Archiv für die Kategorie ‘Randregionen’

Ausgefuchste Abseitsfalle

Herr Shearer am Donnerstag den 16. Januar 2020

Wo wird eigentlich überhaupt noch Fussball gespielt?

Ach ja, in Indien natürlich! Dort ist es immer schön warm und drum braucht es auch keine Winterpause. Leider steckt der Sport noch in den Kinderschuhen und noch sind nicht allen alle Regeln geläufig. Ein schwieriges Thema scheint nach wie vor die Abseits-Regel zu sein, wie diese Szene aus der Nachspielzeit zwischen Kolkata und den Kerala-Blasters zeigt. Auf dem Bild sehen Sie den Moment der Ballabgabe, den vollen Genuss liefern Ihnen die Bewegtbilder.

Wieso der Schiedsrichter das Ausgleichstor für den Heimklub nicht anerkannte? Wir können das leider auch nicht schlüssig nachvollziehen.

Jeder kennt die Frage, niemand die Antwort (62)

Rrr am Mittwoch den 15. Januar 2020

Liefs nachher besser?

Thun transferiert tollen Typen

Herr Maldini am Dienstag den 14. Januar 2020

Der FC Thun und Leonardo Bertone – das könnte passen, findet unser Berufsberater Dr. Bernhard Beyeler. 

“Jetzt ist der Marder aus dem Sack: Leonardo Bertone hat beim FC Thun unterschrieben. Für Ihn ist das sicher eine sehr reizvolle Aufgabe und der FC Thun ein äusserst spannende Angelegenheit. Es ist nicht jeden Tag möglich, in einem solchen Projekt mitzuwirken.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Agent von Herrn Bertone seinem Klienten auch sagte, dass der FC Thun aktuell am Tabellenende kickt. Immerhin hat er am Fusse des Stockhorns eine Stammplatzgarantie, also Bertone. Meine Recherche hat mir gezeigt, dass dort jetzt ja auch ‘Investoren’ mitmischeln – offenbar der letzte Schrei im modernen Fussball –, auch wenn das alles etwas undurchsichtig ist. Spannend bleibt die Frage, ob Gerber Ändu jetzt auch noch Sékou Sanogo, Marco Bürki und Michi Frey verpflichten wird. Und dann ist da ja auch noch Dennis Hediger, der zurückkehren könnte, vergessen Sie den mal nicht.

Ich bin mir sicher, dass der Wechsel für Bertone eine Erlösung ist. Fussballspielen in Amerika ist etwa dasselbe wie Zeuseln in Australien – es versteht niemand, weshalb sie es tun.

Sie fragen sich jetzt sicher, was nach den Vereinen YB-Cinncinati-Thun für Bertone als nächstes kommt. Ich weiss es nicht.

Ich grüsse Sie freundlich, Ihr Bernie Beyeler.”

Produktive Pariser

Val der Ama am Freitag den 10. Januar 2020

Bei PSG gibts besondere Birnen.

Es läuft beim Scheichklub. Zum Beispiel funktionieren Neymar, Mauro Icardi, Ángel Di María und Kylian Mbappé neuerdings recht gut zusammen und der Neymar, so berichten Medien, der soll beim Spiel gegen Amiens sogar ein Tackle verbucht haben. Ja, ein Tackle. Neymar.

Item, jetzt aber fruchtig: Im zukünftigen Trainingszentrum von Poissy hat man schon mal auf 2.5 Hektaren über 2800 Birnenbäume gepflanzt. Trainieren kann man dort erst ab 2022, Birnen aber gibt es bereits und vergangenen Herbst konnte man immerhin 18 Tonnen davon ernten.

Die Birnen werden zu Saft verarbeitet und der Verkaufserlös wird einem Hilfswerk gespendet der dann wird seit ein paar Heimspielen im eigenen VIP-Bereich ausgeschenkt.

