Archiv für die Kategorie ‘Eulersche Statistik’

Dembeles Debüt

Herr Maldini am Dienstag den 21. Mai 2019

Am Sonntag spielte Karamoko Dembele erstmals für Celtic Glasgow.

Foto: Dailymail

Der Engländer wurde im Spiel gegen Hearts of Midlothian nach der Pause beim Spielstand von 1-1 eingewechselt, Celtic gewann am Ende 2-1. Das Spezielle an Dembeles Einwechslung: Mit seinem Debüt war Dembele der erste im 21. Jahrhundert geborene Spieler, der für Celtic zum Einsatz kam. Der Jungspund war am Sonntag 16 Jahre und 86 Tage alt und damit auch der jüngste in dieser Saison in der schottischen Liga eingesetzte Spieler. Doch wie sah das eigentlich in anderen europäischen Topligen aus? Ein Überblick.

  • Bundesliga: Antonis Aidonis debütiert am 10. November 2018 in der 91. Minute. Er ist 17 Jahre, 5 Monate und 9 Tage jung und erlebt hautnah mit, wie sein VfB Stuttgart gegen Nürnberg 2-0 gewinnt.
  • Premier League: Erst 16 Jahre und einen Monat ist Fulham-Spieler Harvey Elliot jung, als er am 4. Mai dieses Jahres mithilft, die Niederlage gegen Wolverhampton zu besiegeln. Sein Anteil hält sich jedoch in Grenzen – er wird erst in der 88. Minute eingewechselt.
  • Serie A: Gleichentags wie Elliot feiert auch Angelo Ndrecka seine Premiere. Der Spieler von Chievo Verona steht in der Startaufstellung und spielt durch, und das im Alter von erst 17 Jahren, 7 Monaten und 10 Tagen. Leider bringt das nichts, Chievo unterligt SPAL 0-4. Es bleibt das bislang einzige Serie-A-Spiel des italienisch-albanischen Doppelbürgers.
  • La Liga: Ander Barrenetxea heisst der jüngste Debütant der abgelaufenen Saison, der Akteur von Real Sociedad San Sebastián ist bei seinem Debüt am 21. Dezember 2018 zarte 16 Jahre, 11 Monate und 24 Tage jung. San Sebastián unterliegt Deportivo Alavés 0-1.
  • Ligue 1: Er spielt bei Nizza, hört auf den klingenden Namen Pedro Brazão und ist bei seinem Debüt am 20. April 16 Jahre, 3 Monate und 21 Tage jung. Nützen tuts nicht viel, Nizza unterliegt Caen 0-1. Seither durfte Brazão nicht mehr ran.
  • Super League: Der St. Galler Leonidas Stergiou ist bei seinem Einsatz am 6. Februar gegen den FCZ 16 Jahre, 11 Monate und 3 Tage alt. Der FCSG gewinnt 3:1. Danach steht Stergiou 10 weitere Male auf dem Rasen und absolviert insgesamt 766 Super-League-Minuten.

Der jüngste YB-Akteur der Saison ist übrigens Felix Mambimbi, dem bei seinem Debüt im Alter von 18 Jahren und 30 Tagen am 17. Februar gegen den FCZ beinahe ein Tor gelingt.

Zündstoff

Harvest am Freitag den 26. Januar 2018

Dr. Euler wird eine viel beachtete Studie zum Ausgang der Super League Saison 2017/2018 veröffentlichen. Dem Runden Leder gibt er exklusiv einen ersten Einblick.

EulerRL: Guten Tag Herr Doktor, Sie werden bald eine Studie veröffentlichen. Worum geht es?

Dr. Euler: Ich habe mich intensiv mit der Super League befasst und mit komplizierten statistischen Methoden versucht, die Schlussrangliste 2017/2018 vorauszusagen. Die Studie wird viel Zündstoff enthalten.

Sagen Sie uns mehr zur Methode.

Für Laien ist das viel zu komplex, ich werde aber versuchen, die Idee für Ihre Leserschaft verständlich zu erklären. Als Grundlage dienten mir ausführliche Daten aller bisherigen Meisterschaften im Rahmen der Super League. Besonderes Augenmerk legte ich dabei auf die Rangierung bei der Winterpause und dem folgenden Schlussrang. Die Veränderung des Ranges diente dann als Indikator für die Rangveränderung in der laufenden Saison.

