Archiv für die Kategorie ‘Erledigte Fälle’

Kolossale Kollisionen

Rrr am Samstag den 11. August 2018

Die Woche kompakt mit unserem Kolumnisten.

„Wie konnte das bloss geschehen? Das ganze Land rätselt, aber dummerweise gibt es keinen Voice Recorder, der die fatalen 30 Sekunden vor dem Crash aufgezeichnet hätte. Wir können also nur mutmassen, was genau passierte, bevor Behrami das Telefonat mit Petkovic abrupt beendete und den ‘Blick’ anrief.

Immerhin hat Petkovic das persönliche Gespräch gesucht. Er hätte ja auch ein SMS schicken können. Johann Schneider-Ammann hat neulich dem Gewerkschaftsführer Rechsteiner ein SMS geschickt, aber nicht einmal eine Antwort erhalten. Respektive, die Antwort kam dann über die Medien. Das ist auch nicht schön. Deshalb dachte sich Petkovic, lieber kein SMS, sonst geht es mir wie Schneider-Ammann, aber das nützt natürlich auch nichts, wenn Behrami den Rechsteiner macht. Rire, c’est bon pour la santé!

Andererseits – Status quo vadis? Unabhängige Experten und führende Beobachter sagen unisono: Jetzt ist Lara Gut gefragt. Soll sie noch für die Schweiz skifahren, wenn ihr Mann aus der Nati geworfen wird? Das Volk muss entscheiden, am besten schon im November. Zusammen mit der Hornkuh-Initiative.

Im Fall eines doppelten Ja wird die AHV saniert, andernfalls nur die Unternehmenssteuern gesenkt. Wer richtig abstimmt, darf in Frührente. So wie Behrami. Aber egal, ich gehe jetzt wieder fischen.“

Neulich im San Paolo

Rrr am Montag den 6. August 2018

****LIVE!!! AKTUELL!!! WICHTIG!!! SPANNEND!!! – Die UEFA Champions League Play-Off-Auslosung! Hier im Runden Leder ab 12.00 Uhr!!!***

Das historische Bild zum Wochenstart.

Heute: Napoli empfängt Diego Maradona.

Buchtipp: Sergio Siano, Maradona, edizioni Intra Moenia. Der Zeitungsfotograf Siano hat Maradona während dessen Zeit in Italien eng begleitet und bislang unbekannte Aufnahmen nun in einem Fotoband dokumentiert.

Besondere Begrüssungsgeschenke

Herr Shearer am Donnerstag den 19. Juli 2018

Was machen eigentlich Fernando Torres und Andres Iniesta?

Beide sind vor kurzem in Japan gelandet, wo sie sich ihr Gnadenbrot bei einheimischen Vereinen verdienen dürfen – Torres bei Sagan Tosu, Iniesta bei Vissel Kobe. Gemeinsam haben sie auch, dass sie bei ihrer Ankunft von einem der wichtigsten Manga-Künstler geehrt wurden. Yoichi Takahashi scheint offenbar so begeistert von den Transfers der Alt-Stars zu sein, dass er beide zeichnete und ihnen ihr Porträt aushändigte. Dass er Torres dabei noch im rot-weissen Shirt von Atlético Madrid belassen hat, dürfte auf die Unattraktivität des Sagan Tosu-Dresses zurückzuführen sein..

Foto: marca.es

Yoichi Takanashi ist übrigens der Schöpfer der sehr berühmten Manga-Serie Captain Tsubasa aus den Achtzigerjahren, die Sie sicher alle noch kennen. Schliesslich geht es darin um nichts weniger als Fussball, und verfilmt wurden diese Comics vor über zehn Jahren auch noch. Geniessen Sie jetzt also kurz die Highlights aus dem legendären Spiel Japan gegen Deutschland. Keine Angst: Sie können der Handlung auch ohne Japanischkenntnisse mehr oder weniger problemlos folgen. Film ab!

Arsène im Äther

Herr Shearer am Mittwoch den 18. Juli 2018

Hören Sie gerne Radio? Wir auch!

