Archiv für die Kategorie ‘Glotze’

Dr. Rüdisühli erforscht das Publikum.
Heute: YB gucken

Dr. Rüdisühli am Montag den 15. Juni 2020

Nur noch viermal schlafen, dann ist endlich wieder YB.

Gross ist die Vorfreude vor dem Re-Start der Super League (der Ausdruck kommt aus dem Englischen und bedeutet “Wiederaufnahme der Schweizer Fussballmeisterschaft”). Los gehts am Freitag um 20.30 Uhr mit YB-FCZ.

Jetzt aber das Problem: Ins Wankdorf pilgern darf man nicht. Die Fans müssen also in die Röhre gucken, wobei in einigen Fällen ein Zugang zum Pay-TV-Sender Teleclub notwendig sein wird. Die Frage ist:

Wie gedenken Sie die anstehenden YB-Spiele zu verfolgen?

Allein daheim? Zusammen mit Freunden? Irgendwo beim Public Viewing (das Herr Nause unter gewissen Umständen zulassen will)? Sonstige Ideen? Wir sind gespannt auf Ihre Antworten.

(PS: Unsere löbliche Leserin Kiwi Stärn hat letzte Woche erfolgreich die Wohnzimmer-Variante getestet und ist voll parat. Sie hoffentlich auch.)

A fonds perdu

Rrr am Sonntag den 22. März 2020

Pay-TV und Corona: Teleclub knausert, Dazn hält sich bedeckt, Sky legt Abos auf Eis.

Teleclub verlangt für sein Sportangebot 29.90 Franken pro Monat. Dafür gibts zum Beispiel heute Sonntag genau vier Sendungen: Eine “Highlightshow Champions League”, eine Diskussionsrunde über die Folgen von Corona für den Spitzensport, ein Dokfilm über Nachwuchs-Ballettänzerinnen und eine angegraute Hollywood-Konserve namens “Foxcatcher”.

Viel Geld für wenig Inhalt? Teleclub wiegelt ab: “Wir erlassen im April die Gebühren für das Sportpaket”, sagte Chef Wolfgang Elsässer. Kein übertrieben grosszügiges Angebot, für dass am 23. Februar der letzte Super-League-Match zu sehen war und es danach nur noch ein klein wenig Auslandfussball gab. Die März-Gebühr erlässt der Sender trotz weitgehender Mattscheibe nicht.

Es gab Kunden, die schon Ende Februar die Konsequenzen zogen und das Abo kündigten – auf Ende Mai, früher ging nicht. Sie bekamen umgehend den Anruf aus dem Callcenter: Ein netter Herr versuchte sie mit einem “Vorzugsabo für die zweite Jahreshälfte” zu locken (20.- statt 30.- pro Monat) und versprach noch am 12. März, es werde schon sehr bald wieder Fussball geben.

Etwas einfacher ist die Lage bei Dazn und Sky. Beide Streamingdienste sind deutlich günstiger und innerhalb eines Monats kündbar, es geht also nicht viel Geld verloren. Dazn lässt sich nicht in die Karten schauen, was man den Kunden genau bieten will. Sky zeigt sich kulant: Wer jetzt kündet, kriegt das Angebot, dass das Abo ab sofort auf Eis gelegt wird, bis wieder Live-Fussball zu sehen ist.

Endloses Elend

Herr Shearer am Donnerstag den 19. März 2020

Wir beginnen den Tag mit mittelmässig guten Neuigkeiten.

Netflix! Die einzige Rettung für alle Menschen, die bis zu diesem Wochenende noch kein Hobby hatten und sich jetzt daheim langweilen müssen. Der Streamingdienst bietet mit allerhand Filmen und Serien Zerstreuung. Warum vom Algorithmus dem diese Zeilen tippenden Redaktor allerdings gerade immer ein Titel namens “Pandemie” schmackhaft gemacht wird, ist eine andere Frage.

Vielleicht haben Sie sich früher auch für Fussball interessiert, als es das noch gab. Da lief mal auf Netflix eine Serie über eine sehr erfolglose nordenglische Fussballmannschaft und ihren verzweifelten Versuch, die Zweitklassigkeit im englischen Fussball hinter sich zu lassen. Das ist ihr – Achtung Spoiler! – auch gelungen, leider hat der Sunderland AFC dabei den Ausgang auf der falschen Seite erwischt, und auch in der Drittklassigkeit lief es nicht besser. Und weil viele Menschen eben gerne anderen beim Scheitern zuschauen, kommt jetzt die zweite Staffel von “Sunderland till I die”: Seien Sie dabei, wenn der neue Trainer den Grossverdiener entlässt, fahren Sie mit ins Wembley, wohin der Sunderland AFC als Finalist in einem unbedeutenden Cup reisen darf und erleben Sie sonst einfach tolle Momente in der englischen Fussballprovinz.