Nun gut, das versteht wohl auch unser dümmster Leser (Name der Redaktion bekannt). Sagen Sie uns, was dabei rausgekommen ist.

Die Ergebnisse lassen sich natürlich nicht in einem Satz zusammenfassen. Ich habe drei verschiedene Methoden angewendet. Die ersten beiden beziehen sich auf die Entwicklung der Clubs in der zweiten Saisonhälfte, die dritte auf den Rang, den die Teams in der Winterpause belegen. Aus den Daten wurden dann Erwartungswerte berechnet und schlussendlich die drei Resultate gewichtet aggregiert. Das Resultat sehen Sie in der Tabelle, „rot“ bedeutet, dass der Club bei dieser Variante Plätze verliert, „grün“, dass er Plätze gewinnt.

Das sieht eher langweilig aus. Können Sie uns noch etwas zur Interpretation sagen?

Kurz gesagt, meine Studie zeigt, dass sich die Tabelle bei Saisonende genau gleich präsentieren wird wie in der Winterpause.

Und wo ist da der Zündstoff?

Genau, viel Zündstoff.

Wie Sie wollen.

Prügel bringen Punkte

Harvest am Mittwoch den 25. Oktober 2017

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerSie haben es sicher gelesen, auch dieses Wochenende gab es im Umfeld von Fussballspielen in der Schweiz wieder Verletzte. Doch wieso diese Gewalt? Die Antwort ist einfach: es hilft der Mannschaft.

Ältere Leser erinnern sich an die Ereignislisten zu den Hooliganvorfällen in der Schweiz der KKJPD. Die Anzahl Vorkommnisse pro Club hat das Runde Leder vor langer Zeit schon für Sie aufbereitet. Die Daten sind eindeutig, mehr Ereignisse führen zu mehr Punkten!

Heissblütige Fans spornen ihre Mannschaft an, immer das Beste zu geben und an die Grenzen zu gehen. Manchmal überschäumt das Heissblut dann allerdings und die Leidenschaft schlägt um in Gewalt. Je mehr Leidenschaft also, desto mehr Ereignisse und aber auch mehr Erfolg. Gleichzeitig schwächen die Täter die leidenschaftliche Heissblütigkeit der gegnerischen Fans und ergo die gegnerische Mannschaft. Win-win also, zumindest für die einen.

Fussballfans werden nun reklamieren, diese Gewalt sei ein gesellschaftliches Problem und überall, wo sich viele Menschen versammeln, findet sich dieses Problem. Der klare Zusammenhang zwischen der Anzahl Vorfällen und dem Erfolg eines Teams lässt allerdings klar auf Vorsatz schliessen. Es ist nun auch völlig offensichtlich, warum sich die Clubs immer wieder aus der Verantwortung stehlen wollen, wenn es darum geht, die Gewalt zu mindern. Ich bin ja eigentlich kein Verschwörungstheoretiker, doch es würde mich nicht überraschen, wenn die Clubs gar hinter einigen dieser Vorfällen stecken würden.

Frauen als Problem?

Harvest am Mittwoch den 5. April 2017

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerWieso ist Basel so viel besser als der Rest der Schweiz (zumindest im Fussball)? Es hängt direkt damit zusammen, wie viele Leute in einem Haushalt leben (leider nur kantonale Zahlen, Quelle: BfS).

Als einziger Kanton schafft es Basel Stadt die durchschnittliche Haushaltsgrösse unter zwei Personen zu halten. Kein Wunder also, ist der FC Basel deutlich vor der Konkurrenz in der heimischen Fussballliga. Denn was ist die Hauptstörung eines jeden Mannes, der sich auf den Fussball konzentrieren möchte? Genau, eine Frau! Natürlich sind Frauen nicht nur ein Störfaktor, sie haben einige Vorteile, doch das Leben eines Fussballers beansprucht viel Zeit und da ist es hilfreich, wenn die Wohnung nicht geteilt werden muss. Für einen Fussballer ist es zum Beispiel wichtig, dass er nicht nur auf dem Platz trainieren kann, sondern auch zu Hause. Dabei geht es hauptsächlich um das Videostudium anderer Spiele und das erlernen oder automatisieren spezieller Spielzüge an der PlayStation.

Die grössten Haushalte finden sich, wen wunderts, bei den Katholiken in Luzern, St. Gallen und Sion (resp. im Wallis). Erstaunlicherweise fallen die Clubs in der Liga allerdings nicht ab, hauptsächlich der in diesen Regionen noch intakten Familienstrukturen wegen. Die Frau kümmert sich traditionell um den Haushalt und wenn Kinder in die Beziehung kommen, sind die Damen soweit beschäftigt, dass die Männer ihren Hobbies resp. ihrem Beruf wieder nachgehen können.

Persönlich geniesse ich natürlich die Gesellschaft von Frauen, ich bin schliesslich auch kein Fussballer und kann mich ihnen somit vollständig widmen, d.h. könnte, wenn ich denn die Gelegenheit bekäme. Als Statistiker bin ich für das gegnerischeweibliche Geschlecht nur unwesentlich attraktiver als ein Buchhalter.

Schweizer vor Ausländern

Harvest am Mittwoch den 18. Januar 2017

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerNach den Festtagen lag ich vollgefressen und träge auf dem Sofa und liess meine Gedanken schweifen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die ersten Plätze der Super League alle von Schweizer Clubs belegt sind. Kann es sein, dass Schweizer einfach besser sind als Ausländer? Die Daten lassen keine Zweifel zu, wie Sie der folgenden Tabelle entnehmen können.

Schweizer sind besser als Ausländer. Doch wieso ist das so? Ich wollte mit Spezialisten darüber sprechen und habe mich mit Politikern aus verschiedenen Lagern unterhalten. Wobei, unterhalten habe ich mich eigentlich nur mit einem anonym bleiben wollenden Exponenten der grössten Volkspartei, der Rest hat mich mit Schimpf und Schande zum Teufel gejagt und einen Rassisten genannt. Von diesem Exponenten allerdings erhielt ich eine konstruktive Erklärung:
„Die Schweizer sind rechtschaffen, schon als Kind lernen sie, sich durchzubeissen und auf eigenen Beinen zu stehen. Schweizer hängen am Abend nicht am Bahnhof rum und trinken Bier, sie glotzen nicht jeder Frau nach und machen primitive Sprüche. Schweizer wissen, was es braucht, um sein Leben selber zu meistern und nicht den Staat dafür zahlen zu lassen. Schweizer übernehmen Verantwortung für ihr Leben und wissen, wie sie ihre Ziele erreichen können.“

Hilfe, Hooligans! (2)

Harvest am Mittwoch den 23. November 2016

Randsport ist des Toifels!
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Bereits letzte Woche haben Sie (bei uns zuerst!) erfahren, dass die KKJPD eine Ereignisliste über Hooliganvorkommnisse führt. Und zwar nicht nur im Umfeld des Fussballs, sondern bei allen Sportanlässen. Da können Sie Beispiele finden aus dem Ski Weltcup (Missbrauch von Pyrotechnik im Zielbereich des Lauberhornrennens), dem Wasserball (Knall- und Leuchtpetarden vor Hallenbad, Eingangssturm durch 30-40 vermummte Gästefans bei SC Kreuzlingen – Unihoc Bassersdorf) oder dem Unihockey (Konfrontation zwischen gegnerischen Fangruppierungen mit sechs Verletzten, Polizeiintervention bei SV Waldenburg – Belgrad). Diese Liste ist abschliessend.

Nicht ganz, da ist ja noch der Superrandsport, bei dem sich auch gestandene Redaktöre nicht scheuen, sich öffentlich als Fan zu outen (kaum zu glauben, aber wahr). Eishockeyspiele sind offensichtlich auch ein beliebter Tummelplatz für dümmliche Halbstarke und Halbstarkinnen, allerdings immer noch deutlich seltener als Fussballspiele.

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Obwohl im Eishockey deutlich mehr Spiele durchgeführt werden, finden sich dort weniger Vorfälle. Ist der Sport einfach friedlicher? Sind die Zuschauer gesitteter? Sind sie vernünftiger? Intelligenter gar?

Nix da, Grund ist, dass bei gefühlten tausend Spielen, dessen Sinn einzig und alleine darin besteht herauszufinden, wer gegen wen antreten muss, auch dem angefressesten Hooligan die Lust vergeht, ein Stadion zu besuchen.

Das Hooliganproblem im Fussball lässt sich also einfach lösen. Es braucht so schnell wie möglich einen einschläfernd langweiligen Modus.

