Archiv für die Kategorie ‘Randregionen’

Fussball-Pony

Briger am Dienstag den 14. Mai 2019

Nein, für einmal geht es nicht um Davide Chiumiento.

Eigentlich geht es auch nicht wirklich um Ponys, aber ein besserer Titel fiel dem zuständigen Redaktor leider nicht ein. Ponys kommmen aber im nachfolgenden Filmdokument weiter unten durchaus vor.

Foto via BBC

Im Jahr 2015 entschied sich die FIFA dafür, den Fussballplatz in Eriskay, Äussere Hebriden, Schottland, zu einem der “eight remarkable places to play football in the world” zu erklären. Für ihr Museum in Zürich filmte die FIFA auch schon mal ein Spiel auf der Insel, die zwischen Uist und Barra liegt. Eriskay von weniger als 150 Menschen bewohnt, war zuvor vor allem für den Untergang der SS Politician im Jahr 1941 bekannt. Das Schiff hatte unter anderem 250’000 Whisky-Flaschen geladen. Autor Compton MacKenzie machte den Stoff mit Whisky Galore 1947 dann zum Buch. 1949 wurde die Geschichte in der Ealing-Komödie “Freut euch des Lebens” (Original: Whisky Galore!”) nacherzählt. Da der grösste Teil der rund 24’000 Kisten Whisky der Ladung offiziell nie geborgen wurden, gilt 1941 gemäss Wikipedia seitdem bei den Bewohnern der umliegenden Inseln als „bestes Jahr des Zweiten Weltkriegs“.

Aber zurück zum Fussball.BBC Schottland war nämlich im April auf Eriskay zu Besuch und das kam dabei raus. Film ab:

Kaputtes Karabükspor

Rrr am Mittwoch den 1. Mai 2019

Nein, es ist keine gute Saison für Kardemir Karabükspor.

Der Verein aus der zweithöchsten türkischen Liga hat bislang 31 Spiele bestritten – 28 gingen verloren, dreimal reichte es immerhin für ein Unentschieden. Die Tordifferenz ist auch sehr traurig.

Kein Profi-Team in Europa hat vermutlich eine so desaströse Bilanz. Dabei spielte Karabükspor letztes Jahr noch in der Süper Lig. Nach dem Abstieg verkaufte das Management praktisch die ganze Mannschaft und lässt nun ein Team von Junioren und Nobodys spielen, die mit dem Niveau offenkundig überfordert sind.

Wenn Sie sich jetzt fragen, warum Karabükspor trotz drei Unentschieden keine Punkte hat: Die drei Punkte wurden dem Verein wegen administrativen Verfehlungen des Managements abgezogen.

Rundes Leder reist löblich (XIII)

Herr Maldini am Dienstag den 30. April 2019

Heute bereisen wir die Lagunenstadt Venedig. Bildlegenden inklusive!

  • Die Begegnung: Venezia FC – AS Cittadella
  • Das Spiel: Venedig erhält in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 1:1 – Stimmung im Eimer.
  • Das Stadion: Das Stadio Pierluigi Penzo (7’426 Plätze) liegt auf einer Insel, es ist über den Wasserweg zu erreichen. Das erstaunt sogar Italiener.
  • Die Zuschauerzahl: 3’104
  • Das Ticket: 10 € für einen Sitzplatz auf der Gegengeraden.
  • Die Verpflegung: Hotdog, Hamburger. Das ist wohl der Einfluss des neuen amerikanischen Besitzers.
  • Das Bier: Wahrscheinlich etwas Lokales.
  • Sonstiges: Venedig im Frühling ist sehr angenehm. Falls Sie ins Stadion wollen: Da müssen Sie dann mit dem Schiff hin.

 

  • Am Abend werden hier Biglietti verkauft.

  • Hier auch. Wirklich!

  • Die Ruhe vor dem Sturm.

  • Der Zahn der Zeit nagt am 1913 gebauten Stadion.

  • Die Tür war offen.

  • Wie du sitzt, so du fussballerst.

  • Die RL-Delegation testete den Spielertunnel ausführlich.

  • Die sind vermutlich seit der Eröffnung des Stadions dabei.

  • Bald gehts los.

  • Das gastronomische Angebot ist noch ausbaufähig.

  • Hoffentlich sieht das Besitzer Joe Tacopina nicht.

  • An Stahltribünen hat sich die RL-Delegation unterdessen gewöhnt.

  • Fussball wurde auch gespielt.

  • Quasi die Ostkurve Venedigs.

  • Inspektion der sanitären Anlagen.

  • Das Interesse ist da.

  • Die RL-Delegation sass ganz oben.

  • Ausgleich, scheisse.

  • Kunst am Bau.

  • Alles ruhig, heute macht die RL-Delegation keinen Stunk.

Toller Fang

Briger am Montag den 29. April 2019

Was tun, wenn das Spiel mal wieder langweilig ist? Richtig: Fischen.

