Archiv für die Kategorie ‘Kunst und Kultur’

Schönes Schaffen

Herr Maldini am Dienstag den 24. März 2020

Herzlich willkommen zur zweiten Kunstmatinée an einem Dienstagmorgen in Serie.

Illustrator Arley Byrne aus Halifax (Grafschaft West Yorkshire) macht Kunst, wo es drin um Fussball geht. Dabei lässt er sich durchaus auch vom Tagesgeschehen beeinflussen, wie die ersten beiden Bilder zeigen:

  • Gutes Vorbild: Michael Owen.

  • Er auch: Héctor Bellerín.

  • Fergie in ungewohnter Aufmachung.

  • Cantona in bekannter Manier.

Alex Ferguson im City-Shirt ging viral, Cantona im Apéro ist Byrnes liebstes Werk.

Der Künstler verschliesst seine Augen vor der Realität nicht. Aktuell dürfte es vielen Fussballerinnen und Fussballern, aber auch der Leserschaft des Runden Leders, wie folgt gehen:

Sie möchten ein Bild von Alex Byrne käuflich erwerben? Das können Sie hier tun.

Bildquellen: instagram.com/_yelradoodles und cultkits.com.

Zeitlose Zeichnungen

Herr Maldini am Dienstag den 17. März 2020

Willkommen zur Kunstmatinée im Runden Leder.

Der brasilianische Künstler mit dem Namen Wedscley Melo malt Szenen der Fussballgeschichte nach, an die wir uns alle erinnern. Zum Beispiel diese da:

Melo hat ein Faible für seine Heimat, widmet sich aber durchaus auch dem Fussball ausserhalb Brasiliens. Er verfasste Werke zur spanischen Liga, zur Champions League oder zu Weltmeisterschaften. Erkennen Sie auch diese Partien?

Bestellen können Sie hier: Faz Meu Gol.

Wunderlicher Wandel

Herr Maldini am Samstag den 23. November 2019

Rundes-Leder-Kultur-Samstag!

Im November kürte das Landesradio die Musikhoffnung Naomi Lareine zu seinem Best Talent. Die Sängerin hat Wurzeln in Senegal, Mauretanien und der Schweiz und der Rapper Stress ist ein Freund (“Seelenverwandtschaft”!) von ihr.

Naomi Lareine klingt so:

Bild: drs3.ch

Was das alles mit Fussball zu tun hat? Als Kind widmete sich Naomi Lareine dem Sport. Zuerst spielte sie Eishockey, später Fussball. Sie lief für die Züricher Grasshoppers auf und die U-19-Auswahl der Schweizer Nationalmannschaft und bestritt eine EM-Qualifikation. Währenddessen entdeckte sie ihr musikalisches Talent, für das sie sich schliesslich entschied.

Bei den Redaktoren des Runden Leders war es übrigens genau umgekehrt (Herr JimBobIII ausgenommen). Sie waren eher erfolglos in der Musik, verdienten sich danach grosse Meriten im Fussball und tun dies teilweise bis heute.

Mauris Magie

Herr Winfried am Montag den 18. November 2019

Der neue Lugano-Trainer hat sich in einem wahrhaften Heldenepos verewigen lassen.

Maurizio Jacobacci ist ein mutiger Mann. Nach seinem Engagement bei Monsieur Constantin im Wallis traut er sich auch noch zu Signore Renzetti ins Tessin. Der Erfolgsdruck in Lugano ist fast so gross wie in Sitten. Jacobaccis Beratungsagentur Front Group hat deshalb, um ihrem Klienten den Rücken zu stärken, einen Imagefilm über “Mauri” produziert.

Der Auftakt ist furios. Begleitet von heroischer Musik ist Herr Jacobacci zu sehen, wie er sich wild gestikulierend an den Rändern der Coaching Zonen bewegt. Ein leidenschaftlicher Coach eben. Einmal wird er von seiner Mannschaft auf Händen getragen. Ein beliebter Trainer eben.

In der Folge äussern sich Weggefährten zu ihren Erfahrungen mit Jacobacci. Neben den Cedrola-Brüdern, Mitinhaber der Front Group GmbH, sind es alles ehemalige Spieler des FC Schaffhausen. Patrick Rossini, Gianluca Frontino, André Luis Neitzke, Igor Djuric. In Schaffhausen feierte der Berner seine grössten Erfolge als Trainer, er stieg zweimal auf und blieb über vier Jahre. Während diese Männer reden, macht Jacobacci eifrig Notizen im mittelmässig gefüllten St. Jakob-Park. Bringt er sich damit beim FCB ins Gespräch? Und was wohl Herr Constantin über Herrn Jacobacci sagen würde?

