Archiv für die Kategorie ‘Randregionen’

Zwäge Zwerge

Herr Maldini am Mittwoch den 6. Juni 2018

Der VfB 03 Hilden ist auf Mallorca angekommen.

 

Zuvor hatte die erste Mannschaft der Nordrhein-Westfäler die Saison mit einem 4:3 gegen den Cronenberger SC beschlossen und sich den 13. Tabellenrang in der Oberliga Niederrhein gesichert. Für den Torhüter Sebastian Herweg war es die letzte Partie der Karriere. “Es hat riesig Spass gemacht, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist eine ehrliche Haut und eine Bereicherung für die Mannschaft”, gab es  Lob vom Hildener Coach Marcel Bastians.

Ob es sich beim Aufenthalt der ersten beiden Teams der Hildener auf Mallorca um ein Trainingslager handelt oder doch eher um die verdienten Ferien, entzieht sich leider unserer Kenntnis.

Zum Schluss erlaubt sich das Runde Leder noch, Ihnen einen Hinweis des Vereins weiterzuleiten: “Achtung! Eine Bitte an alle Spieler, Trainer, Eltern, Betreuer und Freunde des VfB 03 Hilden: parkt eure Fahrzeuge nur dort, wo es erlaubt ist! Es werden verstärkte Kontrollen an der Sportanlage gemacht.

Nicht vorenthalten möchten wir Ihnen zudem eine weitere Szene vom Sonntag:

Die andere WM

Herr Shearer am Donnerstag den 31. Mai 2018

Endlich geht die Weltmeisterschaft los!

Von heute an rollt der Ball dort, wo auch russische Oligarchen sich gerne niederlassen. In London findet bis zum 9. Juni die Weltmeisterschaft der nicht anerkannten Nationen statt. Wobei, eigentlich ist das Gastgeberland Barawa, eine somalische Hafenstadt, welche einige Jahre von den extremistischen Al-Shaabab-Milizen besetzt war. Aber eben, London ist halt eben doch etwas praktischer gelegen. Unter den Teilnehmern stechen beispielsweise Abchasien heraus, welches immerhin von Russland offiziell anerkannt ist, dann aber auch unsere quasi südlichen Nachbarn aus Padanien und desweiteren auch Tamil Eelam. Alle Teilnehmer und nötigen Informationen finden Sie natürlich auf der Seite des Turniers.

Und jetzt stimmen wir uns ein mit dem offiziellen Song zur CONIFA-Weltmeisterschaft! Er stammt von den beliebten Londoner Glatzköpfen Right Said Fred (genau, die beiden, die sich vor inzwischen 28 Jahren zu sexy zum Hemdtragen fanden). Es ist ein sehr guter Song – schade, gibt es sowas bei anderen grossen Turnieren nie.

Finde den Feler (XXXIV)

Rrr am Mittwoch den 9. Mai 2018

Richtig, Sieger und Verlierer des französischen Cupfinals jubeln gemeinsam.

PSG gewann das Spiel gegen den Drittligisten Les Herbiers mit 2:0. PSG-Captain Thiago Silva war tief beeindruckt von der Leistung des Underdogs und ermunterte dessen Captain Sebastien Flochon deshalb, ihm beim Hochstemmen des Pokals zu helfen.

Eine schöne Geste, wie wir finden. Es wäre doch toll, wenn am 27. Mai auch der FCZ-Captain Victor Palsson den Pokal hochstemmen helfen darf.

(Foto: Keystone)

Kein Walzer an der WM

Val der Ama am Freitag den 30. März 2018

Carlos Queiroz will die Notbremse ziehen.

Schon bald trifft der Iran an der Fussball-Welmeisterschaft in der Gruppe B auf Marokko, Spanien und Europameister Portugal. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, nur leider nicht gerade erfolgreich: Die eben ausgetragenen Testspiele gegen Tunesien (0:1) und gegen Algerien (2:1) haben aus der Sicht von Trainer Carlos Queiroz schlimme Defizite der Mannschaft aufgezeigt.

So schlimm, dass der Teamchef vorgestern auf der Webseite des iranischen Fußballverbands den Stopp der Ligaspiele und ein sofortiges Trainingslager gefordert hat. Schneller und stärker sollen die Spieler werden und dafür brauchts, sagt Queiroz, “Qualitätstraining unter meiner Aufsicht”. Weil die WM, die “wird kein Walzer, sondern knallharter Rock ‘n’ Roll. Es geht hier um alles oder nichts. Die Entscheidung müsste noch heute kommen, denn morgen könnte es schon zu spät werden”, warnte Queiroz.

