Archiv für die Kategorie ‘Randregionen’

Sicherheit am Arbeitsplatz…

Briger am Montag den 11. März 2019

… oder wieso Sie den Ausführungen Ihres Sicherheitsverantwortlichen aufmerksam zuhören sollten.

Sie kennen das, immer mal wieder taucht an Ihrem Arbeitsplatz der Sicherheitsverantwortliche der Firma auf und erklärt Ihnen, wie Sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten haben. Meist hören Sie selbstverständlich aufmerksam zu und unterschreiben dann irgendein Formular und bestätigen damit, dass Sie die Ausführungen verstanden haben.

Ob es bei Hokkaido Consadole Sapporo keinen solchen Sicherheitsverantwortlichen gibt oder ob der brasilianische Neuzugang Anderson Lopes schlicht dessen Ausführungen nicht verstand, entzieht sich unserer Kenntnis. In bester Benjamin-Kolloli-Manier verschwand Anderson Lopes am 3. Spieltag, dem ersten Heimspiel seines Teams im Sapporo-Dome in dieser Saison, nach seinem zweiten Tor des Spiels hinter der Werbebande.

Bild via eurosport.de

Bild via whoateallthepies

Immerhin, Lopes konnte sich erstaunlich rasch fangen. Seinem 3:1 liess er zwei weitere Treffer folgen und setzte sich mit seinen vier Treffern an die Spitze des Torschützenklassements.

Sapporo gewann das Spiel gegen Shimizu S-Pulse mit 5:2. Bis zum nächsten Heimspiel am kommenden Sonntag wird er sich sicher auch mit allen Tücken seines neuen Arbeitsplatzes auseinandergesetzt haben.

Geniessen Sie nun noch Bewegtbilder der Aktion und dann zurück an den Arbeitsplatz. gifs website
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Kompaktes Konzept

Rrr am Mittwoch den 27. Februar 2019

Wie immer am Mittwoch: Rundes Leder Taktikforum!

Kompakt stehen, die Räume eng machen – jede Mannschaft kennt diese Vorgaben. Aber nur ein absolutes Klasseteam wie der polnische Erstligisten KS Cracovia setzt sie bereits ab der allerersten Sekunde des Spiels konsequent um.

Dumm nur, wenn man durch einen leichtfertigen Ballverlust in einen Konter läuft. Wahrscheinlich wäre der Goalie doch besser im Tor geblieben. Aber egal, es war eh nur ein Plauschmatch gegen die eigenen Reserven.

Paranormale Aktivitäten

Herr Shearer am Donnerstag den 31. Januar 2019

Interpol sucht ein Phantom.

“Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger, von einem besonders interessanten Kriminalfall berichten mir meine russischen Kollegen. Unter mehrfachem Diebstahlverdacht steht der ehemalige Arsenal-Spieler Andrei Sergejewitsch Arschawin, aus St. Petersburg, 37 jährig, 1.72m, normale Statur, braune Haare. Wobei, eigentlich geht es nicht um Arschawin selbst, sondern um seinen Geist. Mehrmals sei ein eine Person bei ihm durch die Wand in die Wohnung gekommen, die genau wie Arschawin ausgesehen habe, berichtet das Opfer. Dieser habe ihn jeweilen geschlagen und ihm Geld geraubt.

Herr Arschawin hat per Ende letzten Jahres seine Karriere als Fussballspieler beendet. Zuletzt war er im kasachischen Almaty erwerbstätig. Letzten Dezember fiel er auf, als er einen Moskauer Nachtclub auf dem Rücken eines Pferdes verliess. Wer solche Auftritte mag, dem ist alles zuzutrauen, wenn Sie mich fragen. 

Bild: sickchirpse.com

Bei sachdienlichen Hinweisen verständigen Sie bitte nicht den nächsten Polizeiposten, das nützt in diesem speziell gelagerten Fall leider nichts. Rufen Sie direkt beim Spezialteam der Moskauer Polizei an. Besten Dank für Ihre Kollaboration.”

 

Der Bestatter und das Brügglifeld

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 29. Januar 2019

Soeben erreicht uns folgende dringende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, heute abend kommt wieder der “Bestatter” am Fernsehen. Aber ich habe noch gar nicht begriffen, um was es eigentlich letzten Dienstag ging. Irgendwie um den FC Aarau, klar – aber um was genau? UAwg, P. S., Z.

