Archiv für die Kategorie ‘Erledigte Fälle’

Stilvoll absteigen

Briger am Montag den 20. Mai 2019

Immer im Mai steigen Clubs aus den höchsten Ligen Europas ab, so auch aus der Nationalliga A.

Sie alle haben noch die Bilder im Kopf, eine Meute von GC-“Fans” zwingt die Spieler des Grasshopper Clubs, zur Herausgabe der Trikots beim Spiel in Luzern. Das Spiel wird mit 0:4-Forfait gegen die Zürcher gewertet. Doch die Grasshoppers sind natürlich nicht die ersten, die mit Nebengeräuschen absteigen. Nach dem Klick eine Auswahl von Abstiegen aus der Nationalliga A, seit Einführung der Zehnerliga.

Foto: keystone

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Gutes Geschäft

Val der Ama am Freitag den 3. Mai 2019

Stilvoll stuhlen mit dem Runden Leder.

24 x 150 Blätter, also 3600 Mal sauber ausputzen und dies für nicht mal acht Franken – was für ein Topangebot! Das hochwertige Toilettenpapier im trendigen Fussball-Style gibts aktuell beim Fachspezialisten Denner und selbstverständlich haben wir zugeschlagen. Nach einer kurzen Bildinformation unser Testbericht.

Die Rollen kommen in einer klassischen 6-6-6-6-Formation daher und wie erwähnt: die Ablösesumme ist lächerlich klein. Das Papier selbst wirkt robust und kompakt, alle Einzelblätter haben die gleiche Höhe. Einzig die taktischen Anweisungen, die sind nicht allzu klar.

Aber item, dem Herr Rrr, zum Beispiel, dem ist das egal: “Ich war ja zuerst skeptisch und habe mich gefragt, wie die Performance unter starkem Druck sein wird. Aber nun, nach einer nervenaufreibenden Partie inklusive Nachspielzeit, kann ich vermelden, dass ich das Packing jederzeit im Griff hatte.”

Herr Shearer urteilt ähnlich: “Ich bin bereits nach kurzem Pressing in den Abschluss gegangen und habe kurz darauf treffsicher gescort. Aber auch hier: Hin- und Rückrunde bleiben stabil, auch im Falle einer Viererkette.”

Oder noch besser:  “Die Einwechslung hat mich voll überzeugt, weil das Papier ein jederzeit sauberes Handspiel ermöglicht. Egal ob Doppelpack oder auch nur Dropkick: So wird jeder Schuss zum Ehrentreffer,” meint ein begeisterter Herr Maldini.

Unserem Toilettenreinigungspraktikanten Herrn Briger gebührt die Schlussphrase: “Ein sauberer Abstauber. Zeitspiel ist kein Problem, mit diesem Papier gehe ich auch nach längerem Stuhlgang gerne in die Verlängerung.”

Aus diesen und anderen Gründen empfielt das Runde Leder: Zuschlagen.

Toller Fang

Briger am Montag den 29. April 2019

Was tun, wenn das Spiel mal wieder langweilig ist? Richtig: Fischen.

Bild via msn.com

Das dachte sich zumindest ein Fan aus Modena beim Auswärtsspiel bei Reggio Audace (früher Reggiana) in der Serie D Anfang Monat. Das Spiel der beiden Absteiger, die beide gute Chancen haben aufzusteigen, endete 0:0. Reggio Audace führt seine Spiele im Mapei Stadium — Città del Tricolore, in Reggio nell’Emilia aus. Das Spielfeld des Stadions, in dem auch das Serie A-Team US Sassuolo seine Heimspiele ausführt, ist von einem Graben umgeben. Dieser soll Platzstürmer von ihrem Vorhaben abbringen. Da das Wasser im Graben von einem örtlichen Fluss gespeist wird schwimmen immer mal wieder Fische durch’s Wasser. Die Aktion des Modena-Fans sehen Sie im Video:

Der Stadion-Gastronomie in Reggio nell’Emilia ermöglichen sich also ganz neue Möglichkeiten.

Verklickt

Briger am Montag den 18. März 2019

Passen Sie auf, wo Sie auf Instagram hinklicken.

Foto via Foot Mercato

Adrien Rabiot verdient sein Geld beim PSG, aber er spielt momentan nicht mehr, denn er wurde suspendiert.
Bereits länger schwelt der Konflikt zwischen Thomas Tuchel und seinem Spieler. Nun hat Rabiot einen Instagram-Post von Patrice Evra geliked. Der frühere Spieler des Erzrivalen Marseille freut sich darin über das Weiterkommen seines Ex-Clubs Manchester United in Paris.