Die Redaktion des Runden Leders hat sich in der Sache beraten und veröffentlicht dazu folgendes Communiqué: “Vergiss es, Vlado.”

So ein Seich

Briger am Mittwoch den 28. März 2018

Erneute Pinkelposse in der Serie D.

Foto via: oe24 sport

Ältere Leser werden sich erinnern. In dieser Saison wurde mit Giovanni Liberti bereits einmal ein Spieler der Serie D bestraft, weil er seine menschlichen Bedürfnisse nicht unter Kontrolle gehabt haben soll. Armando Prisco, der Ersatztorwart von Messina kam im Serie D-Derby zwischen der Associazione Sportiva Dilettantistica Igea Virtus Barcellona und der Associazione Calcio Rilancio Messina Società Sportiva Dilettantistica a r.l zum Einsatz. Im regendurchnässten Stadio Carlo Stagno d’Alcontres musste der Torwart dann in der 85. Minute mal kurz für kleine Jungs. Das Spiel fand gerade vor dem anderen Tor statt und da war die Gelegenheit günstig, dachte zumindest Prisco. Er hatte die Rechnung ohne den Schiedsrichter der Partie gemacht, der ihn bemerkte und sofort vom Platz stellte.

Zu sehen ist die rote Karte bei 00:39, die Pinkelszene wurde leider nicht übermittelt.

Nach dem Spiel äusserte sich der Torwart des früheren Serie A Clubs, der seit dem Abstieg 2007 bereits zweimal Konkurs ging, wie folgt:
“Ich machte eine Geste, die so aussehen sollte, als würde ich mich dehnen. Ich wusste, da waren Leute um mich und ich wollte nicht, dass man denkt, ich würde urinieren. Er (der Schiedsrichter) nahm es etwas zu persönlich. Ich war ehrlich genug, zu beichten, was ich getan hatte. Ich denke nicht, dass es sonst wer bemerkte. Ich werde es nicht mehr tun. Ich werde versuchen das Bedürfnis zu unterdrücken. Ich bin 21 und nicht inkontinent.” Der Innenverteidiger, der anschliessend ins Tor musste, hielt seinen Kasten sauber und so konnte Messina zumindest einen Punkt nach Hause nehmen. Prisco schaut die nächsten drei Spiele von der Tribüne aus zu.

Stier statt Bier

Herr Maldini am Freitag den 9. Februar 2018

Wir schalten rüber in die brandneue Rundes-Leder-Aussendienststelle in Nicoya, Costa Rica.

Der Fussball hat sich langsam totgespielt, das ist bekannt. In Mittelamerika wird deshalb zu spannungserhöhenden Mitteln gegriffen, so auch am Volksfest in Nicoya:

 

Video: RL / Bild: Facebook

“Die Stiere sind nur kurz in der Arena, und sie dürfen nicht verletzt werden”, versicherte uns die Aussendienststelle. “In der Arena befinden sich etwa 100 Leute, in jeder Runde wird etwas anderes gespielt. Unter anderem eben Fussball.”

Japanische Begrüssung

Briger am Mittwoch den 31. Januar 2018

Matsumoto Yamagas Fans heissen die neuen Spieler standesgemäss willkommen.

Screenshot Youtube

Der Club aus Matsumoto, Präfektur Nagano, hatte jüngst Saisonstartevent. Die neue Spielzeit in der japanischen 2. Liga beginnt am 25. Februar. Nun, die ターミガンズ (zu Deutsch ALpenschneehühner – der symbol bird Naganos) taten das nicht einfach langweilig an einer Pressekonferenz oder im Stadion, sondern in einem Theater.

Nun denn liebe YB-Fans, Alexandre Letellier erwartet Sie heute Nachmittag um 17 Uhr im Konzerttheater Bern. Vergessen Sie Ihren Schal nicht.

Es trat Usbekistan auf den Plan

Herr Maldini am Dienstag den 30. Januar 2018

Es folgt die letzte Berichterstattung live aus Vietnam.

Ältere Leser erinnern sich: Fussball-Vietnam war in den vergangenen Wochen so richtig heiss. Die U23 des Landes stürmte an den AFC U23 Championships 2018 in China bis in den Final, Quang Hai Nguyen war der überragende Spieler der Mannschaft.

