeigte den Russen bei Gericht an.

Auch der Straf-, Kontroll- und Meldeausschuss (STRUMA) des Vorarlberger Fussballverbandes hat sich darauf der Angelegenheit angenommen und verkündete vorgestern das Urteil: 48 Spielsperren. Viktoria Bregenz hat den Spieler daraufhin entlassen.

Panins Panne

Briger am Montag den 20. September 2021

Was tun, wenn der Schiri die Münze vergisst?

Dieser Frage musste sich Spielleiter Igor Panin am Wochenende vor dem Spiel zwischen Krylia Sovetov Samara und dem FK Rostov stellen. Um doch zu einer Platzwahl zu gelangen, liess er die beiden Kapitäne Schere-Stein-Papier spielen. Rostows-Spielführer Maksim Ospienko ist darin offenbar nicht sonderlich talentiert, gleich dreimal liess er sich von seinem Gegenüber ins Papier schneiden.
Dies zog sich im Spiel dann weiter, welches Rostow mit 2:4 verlor.
Wenig Freude an der Aktion hatte der russische Fussballverband, der die Angelgenheit untersuchen will. Immerhin, Panin droht offenbar keine Strafe.

Und damit wünschen wir Ihnen einen guten Start in die kommende Woche.

Schiesswütiger Schiri

Val der Ama am Freitag den 27. August 2021

USA und Fussball: Es ist nicht einfach.

Die heutige Gutenmorgengeschichte hat sich bereits vergangenen Sonntag zugetragen, aber so kurz vor der CC sei Ihnen noch ein wenig Gesprächsstoff gegönnt.

Es war also Sonntag und in Pauls Valley, Oklahoma, spielten zwei Clubs ein Fussballspiel und währenddessen kam es zu einem Streit, nachdem Schiedsrichter Davi Bathez einem Spieler die Rote Karte gezeigt hatte.

Allgemeines Rumgeschubse also, bis Bathez eine Pistole aus seinem Auto holte, um darauf mal in Richtung Spieler und Zuschauer zu ballern. Bathez flüchete mit dem Auto, konnte aber kurze Zeit später verhaftet werden und getroffen hat er auch nichts.

Ein Lokalsender hat ein paar Bilder und Kommentare zum Vorfall. Ignorieren wir einfach, dass die Berichterstatter die Rote Karte als “rote Flagge” bezeichnen.

Martinez, Martinez

Val der Ama am Donnerstag den 8. Juli 2021

Wie tönt so ein Penaltyschiessen?

Während wir hier mit Italien-England vorlieb nehmen müssen, kommt es bei der der Copa América zum Traumfinal. Die argentinische Nationalmannschaft siegte gegen Kolumbien im Halbfinal der Copa América im “Estádio Mané Garrincha” in Brasília am Dienstagabend (Ortszeit) im Penaltyschiessen mit 3:2 und spielt damit am Sonntag gegen Brasilien um den Titel.

Emiliano Martínez, er da oben auf dem Bild, machte sich mit drei gehaltenen Elfmetern zum Matchwinner. Und wie das geht, sehen Sie im Video unten.

Muntere Musik

Briger am Montag den 7. Juni 2021

Zum Wochenstart, ein paar Takte Musik.

Der französische Rapper Vald (bürgerlich Valentin Le Du) hat letzte Woche den Song “footballeur”, gedreht im Stade de la Licorne in Amiens, präsentiert. In diesem Stück träumt er davon, als Spieler des FC Échelon, sein Label heisst Echelon Records, die “Super Mega League” gegen Real Madrid zu gewinnen. Leider sieht Vald dann im Finale beim Stand von 1:6 die rote Karte.

Zuvor schaltete das Team bereits Juventus und die Bayern aus und wer genau hinsieht, wird auch noch eine Szene der jüngeren Fussballgeschichte sehen. Welche das ist, erfahren Sie, wenn Sie nach dem Video auf “Diesen Beitrag weiterlesen” klicken.

Musik ab:

Diesen Beitrag weiterlesen »

Kartenquadruple

Val der Ama am Freitag den 30. April 2021

Sérgio Conceição ist möglicherweise ein Hitzkopf.

Und ein Stürmi ist er wohl auch, der Trainer des FC Porto. In der aktuellen Champions League geriet er mit Pep Guardiola bei zwei Spielen in der Gruppenphase wiederholt aneinander und dann beim Viertelfinale gegen Chelsea gabs Ärger mit Thomas Tuchel. Guardiola und aber auch Tuchel meldeten danach, sie seien ziemlich provoziert worden.

Diesen Montag schon wieder: Porto verspielte mit einem Unentschieden gegen Moreirense FC die Chance, den Rückstand auf Sporting Lissabon auf vier Punkte zu verkürzen und selbstverständlich war Conceição mit ein paar Entscheidungen des Schiedsrichters nicht einverstanden, stürmte aufs Feld, bedrängte Schiedsrichter und Assistenten und kassierte Rot. Für den 46-Jährigen ist es damit bereits der vierte Platzverweis in der laufenden Saison – ein Rekord in der portugiesischen Liga.

Gestern wurde noch die Strafe publik: 21 Tage Sperre, bis grad genau zum Saisonende.

(Bild: Getty)

Besorgniserregende Beweislagen

Herr Winfried am Mittwoch den 7. April 2021

Eigentlich wollte Kevin Grossenbacher nicht SCHON WIEDER arbeiten. Jetzt kann er aber nicht anders.