Zudem wurde Rabiot nach dem Ausscheiden des PSG auch noch in einem Nachtclub gesehen. Letztmals zu einem Kurzeinsatz kam er im Dezember gegen Belgrad (7 Minuten), danach gehörte er nicht einmal mehr zum Kader. Ein Transfer im Winter zu Barcelona zerschlug sich, da der PSG ihn nicht ablösefrei ziehen lassen wollte.

Bis Ende Monat bleibt Rabiot suspendiert, in dieser Zeit darf er das Trainingsgelände nicht betreten. Danach muss er sich mit seinen Vorgesetzten zusammensetzen und es wird über seine Zukunft entschieden.

Verschollen in Vladimiristan

Herr Shearer am Montag den 14. Januar 2019

Der “Blick” schlägt Alarm: 81 Nati-Fans haben die Heimreise immer noch nicht angetreten!

(Klick aufs Bild zum Vergrössern)

Zur WM im letzten Jahr lockerte Russland seine restriktiven Visa-Bestimmungen, um den Fans aus aller Welt die Reise ans Turnier zu erleichtern. Diese Fan-Visas sind per Ende 2018 abgelaufen, trotzdem sollen sich immer noch 81 Nati-Supporter in Russland aufhalten, wie jetzt bekannt wurde. Das kommt etwas überraschend, denn hierzulande werden diese Leute offenbar nicht vermisst. Die RL-Recherchierabteilung konnte in harter Arbeit die Identität der 81 in Erfahrung bringen.

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Valencia verlangt Videoref

Rrr am Donnerstag den 29. November 2018

Marcelino hadert mit dem Schiedsrichter.

Also dem Schiedsrichter von ManUtd-YB. Doktor Felix Brych, der in der 91. Minute das Hands von Marouane Fellaini vor dessen Siegestor übersah.

Das Tor katapultierte Valencia aus der Champions League.

“Wenn dem Tor ein Hands vorausging, ist das für uns ärgerlich”, sagte Valencia-Trainer Marcelino gegenüber spanischen und italienischen Medien. “Ja, es war schwer zu sehen, aber auf diesem Niveau sind eben auch Details wichtig. Es ist schon erstaunlich, dass es in der Champions League keinen Videoreferee gibt. Wobei, das ist für uns kein Trost. Wir wollen nicht jammern, wir müssen uns auf selber schauen.”

Weiter geht es für Valencia am Samstag mit dem Gastspiel bei Real Madrid.

Verwirrende Verteidigung

Dr. Rüdisühli am Montag den 15. Oktober 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Doktor Rüdisühli, ich brauche dringend Aufklärung im RL!!! Wie hat denn nun unsere Nati in Belgien gespielt, und wer überhaupt hat gespielt? Blick und BZ stellen da verschiedene Thesen auf. UAwg, A. Y., B.

Lieber Alfred, Dreier- oder Vierer-Abwehrkette? Die UEFA blendete eine Viererreihe ein, Sascha Ruefer stellte das schon vor den Spiel in Frage und tippte auf eine Dreierkette. Ein Sascha Ruefer irrt bekanntlich nie, er und der “Blick” lagen schliesslich richtig: Die Schweiz spielte wie schon neulich in Leicester ein 3-5-1-1, wie wir nach Konsultation der neutralen englischen Taktikseite Whoscored festhalten können, oder eben ein sehr flexibel interpretiertes Dings. 4-4-1-1.

Auf den ersten Blick war das in der Tat sehr schwer zu erkennen. Und fast gänzlich unmöglich war es zu erkennen, wer dann da überhaupt an der Seite von Schär spielte: Akanji oder Elvedi. Die beiden gleichen sich ja wie ein Ei dem anderen.

In den meisten Deutschschweizer Zeitungen von NZZ bis Walliser Bote wurde am Samstag Manuel Akanji als Innenverteidiger angegeben, was vermutlich auf einem Irrtum der für die Matchtelegramme zuständigen Nachrichtenagentur beruht. Oder war es etwa doch Nico Elvedi? Nun, vermutlich war es Nico Akanji. Heute abend in Island spielt dann wahrscheinlich Manuel Elvedi als falscher Neuner im Tannenbaum ohne magische Raute. Details entnehmen Sie der Tagespresse. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Wundersame Wende

Rrr am Mittwoch den 10. Oktober 2018

Ab auf die Insel, zum FA Youth Cup.

Die U19 des sechstklassigen Nuneaton Borough empfing Halesowen Town. Hier ist das Matchtelegramm.

Mann des Spiels: Luis Corcoran (unser Funkbild). Schiesst fünf Tore und geht als Verlierer vom Platz.

Details gibts im Internet.

Traumhaftes Tor

Rrr am Freitag den 5. Oktober 2018

Roy kam, sah und traf. