Archiv für die Kategorie ‘Erledigte Fälle’

Wundersame Wiedervereinigung

Herr Shearer am Dienstag den 15. November 2011

Manchmal gibt es im kalten Fussballgeschäft noch zauberhafte Geschichten.

Sicher können Sie sich nicht mehr daran erinnern, dass dem damaligen Arsenal-Spieler Lauren Bisan-Etame Mayer im März 2005 seine teure Rolex gestohlen wurde. Mehr als sechs graue Jahre musste der Kameruner fortan also ohne seinen Edelticker am Handgelenk verbringen. Kürzlich nun konnten Fahnder in London bei Hausdurchsuchungen in den Stadtteilen Havering und Bethnal Green über 400 Beutestücke aus verschiedenen Einbrüchen sicherstellen, darunter auch Laurens Rolex Daytona.

Der pensionierte Kicker liess es sich nicht nehmen, das Prachstück (patentierter Chronographenmechanismus, Tachymeterlünette) persönlich von der Londoner Polizei entgegenzunehmen. Bewegende bewegte Bilder mit äusserst rührenden Szenen können Sie hier anschauen.

Falls Sie übrigens in den letzten Jahren ebenfalls in London ausgeraubt wurden (also jetzt nicht nur wie üblich von Taxifahrern, Hoteliers und Gastronomen) und denken, dass Sie auch noch Anspruch auf Teile der Beute haben, können Sie sich unter der Telefonnummer +0044 (0)20 8217 3743 melden.

Problem gelöst

Baresi am Freitag den 7. Oktober 2011

Nachdem Wachtmeister Shearer mit seiner hemdsärmligen Art nicht weiter kam, haben die Herren Gygax und Baresi mit ihren 1893 CSI-Basel Marshalls im Auftrag der Redaktion des Runden Leders seit vorgestern intensiv ermittelt und sind stolz, bereits heute die Lösung für die unschönen Ereignisse während dem Spiel des GCZ gegen den FCZ präsentieren zu können.

Ein Klagelied aus dem Zürcher Kreis 4 und ein Foto des Fanblocks des GCZ brachten den Durchbruch. Wie meistens war alles ein unglückliches Missverständnis. Die wie ihr Verein ebenso klammen GC-Fans wussten nicht, dass sie für die zufällig gefundenen FCZ-Banner tausend Franken Finderlohn bekommen hätten (0:35) und übermalten diese für eigene Zwecke. Und die FCZ-Fans wollten für ihre Banner dann doch keinen Finderlohn mehr zahlen, nach dem diese blöderweise schon übermalt waren.

Es reicht also völlig aus, wenn die Swiss Football League ein Fundbüro einrichtet, bei dem gefundene Banner abgegeben werden können, um in Zukunft solche Probleme verhindern zu können.

Fertig Basisdemokratie

Rrr am Freitag den 30. September 2011

Fortuna Köln trennt sich von seinen Fans.

Das Projekt deinfussballclub.de wird Anfang 2012 eingestellt.

Die Idee, heftig beworben vom “Wunder von Bern”-Regisseur Sönke Wortmann, war verführerisch: Wer jährlich 40 Euro einzahlte, sollte bei allen Vereinsentscheidungen mitreden können – so versprachen es die Initianten. 2009 startete das Projekt mit fast 10’000 Mitgliedern.

Die Ernüchterung kam schnell: Die Fans durften zwar über Fragen wie die Vereinshymne oder das neue Maskottchen abstimmen. Doch wenn es um Transfers ging, gab es laut Kritikern nur Suggestivabstimmungen. Als die Fans einen erfolglosen Trainer feuern wollten, verhinderte die Klubführung das mit allen Mitteln.

Trotz aller Querelen stieg Fortuna seit dem Start des Projekts zweimal auf und spielt nun in der Regionalliga. Doch die Fans wandten sich in Scharen ab.

Jetzt übernimmt ein Millionär den Klub, der mit Internet-Geschäften reich wurde.

Erledigte Fälle

Dr. Eichenberger am Donnerstag den 29. September 2011

Lange hat es gedauert, jetzt ist er endlich da: der neue Aktenschrank in der Redaktionsstube des Runden Leders. Gross, massiv, metallig ist er, ein Qualitätsprodukt der Marke BIGLA. Die unterste Schublade ist auch schon beschriftet: «Erledigte Fälle» steht auf dem schlichten Etikett.

Heute hat der diensthabende Redaktör diese Schublade bereits in Betrieb nehmen müssen. Der erste Fall, den er entsorgte: Köbi Kuhn. Der Alt-Nationaltrainer empfiehlt in einschlägigen Zürcher Zeitungen Christoph Blocher (SVP) zur Wahl in den Ständerat. Weil dieser angeblich «ein grosses Kämpferherz» habe und sich «engagiert für das Wohl unseres Landes einsetzt». Ausgerechnet! Schon 2007 ist Köbi-National unangenehm aufgefallen, als er in dämlichen TV-Spots für den Stromkonzern Axpo warb. Sein Engagement für die Atomlobby haben wir damals seinem jugendlichen Übermut zugeschrieben. Jetzt ist die Schonfrist vorbei: Mit seinem aktuellen Wahlaufruf für den nicht mehr ganz taufrischen Mulitmillionär von der Zürcher Goldküste hat er die Zone des guten Geschmacks endgültig verlassen, quasi den Bogen überspannt. Eindeutig ein Fall für die unterste Schublade.