Archiv für die Kategorie ‘Erledigte Fälle’

Erhebliche Emotionen

Rrr am Freitag den 30. Dezember 2016

Messi weint, Ronaldo lacht.

Nur zwei Höhepunkte im Fussballjahr 2016! Unsere Freunde von JTG Productions haben alle wichtigen Szenen des Weltfussballs nochmals aufbereitet. Eigentlich fehlt nur die Meisterfeier des BSC Young Boys. Aber egal, Film ab, und nachher ist dann fertig mit Rückblickzeugs.

Erhebliche Irritationen

Rrr am Dienstag den 22. November 2016

Vorsicht: Kleidung in Leuchtfarben kann Ihre Passgenauigkeit gefährden.

So erging es jedenfalls Michael Bostwick vom FC Peterborough. Sein Team trat in Fluoreszent-Gelb zum Auswärtsspiel in Northampton an. Als Bostwick im Mittelfeld in Ballbesitz kam, hatte er mehrere Anspielstationen.

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Bostwick entschloss sich für einen spielverschleppenden Querpass im besten Johan-Vogel-Stil, aber leider war das die falsche Lösung.

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Denn der vermeintliche Mitspieler war ein Stadion-Steward, der ebenfalls Kleidung in Leuchtfarben trug. Studieren Sie die ganze Szene nun in faszinierenden Bewegtbildern und … Diesen Beitrag weiterlesen »

Authentische Arbeitskraft

Rrr am Montag den 10. Oktober 2016

Unser Berufsberater Bernhard Beyeler löst auch die schwierigsten Fälle.

“Liebe Leser, in den letzten 25 Jahren konnte ich unzähligen Menschen bei der beruflichen Neuorientierung helfen. Mein Motto: Es ist nie zu spät für einen Neuanfang!

Auf der Suche nach dem passenden Job ist es wichtig, sich selber richtig einzuschätzen. TV-Reporter Lukas Studer zum Beispiel bezeichnet sich auf seiner Website als “menschlich und sympathisch, professionell und unaufgeregt, von einfühlsam bis herausfordernd, aber immer authentisch”.

Nun, das trifft es nicht ganz. Was wir Herrn Studer aber sicher zugute halten können, ist, dass er gerne mit anderen Menschen plaudert. Er ist stets sauber gekleidet, wirkt nicht allzu aufdringlich und erledigt die ihm aufgetragenen Aufgaben zur vollen Zufriedenheit seiner Vorgesetzten.

Von dem her ist Herr Studer geradezu prädestiniert für einen Job als Verkäufer im Swisscom-Shop Schwamendingen. Wer Leute dazu bringen kann, Dinge zu sagen, die niemanden interessieren, kann Ihnen sicher auch Sachen verkaufen, die keiner braucht.  

Nächstes Mal erkläre ich Ihnen, wie ich Herrn Salzgeber den Statistenjob beim Remake eines 70er-Jahr-Sexfilms näherbringen will und warum Sascha Ruefer als Marktschreier an einem BEA-Stand für Rüebliraffeln bestens aufgehoben wäre. Eventuell ist Ihnen das alles aber bereits selber klar.”

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Brauchen auch Sie eine berufliche Veränderung? Dann lesen Sie unser Schwesterblog Beruf & Berufung, dem Fachforum für Einblicke in die Arbeitswelt.

Eventuell nicht mehr kontrollierbar

Rrr am Dienstag den 13. September 2016

Das viele Geld im Fussball ist problematisch.

Zu dieser Erkenntnis ist Sepp Blatter gekommen, der gestern abend vor den Aktionären des FC Thun referierte.

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“Die Reichen wollen immer reicher werden”, kritisierte er in seinem 40-minütigen Grundsatzreferat und griff die UEFA an wegen der “abstrusen Idee”, den vier grossen Nationen je vier fixe Startplätze in der Champions League zu gewähren. Das mache den Weg in die Königsklasse für den FC Basel viel schwieriger. Erleben Sie nun eine Minute O-Ton mit Onkel Sepp:

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Komplovdiv

Herr Shearer am Donnerstag den 1. September 2016

Obacht bei der Trainerwahl!

