Archiv für die Kategorie ‘Gränni Awards’

Theater um Traktoren

Val der Ama am Donnerstag den 28. März 2019

Der Sohn trifft, der Vater jammert.

Nicht schlecht der Moise Kean. Obwohl erst 19 Jahre alt, spielt er bei Juventus Turin und seit November 2018 auch für die Squadra Azzurra. Am Samstag erzielte er beim 2:0 gegen Finnland sein erstes Tor im Nationaltrikot und am Dienstag gegen Liechtenstein traf er erneut. Das alles hat er selbstverständlich seinem Vater zu verdanken, sagt der Vater, weil er habe schliesslich dafür gesorgt, dass der Sohnemann überhaupt bei Juve spielt. Und was hat nun davon, der Vater? Nur Ärger, es ist schlimm.

“Ich habe Juve damals versichert, dafür zu sorgen, dass mein Sohn in Italien bleibt. Als Gegenleistung wollte ich zwei Traktoren. Sie sagten, dass es kein Problem sei, aber bis heute habe ich sie nicht erhalten”, hörte man ihn unlängst im Radio klagen. Nachhaken übrigens vergebens, weil “aktuell geben sie mir nicht einmal Tickets oder nehmen meine Anrufe an.”

Der Sohn sieht die Sache ein wenig anders, wie gestern auf Instagram zu lesen war.

(Bild: Getty)

Respekt und Moral

Rrr am Samstag den 20. Oktober 2018

Auch in Mexiko hat man die legendäre Pressekonferenz der Bayern-Bosse verfolgt.

(Quelle: Die Welt)

Was, Sie haben den halbstündigen Auftritt von Hoeness, Rummenigge und einem dritten Mann noch nicht im Original gesehen? Bitte sehr, eine bessere Kandidatur für den Gränni Award des Jahres wird es nicht mehr geben.

O Brother, Where Art Thou?

Val der Ama am Dienstag den 16. Oktober 2018

Ohne Kyle – ohne Leon.

Leon Bailey ist 21 Jahre alt, spielt bei Bayer 04 Leverkusen und gilt als einer der schnellsten Flügelflitzer überhaupt. Aber noch ohne Länderspiel, es ist kompliziert. Der junge Mann hat drum in der Vergangenheit gleich mit mehreren Nationalteams kokettiert. Mutterland Jamaika sollte es eigentlich nicht sein, weil mit dem Verband dort herrschte jahrelang ein schlechtes Verhältnis. In den vergangenen Wochen und Monaten war dann die Nationalmannschaft Englands im Gespräch, denn Bailey hat englische Grosseltern. Hier hat aber die FIFA neulich den Riegel geschoben, da die Alten nicht in England geboren wurden. Deshalb schlussendlich trotzdem Jamaika.

Vorgestern sollte er im Quali-Spiel der CONCACAF Nations League sein Debüt gegen Bonaire (6:0) geben. Sollte, denn er hat nicht. Bailey war drum sauer und wollte nicht auslaufen. Der Verband habe sich nicht an eine getroffene Vereinbarung gehalten, reklamierte er. Laut dieser Abmachung hätte der jamaikanische Verband Baileys Halbbruder Kyle Butler, der aktuell in der zweiten österreichischen Liga beim FC Juniors OÖ spielt, ebenfalls ins Nationalteam berufen sollen.

“Als ich hier ankam, war es ein völlig anderes Szenario. Sie haben ihr Wort nicht gehalten, daher habe ich beschlossen, diese Partie nicht zu spielen“, erklärte Bailey seine Entscheidung. Sein Halbbruder, der wurde drum letztlich nur zu einem Probetraining eingeladen.

Nun denn, vielleicht klappts ja beim nächsten Spiel. Gegenüber jamaikanischen Medien liess Bailey bereits verlauten, dass er im November doch für Jamaika auflaufen könnte, falls seine Bedingungen dann erfüllt werden.

