Archiv für die Kategorie ‘European Must-have-drunk-theres’

Tigerbalsam

Herr Winfried am Mittwoch den 20. Mai 2020

Bei den Hull City Tigers wird Demut grossgeschrieben. 

Die Fernsehverträge im englischen Fussball garantieren den Clubs bekanntlich gigantische Einnahmen. Auch die Vertreter der zweithöchsten Liga sahnen ordentlich ab. Dass Geld aber nicht alles ist im Leben, demonstriert nun der Hull City F.C.

Eine Gruppe von Hull City Fans. Bild: Hull City F.C.

Ehab Allam. Bild: Hull City

Der englische Fussballverband plant gerade die Fortführung der Saison. Die letzte Tranche der TV-Gelder würde auch den Tigers aus Kingston upon Hull 1,2 Millionen britische Pfund einbringen. Darauf würde der Verein aber gern verzichten – man habe ernsthafte Bedenken, unter den aktuellen Umständen Fussball zu spielen. Der stellvertretende Chairman Ehab Allam fürchtet rechtliche Konsequenzen, falls ein Team- oder Staffmitglied an Covid-19 erkranken sollte.

Die Tabellensituation? Spielt bei der Aussage natürlich absolut gar keine Rolle (Anm. der Red: Hull City liegt in der Championship als 21. derzeit auf einem Abstiegsplatz).

Vielleicht hat Herr Allam ja Glück: In der Premier League haben auf Anordnung der Liga die Tests begonnen – mit einigen positiven (also die Tests) Resultaten. Am gröbsten scheint es Watford erwischt zu haben.

Zwickauer digitaler Sonderzug

Briger am Montag den 11. Mai 2020

Die Fans des FSV Zwickau fahren gerade im digitalen Sonderzug durch die eigene Geschichte.

Der FSV Zwickau ist chronisch knapp bei Kasse und kann sich deshalb keine gute Aufarbeitung der eigenen Geschichte und schon gar kein Museum leisten. Die aktiven Fans haben sich deshalb entschlossen, eine Aktion auf die Beine zu stellen. Entwickelt wurde der digitale Sonderzug durch die Vereinsgeschichte – der eigentlich am letzen Spieltag der aktuellen Saison in echt nach Mannheim hätte fahren sollen.

Mit den Worten

Kein Fußball mehr? Keine Auswärtsfahrten mehr? Kein Sonderzug nach Mannheim? Wir verraten Euch: Da ist ein Licht am Ende des Tunnels! Packt eure Schals und Fahnen ein, schnappt euch Bier, Klopapier und einen Mundschutz, schmiert ne Bemme und kommt mit auf eine lange Reise!

wird für die Aktion geworben, die man hier mitverfolgen kann.

Die ganze Aktion kann im Internet gratis verfolgt werden, noch besser ist aber eine Spende in Form einer erworbenen Fahrkarte (inkl. Kulturgroschen wie zu DDR-Zeiten). Das Stück zu 1.75 €, da Zwickau am 14. Juni 1975 das Finale des FDGB-Pokal gegen Dynamo Dresden und unter dem Namen BSG Sachsenring den dritten und bislang letzten Pokalsieg der Vereinsgeschichte erreichte.

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YB im Grossherzogtum

Briger am Montag den 9. März 2020

Sympathische Vereine aus aller Welt. Heute: Yellow Boys Weiler-la-Tour.

Der Verfasser dieser Zeilen fand sich zwecks Fussball am Wochenende im grenznahen Ausland und war auch nach dem Spiel derart unterfussballt, dass er abends im Hotel in seiner Groundhopper-App nachschaute, was für Spiele denn am Sonntag noch in der Nähe stattfinden würde. Dabei stiess er auf ein interessantes Team:

Eine kurze Recherche Überprüfung der Tatsachen ergab, dass es sich um das alte Logo des offenbar äusserst sympathischen Vereins Yellow Boys aus Weiler zum Turm, oder Weiler-zum-Tuerm oder eben Weiler-la-Tour – je nach dem welche Landessprache des Grossherzogtums Luxemburg Ihnen am geläufigsten ist – handelt. Der Club ist auf diese Saison hin erstmals in die Ehrenpromotion, die zweithöchste Liga Luxemburgs aufgestiegen. Die Yellow Boys verloren ihr gestriges Spiel zu Hause im Stade Am Dieltchen gegen Canach leider mit 0:2 und liegen damit in der Tabelle fünf Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz (aktuell Mamer) und fünf Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz (Junglinster). Zu spielen sind in Luxemburg, so Corona will, noch 11 Runden. Es droht somit Ende Saison ein Barrage-Spiel gegen den Tabellenzweiten einer der beiden dritten Ligen Luxemburgs. Dass es sich beim Gegner um die Young Boys Diekirch handelt ist eher unwahrscheinlich. Der Aufstieger liegt mit nur 7 Punkten zur Zeit auf einem Abstiegsplatz.

Schuldig sind wir Ihnen noch das aktuelle Logo der Yellow Boys:

Weisse Weste

Briger am Montag den 17. Februar 2020

Samstagabend, Spitzenspiel in den Ardennen. Sedan vs. Bastia.

Zwar nur in der vierten Liga, der National 2, Gruppe A. Punktgleich stehen die beiden Teams vor dieser Runde auf Platz 1 und dies belibt nach dem 0:0 am Wochenende so. Die Korsen, die zwei Jahre nach dem Zwangsabstieg aus der Ligue 1 in die National 3, der fünften Liga, mit drei Airbus A320 Anhängern an die belgische Grenze angereist sind und so dafür gesorgt haben, dass letztlich über 11’000 Zuschauer das Spiel im Stade Louis-Dugauguez verfolgt haben, bleiben somit ebenso im Rennen um den Aufstieg wie die “Wildschweine” aus dem Norden und die dritte Mannschaft im Bunde, die AF Bobigny aus dem Grossraum Paris, die mit 43 Punkten aus 19 Spielen auf Rang 3 lauert.

Leider kam es vor dem Spiel zu Ausschreitungen in der Innenstadt, als offenbar niederländische Schläger eine Gruppe von 50 Bastia-Fans angegriffen hat. 6 Personen wurden verletzt, zwei davon schwer.

Bastia-Anhänger in Sedan. Foto SC Bastia.

Noch bemerkenswerter als die knappe Ausgangslage und die Ausschreitungen ist aber das Abwehrverhalten von Sedan. In den bisherigen 19 Spielen ist die Abwehr ein einziges Mal überwunden worden. Am 14. Dezember 2019, dem 14. Spieltag der Saison, gelang Illan Kebbal von den Reserven von Stade de Reims das Kunsstück, das erste und bislang einzige Tor gegen Sedan zu erzielen in dieser Saison. Wobei, das mit dem einen Gegentor stimmt nicht ganz, im Oktober 2019 hat Sedan im Cup eine 0:1 Heimniederlage gegen die Association Sportive de Prix-lès-Mézières Wer sich die Abwehr von Sedan aus der Nähe ansehen möchte, nimmt dazu am besten die Gelegenheit am 4. April wahr, wenn Sedan auswärts auf Schiltigheim trifft. Auswärs ist die Weste immer noch rein.

Viele Zuschauer

Briger am Montag den 13. Januar 2020

Wie gut sind eigentlich Europas Stadien ausgelastet? Ein Blick auf die Top-5-Ligen und die Schweiz.

Screenshot Youtube

Ein Vergleich der Top-5-Ligen Europas zeigt, dass Premier-League-Stadien zu den bestausgelastetsten Europas gehören. Die Stadien waren in der Saison 2019/20 bislang zwischen 90.1% (Newcastle) und 99.9% (West Ham) immer gut gefüllt, aber einzig Arsenal hat es geschafft bislang das Stadion auszuverkaufen – dafür gleich zwei Mal. Im ganzen englischen Profifussball schaffte es in dieser Saison ansonsten übrigens nur der Fulham FC an einem Spiel, alle Karten wegzubringen. Auslastungsmässiges Schlusslicht im englischen Profifussball ist übrigens Drittligist Coventry City mit einer Auslastung des St. Andrew’s-Stadions von etwas mehr als 20%.

Auch kaum ausverkauft sind Spiele in der französischen Ligue 1 und der spanischen La Liga. Dort schaffte es diese Saison nämlich noch kein Team, seine Spiele auszuverkaufen. Spitzenreiter in Sachen Auslastung sind PSG (95.6%) und Girona (96.8%), Schlusslichter Monaco (38.9%) und RCD Espanyol (knapp 48%).

Entgegen dem landläufigen Gerücht, niemand wolle sich in Italien Fussball anschauen, schafften es mit Inter und Cagliari immerhin schon zwei Teams diese Saison ein Spiel ausverkauft zu melden. Bis auf Roma, Lazio und Hellas schaffen es auch alle Clubs, ihr Stadion min. zur Hälfte zu füllen.