Im bulgarischen Plovdiv ist man seit Dienstag auch gescheiter. Aber leider jetzt eben schon wieder trainerlos, obwohl es mit dem Neuen sicher gut gepasst hätte. Der passte aber den treuesten und heissblütigsten Anhängern von Bulgariens ältestem Fussballklub nicht: den Ultras. Nikolai Mitov hatte gerade die Vorstellungs-Pressekonferenz hinter sich, als er sich anschickte, das erste Training zu leiten. Doch das Trainingsgelände wurde von mehreren Dutzend Ultras gestürmt, welche Mitov bedrohten und ihm unmissverständlich zu verstehen gaben, dass er hier unerwünscht sei und unverzüglich wieder abreisen solle. Mitov und sein Assistent Marian Hristov – der ehemalige Bundesligaprofi – brachen darauf das Training unverzüglich ab und beendeten ihr Gastspiel nach gerade einmal zwei Stunden bei den Gelbschwarzen.

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Man muss drum wissen: Herr Mitov spielte auch einmal beim rivalisierenden Levski Sofia, wo er auch noch als Trainer amtete. Allerdings brachte er es in seiner Aktivzeit gerade mal auf sieben Spiele und ein Tor für den Klub aus der Hauptstadt.

Mitov ist nicht das einzige Opfer der Aktion der aufgebrachten Fans: als Reaktion auf den Vorfall gab auch der Besitzer Rumen Chandrov seinen Rücktritt bekannt: “Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Es ist reine Respektlosigkeit, sie haben mich damit zum Rücktritt gezwungen”.

Sie sehen, es gibt endgültig keine Gründe mehr, sich über die Halbwertszeit von Trainern im Walllis lustig zu machen.

Schlussmontage

Val der Ama am Dienstag den 12. Juli 2016

Ein letzter Beitrag zur Euro 2016.

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Leider war diese EM ziemlich schlecht. Aber es gibt ja die Psychologie und damit auch Freud und seine Verdrängungslehre und das hilft extrem. Weil so wissen wir, dass wir unangenehme, schmerzliche oder aber auch todlangweilige Erfahrungen einfach unbewusst ins Unbewusste schieben. Diese Verdrängung ist ein ganz fundamentaler Abwehrmechanismus, der dem Menschen das seelische Überleben überhaupt ermöglicht.

Was für ein Glück also, dass unsere Erinnerungen an diese Europameisterschaften dynamische Rekonstruktionen selektiv wahrgenommener Informationen sind. Noch dazu sind sie emotional gefärbt und manipulierbar. Sie werden sehen: Schon bald sind Ihre Erinnerungen positiver und froher, weil Sie das Bedürfnis haben, mit sich selbst im Reinen zu sein. Wir – und ja, besonders wir Fussballfans – wollen unser Selbstbild schützen und reduzieren deshalb die kognitive Dissonanz und konstruieren uns eine heile Welt.

Oder wir lassen uns eine solche von der BBC produzieren.

Partydrogen und Prosecco

Rrr am Montag den 4. Juli 2016

RL exklusiv: Die Isländer im Leutschenbach sind gar keine Isländer. 

Die Bilder rührten gestern abend hunderttausende TV-Zuschauer: Eine Gruppe isländischer Fans sorgte im Studio von SRF in Zürich für eine Riesenstimmung, liess sich vom 2:5-Debakel nicht unterkriegen und verabschiedete ihr Team am Schluss mit dem berühmten  Huh-Spektakel. Huhnerhaut pur!

Doch jetzt zeigen Recherchen des Runden Leders: Das waren gar keine Isländer. “Es waren dieselben 50 Zuschauer, die bei jedem Spiel im Studio sitzen”, berichtet uns ein Gewährsmann. “Diesmal waren sie einfach als Isländer verkleidet.”

Die Gruppe ist laut unserer Quelle seit Anfang EM in Leutschenbach interniert, hat täglich zweimal Freigang im Hinterhof des SRF-Areals und wird in der übrigen Zeit im Studio 4 gefangen gehalten. Damit die Stimmung nicht kippt, werden den Leuten angeblich regelmässig Party-Drogen und Prosecco verabreicht. 

“Aber so aufgedreht wie gestern waren sie noch nie”, berichtet unsere Quelle. “Wahrscheinlich waren da noch andere Substanzen im Spiel.” Was man auf den Bildern nicht sieht: Matthias Hüppi machte den Gunarsson, also den Vorklatscher. “Er kletterte oben ohne auf den Expertentisch, klebte sich einen Bart an und begann rhythmisch zu klatschen.” 