Aber eben, auf eigenes Risiko. Ausserdem, wenn Sie die Bandbreite mit dem Streaming von solch zweifelhaften Inhalten überlasten, könnte die Regierung zu drastischen Massnahmen gezwungen sein. Und das wollen Sie doch auch nicht, oder?

Hype um Hypotheken

Rrr am Sonntag den 16. Februar 2020

Unser Reporter-Duo des Tages arbeitet bei Movistar Plus.

Der Pay-TV-Sender zeigt La Liga, und seine Kommentatoren sind wahre Alleskönner. Wortreich und kompetent kommentieren sie die Spiele, und zwischendurch schreien sie auch noch einen Werbespot ins Mikrofon. Was heisst zwischendurch? Alle vier bis fünf Minuten. Egal, was auf dem Platz gerade läuft.

Wobei es sich nicht einfach um einen lustlos abgelesenen Werbetext handelt, nein! Vielmehr um einen lockeren Dialog der beiden, der in einen gekonnt dargebotenen Chörligesang gipfelt. Glauben Sie alles nicht? Bitte sehr, gestern bei Barça-Getafe:

Ja, Sie haben richtig gehört! Wenn Sie eine Hypothek brauchen – bei der Bank Santander kriegen Sie die Konditionen, die am besten zu Ihnen persönlich passen. Mehr Infos kriegen Sie auf der Internetseite oder in der nächstgelegenen Niederlassung. (Sing) Wie mir doch die Bank Santander gefällt! (fertigsing)

Und damit zurück zum Spiel.

Kirovski, Borasio, Tor

Rrr am Samstag den 15. Februar 2020

Herzlich willkommen zur heutigen Kunstmatinee.

Ja, liebe Kunstfreunde, so viel Poesie steckt auf Youtube, wenn man die automatische Untertitelung mitlaufen lässt .

Wir spüren es ganz deutlich, Sie möchten die ausführliche Zusammenfassung des Spiels YB-Sion (3:1) vom März 1999 nun mit Youtube-Instantpoesie geniessen. Bitte sehr, Film ab.

(Dieser Beitrag wurde Ihnen von unserem Premium***-Leser Heinz Einz präsentiert. Messi Henä, geile Siech!)

Kurzarbeit auf Kunstrasen

Rrr am Sonntag den 9. Februar 2020

RL exklusiv: Johan Djourou Highlightvideo.

Der Auftrit des neuen Sion-Abwehrchefs war mit Spannung erwartet worden. Tatsächlich hatte Djourou in der Fernsehübertragung mehrere Szenen: Beim Handshake vor dem Spiel, bei zwei Ballkontakten in der 6. und 8. Minute, bei einer falsch berechneten YB-Flanke nach 12 Minuten und bei der Auswechslung nach gut 13 Minuten. Alle Djourou-Szenen am Stück, Film ab!

Legale Liebelei

Val der Ama am Freitag den 24. Januar 2020

Er ist verletzt, also darf er schmusen.

Sie alle kennen bestimmt die Sendung “Love Island”, weil die kommt zwar aus England, hat aber auch bei RTL2 einen Ableger. Für Unkundige sei hier wie folgt zitiert: “Singles suchen in einer luxuriösen Villa auf einer sonnigen Insel das Abenteuer. Es erwartet sie ein traumhafter Sommer mit legendären Partys und wilden Flirts. Es bleibt spannend, wer sein Traum-Date oder vielleicht sogar seine wahre Liebe findet.”

Derzeit läuft grad eine aktuelle Staffel auf ITV2 und wie neulich bekannt wurde, ist einer der Kandidaten der Luke Trotman vom National League North-Verein Darlington. Trotman fällt für den Rest der Saison mit einer Achillessehnenverletzung aus und wird mit dem Segen seines Clubs in den kommenden Tagen die Villa in Kapstadt betreten. In einer Medienmitteilung des Arbeitgebers hiess es, Reha gehe auch auf einer Insel und ausserdem habe es dort auch ein Fitnessstudio.