Am Samstag war es so weit, das Endspiel stieg in der chinesischen Kleinstadt Changzhou, Gegner niemand geringeres als Usbekistans U23. Selbstverständlich war das Runde Leder mittendrin, also in Vietnam, soeben erreichten uns per Fax die ersten Bewegtbilder:

Quang Hai Nguyen traf für Vietnam zwar zum zwischenzeitlichen 1:1, doch in der Verlängerung erzielte leider ein Usbeke das siegbringende Tor zum Entstand von 2:1 n.V. für die Usbeken. Das erstaunt nicht, das Wetter zeigte sich eher von seiner usbekischen Seite:

the-afc.com

Zweiter Platz? Der Freude der Vietnamesen tat dies keinen Abbruch.

Mit insgesamt fünf Treffern avancierte Quang Hai Nguyen zum zweitbesten Torschützen des Turniers. Wir ziehen unseren Reishut!

Fatale Fackelabfahrt

Herr Shearer am Donnerstag den 25. Januar 2018

Unser Sicherheits-Experte, Wachtmeister Schärer von der Kantonspolizei Bern, äussert sich zu aktuellen Geschehnissen an Sportanlässen.

“Das passiert dann eben, wenn man kein Polizeikonkordat hat: da können Störefriede und Pyromanen nach Lust und Laune schalten und walten. Gerade wieder erreichen uns schockierende Bilder von einem irgendeinem Match in Österreich. Erneut konnten Chaoten diversestes Feuerwerk ins Stadion bringen und dort abbrennen. Und natürlich sind diese sogenannten Fans auch nicht davor zurückgeschreckt, einen gegnerischen Spieler mit Schneebällen einzudecken, möglicherweise aus Frust über das enttäuschende Abschneiden ihrer Mannschaft. Zum Glück werfen die Ösis allerdings so, wie sie auch Fussball spielen – getroffen wurde das Opfer nicht. Entschuldigen Sie den kleinen Scherz, die Sache ist natürlich viel zu ernst für dumme Witze.

Foto: Reuters /Dominic Ebenbichler

Meine Kollegen drüben im Österreichischen konnten dann immerhin noch ein paar der Unverbesserlichen zur Rechnung ziehen. Aber was heisst hier schon zur Rechnung ziehen – die paar hundert Euro Busse sind nun wirklich keine wirksame Abschreckung. Rayonverbot, lebenslängliche Stadionsperren – das ist doch die einzige Sprache, die solche Leute verstehen! Nun, das ist natürlich das Problem der Österreicher, aber seit wir hier bei uns bei uns das Polizeikonkordat haben, haben wir da viel weniger Ärger.”

Anmerkung der Redaktion: Unsere Kolumnisten sind frei in der Themenwahl und äussern an dieser Stelle ihre freie Meinung. In diesem Fall müssen wir der Korrektheit halber allerdings anmerken, dass die von Herrn Wachtmeister Schärer geschilderten Vorkommnisse bei einer Randsport-Veranstaltung vorgefallen sind. Wir bitten um Entschuldigung…

Und dann kam Vietnam

Herr Maldini am Mittwoch den 24. Januar 2018

Ganz Vietnam steht Kopf, und das Runde Leder ist mittendrin!

Sie erinnern sich: Vorletzte Woche verlor die vietnamesische Nationalmannschaft ihren Auftakt zu den AFC U23 Championships 2018 gegen Südkorea mit 1:2. Das ganze Land war niedergeschlagen.

Wir können Sie beruhigen: Alles ist wieder gut! Die RL-Aussendienststelle in Vietnam, die seit dem 1.1.2018 sämtliche Artikel für uns produziert, berichtet Folgendes:

“Vietnam erholte sich vom Rückschlag gegen Südkorea am ersten Spieltag prächtig. Australien bezwang es 1:0, gegen Syrien resultierte ein 0:0. Vier Punkte, das reichte für Platz 2 und die K.o.-Runde. Dort spielte sich Vietnam in einen Elfmeterrausch: 8:6 gegen den Irak nach Penaltys, und eben gestern, der Sieg gegen das Fussballland der Zukunft. Katar bezwungen, wieder nach Penaltys, 6:5, was für eine Geschichte. 

Ihnen als ExpertInnen können wir es ja sagen: Diesen Quang Hai Nguyen, bereits Torschütze gegen Südkorea, er schlug gestern wieder zu. Er erzielte die Ausgleiche zum 1:1 und 2:2. Ein Riesentalent! Ok, im Penaltyschiessen scheiterte er an Katar-Hüter Al Bakari, aber der kommt trotzdem gut.