Stilvolles Stickhandling

Herr Winfried am Mittwoch den 4. Dezember 2019

Nur noch drei mal schlafen, dann beginnt endlich die WM in der Maladière.

Das denkt sich bestimmt der löbliche Raphaël Nuzzolo, während er sich mit Xamax gerade auf den Abstiegskampf vom Samstag gegen Lugano vorbereitet. Weil in sportlich schwierigen Zeiten Ablenkung gut tut, griff der frühere YB-Spieler neulich zum Unihockeystock. Fazit: Nuzzolos Stickhandling ist schlicht grossartig! Aber sehen Sie selbst.

 

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Die Unihockey-WM der Frauen in Neuenburg startet am kommenden Samstag und findet in der Halle direkt neben dem Stade de la Maladière statt. Wer sowohl das erste Gruppenspiel der Schweizerinnen als auch Xamax gegen Lugano sehen will, kriegt auf eines der Tickets 50% Rabatt. Und Nuzzolo? Der kriegt Gelb wegen Randsports.

Burmesischer Bus begeistert Berner

Herr Maldini am Dienstag den 26. November 2019

YB isch, was jede weiss, o in Myanmar d Nummer 1!

Obiger Bus fährt seine Fahrgäste in Yangon herum. Das ist gemäss eines Online-Lexikons die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Yangon-Division und mit rund 5,21 Millionen Einwohnern in der eigentlichen Stadt und beeindruckenden 6 Millionen Einwohnern in der Agglomeration die grösste Stadt und das industrielle Zentrum des Landes (Stand: 2013).

Mit Yangon United spielt ein Vertreter der Stadt in der höchsten Liga des Landes. Die Lions feierten 2011, 2012, 2013, 2015 und 2018 den Meistertitel. In der abgelaufenen Spielzeit erreichten sie den dritten Rang. Der herausragende Spieler der letzten Jahre war der Guineer Sekou Sylla. Gemäss Wikipedia ist er bekannt “for his tenaciousness, close ball control, dribbling ability, and speed”. Dies zu Ihrer Information.

Das Foto stammt von RL-A+++-Leser Herr Stuckinho. Als Dank erhielt er ein “Merci” direkt nach Yangon geschickt.

Tierische Trägodie

Briger am Montag den 11. November 2019

Heute lernen Sie Ivan Gazdek kennen.

Oben links: die Welt ist noch in Ordnung, oben rechts: Der letale Tritt.
Unten links: das Huhn fliegt, unten rechts: das Huhn fliegt immer noch. Foto via: @JurajVrdoljak

Der junge Mann spielt für das kroatische Team NK Jelengrad in der Sisak-Moslavina-County-Liga. Beim Spiel gegen Jasenovac wurde das Spielfeld zum wiederholten Male von ungebetenen Gästen heimgesucht – Hühnern von einem angrenzenden Bauernhof. Dies brachte Gazdek dermassen in Rage, dass er die Hühnern zu verscheuchen versuchte. Dabei trat er in Richtung der Hühner und traf ein rötliches Huhn dermassen unglücklich, dass das Ferdervieh den Ausflug auf das Spielfeld nicht überlebte. Gazdek entsorgte das tote Tier dann mit einem Wurf über die Spielfeldbegrenzung.

Der Schiedsrichter schickte ihn wegen unsprotlichen Verhaltens vorzeitig unter die Dusche. Gazdek gab nach dem Spiel geknickt zu Protokoll, dass die Hühner ständig aufs Feld rennen würden und ihre Hinterlassenschaften zu unhygienischen Zuständen führten. Er habe die Tiere wegjagen wollen und dann aus Versehen eins mit dem Fuss getroffen. Nach dem Spiel, dass sein Team trotz des Platzverweises mit 8:1 gewann, überreichte er der Besitzerin des verstorbenen Huhns einen Entschuldigungsbrief und kaufte ihr ein Neues.