Transregionales Transfertheater

Herr Maldini am Freitag den 4. August 2017

Neymar wechselt zum PSG. Das Runde Leder fasst zusammen.

Mitte Juli: PSG will Neymar für 222 Millionen übernehmen.

02.08.17: Berater kündigt Wechsel an, Neymar bei Barcelona vom Training freigestellt.

Herzzerreissende Nachricht von Messi zum Abschied von Neymar auf Instagram:

Neymar schreibt darunter: “Danke Bruder. Ich werde dich vermissen.”

03.08.17, am Morgen: Spanische Liga stellt sich quer, Neymar wechselt nicht nach Paris.

03.08.17, am Mittag: Verwirrung in den Sozialen Medien. North Ferriby United (ENG, National League North) vermeldet die Verpflichtung von Neymar. 

03.08.17, am Nachmittag: Neymar bezahlt den Transfer (zu PSG) selber! Die Redaktion des Runden Leders bezweifelt erstmals, dass in dieser Angelegenheit alles mit rechten Dingen zu- und hergeht.

03.08.17, 21.18: Alles nur ein Bluff? PSG vermeldet die Verpflichtung des Spielers “Macron”. Und doch: Neymar spielt bekanntlich gerne auf dem linken Flügel, “Macron” wäre also die ideale Ergänzung.

Twitter

03.08.17, spät: Neymar kommt jetzt doch, vermeldet PSG. Der Spieler verabschiedet sich auf Instagram (klick auf eigene Gefahr). Zu seinem neuen Verein sagt er: “Ich habe zu einem der ambitioniertesten Clubs in Europa gewechselt. Ich fühle mich bereit für diese Herausforderung. Ab heute werde ich alles tun, um meinen neuen Mitspielern zu helfen.”

Joey Barton hatte sich seine Meinung übrigens schon 2013 gemacht.

Meuterei in Monaco

Herr Shearer am Donnerstag den 4. September 2014

Des Fürsten Volk bläst zum Aufstand.

Die AS Monaco ist ein sehr spezieller Verein: kaum Anhänger, viel Geld. Jetzt sogar noch mehr Geld, denn nach James Rodriguez (zu Real Madrid) wurde im letzten Augenblick auch noch Radamel Falcao nach Manchester verkauft. Einige Fans fühlten sich vom Verein veräppelt, denn sie hatten beim Kauf des Saisonabis eigentlich damit gerechnet, dass mit diesen Stars eine ambitiöse Truppe auf dem Platz steht, die Trophäen gewinnen kann. Im Netz hat sich auf einem einschlägigen Fanforum nun eine Bewegung entwickelt, die sich ernsthaft überlegt, vom Verein eine Rückerstattung zu verlangen.

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Man verstehe ja, dass der Club wegen dem “Financial Fairplay” seine Ausgaben verringern müsse. Allerdings sei man mit der Kommunikation des Clubs nicht einverstanden. Von dort herrsche zu den Transfertätigkeiten gegenüber den Anhängern grosses Schweigen. Andrerseits seien die Ticketpreise aber massiv angehoben worden. Die Gruppierung um ihren Wortführer Maxime Massicard versucht nun, über soziale Medien Druck auf die Vereinsführung aufzubauen.

Die AS Monaco hatte ihren “Steuersitz” bislang im Fürstentum. Die französische Liga verlangt aber seit dieser Saison, dass alle mitspielenden Clubs ihre Steuern auch in Frankreich bezahlen. Gegen diese Bestimmung haben sich die Monegassen aber gewehrt und mit der FFF folgenden Deal ausgehandelt: die AS Monaco zahlt pauschal 50 Millionen Euro, behält aber ihren Sitz am jetzigen Ort. Dagegen sind aber Beschwerden von zahlreichen anderen Klubs hängig, die diese Summe für deutlich zu tief halten und der Liga das Recht absprechen, solche Abmachungen überhaupt treffen zu dürfen. Das Auf und Ab am Mittelmeer dürfte also weitergehen.