Mit Ach und Krach zum Kasach (V und Schluss)

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 29. September 2016

Das ging aber rassig! Unser Sonderkorrespondent Herr Shearer ass Kartoffelsuppe mit Kurt und ist nach fünfeinhalb Tagen Reise in Astana eingetroffen.

astana_logo_320_3„Liebe Freunde des eurasischen Fussballs, ich melde mich zum letzten Mal aus dem Zug; Juri und Igor sind letzte Nacht in Ufa wieder ausgestiegen, dafür ist ein junger Kerl aus Karaganda neu im Abteil. Als er sein Gepäck unter der Sitzbank versorgen wollte und diese deshalb hochklappte, kam ein grosser Kessel Honig zum Vorschein. Das Schlafwagenpersonal treibt offenbar nebenbei noch etwas Import-Business.

Morgens wurde ich dann auch noch in ihr Abteil zum Tee eingeladen und mit einer Flasche kasachischen Wodkas der Marke Parlament beschenkt. Dafür musste ich zum wiederholten Male über Löhne und Lebenshaltungskosten Auskunft geben. Wussten Sie übrigens, dass der Bruder des einen „Provodnik“ (Schlafwagenbegleiters) Fussballprofi ist und beim Zweitligisten Kairat Almaty die Nummer sieben trägt? Sehen Sie, da war ich auch ein bisschen überrascht. Er zeigte mir dann ein Bild seines Bruders, und ab sofort ist Kairat meine Lieblingsmannschaft in der zweithöchsten kasachischen Liga, weil auch Gelb-Schwarz.

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Etwas später werde ich wieder ins vorderste Abteil gerufen; kaum habe ich mich gesetzt, stellt man mir schon eine Schüssel Suppe auf den Tisch. Auch mein kasachischer Abteilgenosse isst mit. Die Begleiter haben in ihrem Abteil eine Kochplatte, und heute haben Sie eben Suppe gekocht, mit Kartoffeln, Nüdelchen – und Kurt! Kurt ist eine Art Frischkäse aus Stutenmilch, er gibt dem ganzen einen angenehm säuerlichen Geschmack. Und Dill darf natürlich auch nicht fehlen, viel Dill schwimmt da in der weissen Brühe. Es schmeckt lecker und macht satt. Ich werde mich für die grosszügige Gastfreundschaft mit einem Kilo Schoggi und YB-Feuerzeugen zu revanchieren versuchen.

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Ausländer rein!

Harvest am Mittwoch den 28. September 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerWieso dümpelt Ihr Lieblingsclub fortwährend im Ligamittelfeld oder gar den Niederungen des Tabellenendes umher? Sicher wollen Sie etwas dagegen unternehmen. Neben einem vernünftigen Vereinsvorstand und einigermassen stabilen Strukturen gibt es vor allem eine Massnahme, das Ihren Club aus der Misere rausholen könnte.

Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht eine grosse Menge an demographischen Daten, da ist es oftmals schwer, die wirklich wichtigen und vor allem aussagekräftigen herauszufiltern. Wenn man sich die Mühe aber macht, können bahnbrechende Erkenntnisse daraus gewonnen werden. Wir wenden uns heute einer Minderheit zu, den Inländern ohne Schweizer Pass (also alle, die sich weder “Schweizer” noch “Eidgenossen” nennen können). Dabei wird deutlich, dass ein hoher Ausländeranteil in der städtischen Bevölkerung zu einem erfolgreichen Club führt.

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Der Ausreisser YB profitiert von oben genannten Strukturen, die den tiefen Ausländeranteil grösstenteils wettmachen.

Doch wieso ist das so?
Der Grund ist so einfach wie offensichtlich. Ausländer spielen besser Fussball! Das glauben Sie nicht? Seit es europäische Wettbewerbe gibt, haben diese immer ausländische Club gewonnen, die Schweizer haben es noch nicht mal je ins Finale geschafft. Die Sieger von Welt- und Europameisterschaften? Alles Ausländer!

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, setzen Sie sich für die Aufnahme von Ausländern in Ihrer Stadt ein. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Isländisches Wunder?

Harvest am Mittwoch den 6. Juli 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

Euler

Wie haben sich die Menschen in ganz Europa gefreut über und erfreut an den wilden Männern von der unwirtlichen Insel Island. Überaus sympathisch seien sie und von einer Männlichkeit, die in Kontinentaleuropa seinesgleichen sucht. Selbst Frau Dr. Euler hat sich in überschwänglichen Lobeshymnen über die Insulaner geäussert. Aber das gehört jetzt nicht hierher.