Ausverkaufkönige sind die Deutschen. Von 36 Teams der höchsten beiden Ligen schafften es bislang nur acht nicht, in min. einem Spiel alle Karten an den Mann oder die Frau zu bringen. Es sind dies Hoffenheim, Mainz und Wolfsburg in der 1. Bundesliga, Dresden, Nürnberg, Hannover, Bochum und Sandhausen in der 2. Bundesliga. Fünf Teams, Union Berlin, Köln, Dortmund, Freiburg und Bayern schafften es dabei das Stadion jeweils zu min. 99.2% zu füllen. Bayern sogar zu 100%. Schlusslicht in Deutschland: Die Hertha, die das überdimensionierte Olympiastadion nur zu etwas mehr als 63% vollbringt. Schlusslicht im deutschen Profifussball ist der KFC Uerdingen mit einer Stadionauslastung von 6.5%, was aber hautpsächlich daran liegt, dass statt an der Grotenburg in Krefeld in Düsseldorf gespielt werden muss.

Und wie sieht es in der Schweiz aus? YB und St. Gallen schafften es immerhin jeweils einmal das Stadion als ausverkauft zu melden. Während die Berner eine Auslastung von immerhin 83.4% vermelden können, füllt St. Gallen das Stadion «nur» zu 68.6% und damit aber immer noch deutlich mehr als der FC Basel, dessen Auslastung trotz sportlich besseren Leistungen nur bei 59% liegt. Klares Schlusslicht ist Servette mit einer Auslastung von 24.7%.

Fies-fröhliches Phrasenfestival

Rrr am Freitag den 20. Dezember 2019

Winterpause – die ideale Zeit für einen Theaterbesuch!

In Bern läuft seit gestern FIFA – Glaube, Liebe, Korruption. Und, wie ists? Herr Rrr hat das Angebot für Sie ausgetestet.

Anreise. Die Vidmar-Hallen erreichen Sie bequem mit dem 10er oder 17er (einfach aussteigen, wenn die urban aussehenden Passagiere den Bus verlassen. Die anderen sind Könizer auf dem Nachhauseweg.) Die Vidmar-Hallen liegen gleich vorne links, also einfach um die Ecke, dann rechts, wobei – ach, folgen Sie einfach den anderen Ausgestiegenen.

Verpflegung. Das Premiere Bier stammt von der Brauerei Felsenau und kostet 5.- (33 cl). Für denselben Preis kriegt man auch ein Amber Bier. Achtung: Würste muss man selber mitnehmen, vor Ort gibt es keine!

Einlass. Pyro im Theater – ein Tabu? Keine Ahnung. Jedenfalls gibts beim Eingang keinerlei Körpervisitationen. Securitymässig läuft alles recht chillig ab, im Vergleich zum Wankdorf. Apropos Wankdorf, schöne Überraschung beim Eingang.

Das Stück. 2×60 Minuten, dazwischen Pause. Gespielt wird auf Kunstrasen minderer Qualität (nix YB), rund herum sitzt Publikum. Das Heimteam nimmt sofort das Heft in die Hand und geht dorthin wo es weh tut. Zu den Höhepunkten der ersten Halbzeit gehört eine Sepp-Blatter-Phrasencollage, die wortgetreue Wiedergabe von Teilen von Herbert Zimmermanns WM-Final-Reportage 1954 und eine sehr schöne Hommage an den höchsten Berner Feiertag (28. April). Alles sehr erfreulich, besonders wenn man bedenkt, was für teils obskure Berater den Machern des Stücks zur Seite standen.

Nach der Pause geht die Leichtigkeit des Stücks ein bisschen verloren. Sehr schön zwar die Hommage an den CR7-Penalty im CL-Final 2016 und die Bubenträume eines kleinen Bosniers aus Zagorice, aber dazu kommen mehrere gut abgehangene Korruptionsstorys von Horst Dassler bis Gianni Infantino, juristisch wasserdicht aufbereitet, aber eher schwerfällig serviert.

Die Bilanz. “Mir persönlich fehlte ein Flitzer”, sagt Herr Rrr. “Aber sonst kamen eigentlich sämtliche Aspekte des modernen Profifussballs irgendwie vor.” Wir können Ihnen den Besuch dieses kurzweiligen und lehrreichen Stücks bedenkenlos empfehlen. Genau genommen: Sie müssen da unbedingt hin!