Foto: Radio RTL

Grad neulich zum Beispiel war die Elsässer Trainerlegende Arsène Wänger (sic!) zu Gast bei der Moderatorin Christine Kelly. Auf dem französischen Sender RTL plauderte sie mit dem pensionierten Trainer über seine Philosophie und seine Vorlieben. Einige interessante Punkte haben wir für Sie herausgefischt:

Arsène Wenger, wenn Sie Präsident Frankreichs wären, welches Gesetz würden Sie einführen? i

Ich würde Fussball zum Pflichtfach machen, überall in Frankreich, an absolut jeder Schule.

Sie lieben Bob Marley – nicht viele wissen das…

Ich liebe Bob Marley. Er ist grosse Klasse, auf eine ganz coole Art und Weise. Seine Musik war damals überraschend. Dann ist es auch eine traurige Tatsache, dass er mit nur 35 Jahren starb. Er liebte Sport, die Musik… das erinnert mich ein bisschen an Jamaika. Sport und Musik passen sehr gut zusammen, finde ich

Würden Sie uns auch ihre dunkelste Sünde verraten, die, welche Sie eigentlich ganz für sich behalten müssten?

Mein Verlangen nach Patisserie. Ich komme aus Strassburg, ich esse jeden Tag Patisserie.

So, jetzt wissen Sie also, was Trainergottt Wenger mit Spielergott Hoarau ausser der Staatsbügerschaft noch gemeinsam hat. Das ganze Interview können Sie übrigens im Internet nachhören.

WM 2018. Die Bilanz

Rrr am Montag den 16. Juli 2018

Hand aufs Herz: Wie war Ihr FIFA World Cup 2018™ ?

Beantworten Sie nachfolgende Fragen nach bestem Wissen und Gewissen. Lassen Sie sich genügend Zeit, heute ist ja kein Fussball am Fernsehen.

• Wieviele Spiele haben Sie in voller Länge gesehen?
• Was dachten Sie, als Shaqiri gegen die Serben traf?
• Wie oft sind Sie vor dem Fernseher eingeschlafen?
• Ist Ihre Meinung über Neymar heute schlechter, besser oder einfach anders?
• Warum tranken Sie in letzter Zeit so viel?
• Wie oft haben Sie den Werbespot mit Köbi Kuhn und dem kleinen Mädchen gesehen?
• Mögen Sie die Russen jetzt mehr als vor dem Turnier?
• Wieviele Menschen haben Sie in Public Viewings kennengelernt?
• Verspürten Sie Schadenfreude, als die Deutschen ausschieden?
• Wenn ja, haben Sie sich dafür geschämt?
• Was gefiel Ihnen an den Kommentaren von Sascha Ruefer?
• Jubelten Sie früher oder später als Ihre Nachbarn?
• Wie geheim war Ihr Geheimfavorit?
• Für welches Produkt warb der Spot mit Köbi Kuhn und dem kleinen Mädchen?
• Möchten Sie in ihrem beruflichen Alltag auch den Videobeweis einführen?
• Was ging in Ihnen vor, als Saudi-Arabien gegen Ägypten gewann?
• Mit welchem Trainer hätten Sie gerne ein Bier getrunken?
• Welches Spielertattoo ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
• Haben Sie Probleme mit Penaltyschiessen?
• Wie beurteilen Sie die Leistung an Ihrem Arbeitsplatz seit dem 14. Juni?
• Haben Sie Probleme mit Penaltyschiessen?
• Wer ging Ihnen mehr auf die Nerven, Köbi Kuhn oder das kleine Mädchen?
• Hätten Sie sich einen anderen Weltmeister gewünscht? Wenn ja, warum?
• Wenn Sie nochmals wählen könnten, würden Sie mehr oder weniger WM-Spiele schauen?
• Gibt es irgendetwas, das Ihrer Meinung nach noch nicht gesagt wurde?
• Geht es Ihnen jetzt besser als vor Beginn des FIFA World Cup Russia™?

Schreiben Sie Ihre Antworten auf gehäuseltes Papier im DIN A4-Format und verbrennen Sie es anschliessend unter Absingen einer Nationalhymne Ihrer Wahl. So viel zur WM, und alles Gute.

Ein Spiel, ein Bild

Rrr am Sonntag den 15. Juli 2018

Heute: WM-Final 2018.

Frankreich holt den Titel, Kroatien ist Weltmeister der Herzen. Das wars vom FIFA World Cup 2018, vielen Dank für alles und auf Wiedersehen im Dezember 2022 in Katar.