Die letzten fast vier Minuten schliesslich sind Jacobaccis erstem und bisher einzigen Sieg als Lugano-Trainer gewidmet. Übrigens: Das Stück heisst “The Next Level”, und natürlich wollen wir es Ihnen nicht vorenthalten. Film ab!

Nicht zu vergessen ist Jacobaccis Vergangenheit als YB-Spieler. Nach seiner Juniorenzeit bei Bethlehem und Bümpliz trug er von 1978-1983 Gelb-Schwarz. Vielleicht beerbt er ja dereinst Gerry Seoane als Trainer der Young Boys. Das wäre dann “next level”.

Und um ihn zu würdigen, hier noch ein Bild des Filmregisseurs, Mikail Oezkilic.

Bild: Front Group GmbH

 

 

45 Umdrehungen in der Halbzeit

Herr Shearer am Donnerstag den 14. November 2019

Zücken Sie die Agenda, es folgt ein Pflichttermin!

Pascal Claude und seine legendäre Schallplattensamlung, wo es darin bekanntlich um Fussball geht, brauchen wir Ihnen ja nicht mehr vorzustellen. Seinen kürzlich erschienenen Bildband haben wir Ihnen vor wenigen Wochen bereits schmackhaft gemacht und hoffentlich hat der fette Schmöcker bereits einen Ehrenplatz in Ihrer Wohnwand.

Herr Claude kommt am Mittwoch, 20.11.2019 in die Halbzeit und stellt sein Buch vor. Herr Claude wird auch einen Plattenspieler im Gepäck haben und so wie wir ihn kennen, wird er nicht davor zurückschrecken, diesen auch einzusetzen. Ab 18:30 gibt es Würste vom Grill und Bier aus dem Kühlschrank, die Lesung beginnt dann um 20:00 Uhr. Erscheinen Sie zahlreich!

Falls Sie jetzt gerade spontan exzessiv Fussballsongs anhören wollen – kein Problem!

Barrierefrei bolzen

Herr Winfried am Mittwoch den 6. November 2019

Fussball ist zwar ein einfaches Spiel, aber nicht für alle erschwinglich.

Ein iPhone 11 unter den Stutzen? Wer das nötige Kleingeld dafür hat, sollte dies durchaus als Scheinbeinschonervariante in Betracht ziehen. Das berichtet der Komiker Renato Kaiser. Aber sehen Sie selbst!

Renato Kaiser hat übrigens kürzlich den Salzburger Stier, einen bedeutenden Kleinkunstpreis (der nichts mit dem sonderbar schmeckenden Dosengetränk zu tun hat), gewonnen.

Aber die Essenz der Geschichte ist natürlich: Nicht alle Menschen und vor allem nicht alle Kinder können es sich leisten, Fussball zu spielen. Auch der berühmte BSC Young Boys hat zu dem Thema einen Beitrag publiziert.

Fussball in Nicht-Fussball-Büchern

Briger am Montag den 21. Oktober 2019

Foto aus dem Archiv des 1. FC Union Berlin via: http://www.stadion-an-der-alten-foersterei.de/geschichte>

“Ich wollte sagen, dass ich mal in Jičín gewesen war, damals noch, mit meinen Eltern, doch es ging nicht, Winterberg war nicht zu bremsen.

‘In der Gitschiner Straβe in Berlin lebte ein guter Freund von mir, mein bester Berliner Freund, auch ein Straβenbahnfahrer, er spielte vor dem Krieg Fuβball in Oberschöneweide. Sie wissen natürlich nicht, da Sie nicht historisch durchschauen, dass das Stadion lange Sadowa hieβ, ja ja genau, nach Sadowa hier in Böhmen, wo wir gleich aussteigen müssen, ja ja, genau, benannt nach dem glorreichen preuβischen Sieg und der glorreichen österreichischen Niederlage. Doch der Sieg wurde auch für Preuβen später zu einer unheldenhaften Niederlage, so wie alle Siege in der Geschichte, ja ja, wie oft lieβ ich mich dort von einem erbärmlichen Fuβballspiel quälen, Fuβball hat mich eigentlich nie interessiert, ja ja, nur wegen Sadowa, nur wegen Königgrätz bin ich dorthin gegangen. Keinen anderen interessiert es, aber ich weiβ es, alles hängt mit Königgrätz zusammen, ja ja, unsere ganze Katastrophe fängt bei Königgrätz an, ich weiβ, was Sie sagen möchten, lieber Herr Kraus, verrückt, alles verrückt. Sie haben recht, es ist verrückt’, erzählte Winterberg weiter und schaute mich die ganze Zeit nicht an.”