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

Abschiedsbesuch in Altona

Herr Shearer am Dienstag den 15. Oktober 2019

Bevor es zu spät ist: ein Besuch bei Hamburgs dritter Kraft im Fussball, dem Altonaer FC.

  • Der Spass geht los.

  • Es muss nicht immer Wurst sein...

  • ...ausser natürlich, man findet Fisch doof.

  • Und jetzt zu den Aufstellungen.

  • Die Resultattafel wird vom Stammpublikum auf dem "Zeckenhügel" höchstpersönlich bedient.

  • Loge für alle!

  • Ein Vergnügen für gross und klein.

  • Experten unter sich.

  • Nach dem Spiel: schöne Punkplatten vor dem Klubheim

Neulich hatte der für die nördliche Hemisphäre Europas zuständige Redakteur dieses Fachorgans die Gelegenheit, einer der ältesten deutschen Spielstätten einen Besuch abzustatten: der Adolf Jäger-Kampfbahn in Hamburg Altona. Deren Tage sind leider gezählt, der Verein wird innert absehbarer Zeit ein neu errichtetes Stadion mit 2’999 Plätzen und modernen Trainingsgelegenheiten beziehen. 2017 ist Altona wieder in die Regionalliga Nord aufgestiegen, man liebäugelt aber bereits mit dem nächsten Schritt in die dritte Bundesliga und damit in den offiziellen Profifussball.

Altona 93 zieht ein buntes Völklein an, darunter solche, denen St. Pauli bereits zu etabliert ist. Berühmt ist vor allem der “Zeckenhügel”, wo einige Altpunks das Resultat auf einer selbstgebastelten Anzeigetafel à jour halten – es ist zugleich die einzige im ganzen Stadion. Ansonsten ist gerade die Gegengerade sehr zu empfehlen. In deren Mitte befindet sich nebst Bierstand auch eine mit Polstermöbeln ausstaffierte “Loge”, die allen Besucherinnen und Besuchern offensteht.

Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, das Heimteam holte gegen das deutlich besser platzierte und ambitionierte Team von Weiche Flensburg ein ein hart erkämpftes 1:1 heraus. Die Gästefans aus dem noch höheren Norden mischten sich dabei ebenfalls unter die etwa 800 Heimfans, was aber zu keinen grösseren Konflikten führte.

Also, sollten Sie demnächst mal in diesem Hamburg vorbeikommen und Lust auf Fussball haben – mit neun Euro sind Sie dabei, und Tickets kriegen Sie jederzeit. Das kulinarische Angebot ist lobenswert (Fischbrötchen in allen Variationen!) und das Bier wird flott gezapft. Zu St. Pauli oder dem HSV können Sie ja dann ein anderes mal gehen.

Potenzielle Play-off-Partien – die Auslosung

Briger am Montag den 5. August 2019

Um 12 Uhr ist es so weit, der erste von vier europäischen YB-Gegnern im Herbst 2019 wird in Nyon ausgelost.

Bild: keystone

UPDATE 12:12 Uhr: YB trifft auf Kopenhagen oder Belgrad!

Lesen Sie unten nochmals unseren Ticker

11:45 Uhr: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Liveticker zur Champions League-Auslosung. Merken Sie sich schon einmal die Daten 20./21. August und 27./28. August vor. Dann finden die Spiele statt.

11:49 Uhr Uhr: Ausgelost wird heute natürlich auch der mögliche Gegner des FC Basel, wenn die Bebbi die Hürde LASK überspringen. Porto/Krassnodar oder Kiew/Brügge würden auf die Bebbi warten.

12:00 Uhr: Gleich geht’s los, also resp. gleich wird uns alles nochmals in Ruhe erklärt von Herrn Marchetti oder wer auch immer jetzt diesen Job hat.

12:01 Uhr: Ah der neue heisst Michael Heselschwerdt, er ist jetzt UEFA Head of Club Competitions.

12:02 Uhr: Das übliche blabla zu Beginn. Inkl. Rückblick auf das Finale zwischen Liverpool und Tottenham.

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Potenzielle Play-off-Partien – Teil 4

Briger am Montag den 5. August 2019

Juhui, bald ist endlich Europa-Fussi in Bern. Wir stellen die möglichen Gegner vor.