20 WM-Finals

Rrr am Sonntag den 15. Juli 2018

Der Durchschnittsschweizer wird 80,1 Jahre alt – das heisst, er erlebt im besten Fall 20 WM-Finals.

Die ersten beiden verpasst er allerdings infolge seiner frühkindlichen Phase. Beim dritten ist er zwischen 8- und 12-jährig und beschliesst nach dem grossen Spiel, selber Fussballer zu werden. Er träumt von einer Weltkarriere und weiss, dass er eines Tages selber in so einem WM-Final stehen wird.

Beim vierten Endspiel steckt er in der Pubertät und verpasst den Match, weil er gerade seine grosse Liebe hinter dem Bahnhofkiosk küsst. Den fünften Final sieht er mit mehreren Freunden in einer winzigen Studentenloge. Dabei trinkt er 14 Flaschen Bier und kann sich später an nichts erinnern.

Beim sechsten Final ist er Anfang 20 und hat alle Hoffnung auf eine Fussballerkarriere fahren lassen. Er studiert Jus und liest lieber ein gutes Buch.

Herr Müller findet einen super Job in einem Anwaltsbüro, er ist geputzt und gestrählt und sieht nichts vom siebten WM-Final seines Lebens, weil er Überstunden schieben muss. Die WM-Finals kommen und gehen jetzt immer schneller, immer schneller, und eines Tages träumt Müller, wie er in der 85. Minute eingewechselt wird, 90.000 Zuschauer im Stadion und Millionen am Bildschirm – plötzlich ereilt ihn ein Steilpass im Strafraum, er zögert, einen Moment nur zögert er, da grätscht ihm ein Verteidiger zwischen die Beine, der Schiedsrichter pfeift nicht, das Spiel ist aus, Herr Müller verliert 0:1.

Den zwölften Final, im Alter von 44 Jahren, schaut er alleine am Fernseher, nachdem ihn seine Frau verlassen hat. Beim dreizehnten Final beginnt er seinen Lebensentwurf in Frage zu stellen und trauert der verpassten Fussballerkarriere nach.

Es folgen dann noch einige melancholische Spiele, mehrere umstrittene Penaltys und zwei Herzinfarkte, und schon naht der 20. Final und der Schlusspfiff.

Weit und breit ist kein Pokal in Sicht.

Cristiano bei den Italienern

Rrr am Mittwoch den 11. Juli 2018

Exklusiv: Herr Rrr, der Real-Madrid-Beauftragte des Runden Leders, schreibt einen vertraulichen Brief an seinen Redaktionskollegen Herr Maldini, Abteilungsleiter Juventus unseres Fachblogs.

“Lieber Maldini, zunächst einmal möchte ich Ihnen ganz herzlich zum Erwerb des Spielers Cristiano Ronaldo gratulieren. Ich weiss, 112 Millionen Euro sind für einen einfachen Arbeiterverein kein Pappenstiel, dafür muss Fiat eine ganze Menge Cinquecenti verkaufen. Aber ich kann Ihnen versichern: Der Spieler Cristiano Ronaldo ist jeden Cent wert. Er wird Sie und alle anderen Tifosi sehr, sehr glücklich machen mit vielen Toren, tollen Tricks, grossartigen Einlagen und auch viel Rambazamba abseits des grünen Rasens.

Vorausgesetzt natürlich, dass Sie wissen, wie man mit dem Spieler Cristiano Ronaldo umgeht. Sie wissen das sicher. Ich sage es nur zur Sicherheit.

Ich weiss nicht, wer bis jetzt bei Ihnen Freistösse und Penaltys ausgeführt hat. Egal, ab sofort ist es Cristiano Ronaldo. Mir ist auch nicht bekannt, was für ein Spielsystem dieses Juventus bisher praktizierte. However, von jetzt an geht es darum, dass sich ein jeder Mensch in diesem Verein, vom Cheftrainer bis zur Teilzeit-Putzkraft, stets uneigennützig und 100-prozentig in den Dienst des Spielers Cristiano Ronaldo stellt.