In Saigon jedenfalls drehen die Leute durch, und das war ja noch nicht einmal das Finale, das kommt noch! Am Samstag gegen Usbekistan, das wird ein Knüller.”

Verrückter Verlust

Rrr am Dienstag den 23. Januar 2018

Stade Rennes vermisst zwei Pokale.

In seiner 117-jährigen Geschichte gewann der Verein genau zweimal einen grossen Titel: 1965 und 1971 wurde er französischer Cupsieger, unser Bild zeigt die Pokalübergabe 1971. Den Originalpokal musste der Klub im Folgejahr natürlich weitergeben, der Verband spendete aber – wie in Frankreich üblich – eine Replika zur Erinnerung.

Jetzt sind die beiden Pokale aus den Vitrinen verschwunden, wie Präsident Olivier Létang gestern mitteilen musste. “Sie sind nirgends mehr, es ist unglaublich. Irgendjemand muss sie entwendet haben”, berichtete der zerknirschte Klubchef der Zeitung Ouest-France. Der Verlust kommt ungelegen, der Verein plante gerade, ein kleines Museum zu errichten, das an alle Höhepunkte der Klubgeschichte erinnert.

Wann die Pokale genau abhanden kamen, ist unklar. 2004 waren sie noch da, wie ein Fussballhistoriker auf Twitter nachwies. Damals gab es einen Tag der offenen Tür. Vielleicht waren da die Vitrinen nicht abgeschlossen?

Wie auch immer, eine Delegation des Runden Leders begibt sich nun sofort zu Charles Beuret ins YB-Museum, um nachzuschauen, ob dort noch alle Tassen im Schrank und alle Pokale in den Vitrinen sind. Die letzte Überprüfung ist ja schon eine Weile her, sie erfolgte 2006.

(Fotos: Archives Ouest France / RL)

Dran in Hội An

Herr Maldini am Freitag den 12. Januar 2018

Willkommen zu einem weiteren Teil unserer beliebten Serie “Jenseits vom Westen ist der Fussball am besten.”

Heute reisen wir nach Hội An. Die Stadt am südchinesischen Meer hat je nach Quelle 75’ooo oder auch 122’000 Einwohner und war während des Vietnamkriegs angeblich die einzige Stadt in Vietnam, deren Altstadt unversehrt blieb. Heute ist dieser Stadteil UNESCO Weltkulturerbe. Hội An bietet verschiedene Sehenswürdigkeiten, unter anderem Chùa Cầu (eine Japanische Brücke),  das Tấn Ký-Handelshaus, die chinesische Versammlungshallen mit Tempeln und das Museum über die Stadtgeschichte.

Natürlich besuchte die einköpfige Delegation des Runden Leders keine dieser Touristenziele, sondern steuerte schnurstracks auf die Funky Monkey Bar zu. Dort gab es nämlich einen Leckerbissen zu sehen: Südkorea gegen Vietnam, und zwar die U23-Mannschaften der beiden Länder. Die Begegnung fand im Rahmen des ersten Spieltages der AFC U23 Championships 2018 in China statt.

Südkorea gewann mit 2:1, unser zweites unten Funkbild beweist, dass der U23-Fussball in Vietnam noch nicht die grossen Massen mobilisiert. “Unter uns: Merken Sie sich einfach die beiden südkoreanischen Torschützen Yeong-uk Jo und Keun-ho Lee, aber auch Seung-kyu Han und Seung-won Yun, die Vorlagengeber”, berichtete die RL-Scoutin vor Ort. “Den einzigen vietnamesischen Torschützen Quang Hai Nguyen sollten wir ebenfalls im Auge behalten, auch sein Assistgeber Van Hau Doan könnte ein Versprechen für die Zukunft sein.”

Vietnams U23 bleiben gegen Australien und Syrien noch zwei weitere Möglichkeiten, bei ihrer zweiten Teilnahme an den AFC U23 Championships erstmals einen Punkt zu holen. “Für die Südostasiaten wird es natürlich sehr schwierig, andererseits ist es theoretisch noch gut möglich. Obwohl die Statstik gegen sie spricht, muss bedacht werden, dass Australien und Syrien nicht unschlagbar sind”, sagte die RL-Scoutin zum Schluss. Anschliessend trank sie zwei weitere Bia Hà Nội und legte sich schlafen.