Trotman wird übrigens der zweite Fussballer in der Show sein, schliesslich ist Kollege Finn Tapp bereits seit ein paar Tagen auf der Liebesinsel. Der Verteidiger von Oxford City wählte allerdings einen heimlicheren Weg ins Rampenlicht. Zu Beginn des Jahres musste er nach einer schlimmen Kollision verletzt ausgewechselt werden und verschwand danach von der Bildfläche. Der 20-Jährige war still und heimlich nach Südafrika geflogen, ohne irgendwen zu informieren. Die Oxforder nahmens locker: “Wir verstehen das und wünschen Finn viel Glück in der Show”, konnte man auf Twitter lesen. Zwei Tage später doppelte die Medienabteilung dann nach, um den Romeo in spe recht ordentlich zu veräppeln.

Was macht eigentlich …

Rrr am Sonntag den 24. November 2019

… der Teleclub mit seinen Kundendaten?

Eine heikle Frage. Aber alles der Reihe nach.

RL-Leser E. N. aus B. gönnte sich anfangs dieser Saison ein Teleclub-Abo. “So kann ich alle Spiele der Young Boys sehen und auch die gesamte Champions League.”

Doch die Freude wurde bald getrübt: Plötzlich erhielt E. N. wiederholt unerwünschte Werbeanrufe. “Und zwar aufs Handy. Das ist mir vorher praktisch nie passiert.” Woher hatten die Call-Center seine Nummer?

Vor Wochenfrist kam scheinbar Licht ins Dunkel. E.N. erhielt Post aus Volketswil: Der Teleclub machte alle Kunden auf eine neue “Datenschutzerklärung” aufmerksam. “Beachten Sie, dass wir Ihre Daten auch zur Bildung von Kundensegmenten und -profilen nutzen, damit wir und mit uns verbundene Firmen Ihnen auf Sie zugeschnittene Angebote und Dienstleistungen anbieten können.”

Hä? E. N. schaltete das Runde Leder ein. Und wir unterhielten uns mit der Teleclub-Pressesprecherin Olivia Willi.

Frau Willi, geben Sies zu: Teleclub verkauft Kundendaten an Dritte. Diese kriegen so Adressen für den Werbeversand. Richtig?
Nein, das ist falsch. Teleclub verkauft keine Kundendaten an Dritte und hat auch keine Intention, dies in Zukunft zu tun.
Ach, kommen Sie. Was sind das für Dritte? Beispielsweise Anbieter von Fussballreisen? Wer sonst?
Siehe Frage 1.
Wie auch immer: Gibt es eine Möglichkeit, Teleclub-Kunde zu bleiben, wenn man nicht will, dass man von irgendwelchen Teleclub-Partnern/Werbeanbietern belästigt wird?
Selbstverständlich. Wie ausdrücklich im Begleitschreiben zu den neuen AGB und der neuen Datenschutzerklärung erwähnt, ist es Kunden jederzeit möglich, bestimmten Bearbeitungen ihrer Personendaten zu widersprechen, bspw. der Bearbeitung zu Werbezwecken.

Leser E. N. hat genau das unterdessen gemacht – in einem Mail an den Kundenservice (“Ich möchte nicht, dass meine Personendaten zu Marketingzwecken bearbeitet werden, in welcher Form auch immer. In diesem Sinn widerspreche ich jeglicher Bearbeitung meiner Personendaten”). Dieser hat umgehend versprochen, den Wunsch zu respektieren.

Was ist der Unterschied, ob jemand Champions League auf einem illegalen Stream schaut oder auf Teleclub? RL-Chefredaktor Herr Rrr fasst es so zusammen: “Im ersten Fall hinterlässt er keine Kundendaten und muss sich daher auch nicht um deren Schutz bemühen. Im zweiten Fall zahlt er nicht 0, sondern 29 Franken monatlich für Fussball und muss dann noch einen Widerspruchsantrag an den Kundenservice schicken.”

Stolzer Streifen

Herr Maldini am Samstag den 16. November 2019

Der neue Meisterfilm der Young Boys ist da!

Die Berner Agentur Newsroom Communication wagte den Versuch, das Genre des Fussballfilms aus der Versenkung zu holen, und wer wagt, gewinnt: Hunger uf meh ist ein monumentales Epos, gewürzt mit optischem Bombast, ehrenvollen Helden und prunkvollen Gewändern. Doch auch der Fussball kommt nicht zu kurz: Noch nie wurden ein Meisterschaftsrennen so packend und Zweikämpfe so intensiv inszeniert.