Heute Montag erhält YB den Gegner der Playoff-Partie zugelost. YB ist ungesetzt, obwohl noch acht Gegner in Frage kommen. Dies hat damit zu tun, dass die UEFA die Playoffs bereits vor der Austragung der 3. Qualifikationsrunde auslost. Setzt sich ein Team mit einem tieferen Koeffizienten durch, erbt es so den höheren Koeffizienten des Gegners. Die Namen der möglichen Gegner kennen Sie inzwischen wahrscheinlich alle, dennoch hier die Gegner aus Duell 4 mit YB-Relevanz. Lernen Sie nun bitte folgendes auswendig:

Dinamo Zagreb-Ferencváros Budapest
Mit Dinamo Zagreb ist auch eine bestens bekannte Mannschaft unter den möglichen Gegnern. Am 28. August 2018 qualifizierte sich YB dank dem 2:1 in Zagreb für die Champions-League-Gruppenphase. Den Verein auf diese Saison verlassen haben Ivan Sunjic (zu Birmingham City), Amir Rrahmani (zu Hellas Verona) und Ante Majstorovic (zu NK Osjiek). Neu dabei sind Ivo Pinto (von Norwich) und François Moubandjie, der damit die Schweizer-Fraktion um Mario Gavranovic und den Aargau-Bosnier Izet Hajrovic verstärkt. Neben Hajrovic ist auch der zweite Torschütze aus den Spielen gegen YB, Mislav Orsic noch bei Dinamo engagiert. Ebenfalls wieder im Kader Zagrebs steht Jan Lecjaks, der diese Saison aber noch nicht berücksichtigt wurde und sich einen neuen Verein suchen darf.
In der diesjährigen CL-Saison schaltete man in der 2. Runde Saburtalo Tbilisi mit 5:0 aus. In Kroatien gewann man gegen Rijeka den Supercup und auch der Start in die Meisterschaft verlief ideal. Drei Spiele, drei Siege. Dinamo ist Leader, punktgleich mit Split und Rijeka.
Gespielt wird immernoch im Maksimir vor rund 35’000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Feiernde Young Boys im Maksimir. Foto: Thomas Hodel

Der Gegner Zagrebs in der 3. Runde kommt aus dem IX. Budapester Bezirk, aus der Franzstadt oder Franzenvorstadt. Der ungarische Rekordmeister wird von Sergej Rebrov trainiert. Er ist damit der in unseren Breitengraden bekannteste Name der Ungarn. Mit Marten Wilmots spielt aber immerhin der Sohn von Marc Wilmots bei Fradi und mit Leandro steht ein Spieler im Kader, der 2008 mit Debrecen gegen YB spielen durfte. In der 1. und 2. Quali-Runde der diesjährigen CL schaffte es Budapest etwas überraschend die höher dotierten Ludogorez Rasgrad und Valletta auszuschalten (5:3 und 4:2). Das Meisterschaftsstartspiel gestern gegen Debrecen wurde wegen des Engagements der beiden im europäischen Fussball verschoben. Schweizer Vereine hatten es bereits mehrfach mit den zöld sasok (grüne Adler) zu tun. Der FC Zürich zweimal, der FC Luzern einmal, die Grasshoppers einmal (bei der einzigen Teilnahme der Ungarn an der CL-Gruppenphase 1995/96) und der FC Basel im UEFA-Cup 2004/05. Die einzigen beiden Siege gab’s dabei gegen den FCZ 1984 und gegen GC 1995 (jeweils 3:0).
Gespielt wird in der Groupama Aréna, einem Neubau eröffnet 2014. 23’700 finden darin Platz. Bis zur Fertigstellung des neuen Nationalstadions im Hinblick auf die EM 2020, spielt auch die ungarische Nationalmannschaft in der Aréna.

Das anstelle des ehemaligen Üllői-úti-Stadion (später Albert-Flórián-Stadion) erstellte Stadion in Budapest. Bild: wikimedia

Und jetzt sind Sie an der Reihe. Welchen der acht möglichen Gegner wünschen Sie sich und wieso?

Die Auslosung im Liveticker ab 12 Uhr.

Potenzielle Play-off-Partien – Teil 3

Briger am Montag den 5. August 2019

Juhui, bald ist endlich Europa-Fussi in Bern. Wir stellen die möglichen Gegner vor.