Sowieso und überhaupt sind sich alle Fussballfans und -experten einig, dass der Erfolg der isländischen Fussballnationalmannschaft eine der dicksten Überraschungen in der Geschichte der Europameisterschaften sei. Ich will diese Plattform nicht nutzen um anzugeben, doch für mich war da kein Wunder zu erkennen. Wer sich ein wenig mit Statistik auseinandersetzt, konnte schon im Vorfeld des Turniers mit diesem Abschneiden rechnen. Schliesslich hat Island die deutlich höchste Quote an Beschäftigten im Sportbereich aller europäischen Staaten. Das untenstehende Balkendiagramm zeigt die Gesamtzahl der Beschäftigten im Sportbereich, ausgedrückt als Prozentanteil an der Gesamtbeschäftigung (Quelle: eurostat, Zahlen von 2012).

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Der Anteil ist bei den Isländern um 57% höher als bei den Schweden! Da können Sie noch lange versuchen, mit der richtigen Taktik Erfolg zu haben, wenn Ihnen der Grundstock, das Arbeitsmaterial in Form von Sportlern, fehlt, sind Sie zum Misserfolg verdammt.

Für mich die grosse Überraschung war, dass Island bereits nach dem Viertelfinale nach Hause reisen musste. Aber wie mein Lieblingsexperte Gürkan Sermeter jeweils zu sagen pflegt: “So isch ebe Fuess­ball.”

Ist die SVP fussballfeindlich?

Harvest am Mittwoch den 23. März 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerSie erinnern sich. Am 18. Oktober 2015 wählte die Schweiz ein neues Bundesparlament. Auch ich habe mich damals an dieser Wahl beteiligt, aber als Statistiker interessieren mich vor allem die Resultate und welche Lehren wir daraus ziehen können. Im Bezug auf Fussball sind die Zusammenhänge offensichtlich. Ich habe die Wähleranteile der Super League Städte genauer unter die Lupe genommen. In der einzigen Stadt mit zwei Clubs in der höchsten Klasse habe ich mir sogar die Mühe gemacht und die Auswertung nach Kreisen vorgenommen, GC gehört traditionell zum Hardturm, der FCZ zum Leichtathletikstadion.

Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass die Städte, die ihre Stimmen eher nicht den Rechtsparteien SVP und Lega gegeben haben, im Fussball erfolgreicher sind.

Rechtswaehler

Auf den zweiten Blick wird dann auch noch klar, dass diese Städte eher links gewählt haben, nämlich Grüne und SP.

Linkswaehler

Nun, wieso sind Fussballclubs aus eher linken Städten erfolgreicher?
Traditionell können sich SVP/Lega-Wähler auch mit deren Politik identifizieren und natürlich auf der anderen Seite die Linkswähler mit der Politik der Linksparteien. In den Augen der SVP und der Lega sind Menschen hauptsächlich Humankapital, das sich gefälligst der Wirtschaft zu unterordnen hat. Das bedeutet, dass sich deren Wähler natürlich auch genau so verhalten und sie somit alles tun, um beruflich erfolgreich zu werden (d.h. viel Geld zu verdienen) und die Freizeit so klein wie möglich zu halten. Gleichzeitig sind die Linkswähler (Grüne und SP) eher Menschen, die sich ihr Leben vom Staat finanzieren lassen möchten und sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen stark machen. Genau diese Haltung führt dazu, dass sie ihre Kinder rausschicken zum Spielen, wobei diese unweigerlich beginnen Fussball zu spielen. Bei dieser Gelegenheit erkennen und verfeinern sie ihr Talent, während die Kinder von Rechtswählern in ihren Zimmern sitzen und Wirtschaft büffeln.

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, übernehmen Sie linkes Gedankengut und lassen Ihren Kindern den benötigten Freiraum. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Religion oder Fussball?

Harvest am Mittwoch den 2. März 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

Euler

Vor einiger Zeit habe ich Ihnen an dieser Stelle den offensichtlichen Zusammenhang zwischen vielen Golfplätzen und schlechten Fussballclubs aufgezeigt. Es hat mich gefreut, dass sich darauf auch kritische Stimmen geäussert haben. Schliesslich liegen die Kommentatoren nicht falsch damit, dass Golfplätze nicht die Alleinschuldigen sind.