Gegen den mobilen Empfang

Val der Ama am Dienstag den 19. August 2014

Die Fans des PSV Eindhoven wollen sich nicht ablenken lassen.

PSV

Fussball ist ein wunderbarer Sport, auch wenn man nur zuschaut. Also meistens, manchmal leider nicht. Es gibt Fussballspiele gegen Thun oder auch andere Teams, die sind einfach quälend langweilig und da ist man froh, dass man heutzutage mal ab und zu aufs Smartphone oder aufs Brettli gucken kann, weil Zerstreuung so garantiert. Herr Maldini schaut während des Spiels mal öfters Rennauto”sport”, Herr Rrr macht Import-Export und der Herr Natischer, zum Beispiel, der kann nicht mehr ohne Twitter.

Ablenkungen dieser Art sind natürlich bei den richtigen Fans verpönt. Richtige Fans, die wollen einzig Fussball im Stadion, alles andere ist primär und wird entsprechend mit Protest bedacht. So wie oben auf dem Bild, festgehalten am Samstag beim Spiel des PSV gegen Breda (6:1).

99 Luftballons

Lars: L am Montag den 18. August 2014

Was waren die grössten YB-Fehler der letzten Jahre?

Das Premium-Print-Produkt «Neue Züricher Zeitung» erwähnte unlängst in einem Artikel über einen FCZ-Spieler die 100 YB-Fehler.

Foto1

Unglücklicherweise verpasste es der Journalist jedoch, die 99 weiteren Fehler aufzuzählen.

Bitte helfen Sie uns, geschätzte Lederschaft, die Liste zu vervollständigen!
(ab Sommer 2005)

  • Yapi auf der YB-Bank in Rückrunde 2009

Die komplette Liste werden wir anschliessend an die YB-Geschäftsführung übergeben den Zürcher Schmierfinken senden.

 

Abstiegsgarant

Val der Ama am Dienstag den 6. Mai 2014

Hände weg von Darlington Omodiagbe!

Darlington

Der 35-jährige Verteidiger kann absteigen, da staunt selbst ein Steve von Bergen: Sechsmal hat er es in seiner Karriere geschafft. Und zwar mit sechs unterschiedlichen Vereinen.

Ihren Ursprung hat die doch recht beachtliche Serie im Jahr 1999. Damals stieg Omodiagbe mit FC Gütersloh in die dritte Liga ab. Dann war ein Weilchen Ruhe bis 2007 und der Relegation der SpVgg Unterhaching. Dann der FC Carl Zeiss Jena (2008), der VfL Osnabrück (2009) und Rot Weiss Ahlen (2010) und eben erst grad hat er sich mit dem SV Wacker Burghausen aus der dritten Liga verabschiedet.

Respect (II)

Frans am Dienstag den 18. Dezember 2012

Was tut der gewiefte Schiedsrichter, wenn ihn ein Trainer auf ein vermeintliches Foul hinweist? Er ignoriert das Geschwätz. Nicht so Serdar Gözübüyük aus Haarlem.

Schiedsrichter Gözübüyük, jüngster und gemäss verschiedenen Wahlen auch bester Schiri der niederländischen Eredivisie schritt am Sonntag während der Partie Groningen – VVV Venlo zur Seitenlinie.

Der Schiedsrichter zeigte dem verdatterten Trainer Maaskant des FC Groningen, nein, keine Karte.

Sondern dies:

Für diese Aktion gab es Lob und verbale Haue.
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Nette Worte

Herr Maldini am Donnerstag den 27. September 2012

Also doch: Cristiano Ronaldo wird gemocht.

Sie erinnern sich: Vor knapp drei Wochen beklagte sich CR9 über zu wenig Liebe.

Jetzt kriegt er aber Zuwendung von ungewohnter Seite: Dani Alves vom berühmten FC Barcelona (zur Zeit in der Primera División 8 Punkte vor Real Madrid) war voll des Lobes für den Portugiesen und nannte ihn einen kompletten Fussballer. „Niemand ist perfekt. Aber ich mag Ronaldo sehr. Wenn ich der Verantwortliche eines Klubs wäre, würde ich Ronaldo gern in meinem Team haben.“ Im gleichen Atemzug schwärmte er übrigens auch noch von José Mourinho.