Heute Montag erhält YB den Gegner der Playoff-Partie zugelost. YB ist ungesetzt, obwohl noch acht Gegner in Frage kommen. Dies hat damit zu tun, dass die UEFA die Playoffs bereits vor der Austragung der 3. Qualifikationsrunde auslost. Setzt sich ein Team mit einem tieferen Koeffizienten durch, erbt es so den höheren Koeffizienten des Gegners. Die Namen der möglichen Gegner kennen Sie inzwischen wahrscheinlich alle, dennoch hier die Gegner aus Duell 3 mit YB-Relevanz. Lernen Sie nun bitte folgendes auswendig:

FC Kopenhagen-Roter Stern Belgrad

Der 13-fache dänische Meister aus der Haupstadt, 1992 aus der Fusion vom Kjøbenhavns Boldklub und dem Boldklubben 1903 entstanden, ist mit zwei knappen Siegen gegen The New Saints aus Wales (2:0 und 1:0) in die diesjährige CL-Kampagen gestartet. Auch in der dänischen Meisterschaft sind die Hauptsätder nach vier gespielten Runden noch ungeschlagen. Im Sommer verlor Kopenhagen mit Denis Vavro (zu Lazio), Toptorjäger Robert Skov (24 Tore in 26 Spielen in der letzten Saison, zu Hoffenheim) und Torwart Jesse Joronen (zu Brescia) zwar wichtige Spieler, nahm aber auch ordentlich Geld ein. Davon gönnten sich die Dänen zuletzt Pep Biel von Real Saragossa. Ein weiterer Neuzugang, der den Zuschauern der Netflix-Serie “Sunderland ’til I die” bekannt sein dürfte, ist der Costa Ricaner Bryan Oviedo. Ein weiterer bekannter Name ist Viktor Fischer, der ehemalige Ajax-Spieler kam über Middlesbrough und Mainz Anfang 2018 zum FCK. Guillermo Varela war mal bei Frankfurt und Pierre Bengtsson kickte in Mainz. Bereits Bekanntschaft mit YB hat Pieros Sotiriou geschlossen. Beim 3:1-Sieg der Young Boys gegen Apoel Nikosia spielte er über die volle Distanz und erhielt die gelbe Karte, beim 1:0-Sieg Nikosias auf Zypern schoss er den einzigen Treffer der Partie, der natürlich nicht hätte zählen dürfen.

Natürlich war das ein Handspiel. Foto via bscyb.ch

Die Heimspiele trägt der FC Kopenhagen im Parken, im Stadtteil Østerbro, aus. Dort finden etwas mehr als 38’000 Personen Platz.

Der Parken während des Umbais. Bild: wikimedia

Der serbische Meister aus dem Stadtteil Dedinje im zentralen Stadtbezirk Savski venac, ist wie YB erfolgreicher Titelverteidiger und nahm letzte Saison erstmals an der 1992 gegründeten Champions League teil. 1991 gewann Roter Stern den Europapokal der Landesmeister, konnte aber auch wegen des Jugoslawienkrieges und der damit verbundenenen Abwanderung zahlreicher Spieler nie mehr an die früheren Erfolge anknüpfen. In der diesjährigen CL-Kampagne setzten sich die Serben in der ersten Runde mit 2:1 gegen Sūduva Marijampolė durch und in der 2. Runde mit 3:2 gegen HJK Helsinki.

Der Star der Belgrader, Marko Marin, spielte 2016 mit Olympiakos in Bern, sein Einsatz dauerte 63 Minuten und er leitete das 1:0-Siegtor von Cambiasso ein. Ebenfalls bekannt in der Schweiz ist Veljko Simic. Simic wurde 2013 als 18-jähriger vom FCB in die Schweiz geholt. Das Bundesamt für Migration der Schweiz verweigerte Simic im Juli 2013 eine definitive Aufenthaltsbewilligung, weshalb er auch keine Arbeitsbewilligung erhielt. Im September 2013 erhielt Simic eine provisorische Spielbewilligung, die es ihm ermöglichte, Partien für den Nachwuchs des FC Basel zu bestreiten. Am 10. Juli 2014 verweigerte auch das Bundesverwaltungsgericht die Arbeitsbewilligung, dies wurde mit mangelnder Qualifikation bzw. Erfahrung des Spielers begründet. Daraufhin wurde Simic nach Slowenien verliehen. Als er die nötige Spielpraxis in einer 1. Liga dann hatte, wurde er von Basel nach Chiasso und Schaffhausen verliehen. Von Basel wechselte er nach Winterthur, wo er aber nur zwei Monate blieb, ehe er nach Serbien zurückkehrte. Vom Namen bekannt ist auch Milan Gajic, bei dem es sich aber nicht um den ehemaligen YB-Akteur handelt.
Im Sommer verlor Crvena zvezda mit Dejan Joveljic (zu Eintracht Frankfurt) und Aleksa Terzic (zur Fiorentina) zwei talentierte, junge Spieler.