(aus: Jaroslav Rudiš “Winterbergs letzte Reise”, Luchterhand 2019)

Übrigens: Auch in Königgrätz gibt es einen Fussballclub.

Flotte Fussballsprüche

Val der Ama am Freitag den 18. Oktober 2019

Das hätten wir jetzt beinahe vergessen!

Seit 2006 vergibt die Deutsche Akademie für Fussballkultur jedes Jahr den Preis für den besten “Fußballspruch des Jahres” und seit drei Tagen sind die Finalisten bekannt. Wir zitieren:

Leon Goretzka: “Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität mit Schalke, Dortmund oder Bochum.”
(nach den rassistischen Äußerungen einiger Fans beim Spiel der deutschen Mannschaft gegen Serbien in Wolfsburg.)

Horst Hrubesch: “Alle fragen immer, was der Unterschied zwischen den Mädels und den Jungs ist: Es gibt keinen.”
(mit Blick auf seine Tätigkeiten als Nationaltrainer bei Frauen und Männern.)

Jan Löhmannsröben: “Wenn das ein Schiri ist – weiß ich nicht, Digger – soll der Cornflakes zählen gehen.”

(Der damalige Spieler des 1. FC Kaiserslautern beklagt sich über ein nicht gegebenes Foulspiel, in dessen Folge ein Elfmeter für den FSV Zwickau gepfiffen wurde und es so zum späten Ausgleich kam. Er erhielt für diese und weitere Aussagen eine Geldbuße des DFB.)

Imke Wübbenhorst: “Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf.”

(die erste Trainerin einer Oberligamannschaft der Männer auf die Frage, ob sie eine Sirene auf dem Kopf tragen werde, damit ihre Spieler schnell noch eine Hose anziehen könnten, bevor sie in die Kabine komme.)

Die Entscheidung fällt an einem Galabend am 25. Oktober 2019 und dortigenselbst wird übrigens Pierluigi Collina mit dem Walther-Bensemann-Preis ausgezeichnet. Weitere Infos finden Sie hier und – auch wieder beinahe vergessen – hier noch der achtplatzierte der diesjährigen Kompetition:

Renato Steffen: “Das kann schon einen Schub geben. Aber ich kann ja jetzt nicht jede Woche ein Kind bekommen. Ich muss probieren, das irgendwie anders zu kompensieren.”
(nach seinem ersten Bundesliga-Tor, auf die Frage, ob die Geburt seines Sohnes seine Leistung beeinflusst habe).

Prächtige Platten

Herr Shearer am Donnerstag den 12. September 2019

Fussball und Musik – eine Traumkombination!

Bild: Twitter / @45FootballCom

Werfen Sie einen Blick nach draussen, dann sehen Sie: Weihnachten kommt bald! Zeit also, an die Geschenke zu denken. Aber halt! Dieses Jahr gibt es nur ein Präsent, welches Sie geneigten befreundeten Fussballfans mit gutem Gewissen unter den Baum legen können: Pascal Claudes wunderbaren Katalog seiner Sammelleidenschaft – Schallplatten, auf denen es um Fussball geht.

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Schaurigschönes Schaulaufen

Herr Maldini am Mittwoch den 10. Juli 2019

YB gestaltet seinen Auftakt am Uhrencup erfolgreich: 5-1 gegen Eintracht Frankfurt.

Es ist der Fussballschweizermeister,
der gegen die Frankfurter Eintracht früh und ohne Müh
in Minute sechs die Fans erstmals begeistert,
und zwar ist es Hoaraus Gui.

Er trifft nach Prellball einer Art
vor den Augen von Göttergelson,
Die Neuen Zesiger, Sierro und Bürgy spielen in der Start-
aufstellung am Fusse der Jurafelsen.

Biel ist schön und auch das Wetter,
mit warmem Applaus begrüsst wurde Adi Hütter.
Er sieht wie noch vor der Pause Moumi
einen Abpraller versenkt wie einst Rooney.

Das Offsidetor von Nsame wird dann aberkannt,
das Publikum reagiert wutentbrannt.
Ok das ist eine Lüge eine glatte,
aber Bürgy traf vorher wirklich noch die Latte.

In Halbzeit zwei kommen viele Neue,
und Schämpu trifft zum Drei zu niente.
YB kennt mit seinem Gegner keine Reue,
auf deren Dress ist übrigens neu ein Ente Dodo.