RL-Mitarbeiter Maldini, der am exklusiven Anlass teilnehmen durfte: “Ein grandioser Film, der zurecht mit 5 Oscars ausgezeichnet werden wird. Die Optik ist für die heutigen Verhältnisse gewaltig und auch die Zweikämpfe sind sehr hochwertig gemacht. Durch einen guten Mix aus actionreichen und berührenden Szenen vergeht die relativ lange Lauflänge dennoch ziemlich schnell. Einzig die Charakterzeichnung der Nebenrollen hätte noch ein bisschen weiter ins Detail gehen dürfen. Lohnenswert sind vor allem die letzten fünfzehn Minuten, in denen der RL-Wimpel auf der Meisterbühne schön zur Geltung kommt.”

Morgen Sonntag wird der neue Meisterfilm zweimal im Kino gezeigt, beide Vorstellungen sind jedoch ausverkauft. Für alle anderen wird es den Steifen Ende Jahr im weltweiten Internet zu sehen geben.

Auf engem Raum

Rrr am Dienstag den 1. Oktober 2019

Liga des Tages: Die Primera B in Chile.

Da ist alles recht nahe beinander in der zweithöchsten Liga des Landes – aber schauen Sie selber.

Ein beachtlicher Teil der bisherigen Spiele endeten übrigens 1:1 (oder Heinz Einz, wie wir Fachkräfte sagen).

Weniger spannend sind da die europäischen Wettbewerbe, die sich auch diese Woche weitgehend hinter der Bezahlschranke abspielen. Es gibt aber ein paar löbliche Ausnahmen.

Europacup im TV.
Dienstag. Champions League: Real Madrid-Brügge (18.55, Teleclub Zoom). Rest um 21.00 Uhr auf Teleclub Pay.
Mittwoch. Champions League: Barcelona-Inter (21.00, SRF2, RTS2, RSI2). Rest auf Teleclub Pay.
Donnerstag. Europa League: Young Boys-Glasgow Rangers (19.00, SRF2 etc). Arsenal-Standard Lüttich (21.00, Teleclub Zoom). Guimaraes-Frnkfurt (21.00, Nitro). Rest auf Teleclub Pay.

Zahlen, bitte

Rrr am Dienstag den 17. September 2019

YB in Porto: SRF-Zuschauer gucken in die Röhre.

Das Spiel am Donnerstag ab 21.00 Uhr ist nur auf Teleclub zu sehen. Denn der Pay-TV-Sender besitzt die Exklusivrechte für alle Europa-League-Spiele.

Teleclub darf in jeder Runde bestimmen, welches Spiel ausschliesslich im Pay-TV gezeigt wird. Am Donnerstag ist das Porto-YB. Die SRG darf auf seinen drei Sendern jeweils eine der zwei anderen Partien mit Schweizer Beteiligung zeigen; am Donnerstag ist es Kopenhagen-Lugano. Details finden Sie hier.

Gerne weisen wir Sie bei dieser Gelegenheit auf die laufende Abo-Aktion bei Teleclub hin: Nur 15 Franken pro Monat, wenn Sie jetzt abonnieren und in einem halben Jahr wieder kündigen. Wenn man bedenkt, dass ein Einzelspiel in der Europa League 7.50 kostet und ein Super-League-Spiel 5.- … da aber noch nicht bekannt ist, welche Europacup-Auswärtsspiele der Young Boys ausschliesslich im Teleclub laufen werden, können wir Ihnen leider nicht sagen, ob sich das Abo rechnen würde.

Europacup im TV.
Dienstag. Inter-Slavia Prag (18.55 Uhr, gratis auf Teleclub Zoom). Alle anderen Spiele auf Teleclub Pay, darunter Dortmund-Barcelona und Napoli-Liverpool (beide 21.00).
Mittwoch. PSG-Real Madrid (21.00, SRF2, RTS2, RSI2). Alle anderen Spiele auf Teleclub Pay, darunter Atlético-Juventus.
Donnerstag. Kopenhagen-Lugano (18.55, RSI2), Basel-Krasnodar (18.55, Teleclub), Porto-YB (21.00, Teleclub), Rangers-Feyenoord (21.00, Teleclub Zoom), Gladbach-Wolfsberger AC (21.00, RTL Nitro)

Toller Tatort

Herr Shearer am Montag den 19. August 2019

Sie haben gestern Abend den Tatort aus Dresden verpasst?

Kein Problem. Hier für Sie die Schlüsselszene:

Wie, Sie möchten eine fundierte Einordnung dieser Tatort-Folge? Da müssen wir Sie leider an die Kollegen von der taz verweisen.