YB traf in der CL-Quali schonmal auf die Serben. 2004 gab es ein 2:2 im Hardturm und eine 0:3-Auswärtsniederlage im Marakana (Stadion Rajko Mitić). Gespielt wird auch heute noch im Marakana vor 60’000 Personen.

Bild: wikimedia

Teil 4 um 10:30 Uhr.

Potenzielle Play-off-Partien – Teil 2

Briger am Montag den 5. August 2019

Juhui, bald ist endlich Europa-Fussi in Bern. Wir stellen die möglichen Gegner vor.

Heute Montag erhält YB den Gegner der Playoff-Partie zugelost. YB ist ungesetzt, obwohl noch acht Gegner in Frage kommen. Dies hat damit zu tun, dass die UEFA die Playoffs bereits vor der Austragung der 3. Qualifikationsrunde auslost. Setzt sich ein Team mit einem tieferen Koeffizienten durch, erbt es so den höheren Koeffizienten des Gegners. Die Namen der möglichen Gegner kennen Sie inzwischen wahrscheinlich alle, dennoch hier die Gegner aus Duell 2 mit YB-Relevanz. Lernen Sie nun bitte folgendes auswendig:

Spiel 2: Celtic Glasgow – CFR Cluj
Bei Celtic ist diese Saison Schluss mit Lustig. Der schwedische Verteidiger wechselt zu KAA Gent. Neu bei Celtic sind u.a. Christopher Jullien von Toulouse und Boli Bolingoli (Cousin von Jordan und Reomelu Lukakau) von Rapid Wien. Celtic durfte bereits früh in den Wettbewerb eingreifen. Zuerst setzte man sich gegen Sarajevo mit dem Gesamtscore von 5:2 durch und dann gegen Nõmme Kalju aus Estland mit 7:0.
In die Meisterschaft startete Celtic gegen Luzern-Schreck St. Johnstone aus Perth mit 7:0. Besonders hervorgetan hat sich Ryan Christie, der für die Tore vom 2-4:0 zuständig war. Bewegtbilder können Sie hier sehen:

1993 begegneten sich YB und Celtic im UEFA-Cup. Die Berner verloren nach einem 0:0 im Wankdorf auswärts nach Verlängerung mit 0:1. Das letzte Duell gegen einen Schweizer Vertreter im Europapokal verlor Celtic gegen Sion auf dem Rasen, kam aber am grünen Tisch doch weiter, da beide Spiele im Rahmen des Transfertheaters um Essam El-Hadary forfait gewertet wurden. Celtic spielt im Celtic-Park mit etwas über 60’000 Plätzen.

Celtic Park. Bild: wikimedia

Der Gegner der Schotten kommt aus Rumänien. Das Team aus Cluj-Napoca (deutsch Klausenburg, ungarisch Kolozsvár) ist in der Schweiz nicht unbekannt, spielte der FC Basel doch 2010 in der Gruppenphase gegen Cluj (1:0 und 1:2) und scheiterte 2012 in den Playoffs an den “Eisenbahnern” (0:1 und 1:2). Der rumänische Meister von 2008, 2010 und 2012 kämpfte zwischen 2014 und 2017 mit grossen finanziellen Problemen und wäre beinahe Konkurs gegangen. Wegen Verstössen gegen das Financial Fairplay der UEFA wurde Cluj auch aus dem Europapokal ausgeschlossen. Nach der finanziellen Auferstehung und dem Titel 2018 durfte Cluj dann wieder europäisch antreten. Das Aus in den Playoffs zur Europa League gegen Düdelingen wurde von der Gazeta Sporturilor als “grösste Schande im rumänischen Fussball” bezeichnet. Aktuell steht Cluj bereits wieder unter Beobachtung der UEFA und darf in dieser Saison nur 23 statt 25 Spieler für den Europapokal melden.
Der Genfer Thierry Moutinho, der mit Servette einmal eine Partie gegen YB absolvierte (2012, danach war CG Geschichte, Sie erinnern sich) verliess den Club in Richtung Bukarest. Ein in Bern bekannter Name im aktuellen Team der Rumänen ist Paulo Vinícius, der mit Braga 2011 auf die Young Boys traf, und mit Ciprian Deac steht ein Mann im Kader, der es für Schalke 04 immerhin auf 149 Minuten Bundesliga brachte.
Die Rumänen schlugen in den ersten beiden Qualifikationsrunden überraschend Astana und Maccabi Tel Aviv. In der Liga 1 stehen die Siebenbürger nach vier Runden mit 10 Punkten auf Platz 2. Gespielt wird im Dr. Constantin Rădulescu mit 23’500 Plätzen.