Heute werde ich Ihnen einen weiteren Feind des erfolgreichen Fussballclubs vorstellen.
Ein Talent, das sich zum Fussballstar entwickeln will, muss sich von früh bis spät mit Fussball befassen und seine Gedanken dürfen sich nicht um unwesentliche Nebensächlichkeiten drehen. Neben der Schule, die in der Schweiz für jedes Kind Pflicht ist, gibt es diverse Dinge, die Kinder vom Fussball ablenken können. Oft sind das Computerspiele, Fernsehsendungen oder gar Liebschaften. Vielfach aber spielen auch die Religionen eine Rolle. Schliesslich predigen diese geradezu, dass sich Klein-Messi intensiv damit auseinandersetzen soll.

Die Statistik spricht einmal mehr eine deutliche Sprache:

Konfessionslos

Wieder liefert das BfS die Datengrundlage. Für Sion, Thun und Vaduz liegen nur Zahlen für den ganzen Kanton bzw. das ganze Land vor, für die anderen wurden die Werte der Städte verwendet. In der Grafik sehen Sie den Anteil der Konfessionslosen an der Gesamtbevölkerung 2014.

Offensichtlich hängt der Erfolg des Clubs direkt mit dem Anteil der Konfessionslosen zusammen. Nicht nur halten Religionen die Kinder vom Denken an Fussball ab, sondern sie nehmen auch wertvolle Zeit, die fürs wichtige Fussballtraining verwendet werden sollte, in Anspruch. Wo soll das Talent noch Zeit für die Verfeinerung der Technik finden, wenn es ständig in die Bibelgruppe, das Fastenseminar und die Messe sitzen muss?

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, schicken Sie Ihre Kinder ins Training und nicht in die Sonntagsschule. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Vorsicht Golfplatz!

Harvest am Mittwoch den 17. Februar 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerFührende Experten im Bereich Fussball sind sich einig, guter Nachwuchs ist für einen längerfristig erfolgreichen Fussballclub unabdingbar. Damit kann der Club nicht nur die erste Mannschaft verstärken, sondern immer mal wieder einen gehörigen Batzen verdienen, indem er Talente an zahlungsfähige Ausländer verschachert.

Das haben die Fussballclubs natürlich gemerkt und viele reagieren mit einem Nachwuchsförderungskonzept. Tönt gut und vielversprechend, nützt aber nichts. Viel wichtiger als ein schwülstiges Konzept ist nämlich, dass die Talente in der Freizeit Freude am Fussball gewinnen und jede freie Minute auf dem nahegelegenen Feld verbringen. Damit das möglich ist, braucht es ebensolche nahegelegenen Felder. Heutzutage ist es aber nicht mehr selbstverständlich, dass neben dem Elternhaus ein einigermassen ebenes, fussballtaugliches Feld steht, oft läuft das trainingswillige Kind direkt an einen eingezäunten Golfplatz.

Golfplätze sind nicht nur der Tod der Biodiversität, sondern auch des erfolgreichen Fussballs, wie der Homepage des Bundesamtes für Statistik entnommen werden kann. Das BfS stellt dem interessierten Leser die Daten über den Anteil der Fläche von Golfplätzen an den Erholungs- und Grünflächen (wo junge Talente Fussball lernen) zur Verfügung, allerdings nur kantonal (für Vaduz wurde der Durchschnitt der beiden Grenzkantone St.Gallen und Graubünden verwendet):

Golfplätze

Der Zusammenhang ist offensichtlich, doch einige Ausreisser verzerren das Bild. Sie fragen sich sicher, wieso GC und Zürich in der Tabelle so weit auseinander liegen. Der Grund liegt im Einzugsgebiet der Clubs. GC findet seine Talente hauptsächlich im Aargau (Anteil Golfplätze 4.8%) und Zürich, wenn überhaupt, im Kanton Appenzell Innerrhoden (Anteil 67.9%). Die gleiche Frage stellt sich auch für YB und Thun, wobei hier die Antwort auf der Hand liegt. Thun liegt im Berner Oberland und deren Erholungs- und Grünflächen liegen an Berghängen, die sich für Fussball überhaupt nicht eignen.
Der letzte Ausreisser, Lugano, lässt sich nicht so einfach erklären. Wahrscheinlich sind die Tessiner einfach grösstenteils talentfrei (was den Fussball angeht).

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, setzen Sie sich gegen die fussballfeindlichen Golfplätze in Ihrem Kanton ein. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.