Dann möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Cristiano Ronaldo unter der Woche gerne zu seinem Freund nach Marokko fliegt, regelmässig Manicure und Pedicure besucht, am Tag vor einem Pflichtspiel zwingend den persönlichen Friseur empfängt und daneben derart viele Werbeverpflichtungen hat, dass er unmöglich jedes Mannschaftstraining besuchen kann. Des weiteren müssen Sie sich bewusst sein, dass Cristiano Ronaldo fünfmal jährlich eine Gehaltserhöhung verlangt, die Sie im jedes Mal gewähren müssen, und dreimal wöchentlich kryptische Andeutungen macht, dass er den Verein bald verlassen könnte, was Sie nur dann ernst nehmen müssen, wenn Sie in der Zeitung lesen, dass der Fiskus an Cristianos Türe geklopft hat. Dann wird es brenzlig. Sollte es so weit kommen, verkaufen Sie ihn einfach für 180 Millionen an den Chinesen, der zahlt das auch in drei Jahren, wenn Cristiano schon 40 ist. Ehrlich!

Lieber Maldini, ich wünsche Ihnen alles Gute mit diesem Spieler und danke fürs Kleingedruckte im Vertrag, wonach Real im Gegenzug drei Spieler freier Wahl aus dem Juve-Kader auswählen darf. Wir nehmen Dybala, Matuidi und Cinquecento. Alles Gute und beste Grüsse, Ihr Rrr

Gemischte Gefühle

Rrr am Samstag den 23. Juni 2018

Xhaka, Shaqiri, Doppeladler: Wir haben erste Reaktionen.

Adebowalé Bachofner, Nati-Fan: “Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man dem Gegner den Vogel zeigt. Ich habe einen Arbeitskollegen aus Serbien, und das ist ein Mensch wie du und ich, einfach anders. Aber ich würde ihm nie den Vogel zeigen! Auch nicht, wenn ich Emotionen habe. Emotionen soll man zuhause mit der Frau ausleben, aber nicht auf dem Fussballplatz. Ich würde meinen serbischen Kollegen zu Güggeli und Zweifelchips in mein Haus einladen.”

Peter Vogelsang (CVP/OW), Captain FC Nationalrat: “Ich kann im Moment nichts sagen, da ich zuerst unseren Fraktionschef fragen muss, was ich für eine Meinung habe. Aber generell gilt ganz klar: Fussball hat in der Politik nichts zu suchen.”

Cindy Vogelsang, it-Girl, Bäriswil: “Ich war entsetzt ob Shaqiris Torjubel. Sein Body kann mit demjenigen von Cristiano Ronaldo überhaupt nicht mithalten. Warum sagt ihm das keiner? Wenn schon eine solche Jubelpose, dann lieber bei Embolo.”

Koger Röppel, Chefredaktor: “Das ist eine unverschämte Frechheit, was sich die beiden geleistet haben. Erst gerade an diesem Donnerstag habe ich in meinem Editorial geschrieben, dass Petkovic auf dem Holzweg ist, wenn er auf die Jugo-Fraktion setzt. Und einen Tag später entscheiden zwei Jugos das Spiel für die Schweiz! Nicht zum ersten Mal steht die Realität diametral im Gegensatz zu meinen kompetenten Analysen. Realität raus!”

Heinz Meiser, Ornithologe: “Die haben doch alle einen Vogel. Ein Adler macht noch keinen Sommer, denn der Goalie war auch wichtig. Was wirklich nervte, waren Mitrovics Schwalben.”

Dejan Slibowitz, Barkeeper, Belgrad: “Ich verstehe die Aufregung nicht. Xhaka und Shaqiri gehören historisch gesehen ganz klar zu uns. Serbien Schweiz 3:0, wir sind eine Runde weiter!”

Ein Jahr kaltgestellt

Rrr am Sonntag den 8. April 2018

St. Gallen-YB: Schnapschat ab 14.30 Uhr

Hatem Ben Arfa feiert das Jubiläum mit einer Torte.

“Ein Jahr kaltgestellt, ein Grund zum Feiern” schreibt er zu diesem Bild auf Instagram. Laut “France Football” will er überdies das ganze Team zu Pizza einladen.

Der Franzose flüchtet sich in Galgenhumor. Dabei begeisterte er früher die Fans von Newcastle und Nizza, ehe er vor zwei Jahren zu PSG stiess. Beim Hauptstadtklub wurde er zwar reich, aber nicht glücklich.