Danach netzt Gaudino ein aus elf Metern,
es ist das Viernull, aber es geht noch steter.
Petignat macht die Hand voll,
der Frankfurter aber darf auch noch – ist das toll.

Dieser Beitrag enstand unter gütiger Mithilfe von Waltter von der Vogelheide.

Gemütlicher Goalie

Herr Shearer am Donnerstag den 13. Juni 2019

Marco Wölfli hängt lässig rum.

Er tut das ab morgen im Rahmen einer Fotoaustellung im Berner Kornhaus, wie der Kulturbeauftragte dieses Fachblogs neulich feststellen konnte, als er ein paar längst überfällige Ausleihen in die Bibliothek zurückbrachte und dort gerade die Hängung für die nächste Ausstellung im Gange war.

“Hygge” wird für die meisten unserer Leserinnen und Leser ein Fremdwort sein, welches der Erklärung bedarf. Einen kurzen Eintrag findet man auf Wikipedia. Kurz gesagt: das Wort steht für Gemütlichkeit und entspanntes Rumhängen in irgendwelchen IKEA-Polstergruppen bei Kerzenlicht und Früchtetee. Ein kritisches Zitat – welches ebenfalls Eingang in besagten Wikipedia-Artikel gefunden hat – möchten wir Ihnen aber nicht vorenthalten:

„Vielleicht hat das Glückseligkeits-Phänomen der Dänen ja nicht nur mit den kalten, langen Wintern zu tun, in denen man sich vor der Düsternis lieber ins wärmende Drinnen zurückzieht. Womöglich können sich die Dänen Hygge einfach leisten, weil sie in einem komfortablen Sozialsystem leben, in dem Ausbildung, Krankenkosten und Rente weitgehend gesichert sind.[…] Kurios ist allerdings, dass die hyggeligen Dänen eine der höchsten Scheidungsraten in Europa haben. Der Konsum von Antidepressiva und Bier hat ebenfalls Spitzenwerte. Und beim Haschischkeks-Backen ist nicht nur die Hippie-Kommune Christiania in Kopenhagen ganz vorne dran.“

Neben Maro Wölfli geben in besagter Ausstellung auch weitere 99 mehr oder weniger prominente Personen Ratschläge für eine gelungene Lebensführung. Gehen Sie hin!

“Verpass dis Läbe nid” – 100 Porträts von Nadja Frey
14. 6. – 20.7.2019
Galerie Kornhausforum Bern, Eintritt frei
Eröffnung 13.6.2019 um 19:00 Uhr, weitere Öffnungszeiten siehe kornhausforum.ch

Frauen schauen (1)

Val der Ama am Samstag den 8. Juni 2019

Richtig WM gucken mit dem Runden Leder.

Gestern war endlich Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft und zwar die Partie zwischen Gastgeber Frankreich gegen Südkorea. Das Runde Leder war für Sie live vor Ort im Lehrerzimmer, weil das Lehrerzimmer zeigt alle Spiele live im Innenhof und in einem der beiden Räumlichkeiten.

Die Partie: Kluge Taktik, stupende Technik und jede Menge Laufarbeit: Frankreich dominiert nach Belieben. In der ersten Halbzeit setzten die Französinnen die Südkoreanerinnen mittels aggressivem Pressing unter Dauerdruck und lagen dank Toren von Eugénie Le Sommer sowie zweimal Wendie Renard bereits vor der Pause 3:0 in Führung. Captain Amandine Henry, die bereits das 1:0 vorbereitet hatte, traf fünf Minuten vor Schluss zum Schlussresultat. Die erste Halbzeit war ein Spektakel, in der zweiten Halbzeit schalteten die Gastgeberinnen einen Ganz runter. Aber gut.

Die Lokalität: Nicht schlecht, das Lehrerzimmer. Die Stimmung ausgelassen, das Publikum vielfältig und zahlreich. Selbst draussen im Regen sind alle Stühle vor dem Screen besetzt. Die Bedienung bedient flink und freundlich.

Das Catering: Ausgezeichnet. Serviert wird unter anderem das Ipanema von Dr. Gab’s, ein 6%-iges India Pale Ale mit einer kräftigen Bitternote. Wem das zu stark, der soll halt ein Amboss Amber bestellen. Ist zwar Züri, aber auch OK. Das Essen ist ein Fest für Freunde der Flatulenz. Gestern konnte man wählen zwischen Linsensuppe oder Chili con Carne mit extra Bohnen. Schmeckt sehr gut und tönt später gut.

Und sonst: Ab und zu gibts Livekommentar von Radio Gelb-Schwarz. Aber nur ab und zu.

Fazit: Hingehen.