Für Sie besteht aber kein Grund zur Sorge: Alves stellte auch gleich klar, dass für ihn Lionel Messi der beste Spieler der Welt sei. Und auch Pauleta muss sich keine Sorgen machen, schliesslich weiss Alves eine adrette Dame an seiner Seite.

Sport und Politik

Natischer am Freitag den 31. August 2012

Politik gehört jetzt wirklich nicht ins Stadion.

Der deutsche Grünen-Politiker Jürgen Trittin hingegen hört zu selten auf lupenreine Demokraten wie Onkel Sepp oder Wladimir Putin und hat sich wegen Werders neuem Trikot-Sponsor dazu hinreissen lassen, als offizieller Umweltbotschafter des Clubs zurückzutreten.

Der neue Trikotsponsor Werders ist bekanntlich der bekannte Fleischfabrikationsbetrieb «Wiesenhof». Letzterer stellt viele mutmasslich schmackhafte Produkte her, wo thematisch auch sehr gut in jedes Stadion passen, und sichert damit bundesweit Fantastilliarden von Arbeitsplätzen.

Trotzdem ist Herr Trittin der Ansicht, dass Wiesenhof «weder umweltfreundlich noch nachhaltig, mit importierten Futtermitteln, die auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut werden, in Massentierhaltung billige Hühnerbrüste produziere.» Als ob das was mit Fussball zu tun hätte.

Die Redaktion des Runden Leders lehnt Herrn Trittins Verhalten mit 1:0 Stimmen ab.

Der Vertrag mit dem neuen Sponsor soll dem Klub pro Jahr etwa sechs Millionen Euro einbringen.

Singend gewinnen

Val der Ama am Dienstag den 3. Juli 2012

Schweigen sorgt in Deutschland für eine laute Debatte.

Keiner singt die Nationalhymne so inbrünstig wie die Fussballer Italiens. Allen voran Goalie Buffon: Mit geschlossenen Augen und bei manchem Ton daneben – und seine Kollegen tun es ihm gleich.

Nicht so die Deutsche Nationalmannschaft, schauen Sie nur. Doch wer nicht richtig singt, der gewinnt nicht! So zumindest beurteilte Franz Beckenbauer die Lage in der Bildzeitung: “Die Begeisterung muss vor dem Anpfiff einsetzen. Alle sollten die Hymne singen, man hat dann eine ganz andere Einstellung. Ich habe das Mitsingen 1984 als Teamchef eingeführt.”

Ganz laut unterstützt diese Meinung Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Dieser fordert die allgemeine Hymnenpflicht auf dem Spielfeld, weil “Sie spielen schliesslich für die deutsche Nationalmannschaft und nicht für sich selbst!” Ein fremdländischer Name oder nichtdeutsche Ahnen sind da imfall keine Entschuldigung: “Wer in der Nationalmannschaft spielt, muss die Nationalhymne singen, egal ob er einen Migrationshintergrund hat oder nicht”, schreit CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl.

Und wegen Sommerlochs derzeit jede Menge Votings, Onlinediskussionen und Leserbriefe: Die Grünen und Löw sind übrigens gegen den Singzwang, für Khedira ists einfach Privatsache und Özil ist die Diskussion zu blöd, weil schliesslich hätten sie sich viel Mühe gegeben an der Euro.

Jetzt aber endlich das Machtwort von einem, der wirklich was zu melden hat:  Bundesinnenminister Friedrich hat sich gestern im Bayerischen Rundfunk gegen eine Hymnen-Singpflicht für die deutschen Fussball-Nationalspieler ausgesprochen. Man müsse jetzt nach so einem verlorenen Halbfinale nicht alle möglichen Gründe suchen, warum wohl was nicht geklappt habe, sagte der CSU-Politiker.