Lieber Peter, wahrscheinlich sind Sie verwirrt, weil der Tatverdächtige einerseits ein Alkoholiker war, der andererseits ein tadellos gebügeltes Trikot des FC Aarau trug, und da fragt man sich natürlich schon: Hängen die Penner in Aarau wirklich in frisch gewaschenen und gebügelten Fussballtrikots in der Altstadt herum, oder war da die Leutschenbacher Staffage-Abteilung leicht übermotiviert?

Aber natürlich geht es von der Handlung her um etwas ganz anderes. Die Episode hat eindrücklich die Ambivalenz der Saison 1996/97 aus Sicht des FC Aarau thematisiert, denn aus just jener Spielzeit stammt das fragliche Diadora-Trikot.

Einerseits blieb die Saison sportlich unter den Erwartungen: In der Finalrunde rutschte der Klub noch aus den Europacup-Rängen und im Cup blieb der FCA schon in den Achtelfinals am FC Schaffhausen hängen. Anderseits wurde das damalige Trikot aus uns unbekannten Gründen zum veritablen Kultshirt, das heute auf den einschlägigen Online-Portalen zu bemerkenswerten Preisen gehandelt wird. Aber deswegen gleich einen ehemaligen Bijoutierieräuber umbringen? Nein, dann doch lieber das Diadora-Trikot sauber bügeln und warten, bis die Polizei den Zwillingsbruder des Opfers überführt hat. Oder das jetzt so ein Spoiler? Wie auch immer, alles Frohe, Ihr Dr. Rüdisühli

Saison 1996/97 in Zahlen.
Qualifikationssieger: Xamax. – Meister: Sion. – Cupsieger: Sion. – Torschützenkönig: Viorel Moldovan (GC). – Die Young Boys wurden Letzter der Qualifikation und stiegen im Frühling 1997 in die NLB ab.

Tickethamster

Briger am Montag den 28. Januar 2019

Sie haben es sicher mitbekommen, in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) finden zurzeit die Asienmeisterschaften im Fussball statt.

Beim Turnier, bei dem erstmals 24 Mannschaften teilnehmen, finden heute und morgen die Halbfinals statt. Um 15 Uhr trifft der Iran, der in der Ko-Phase zuerst den Oman und dann China ausschaltete, auf Japan. Die Japaner, die ohne Yuya Kubo antraten, schalteten in der Ko-Phase bislang Saudi-Arabien und Vietnam aus. Der Sieger dieser Partie geht als Favorit in das Finale vom Freitag. Der Gegner heisst dann nämlich entweder Vereinigte Arabische Emirate – die Gastgeber schalteten Kirgistan und überraschend Titelverteidiger Australien aus – oder Katar. Der WM-Gastgeber von 2022 setzte sich gegen den Irak und Südkorea durch.

Foto via Abu Dhabi Sports Council

Das Spiel findet morgen Dienstag 15:00 Uhr (MEZ) statt. Wie das Abu Dhabi Sport Council am Freitag bekannt gab, hat der Vorsitzende des Councils, Prinz Nahyan bin Zayed (der Herr auf dem Foto), kurzerhand alle verfügbaren Tickets im Mohammed-bin-Zayed-Stadion in Abu Dhabi gekauft. Diese sollen nun an loyale Fans der Emirati verteilt werden. So soll verhindert werden, dass Katar Fanunterstützung erhält. Sämtliche Fussballfans, die nicht aus den Emiraten stammen, werden vor dem Stadion abgewiesen werden. Der Grund dafür dürfte vor allem sein, dass rund 1000-Fans aus dem Oman begonnen haben die Katarer zu unterstützen.

Katerer sind nämlich kaum welche in den Stadien anzutreffen, beim Vorrundenspiel gegen Nordkorea waren offiziell 452 Zuschauerinnen und Zuschauer anwesend. Nur das Spiel zwischen Nordkorea und Bangladesch, 1980, zog in der Geschichte der Asienmeisterschaften mit offiziell 300 Zuschauern noch weniger Publikum an. Dass kaum Katari vor Ort sind liegt aber auch am seit 2017 bestehenden Boykott der VAE gegen Katar, der es auch Funktionären und Journalisten schwierig macht, einzureisen.
Ob die FIFA etwas gegen den Regelverstoss – eine gewisse Anzahl Tickets muss dem Gastteam überlassen werden – unternimmt oder sich aus der Verantwortung stehlen kann, ist noch unklar.

Konkordat konkret

Val der Ama am Donnerstag den 24. Januar 2019

Endlich: Interessante Auswärtspiele in Thun!