Er sei, so Gazdek, überdies ein Tierfreund. Nach eigenen Angaben besitzt er einen Hund, zwei Katzen und einen Papagei – dieser ist allerdings vor kurzem verstorben.

Stinkender Stoff

Herr Maldini am Dienstag den 22. Oktober 2019

Der Esporte Clube Bahia spielt in einem neuen Outfit.

Und zwar in einem öligen. Der Grund: Seit Wochen verdreckt eine mysteriöse Ölpest die Traumstrände Brasiliens. Ölklumpen und sogar Ölteppiche mit mehreren Metern Durchmesser verschmutzen ganze Küstenabschnitte.

Mit dem Trikot protestiert der Esporte Clube Bahia gegen die Untätigkeit der Regierung. Die staatlichen Umweltbehörden leiden unter den ihr verordneten Sparmassnahmen, so dass bei der Aufklärung der halbstaatliche Konzern Petrobras in die Bresche springen muss. Dieser stellte fest, dass es sich bei sämtlichen Proben um dieselbe Ölsorte handelte, nämlich um solche mit “venezolanischer DNA”.

Weil es der sympathische brasilianische Präsident Jair Bolsonaro nicht so gut kann mit dem nicht minder entzückenden venezolanischen Regierungschef Nicolás Maduro, vermuten manche, dass Venezuela hinter der öligen Angelegenheit steckt.

Item. “Öliges Trikot?”, denken Sie jetzt sicher, “Kommt mir bekannt vor!”

Aber natürlich.

Kiss & Go

Herr Shearer am Donnerstag den 29. August 2019

Schiedsrichter sind Spielverderber.

Ein weiteres Opfer der pingeligen Besserwisser wurde am letzten Wochenende der Brasilianer Wanderson, der für den bulgarischen Klub Ludogorets Razgrad spielt. Gegen Slavia Sofia hatte er nach seinem Treffer zum 1:0 nur noch seine Freundin im Sinn. Wie romantisch! Dem Unparteiischen hingegen muss etwas nicht gepasst haben – er gab den Treffer nicht. Und während Wanderson also seine Geliebte küsste, ging das Spiel schon wieder in die andere Richtung weiter. Aber schauen Sie selbst!

Vielleicht hätte ein VAR helfen können. Wir jedenfalls können beim besten Gewissen kein Offside erkennen.

Gekonnter Koné

Herr Maldini am Dienstag den 23. Juli 2019

Etwas überraschend ist Malta in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation noch vertreten.

Was viele nicht wissen: Bevor heute Abend der Schweizer Ligakrösus FC Basel in den Europacup eingreift, haben andere Vereine ihre kontinentale Kampagne längst begonnen. Und teilweise bereits wieder beendet. Zum Beispiel Hajduk Split.

Feiernde Malteser. Bild: Times of Malta.

Das kam so: Split gewann das Hinspiel beim maltesischen Amateurclub Gzira United – dritter der Maltese Premier League in der abgelaufenen Saison – 2-0. Was konnte da noch schiefgehen? Im Rückspiel von letzter Woche gelang den Splittern nach 7 Minuten die Führung, die Sache war gegessen. Dann kam der Brasilianer Jefferson und erzielte mit einem Kopfball den Ausgleich (57′). Dann kam der einen nicht ganz austrainierten Eindruck hinterlassenden Hamed Koné, letzte Saison kurz bei Xamax engagiert (8 Spiele, 0 Tore, 0 Assists). Das 2:1 schoss er akrobatisch per Seitenfallzieher (69′), das 3:1 durch einen sehenswerten Schlenzer (96′). Jetzt war die Sache wirklich gegessen. Die nicht über jeden Zweifel erhabene Fankurve von Hajduk war über das Ausscheidens ihres Herzensclubs mässig begeistert, es kam zu Ausschreitungen.

Aber schauen Sie am besten selbst: Hier die Highlights kurz und kompakt, falls Sie lesen können hier die schöne Tagesspiegel-Reportage.

Junger Torwart

Briger am Montag den 22. Juli 2019

Heute lernen Sie Bheem Goyal kennen.

Bild via Kiro-TV

Der achtjährige Junge ist letzten August an Leukämie erkrankt und brachte bei der “Make-A-Wish foundation” den Wunsch ein, einmal für seinen Lieblingsclub, die Seattle Sounders, im Tor zu stehen. Letzte Woche beim Testspiel gegen Borussia Dortmund ging dieser Traum nun in Erfüllung. Bheem Goyal konnte dabei eine weisse Weste wahren, der Schuss von Paco Alcácer bereitete ihm keine Mühe, wie Sie hier sehen können:

Sein Stellvertreter, Bryan Meredith, erledigte seinen Job dann nicht ganz so gut und Seattle musste sich mit 1:3 geschlagen geben.

Am Tag zuvor durfte der Junge bereits einen Vertrag bei den Sounders unterschreiben – natürlich nach bestandenem Test. Bei diesem Test für die U9 erzielte er drei Tore. Danach hiess es natürlich Profi-Alltag: Training mit der Mannschaft, insbesondere mit seinem Vorbild, dem Schweizer Torwart Stefan Frei, Besuch der Kabine und Essen mit der Mannschaft.

Bild via @SoundersFC

So waren am Ende alle glücklich und die Sounders konnten ihre Twitter-Bio aufpolieren.

Screenshot @SoundersFC

Aufsehenerregende Aufholjagd

Briger am Montag den 24. Juni 2019

Gestern fand in der K-League das Spiel zwischen dem Gangwon FC und den Pohang Steelers statt.

Das Heimteam, 2008 von der Regierung der Provinz Gangwon gegründet, in derselben Provinz liegt übrigens auch der Austragungsort der letzten olympischen Winterspiele, lag vor dem gestrigen 17. Spieltag mit 21 Punkten einen Punkt vor den Gästen aus dem Südosten des Landes. Die Gäste führten zur Pause dank eines Doppelschlags von Wanderson Carvalho de Oliveira (18′ und 39′) mit 2:0. Kim Byungo-soo, Gangwons Trainer, versuchte in der Pause natürlich sein Bestes, aber er vermochte offenbar nicht die richtigen Worte zu finden. Lee Seok-hyun in der 54. und Wanderson mit seinem dritten Treffer in der 57. Minute stellten eine knappe halbe Stunde vor Schluss auf 4:0 für die Gäste. Bei diesem 4:0 blieb es bis zur 70. Minute, dann gelang Jae-Wan Cho immerhin der Anschlusstreffer zum 1:4. Was danach geschah?

Screenshot kicker.de

Leider verfolgten nur knapp 2’500 Zuschauerinnen und Zuschauer das Spiel, Gangwon hat mit etwas über 2’000 Zuschauern den tiefsten Schnitt der Liga. Die Gäste aus Pohang spielen jeweils vor knapp 10’000 Zuschauerinnen und Zuschauern, Zuschauerkrösus Seoul vor 17’000.

Die Pohang Steelers schaffen es mit der Niederlage ein weiteres Mal in die Fussballgeschichtsbücher einzugehen. In der Premierensaison der K-League, 1986, konnte der 1973 gegründete Verein nämlich Meister werden. Das an sich reicht zwar schon, um in die Geschichte einzugehen, die Steelers schafften das aber mit mehr Niederlagen als Siegen und einem negativen Torverhältnis. Dazu ist aber festzuhalten, dass nur sechs Mannschaften teilnahmen. Es wurden daher zwei Serien gespielt. Da die Steelers, damals noch POSCO Atoms, die erste Serie gewannen, waren sie bereits für das Finale qualifiziert, dass sie dann gegen den Sieger der zweiten Runde, Lucky-Goldstar Hwangso gewannen. Und Sie dachten bislang nur Belgier kommen auf so Ideen. 2013 gewannen die Steelers als erste Mannschaft das koreanische Double.