Den letzten Einsatz in einem Pflichtspiel absolvierte er am 5. April 2017 im Cup-Viertelfinal gegen den Drittligisten US Avranches. Danach überwarf er sich mit Trainer Emery, der ihn auf Anfang dieser Saison in die zweite Mannschaft verbannte.

Damit war klar: PSG wollte Ben Arfa loswerden. Nur lehnte der bislang jedes Leihgeschäft ab und sitzt lieber den gutdotierten Vertrag in der Hauptstadt ab.

Der läuft im Juni aus. Danach dürfte der 31-Jährige in die US-Profiliga wechseln.

Bedenkliche Ballbehandlung

Rrr am Sonntag den 12. November 2017

Rundes Leder Elternblog. Heute: Talentsichtung.

“Als Chefredaktor eines renommierten Fachforums erhalte ich unzählige Anfragen fussballbegeisterter Eltern”, berichtet Herr Rrr. “Sie wollen sich bei mir vergewissern, dass ihre Tochter oder ihr Sohn doch ein absolutes Ausnahmetalent sei. Nun, leider sind Ausnahmetalente die Ausnahme, was wohl auch mit dem Wort zu tun hat.

Ich muss es so deutlich sagen: Einige Kinder haben wirklich nicht die geringste Begabung für den schönen Fussballsport. Als Beispiel zeige ich Ihnen hier den kleinen Luca, der nächste Woche seinen dritten Geburtstag feiert.

Sie sehen es selber, der Bub eignet sich nicht im Geringsten für den schönen Fussballsport. Er hat keinen Sinn für das Mannschaftsspiel, beschäftigt sich weder mit Laufwegen noch Spielsystemen und ist nur auf den Ball fixiert. So macht das natürlich keinen Sinn. Ich habe den Eltern geraten, dem kleinen Luca den Ball wegzunehmen und ihm stattdessen ein Schachbrett oder eine Blockflöte zu schenken. Hoffentlich hören Herr und Frau Chiumiento auf mich.”

Den Bach runter

Herr Shearer am Donnerstag den 28. September 2017

Wie lange dauert ein Fussballspiel? Falsch.

Nach 58 Minuten war Schluss im Fünftliga-Spiel zwischen den beiden rumänischen Klubs Bistriţa Brosteni und Vanatorul Dorna Can­drenilor. Nicht etwa, weil das Flutlicht ausgefallen wäre (das es auf dem Sportplatz da in Brosteni ziemlich sicher gar nicht gibt) oder weil irgendwelche Hooligans in einem Anfall von Testosteronhochstand das Feld geentert hätten; auch nicht, weil die Spieler der beiden Teams sich nicht grün gewesen wären und auch das Wetter war kein Grund für den vorzeitigen Abbruch der Partie. Nein, nach 58 Minuten und beim Stand von 2:0 für die Gäste war einfach kein Spielgerät mehr vorhanden, um den Match fertig zu spielen. Sämtliche verfügbaren Bälle sind ganz einer nach dem andern den Bach runter gegangen. Und damit auch das Spiel. Der Verband wertete die Begegnung mit einer 0:3 Forfaitniederlage für das Heimteam.

Der Fussballplatz von Bistriţa Brosteni befindet sich zwar an malerischer, aber für Ballsportarten durchaus ungeeigneter Lage, direkt am namengebenden Fluss Bistriţa. Die entspringt, wie Sie sich aus dem Geografieunterricht sicher erinnern, im Rodnaer Gebirge. Bei Galaţi fliesst sie in die Donau, welche ihrerseits wiederum im Schwarzen Meer mündet.

Falls Sie also demnächst am Schwarzen Meer Ferien machen und am Strand ein paar herrenlose Fussbälle finden – bitte schicken Sie diese zurück nach Bistriţa Brosteni, die werden dort dringend gebraucht. Was Sie sicher auch noch interessiert: wegen dieser ärgerlichen Niederlage liegt Bistriţa Brosteni jetzt mit drei Punkten Rückstand auf Leader Balada Ciprian Porumbescu nach zwei Spielen auf dem fünften Platz.

Bild: Google Earth (Screenshot)