Sie erinnern sich bestimmt: Vergangenen September haben so genannte YB-Fans auf dem Weg ins Thuner Stadion Sprayereien hinterlassen und damit für Ärger bei der Anwohnerschaft gesorgt. Schluss damit. Ab sofort hat man in Thun genug von dem Tun und deshalb diese Medienmitteilung heute: “In Absprache mit dem FC Thun, dem BSC Young Boys und der Kantonspolizei Bern hat die Stadt Thun entschieden, die Route des Fanmarsches beim nächsten Spiel vom 10. Februar 2019 versuchsweise zu ändern.”

Neuer Weg, neue Möglichkeiten, haben wir uns auf der Redaktion gesagt und also zeigen wir Ihnen die schönsten Orte auf der neuen Fanroute.

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Verschollen in Vladimiristan

Herr Shearer am Montag den 14. Januar 2019

Der “Blick” schlägt Alarm: 81 Nati-Fans haben die Heimreise immer noch nicht angetreten!

(Klick aufs Bild zum Vergrössern)

Zur WM im letzten Jahr lockerte Russland seine restriktiven Visa-Bestimmungen, um den Fans aus aller Welt die Reise ans Turnier zu erleichtern. Diese Fan-Visas sind per Ende 2018 abgelaufen, trotzdem sollen sich immer noch 81 Nati-Supporter in Russland aufhalten, wie jetzt bekannt wurde. Das kommt etwas überraschend, denn hierzulande werden diese Leute offenbar nicht vermisst. Die RL-Recherchierabteilung konnte in harter Arbeit die Identität der 81 in Erfahrung bringen.

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Immer weiter

Rrr am Samstag den 12. Januar 2019

Also doch: Es gibt ein Leben nach 50!

Kazuyoshi Miura hat seinen Vertrag beim japanischen Zweitligisten Yokohama FC um ein Jahr verlängert. “King Kazu” ist 51 Jahre alt und damit der älteste Fussballprofi der Welt.

“Ich werde mich nicht eine Sekunde zurücklehnen”, sagte Miura bei der Vertragsunterzeichnung. “Ich möchte mich auf den Fussball konzentrieren und jeden Tag mit voller Kraft zum Training gehen.”

Miura reiste als 15-Jähriger alleine nach Brasilien, um Fussballprofi zu werden. 1986 erhielt er beim FC Santos seinen ersten Profivertrag. Lionel Messi und Neymar waren damals noch gar nicht geboren. Auf dem Platz standen zum Beispiel Maradona, Platini, Socrates, Ancelotti, Valderrama und Lineker.

Für die Nationalmannschaft bestritt Miura 89 Spiele. Seine internationale Karriere hängte er vor 18 Jahren an den Nagel.

Bei Yokohama spielt er zugegebenermassen nur noch selten. In der letzten Saison stand er neunmal auf dem Platz, nie von Beginn weg. Trainer Edson Tavares hält trotzdem an ihm fest: “Natürlich verliert man mit 51 Jahren die Power und Fitness. Aber wenn es möglich ist, werde ich ihn weiterhin bringen.”

Sékou bei den Saudis

Rrr am Mittwoch den 2. Januar 2019

Gelbschwarz Forever.

Sékou Sanogo ist gestern Abend in Dschidda gelandet. Eine Delegation seines neuen Klubs Ittihad FC nahm ihn auf dem King Abdulaziz International Airport in Empfang. Einige Fans liessen sich die Gelegenheit nicht nehmen, ihren neuen Legionär persönlich zu begrüssen.

Der Ittihad FC wurde 1927 gegründet. Er wurde achtmal Meister, zuletzt 2009. Zurzeit belegt er Platz 15 in der Saudi Professional League, ist also Vorletzter der Tabelle mit bislang 1 Sieg, 3 Remis und 11 Niederlagen. Trainer der ersten Mannschaft ist der frühere kroatische Nationaltrainer Slaven Bilic.

Falls Sie gerade in der Gegend sind: Sanogo wird heute um 16.00 Uhr in der Prince Talal Bin Mansour-Halle den Medien vorgestellt.

Alter!

Herr Shearer am Donnerstag den 20. Dezember 2018

Indiens Fussballverband suspendiert Gourav Mukhi.

Eine vielversprechende Karriere hat einen Dämpfer erhalten: Indiens jüngster Torschütze in der höchsten Liga soll etwas geschummelt haben. Als er letzten Oktober für seinen Klub Jamshedpur FC sein Profidebüt beim 2:2 gegen Bengaluru gab und auch gleich noch den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte, soll er gar nicht erst 16 Jahre gewesen sein, sondern gute zwölf Jahre älter. Als Rundes Leder-Leser hätten Sie das anhand des gepflegten Schnauzes natürlich sofort bemerkt, so ein prächtiges Teil trägt kein Teenager.

Aber keine Angst, Mukhi ist nicht der einzige, der im indischen Fussball an übertriebenem Jugendwahn leidet. Bereits 2015 wurde er zusammen mit vier anderen Teamkollegen seiner damaligen U15-Mannschaft aus Jharkand für das Trainingslager der U17-Nationalmannschaft aufgeboten, und schon dort mussten die fünf zugeben, dass sie dafür zu alt seien.

Bis die Funktionäre des indischen ein Urteil gefällt haben, darf Mukhi weder für sein Team in der Super League noch für eine nationale Auswahl spielen. Von wegen, man ist immer so alt, wie man sich fühlt…

Verblichener Fame

Val der Ama am Freitag den 7. Dezember 2018

Wie nachhaltig sind eigentlich diese Meet and Greets mit Fussballstars?

Wissen Sie noch, vor ungefähr zwei Jahren? Da fanden viele den Murtaza Ahmadi aus Afghanistan so süss und potz, was hat der für Likes und Herzli gekriegt in den sozialen Medien. Das Bild von Murtasa war weltweit bekannt geworden, weil er da eine blau-weiss gestreifte Plastiktüte trägt, die er zum argentinischen Nationaltrikot umfunktioniert hatte. „Messi“ und die Rückennummer 10 waren mit Kugelschreiber darauf gekritzelt. Wenig später schickte ihm der Messi dann zwei Trikots und einen Ball und im Dezember 2016 konnte Murtasa sein Idol sogar treffen und zwar vor einem Freundschaftsspiel des FC Barcelona in Katar.

Und heute alles wieder gut? Nun, der Bub, der musste nach dem Messi-Treffen selbstverständlich wieder nach Afghanistan zurück und gestern berichtete die Deutsche Presse-Agentur, dass Junge diesen November mit seiner Familie nach einer Taliban-Offensive in die Hauptstadt Kabul fliehen musste. Die Tailban überannten seinem Heimatbezirk Dschaguri und Murtaza wurde gesucht, um von seinen Angehörigen Lösegeld zu erpressen.

„Wir konnten nichts mehr mitnehmen ausser unsere Leben und das, was wir am Körper trugen“, sagte die Mutter der dpa. Zurückbleiben musste auch der von Messi signierte Ball und die Trikots. Murtaza will die Devotionalien aber unbedingt wieder zurückholen und noch mehr: “Ich möchte bei Messi sein, ich möchte, dass er mich da rausholt. Und wenn ich gross bin, will ich sein wie er.”

(Bild: Hamayon Ahmadi, Thekkayil/dpa)

Anmächeliges Angebot

Herr Maldini am Mittwoch den 28. November 2018

Ältere Leserinnen und Leser erinnern sich: Am Wochenende fand der Final der Copa Libertadores nicht statt.

Das Stadio Comunale Luigi Ferraris, die Heimat von Sampdoria und Genoa. Foto: Wikipedia

Nach dem Angriff auf den Mannschaftsbus der Boca Juniors wurde das Spiel zuerst von Samstag- auf Sonntagabend verschoben und schliesslich ganz abgesagt. Momentan ist vieles unklar: Ob das Rückspiel überhaupt stattfinden, oder ob es in einer anderen Stadt als Buenos Aires ausgetragen wird.

Wie auch immer, hier kommt Genua ins Spiel. Stefano Anzalone, der Bürgermeister der Stadt, schrieb den Präsidien der Boca Juniors und River Plate einen Brief (das gibts offenbar noch!) und verwies auf die Beziehung zwischen Genua und Buenos Aires, die „sportlich, kulturell und durch den Sport“ besonders eng sei. Die Boca Juniors und River Plate waren beide einst von italienischen Auswanderern gegründet worden. Anzalone bot ihnen das Genueser Stadion Luigi Ferraris als Austragungsort für das Rückspiel an. “Ich wäre stolz, wenn die Partie hier stattfinden würde”, schrieb er weiter.

Die Antworten aus Buenos Aires stehen noch aus, vermutlich sind Anzalones Schreiben noch irgendwo auf dem Atlantik unterwegs.