Bild via msn.com

Das dachte sich zumindest ein Fan aus Modena beim Auswärtsspiel bei Reggio Audace (früher Reggiana) in der Serie D Anfang Monat. Das Spiel der beiden Absteiger, die beide gute Chancen haben aufzusteigen, endete 0:0. Reggio Audace führt seine Spiele im Mapei Stadium — Città del Tricolore, in Reggio nell’Emilia aus. Das Spielfeld des Stadions, in dem auch das Serie A-Team US Sassuolo seine Heimspiele ausführt, ist von einem Graben umgeben. Dieser soll Platzstürmer von ihrem Vorhaben abbringen. Da das Wasser im Graben von einem örtlichen Fluss gespeist wird schwimmen immer mal wieder Fische durch’s Wasser. Die Aktion des Modena-Fans sehen Sie im Video:

Der Stadion-Gastronomie in Reggio nell’Emilia ermöglichen sich also ganz neue Möglichkeiten.

Greiser Goalie

Rrr am Montag den 22. April 2019

Good News: Mit 49 Jahren ist das Leben noch nicht vorbei.

Ganz im Gegenteil – in diesem Alter kann man erstmals ins Nationalteam berufen werden. So wie Martin Smith, der vor sehr langer Zeit Goalie von Ipswich war und dann auf die Mosquito Islands auswanderte, die zu den Britischen Jungferninseln gehören. Smith geht seit Karrierenende dem ehrbaren Handwerk eines Sanitär-Installateurs nach.

Die Fussballschuhe hatte er längst an den Nagel gehängt, als ihn die Kunde von einem personellen Engpass im Team der Jungferninseln erreichte. Die Nummer 207 der FIFA-Weltrangliste suchte einen Ersatzgoalie für die spiele der CONCACAF Nations Legue gegen Bonaire sowie die Turks- und Caicosinseln. Und für die Britischen Jungferninseln darf bekanntlich jedermann mit britischem Pass antreten.

So sass Smith zweimal auf der Bank – nun hofft er, einmal tatsächlich mitspielen zu dürfen. Er wäre dann der zweitälteste Internationale nach George Weah, der mit 51 noch für Liberia aufrief. Die Geschichte von Martin Smith können Sie im Detail bei unseren Kollegen von der BBC lesen. (Auf obigem Bild sehen Sie in der Mitte mit dem grünen Shirt.)

„Man sagt ja, dass Goalies nicht besonders fit sein müssen“, sagt Smith. „Ich bin es tatsächlich nicht, nach einer Woche mit dem Nationalteam tat mir jeder Knochen weh. Aber es hat Riesenspass gemacht!“

Rundes Leder reist löblich (XI)

Herr Maldini am Mittwoch den 17. April 2019

Zurück zum Fussball. Heute in: Brescia.

  • Die Begegnung: Brescia Calcio – Foggia Calcio
  • Das Spiel: Brescia gewinnt 2-1, das Siegestor fällt durch einen Elfmeternachschuss in der 65. Spielminute.
  • Das Stadion: Das Stadio Mario Rigamonti wurde Ende der 1950er-Jahre erbaut und fasst aktuell 16’300 Zuschauer. Die Fans sitzen grösstenteils auf Stahltribünen, die an ein Provisorium erinnern. Das hat einen Vorteil: Durch Stampfen kann viel Lärm produziert werden.
  • Die Zuschauerzahl: 10’500
  • Das Ticket: 14 € für einen Sitzplatz auf der Gegengerade.
  • Die Verpflegung: Keine Zeit.
  • Das Bier: Vermutlich um die 4 € für ein 0815-Bier (man weiss es nicht mehr).
  • Spezielles: Die halbe Tribüne spricht über die exotischen Besucher aus der Schweiz. Die angekündigte Weiterreise nach Venedig löst kollektives Erstaunen aus: “Ein Stadion auf einer Insel? Erreichbar nur mit dem Schiff? Mamma mia!”

Rundes Leder reist löblich (X)

Herr Maldini am Mittwoch den 10. April 2019

Willkommen zu einem weiteren Teil der allseits beliebten Reise-Serie. Wir nehmen Sie mit in unser allerschönstes Nachbarland.

  • Die Begegnung: Chievo Verona – Cagliari
  • Das Spiel: 0-3. Das Schlussresultat steht zur Pause bereits fest, der Platzverweis für das Heimteam zu Beginn der zweiten Halbzeit ist dem Spielgeschehen nicht unbedingt zuträglich.
  • Das Stadion: Stadio Bentegodi am Stadtrand von Verona (38’402 Plätze, WM-Stadion 1990)
  • Die Zuschauerzahl: 10’095
  • Das Ticket: 20 € für einen Sitzplatz im Sektor neben der Heimkurve.
  • Die Verpflegung: Zum Beispiel Patatine für 4 € oder ein Sandwich mit Wurst drin für 6 €. Verköstigen Sie sich draussen, im Stadion ist eher Service-Wüste.
  • Das Bier: 4 € für ein Paulaner.
  • Spezielles: Die Carabinieri ermahnen die RL-Delegation vor dem Betreten des Stadions: “Tranquillo, no problems today.”