Während die EM heute ruht, müssen sich die Leutschenbacher TV-Geiseln bereits auf ihren nächsten Einsatz vorbereiten.  Sie werden zu Walisern umgebaut und üben schon die Herz-Choreo des Teams um Gareth Bale. Als Zappelphilipp in der Mitte ist am Mittwoch Rainer Maria Salzgeber vorgesehen. 

Schwindelerregendes Schluckvermögen

Herr Shearer am Donnerstag den 30. Juni 2016

Anhand eines erschreckenden Falls aus Frankreich zeigt unser Sicherheitsexperte, was Fussball und Alkohol aus unbescholtenen Menschen machen können.

scharer-rat-300x148“Klar, wer den Engländern bei ihren kläglichen Versuchen Fussball  zu spielen, mehr als fünf Minuten zugeschaut hat, will sich einfach nur noch betrinken. Da haben auch wir Gesetzeshüter ein gewisses Verständnis. Ein Engländer, dessen Namen wir hier aus Täterschutzgründen leider nicht nennen dürfen, ging danach allerdings zu weit. Dane Robertson aus Peterborough verbrachte seine Ferien in Südfrankreich. In Nizza mietete er sich über die Übernachtungsplattform AirBnB eine Wohnung. Von zweifelhaften Freunden liess er sich dazu überreden, mit ihnen ein Spiel der “Three Lions” anzuschauen. Im Nachgang muss der Alkohol in Strömen geflossen sein – Herr Robertson soll neben ordentlich viel Wein und Bier auch noch eine dreiviertel Flasche Wodka intus gehabt haben!

Jedenfalls hat er sich danach bei seinem Interims-Domizil in der Adresse geirrt und ergo passte der Hausschlüssel nicht. Der Delinquent polterte danach so solange mit den Fäusten und schliesslich auch noch mit einem Feuerlöscher gegen die Türe, bis ihm der durch den Lärm aufgeweckte rechtmässige Bewohner, einer meiner französischen Berufskollegen, gegenüberstand. Der tat nach einer kurzen Schlägerei mit dem aufgebrachten Radaubruder das einzig richtige, das zu tun ist, wenn einem so ein randalierender, besoffener Engländer begegnet: er schaltete ihn kurzerhand mit einer ordentlichen Portion Pfefferspray aus.

Der Uni-Absolvent zeigte sich vor Gericht reuig und erschrocken darüber, was der Alkohol mit ihm angerichtet hatte. Schliesslich scheint es auf der Insel derzeit Volkssport zu sein, gröberen Unfug anzurichten und dann erschrocken vor dem Scherbenhaufen zu stehen. Auf jeden Fall beteuerte der Delinquent sogleich, niemals mehr einen Tropfen zu trinken, und für Fussball interesserie er sich ja eigentlich auch nicht. Dafür, dass er Einsicht zeigte, wurde er nur auf Bewährung verurteilt; er und seine Freunde nahmen dieses Urteil mit Erleichterung auf, wie Figura zeigt:

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Ich begrüsse diese Vorsätze ausdrücklich und möchte auch Sie auffordern, im Sinne der Sicherheit Alkohol und Fussball abzuschwören. Fangen Sie am besten gleich heute an und schauen Sie sich auf gar keinen Fall das erste Viertelfinalspiel der UEFA EURO 2016 TM  zwischen Polen und Portugal an – diese Affiche droht ebenfalls, nur schwer erträglich zu werden! Vermeiden Sie deshalb ab 21:00 Uhr unbedingt folgende Sender: SRF2, RTS2, TSI2, TF1, ARD, ORF1 und ITV. Besten Dank für Ihren Einsatz und Ihr Opfer zugunsten von Recht, Ordnung und Sicherheit.”

 

 

Ramsch im Keller

Rrr am Montag den 27. Juni 2016

Was man nicht alles findet beim Aufräumen.

Das da fanden wir gestern Abend, als wir den Redaktionskeller entrümpelten. Braucht das noch irgend jemand? Sonst werfen wirs fort.

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Todsicherer Tipp

Herr Shearer am Donnerstag den 12. Mai 2016

Sie brauchen dringend Geld? Wir haben da einen todsicheren Anlagetipp für Sie!

Spätestens seit dem Wunder von Leicester weiss jeder, was man mit dem richtigen Näschen und etwas Geldeinsatz bei Sportwetten abräumen kann. Unsere Freunde von FourFourTwo waren so freundlich, die Europameisterschaft, welche gemäss unbestätigten Gerüchten demnächst ganz in der Nähe anfängt, durchzuspielen.