Ehrenwerte Friends*, Buddies* und Menschen* dieser Erde,

Als Student mit langjähriger Erfahrung in diversen Richtungen sowie Hunderten von ECTS-Punkten (Bologna-System, ihr wisst Bescheid) bin ich bestimmte Belastungssituationen gewohnt. Dass ich nur wenigen Stunden Wochen nach meinem letzten Paper bereits wieder an der Arbeit bin und dieses Manuskript verfasse, das war nicht geplant, schliesslich bin ich tiefkonzentriert an meiner Bachelorarbeit über die Verbrechen der Fischereiwirtschaft.

Nun muss ich aber eine Zwangspause einlegen. Was sich im Fussball jüngst zugetragen hat und noch immer zuträgt, hat meine Gemütslage durcheinandergewirbelt und erschüttert. Gleich zweierlei Vorkommnisse bringen mich um den Schlaf.

Meine eine Hirnhälfte (die linke) ist gedanklich in Spanien. Der Spieler “Juan Cala” hat am vergangenen Sonntag seinen Gegenspieler Mouctar Diakhaby rassistisch beschimpft, ist ungeschoren davongekommen, und jetzt behält er sich das Recht vor, all dies zu bestreiten. Ich habe am virtuellen Anschlagbrett der Uni die Aktionsgruppe “Solidarität mit Mouctar” gegründet – mögen sich möglichst viele Kommiliton*innen anschliessen.

Die andere Hirnhälfte (ebenfalls links denkend) ärgert sich in Berlin – eigentlich eine meiner Lieblingsstädte. Der Torhütertrainer des dort beheimateten Hertha BSC, “Zsolt Petry” hat in einem Interview mit einer ungarischen Zeitung zutiefst homophobe und ausländer*innenfeindliche Äusserungen vollzogen. Der Name Petry – war da nicht was? Meine Mitbewohner*innen berichteten mir jüngst von einem Zusammenhang mit einer politischen Partei in Deutschland.

So oder so – “Zsolt Petry” gehört ebenso sanktioniert wie “Juan Cala”. Denn das sind besorgniserregende Zustände, meine Lieben*!

Solidarische Grüsse
Euer Kevin

Dringend des Duces Dynastie durchbrechen

Herr Winfried am Mittwoch den 3. Februar 2021

Kevin Grossenbacher sendet einen strengen Appell in Richtung Italien.

Sehr geehrter Signore Mattarella,

Ich habe einen wichtigen Hinweis an Sie als Staatspräsident, Demokrat und gestandenen Mann mit geschichtlicher Sensibilität. So kann das unmöglich weitergehen. Nein, ich spreche nicht von Ihrer Regierung und den mediokren Ränkespielen, die sich jüngst zugetragen haben. Ich spreche von keiner geringeren Strömung als dem Neofaschismus – und bin dezidiert der Meinung, dass in Ihrem stolzen Land Tendenzen desselben vermehrt auftreten.

Sie, Signore Mattarella, wurden 1941 geboren – mitten in die grässliche Gräuelzeit des faschistischen Diktators Benito Mussolini. Wie ich in diversen Seminaren an der Uni gelernt habe – ich hatte vor meinem Bachelor in Genderfluid-Studien einst mit Geschichte der Neuzeit angefangen -, ist der “Duce” nur vier Jahre nach Ihrer Geburt gestorben. Seine Ideen hallen aber bis heute nach, wie nicht zuletzt seine Nachfahren zeigen. Auf politischer Ebene, das kennen Sie ja, unter anderem mit ihm. Und bestimmt auch ihr.

Nun werden die Verstrickungen aber langsam unerhört. Wiewohl gern behauptet wird, Sport und Politik hätten nichts miteinander zu tun, so muss ich wegen des neuen U-19-Spielers von “Lazio Rom” ausdrücklich meine Erbostheit manifestieren. Wie mir mein*e WG-Mitbewohner*in zugetragen hat, spielt dort jetzt der Filius der oben erwähnten Politikerin, mit Namen Romano Floriani Mussolini. “Lazio Rom”, das ist derjenige Fussballverein mit rechtsextremen Fangruppen, die einst den deutschen Stürmer Miroslav Klose mit Plakaten begrüssten, die eindeutig an die Nazizeit anlehnten. Nun ist genügend Wasser die Aare den Tiber hinunter geflossen. Als Bürger* Europas und dieser Welt erwarte ich, dass Sie gegenüber “Lazio Rom” staatspolitische Sanktionen erwägen. Ansonsten behalte ich mir den Gang vor den Europäischen Gerichtshof der Menschenrechte (EGMR) vor.

Ich danke Ihnen.

 

Messi menschelt meldepflichtig

Herr Maldini am Dienstag den 19. Januar 2021

Herzlich Willkommen zum Familie-Messi-Tag im Runden Leder.

Sie haben es bestimmt mitbekommen: Vorgestern Sonntag wurde Lionel Messi vom Platz gestellt. Es lief die letzte Minute des Supercopa-Finals gegen den Athletic Club aus Bilbao, Barcelon lag 2:3 hinten und das gurkte Messi an. Er wurde gegenüber des Bilben Asier Villalibre tätlich und deswegen vom Platz gestellt.

So nicht, liebe Kinder.

Eine rote Karte ist eigentlich nichts Spezielles, im Falle von Messi aber schon: Es war seine erste im Trikot des FC Barcelona, und das im 753. Spiel. Das Runde Leder gratuliert herzlich.

Messi, der in der Nationalmannschaft bereits zwei rote Karten sammeln durfte – unter anderem nach 60 Sekunden Einsatzzeit in seinem ersten Länderspiel –, ist zwar ein recht guter Fussballer, doch in einen Club wird er es nie schaffen: In den Club der Spieler ohne rote Karten. Dieser hat einige prominente Mitglieder. Ein paar von ihnen seien Ihnen nachfolgend vorgestellt: