Archiv für die Kategorie ‘Randregionen’

Prima Panenka

Val der Ama am Dienstag den 22. August 2017

Penalty in der Nachspielzeit bei einem 1:2-Rückstand. Das ist die Chance für George Calintaru.

Eben war das Lokalderby Juventus Bukarest gegen Steaua und in der 95. Minute durfte Calintaru als Vertreter der Heimmannschaft zum Duell gegen Goalie Florin Nita antreten.

Volles Pfund unter die Latte? Nach links gucken, rechts einnetzen? Umgekehrt? Oder mit einem Tänzchen, wie damals der Simone Zaza an der Euro gegen Neuer? Ein freches Zuspiel, wie damals der Johan Cruyff oder später Messi und Suarez? Nein, der 28-Jährige wählt die Variante Panenka, schauen Sie nur:

Reizvolles Rätsel

Herr Maldini am Sonntag den 13. August 2017

BREAKING NEWS: Die Young Boys treffen in der nachsten Cup-Runde auf die Old Boys

Das Runde Leder will doch nur spielen.

Genau, und zwar GeoGuessr. Das ist ein sogenanntes Computerspiel, das Sie in ihrem Browser spielen. Dort erhalten Sie einen beliebigen Ausschnitt aus Google Street View angezeigt und müssen anschliessend auf einer Karte ihren Standort bestimmen. Selbstverständlich kommt für uns nur die Kategorie “European Stadiums” in Frage.

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In dieser Kategorie werden Sie in oder vor einem Stadion ausgesetzt und müssen anschliessend herausfinden, wo in Europa Sie sich befinden. Im Beispiel oben ist das eher einfach. Es geht aber auch etwas anspruchsvoller:

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Wenn Sie jetzt noch Bordeaux nicht mit Lyon verwechseln, ergibt das eine feine Punktzahl:

 

Kiew kann kommen

Rrr am Freitag den 14. Juli 2017

Die Würfel sind gefallen.

YB trifft in der Qualifikation für die Champions League auf Dynamo Kiew. Das wurde heute mittag in Nyon ausgekugelt.

“Kiew, ausgerechnet Kiew!” rief Herr Rrr spontan aus. “Es gab fünf Möglichkeiten, es hätte ebensogut Ajax, Brügge, Pilsen oder Moskau werden können, aber dann wird uns ausgerechnet Kiew zugelost. Das ist eine Geschichte, wie sie nur der Fussball schreiben kann!”

Herr Rrr hat auch die Chancen für ein Weiterkommen ausgerechnet. “Sie liegen bei 4,9 Prozent. Sorry, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir gegen ein ukrainisches Team auch nur den Hauch einer Chance haben.”

Setzen sich die Young Boys trotzdem durch, haben sie die Europa League auf sicher und dürfen überdies die Playoffs zur Champions League spielen. Andernfalls führt der Weg in die EL-Playoffs. Nun wünschen wir Ihnen viel Spass bei der Planung Ihrer Reise ins schöne Kiew. Zur mentalen Vorbereitung empfehlen wir Ihnen ein Buch.

Zielgruppenspezifische Kontexte

Rrr am Mittwoch den 12. Juli 2017

SCHNAPSCHAT ab 20.00 Uhr: Stoke City – Young Boys (live auf TV24)

Wir unterbrechen unser Programm kurz für eine sachdienliche Mitteilung.

Richtig, es werden vier Minuten nachgespielt.

Das Bild geistert gerade durch die sozialen Medien, es ist allerdings nicht ganz neu. Mit dieser Anzeigetafel in Thailand machte der Sponsor Durex 2011 darauf aufmerksam, dass seine “Performa”-Kondome mit einem besonderen Gleitmittel versehen sind, das Männer dabei unterstützt, ihren Höhepunkt hinauszuzögern. Um auf diesen Zeitvorteil in einem zielgruppenspezifischen Kontext aufmerksam zu machen, wurde bei Fußballspielen die Anzeigetafel für die Nachspielzeit als Werbefläche genutzt. 

Bevor Sie nun finden, der Profi-Fussball gehe definitiv vor die Hunde: Kondom-Werbung ist nichts Neues. Der damalige Bundesligist FC Homburg setzte in den 80er-Jahren gerichtlich durch, dass er auf den Trikots für “London”-Pariser werben durfte. Film ab.

Miese Magie

Herr Shearer am Donnerstag den 29. Juni 2017

Wir verstehen zwar kein portugiesisch. Aber wenn diese Geschichte stimmt, ist das starker Tubak.

Benfica Lissabon ist derzeit ja bekanntlich in Untersuchungen wegen Verdachts auf Spielmanipulationen verwickelt. Ausserdem soll der Traditionsklub das Mobiltelefon von Fernando Gomes, dem Präsidenten des portugiesischen Fussballverbandes, angezapft haben. Das behauptet zumindest Francisco Marques, welcher Kommunikationschef beim grossen sportlichen Konkurrenten Porto ist und der auch einen Mailwechsel zwischen Benficas Pedro Guerra und dem früheren Chef der Liga, Carlos Deus Pereira gesehen haben will, in dem SMS von Gomes zitiert werden. Das ist schon ziemlich skandalös, und jetzt wird es auch noch einigermassen okkult: es sollen nämlich auch Mails von Guerra an einen Herrn Doktor Nhaga aufgetaucht sein. Darin soll Guerra mit ausdrücklicher Unterstützung von Benfica-Präsident Luis Filippe Vieira diesen Armando Nhaga, einen Beamten der nationalen Polizei-Kommission in Guinea-Bissau, um Unterstützung besonderer Art gebeten haben.

Armando Nhaga kennt sich offenbar mit so Hexerei aus und sollte gegen entsprechende Entlöhnung den Ausgang einiger wegweisender Spiele für die “Adler” günstig beeinflussen. Eine ganze Wunschliste soll Guerra vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Borussia Dortmund übermittelt haben, denn Benfica hatte ja auch noch in anderen Wettbewerben einige Eisen im Feuer. Konkret wurden dem Magier aus Guinea folgende Erfolgsprämien versprochen:

  • Sieg im Super-Cup: 5’000 €
  • Sieg in der Meisterschaft: 100’000 €
  • Sieg in jedem Gruppenspiel der Champions League: 10’000 €
  • Sieg in jedem Champions League-Spiel: 30’000 €
  • Sieg in jedem Spiel des Portugiesischen Cups oder Liga-Cups: 1’000 €
  • Sieg im Final des Cups oder Liga-Cups: 5’000 €.

Der Erfolg des faulen Zaubers war bescheiden. Benfica kriegte von Dortmund gleich mit 4:0 aufs Dach und schied aus der Königsklasse aus. Der dubiose Doktor verteidigte sich: der Auftrag habe ihn zeitlich zu knapp erreicht, er habe sich nicht mehr seriös vorbereiten können. Immerhin, für die Meisterschaft und den Cupsieg hat es dann doch noch gereicht.

Solche Praktiken sollten uns allerdings zu denken geben. Und aber auch die Geringschätzung der nationalen Cup-Wettbewerbe.

Sotchipause

Val der Ama am Dienstag den 27. Juni 2017

Der FC Sotchi kommt im nächsten Jahr wieder.

Übermorgen ist noch Deutschland – Mexiko, dann ist bis zur Fussballweltmeisterschaft 2018 fertig Fussball in Sotchi. Der lokale Verein setzt drum eine Saison aus.

Grund dafür sind weder obskure Oligarchen, noch intrigante Investoren. Es sei wegen Fehlern im Management und in der Zusammensetzung der Mannschaft, lesen wir seit diesem Wochenende auf der Website des Klubs.

“Wir wollen jetzt die Strategie für den Verein überarbeiten”, steht dort auch. Auflösen werde sich der Verein aber auf keinen Fall, weil in der Saison 2018/2019 wolle der Verein wieder mit neuen Spielern antreten.

Fussballkultur im wilden Osten

Briger am Dienstag den 13. Juni 2017

Unter der Mitorganisation des fantastischen rubensch soll der Ostschweiz Fussballkultur näher gebracht werden.

Schön war’s letzte Woche im Kino Rex. Das 2. Match Cut Fesival ging über die Bühne und lockte zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer an.
Im wilden Osten, genauer in St. Gallen, sollen vom 30.8.-2.9.2017 zum bereits dritten Mal die Fussballlichtspiele stattfinden. Das Festival soll auf vier Tage ausgedehnt werden und dazu brauchen die Macher, die alle ehrenamtlich arbeiten, Geld. Sie können da behilflich sein, in dem Sie per Crowdfunding das Ganze unterstützen. Wenn Sie das tun, dann können Sie, je nach gespendetem Betrag mehr oder weniger tolle Mercis erhalten. Für 20 Franken gibt es z.B. einen Fussballlichtspiele Bag, für 100 Franken einen Festivalpass inkl. Mitgliedschaft und ein Ticket für ein Heimspiel des SC Brühl oder, für 1’500 Franken, das exklusivste Merci: eine persönliche Einladung ans Festival inklusive vier Übernachtungen im Doppelzimmer in der Militärkantine, einer Stadtführung und natürlich Festivalpässen für Sie und Ihre Begleitung. Sie können den Betrag aber auch einfach frei wählen und auf ein Merci verzichten. Für die Finanzierung der fehlenden 26% bleiben noch 40 Tage. Erste Hinweise zum Programm gibt’s hier.
Wir von der Redaktion des Runden Leders finden das eine prima Sache und sind mit 1898:0 Stimmen der Meinung, dass Sie Ihren Beitrag an dieses tolle Festival leisten sollten.

Unsre Droge – SWB

Val der Ama am Dienstag den 13. Juni 2017

Ein Lebenszeichen von unserem ex-Chef: Herr Rrr meldet sich aus Bregenz.

“Liebe Lederne daheim an den Personalcomputern und mobilen Empfangsgeräten, seit meiner Suspendierung als Redaktionsleiter sind fast sechs Wochen vergangen, und ich muss sagen: Ich vermisse nichts. Gar nichts. Schon gar nicht dieses ewige Fussigelaber. Und noch weniger der ständige Zwang zur Berichterstattung. Ich bin jetzt frei! Ich kann mich endlich auch anderen Themen zuwenden, das geniesse ich sehr. 

Übers Wochenende war ich in Bregenz. Mal schauen, was sich beim SWB so tut. Schwarz-Weiss Bregenz, Vorarlberger Liga, vierthöchste Spielklasse in Österreich. Zu Gast war der FC Wolfurt, es ging um nichts, Siebter gegen Elfter in der zweitletzten Runde der Saison. 

So viel vom Optischen her. Und nun noch zu den sachdienlichen Hinweisen … 

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Aussenseitersieg im Aufstiegsspiel in der Ambassadorenstadt

Briger am Sonntag den 4. Juni 2017

Ende Mai, anfangs Juni ist die schönste Zeit im 1. Liga Fussball der Schweiz, denn es gilt ernst. Es geht um die letzten zwei Plätze in der Promotion League, um die insgesamt acht Mannschaften kämpfen.

Dieses Jahr sind dies der FC Solothurn, Yverdon Sport, Lancy, Luzern II, Münsingen, Gossau, AC Bellinzona und Stade-Lausanne Ouchy. Im Sinne des Runden-Leder-Mottos „Support your local 1. Liga Club“ fuhr ich am letzten Mittwoch in Begleitung von Vertretern von Radio Gelb Schwarz ins schöne Solothurn, zum Besuch bei A+++-Leser spitzgagus Lieblingsverein. Der Aussenseiter aus der Ambassadorenstadt traf auf den meistgenannten Aufstiegsfavoriten, den ehemaligen Super Leaguisten Yverdon Sport, welcher die 1. Liga Gruppe 1 souverän mit nur zwei Niederlagen abschloss und mit Matt Moussilou, Adriano De Pierro und Mehdi Challandes immerhin drei ehemalige Super League-Profis im Kader hat und mehrere Spieler mit Challange League-Erfahrung in seinen Reihen weiss. Aber auch der FC Solothurn hat mir Raphael Koch (Ex-FCZ), Loic Chatton (Ex-Sion und Xamax) zwei ehemalige Super League-Profis und mit Garra Démbéle sogar einen weitgereisten ehemaligen Bundesliga- und Ligue 1-Spieler im Kader. Bekannteste Figur ist aber klar der Trainer, Bidu Zaugg, der nächste Saison Sportchef sein wird.

Zum Einsatz vor beachtlichen 850 Zuschauerinnen und Zuschauern kamen von den genannten Spielern von Beginn weg nur Mehdi Challandes, Raphael Koch und Loic Chatton. Das Matt Moussilou erst im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, zeigt, dass YS das Spiel wohl etwas auf die leichte Schulter nahm. Nach einem starken Beginn der Waadtländer, der Solothurner Keeper musste mehrmals eingreifen, ging das Heimteam unter dem Jubel von 830 der 850 Anwesenden in der 16. Minute in Führung. Der Faden im Spiel der Gäste riss etwas. Nach der Pause legten die Waadtländer wieder los wie die Feuerwehr, erneut konnte aber der FC Solothurn jubeln, bei einem der schnellen Vorstösse, die im Laufe der Partie seltener werden sollten, erzielte das Heimteam das 2:0. Was ausgiebig vor den 60-70 Ultras „Pazzo Sinistra“ gefeiert wurde. In der Folge war Yverdon gefordert und nach der Einwechslung von Matt Moussilou wurde das Team vom Neuenburgersee wieder gefährlicher. Den schöneren Fussball zeigten an diesem Abend eindeutig die Gäste. Doch mit dem Torerfolg sollte es nicht klappen, ein Weitschuss klatschte an die Latte, ein Schuss von Moussilou wurde vom Pfosten aufgehalten. Der FC Solothurn führte auch nach 90 Minuten noch völlig überraschend mit 2:0, als der vierte Offizielle fünf Minuten Nachspielzeit anzeigte. Dies sorgte sowohl bei Bidu Zaugg, als auch bei Yverdons Nummer 11, Gilberto Reis, der sich während dem ganzen Spiel in einer Privatfehde mit allem, was ihm zu nahe kam, für Emotionen. Was dem einen zu viel erschien, war dem anderen zu wenig. Es kam wie es kommen musste, in der 95 Minute foulte Koch am eigenen Strafraum und Yverdon kam zu einem letzten Freistoss. Yverdons Bia stieg im Strafraum am höchsten und köpfte zum 1:2 ein. Die Sieger fühlten sich plötzlich wie Verlierer und Yverdon feierte den späten Treffer im Wissen, das im Rückspiel daheim bereits ein 1:0 zur Qualifikation für die Finalspiele gegen den Sieger der Partei Münsingen/Gossau reichen würde. Es wurde dann gestern ein 3:1 und damit gibt’s ein Treffen von Yverdon mit Gossau.

Geniessen Sie nun einige Bilder aus dem Stadion Solothurn.

Eintrittspreis: 11 Franken für Vollzahler, 7 für Studenten/AHV/IV. Tribüne kostet 11 Franken extra, wobei auch auf der Gegengerade auf den alten Sitzen der Maladière prima Sitzgelegenheiten vorherrschen. Zu trinken gibt’s Feldschlösschen für 4.50 Fr. oder Braufrisch für 5 Fr. Eine Wurst kostet 7 Franken und ein Burger 8.50 Fr. In der Buvette gibt es nach Aussage von Herrn spitzgagu noch weitere Biere zur Auswahl.

Das Ticket (II)

Herr Shearer am Donnerstag den 1. Juni 2017

In unserer losen Serie waren wir neulich in Schaffhausen. Heute gehen wir ein kleines bisschen weiter in den Osten.

Und zwar nach Chabarowsk im fernen Osten Sibirens, unweit der chinesischen Grenze am Amur gelegen. Um die dort ansässige Mannschaft ging es ja bereits einmal diese Woche. SKA Energija Chabarowsk ist der neue Schreck aller russischen Erstliga-Mannschaften, denn die Reisedauer in den fernen Osten ist halt eben selbst mit dem Flugzeug kein Klacks.

Der für Osteuropa zuständige Redaktor dieses Fachblogs war bereits vor fast zehn Jahren mal bei einem Spiel im Lenin-Stadion. Die unter der Verwaltung der Armee stehende Mannschaft spielte in der zweithöchsten Liga. Der Gegner an diesem Samstag hiess Nosta Novotroitsk, kam aus der Region Orenburg im Südwesten und hatte somit auch eine sehr lange Anreise hinter sich. Das störte die Gäste aber überhaupt nicht, sie dominierten die einheimische Mannschaft – sofern ich mich richtig erinnere – über die ganzen 90 Minuten und gewannen mit 3:0. Was in Erinnerung blieb, war das ausgiebige Verpflegungsangebot vor dem Stadion (inklusive sehr herzlicher Bewirtung durch eine “Babuschka” an ihrem Schaschlik-Stand) und vor allem die beissende Kälte Sibiriens, die sich nach Sonnenuntergang ins Stadion schlich. Zur Halbzeitpause hatte ich Durst und Lust auf ein Bier; nach dem Aufstehen fuhr mir der Frost dermassen in die Knochen, dass ich einfach nur noch eine Tasse heissen Tees begehrte. 