Oha Lätz (MCMIV)

Herr Shearer am Montag den 8. April 2019

Wer findet die zehn Unterschiede?

Wir werfen noch einmal einen Blick auf das Spiel zwischen YB und dem FC Thun von gestern, welches von verschiedenen Medien auch gerne als “Berner Derby” bezeichnet wird. Sie sehen oben den Gästesektor im Berner Wankdorfstadion während der ersten Halbzeit und unten den Gästesektor im Berner Wankdorfstadion während der zweiten Halbzeit.

Bild: Thomas Hodel

Bild: RL-Press

 

Die ganze Varheit

Rrr am Sonntag den 24. März 2019

Der Video Assistent Referee setzt sich weltweit durch.

Gut so, denn umstrittene Szenen gibt es natürlich überall. Da ist man froh, wenn man schnell einen Blick auf den Monitor werfen kann.

Wütende Würdigung

Herr Maldini am Dienstag den 19. März 2019

Alejandro Pozuelo war mal ein beliebter Spieler im KRC Genk.

Dieser KRC Genk ist in der belgischen Jupiler League der souveräne Tabellenführer. Trotzdem entschied sich Pozuelo für einen Wechsel zum Toronto FC, der Transfer wurde gestern vollzogen. Für den Entscheid des Mittelfeldspielers hatten eigentlich alle Verständnis, ausser vielleicht die Genker Fans. Immerhin war Pozuelo in der aktuellen Saison fünffacher Ligatorschütze und zehnfacher Vorlagengeber.

Am Sonntag gastierte Genk bei Zulte Waregem, das ist der Verein des ehemaligen Young Boy aber auch Thuner Spielers Marco Bürki. Bürki wurde in der Halbzeitpause beim Stand von 1-2 aus der Sicht von Zulte Waregem ausgewechselt, was auf den ersten Blick auf eine vermutlich nicht einwandfreie Darbietung des Verteidigers schliessen lässt.

Item, darum geht es hier eigentlich gar nicht. Die Fans des KRC Genk hatten den abgewanderten Alejandro Pozuelo noch nicht vergessen und würdigten ihn mit einer aufwändigen Choreo. Sie stülpten einer Puppe aus einem synthetischen Werkstoff ein Trikot Pozuelos über und liessen diese an einem Strick baumeln, ehe sie diese von einem Zug zu erfassen gedachten. So weit kam es nicht, ein tapferer Steward griff beherzt ein. Die Partie endete 3-3.

Der Zug und die Puppe. Bald springt ein Steward ins Bild. Photos: joe.co.uk

Footie in Ooty

Herr Shearer am Donnerstag den 14. März 2019

Das Runde Leder erforscht die Märkte der Zukunft.

„Ein herzliches Namaste aus Udagamandalam! Das ist ein Zungenbrecher – Sie können aber ganz einfach Ooty sagen, so wie es die Engländer damals auch taten, als Sie den einheimischen Stämmen das Land in den Nilgiris gegen schäbige Entschädigung abknöpften. Hier wurde übrigens auch die tolle Pubsportart Snooker erfunden, aber das interessiert an dieser Stelle natürlich nicht.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Sicherheit am Arbeitsplatz…

Briger am Montag den 11. März 2019

… oder wieso Sie den Ausführungen Ihres Sicherheitsverantwortlichen aufmerksam zuhören sollten.

Sie kennen das, immer mal wieder taucht an Ihrem Arbeitsplatz der Sicherheitsverantwortliche der Firma auf und erklärt Ihnen, wie Sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten haben. Meist hören Sie selbstverständlich aufmerksam zu und unterschreiben dann irgendein Formular und bestätigen damit, dass Sie die Ausführungen verstanden haben.

Ob es bei Hokkaido Consadole Sapporo keinen solchen Sicherheitsverantwortlichen gibt oder ob der brasilianische Neuzugang Anderson Lopes schlicht dessen Ausführungen nicht verstand, entzieht sich unserer Kenntnis. In bester Benjamin-Kolloli-Manier verschwand Anderson Lopes am 3. Spieltag, dem ersten Heimspiel seines Teams im Sapporo-Dome in dieser Saison, nach seinem zweiten Tor des Spiels hinter der Werbebande.

Bild via eurosport.de

Bild via whoateallthepies

Immerhin, Lopes konnte sich erstaunlich rasch fangen. Seinem 3:1 liess er zwei weitere Treffer folgen und setzte sich mit seinen vier Treffern an die Spitze des Torschützenklassements.

Sapporo gewann das Spiel gegen Shimizu S-Pulse mit 5:2. Bis zum nächsten Heimspiel am kommenden Sonntag wird er sich sicher auch mit allen Tücken seines neuen Arbeitsplatzes auseinandergesetzt haben.

Geniessen Sie nun noch Bewegtbilder der Aktion und dann zurück an den Arbeitsplatz. gifs website
FreeGifMaker.me