Das Stadionul Dr. Constantin Rădulescu. Bild: wikimedia

Teil 3 um 09:00 Uhr.

Potenzielle Play-off-Partien – Teil 1

Briger am Montag den 5. August 2019

Juhui, bald ist endlich Europa-Fussi in Bern. Wir stellen die möglichen Gegner vor.

Heute Montag erhält YB den Gegner der Playoff-Partie zugelost. YB ist ungesetzt, obwohl noch acht Gegner in Frage kommen. Dies hat damit zu tun, dass die UEFA die Playoffs bereits vor der Austragung der 3. Qualifikationsrunde auslost. Setzt sich ein Team mit einem tieferen Koeffizienten durch, erbt es so den höheren Koeffizienten des Gegners. Die Namen der möglichen Gegner kennen Sie inzwischen wahrscheinlich alle, dennoch hier die Gegner aus Duell 1 mit YB-Relevanz. Lernen Sie nun bitte folgendes auswendig:

Spiel 1: Ajax Amsterdam – PAOK Thessaloniki
Wahrscheinlich das schwierigstmögliche Los. Der letztjährige CL-Halbfinalist aus Amsterdam, trotz verändertem Kader immer noch eine starke Mannschaft, und der letztjährige Basel-Schreck aus Griechenland. Beide Mannschaften greifen in der 3. Runde erstmals in den Wettbewerb ein. Ajax verlor zwar unter anderem De Ligt und De Jong, holte dafür aber z.B. Quincy Promes vom FC Sevilla. Aus dem letztjährigen CL-Kader sind noch viele bekannte Namen dabei, etwa Torwart Onana, Blind, van de Beek (der aber bei Real gerade wieder heiss begehrt ist), Schöne, Ziyech, Huntelaar, Dolberg und Tadic, um nur einige zu nennen. Gespielt wird in der Johan Cruijff ArenA, in der fast 55’000 Menschen Platz finden.
Die Niederländer steigen in der 3. Runde in den Wettbewerb ein. In der aktuellen Saison gewann Ajax vor gut einer Woche die Johan Cruijff Schaal mit einem 2:0 gegen den PSV Eindhoven. Zum Start in die Meisterschaft gab’s am Samstag ein 2:2 gegen Vitesse Arnhem – Torschützen van de Beek und Tadic – auch bei Ajax laufen noch nicht alle Rädchen rund.

Die Johann-Cruijff-ArenA von oben. Foto: wikimedia

Die Hürde, die Ajax vor einem möglichen Treffen mit YB überwinden muss, ist der Panthessalonikische Sportklub der Konstantinopler aus Thessaloniki. Das Team wurde 1926 von aus Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, vertriebenen Griechen gegründet. In der letzten Saison schalteten die Schwarz-Weissen erst Basel und dann Spartak Moskau aus, ehe sie in der Playoff-Partie an Benfica Lissabon scheiterten. Für die Champions League konnte sich das Team noch nie qualifizieren, was unter anderem am aktuellen Gegner liegt. 2010 und 2016 scheiterte PAOK jeweils an Ajax. Bekannt aus dem Kader ist in der Schweiz Pedro Henrique, der mal für den FCZ spielte. Weitere bekannte Namen sind Vieirinha (Ex-Wolfsburg) sowie Pontus Wernblom und Miroslav Stoch, die beide bereits einmal gegen YB in der CL-Quali gespielt haben. Der Schwede Wernblom mit ZSKA Moskau, der Slowake Stoch mit Fenerbahce Istanbul. Nicht mehr dabei ist der Schweiz-Serbe Aleksandar Prijovic, der mittlerweile in Saudi-Arabien kickt. Die Heimspiele tragen die Nordgriechen im Toumba-Stadion aus (28’701 Plätze).

Das Toumba-Stadion in Thessaloniki. Foto: wikimedia

Teil 2 um 07:30 Uhr.