SKA Energija beendete die Saison dann auf dem 12. Platz, zwei Plätze und nur einen Punkt hinter einem gewissen Anzhi aus Machatschkala…

Die Anreise nach Chabarowsk erfolgt idealerweise mit der Bahn. Von dort sind es übrigens nur noch schlappe 700 Kilometer weiter bis ans Ende der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok. Damals, 2007, spielte dort mit Lutsch-Energija ebenfalls ein Team in der Premier Liga.

So, jetzt können Sie ja hoffen, dass SKA Energjia es nächstes Jahr in die Europa League schafft, denn so eine Auswärtsfahrt mit den berühmten Berner Young Boys wäre doch eine gute Gelegenheit, die hübsche Stadt am Amur kennenzulernen!

Walliser Weltwunder

Val der Ama am Mittwoch den 24. Mai 2017

Kurz vor dem Cupfinal: Aufregung um das Walliser Wappen!

Der Basler Familienvater Urs V. wanderte neulich mit seinem Sohn auf der Südrampe (unser Bild) und erzählte dem Jüngling, was es mit dem Walliser Wappen auf sich hat: “13 Sterne für 13 Bezirke. Und für 13 Cupsiege, sagen die Einheimischen. Vorletztes Jahr wurde die Serie komplett. Deshalb verlieren sie ja dieses Jahr gegen uns”, fügte er schmunzelnd hinzu. 

Der Sohnemann stockte und zeigte auf das Kennzeichen eines am Strassenrand parkiertem Autos. “Papa, das sind aber doch 14 Sterne.”

Der irritierte Urs V. ging der Sache nach. Er klapperte den ganzen Kanton ab – und tatsächlich: Überall haben die Wappen plötzlich 14 Sterne. Manipulation? Betrug? Ein Skandal?

Foto Larssohn MediaDer Walliser Staatsarchivar Hansrüedi Zenhäusern winkt ab. “Alles Humbug. Wir hatten schon immer 14 Sterne. Sie stehen für die 14 Walliser Weltwunder (Raclette, Fendant, Cholera, Matterhorn, das Sepp-Blatter-Turnier in Ulrichen, das Knie von Pirmin Zurbriggen, die Randenwurst, das Lötschental, das Barttragen an Weihnachten, die Ortsplanung von Crans-Montana, das 9-Uhr-Weissweinapero, die CVP, der aussereheliche Geschlechtsverkehr und das alljährliche Bartgeierschiessen).”

Alle Wappen mit nur 13 Sternen seien plumpe Fälschungen, betont der Staatsarchivar. Dass  jeder Stern für einen Bezirk stehe, sei eine blosse Legende, die sich erstaunlich hartnäckig halte. 

Sion-Präsident Christian Constantin reagierte erfreut: “Ich habe schon immer gesagt: 14 Sterne, 14 Cupsiege! Und deshalb machen wir am Donnerstag das Wappen voll, mit dem Sieg über les bâlois. Allez Sion!”

Tolles Terrain

Herr Maldini am Freitag den 5. Mai 2017

Ältere Leserinnen und Leser erinnern sich: Früher war auf der Gurzelen Fussball gespielt worden.

Das ist lange her: Im Sommer 2015 zog der lokale FC Biel-Bienne in sein neues Stadion um. Der Schweizer Meister von 1947 trägt seine Heimspiele seither in der Tissot Arena aus, nach dem Konkurs im letzten Sommer tut er dies in der 2. Liga regional (er liegt aktuell auf Platz 1 mit 10 Punkten Vorsprung).

“Seit dem Auszug des FC Biel-Bienne wird die 1913 fertiggestellte Gurzelen sicher nicht mehr benutzt”, werden Sie jetzt denken. Das stimmt so nicht ganz. Das Runde Leder scheute weder Auwand noch war es sich zu schade, um eigenhändig nach Biel zu reisen und sich ein Bild des Zwischennutzungsprojekts zu machen.

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