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Grundlage der Simulation war das Computerspiel Pro Evolution Soccer 2016, zu dem es seit kurzer Zeit auch ein Update für alle an der Euro teilnehmenden Mannschaften gibt. Sollten Sie beabsichtigen, die UEFA Euro 2016 TM tatsächlich noch live mitzuverfolgen, dann lesen Sie jetzt hier nicht mehr weiter!

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Geisterstadien (II)

Herr Maldini am Freitag den 22. April 2016

Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unserer Serie.

biel-hochGetrieben von Nostalgie suchten der Beobachter-Journalist Daniel Benz und der Fotograf Kuster Frey im März einige Schweizer “Lost Grounds” auf (Beobachter 6/2016). Sie besuchten Basel, Genf, St. Gallen, Biel und Zürich und erforschten dabei den Kern des Fussballs, dessen identitätsstiftende Orte, ja dessen Seele.

Zum Vorschein kamen verlotternde Arenen, langsam von der Natur zurückerobert, aber auch eine Parkanlage, in welcher fast nichts mehr an ein Fussballstadion erinnert.

Der Beobachter weckt dabei viele Erinnerungen an früher und ergänzt diese mit schönen Bildern. Am besten sehen Sie selbst: Verlassene Stadien – Hier spuken Sportsgeister.

Grund zur Panik

Herr Shearer am Donnerstag den 31. März 2016

Manche Menschen haben komische Hobbies. Sie sammeln Zigarrenbanderolen, züchten Nacktschnecken oder interessieren sich für die Schweizer Fussballnationalmannschaft. In diesem Zusammenang erreicht uns soeben diese dringende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dr. Rüdisühli, das darf doch nicht wahr sein! Jetzt haben diese Nulpen innert ein paar Tagen gegen zwei Zwergstaaten verloren. Jetzt mal ehrlich: so müssen wir im Sommer schon gar nicht nach Frankreich fahren, oder? Auch ausgewiesene Experten sind übrigens meiner Meinung, kommen Sie mir also nicht mit irgendwelchen zweckoptimistischen Allgemeinplätzen! Mit sportlichen Grüssen, Ihr Heinz N. aus T.

“Lieber Heinz, keine Angst, ich teile Ihre Meinung vollkommen. Die Statistik gibt uns beiden dabei in grössten Teilen Recht. Seien wir mal ehrlich – an eine Europameisterschaft fährt man einzig und allein, um sie zu gewinnen. Sonst bucht man besser gleich zwei Wochen an einem schönen Sandstrand. Und nun fragen wir die Statistik, ob es möglich ist, mit einer solch schlechten Bilanz am Schluss einen Pokal zu stemmen. Lassen Sie mich die Antwort mit  Radio Eriwan geben: im Prinzip ja. Aber halt eben wirklich nur im Prinzip. Wie sieht denn die Bilanz der letzten acht Europameister in den Vorbereitungsspielen auf das Turnier aus? Wir haben die Testspiele der letzten acht Europameister ausgewertet, welche diese im Jahr des Titelgewinnens ausgetragen haben.

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Nun, wie Sie sehen, hat nur Griechenland im Jahr des Titels zwei Vorbereitunsspiele verloren. Falls also noch ein leichter Ruck durch die Mannschaft geht und die Verteidigung in sämtlichen Spielen einigermassen dicht hält, besteht theoretisch noch eine Chance. Aber wenn man es sich noch einmal durch den Kopf gehen lässt, dann muss man leider sagen: so etwas wie den Sieg der Griechen damals wollen selbst die härtestgesottenen Landi-Fans nicht noch einmal miterleben müssen. Ich empfehle Ihnen deshalb dringend, die Geranienkisten vorläufig noch nicht mit Papierfähnchen zu schmücken und nicht zuviele Aktions-Schweinssteaks im Tiefkühler einzulagern. Warten Sie auf alle Fälle noch die zwei letzten Testspiele ab (am 28.5. in Genf gegen Belgien, am 3.6. in Lugano gegen Moldawien). Sollte das A-Team des SFV auch diese beiden Begegnungen nicht siegreich gestalten können, halte ich es für möglich, dass der Blick den Vertrag von Vladimir Petkovik vorzeitig auflöst. Aber wir wollen ja jetzt noch nicht den Teufel an die Wand malen. Ich wünsche Ihnen und allen anderen Menschen mit diesem speziellen Interessengebiet auf alle Fälle einen schönen Sommer. Hopp Schwiiz, Ihr Dr. Rüdisühli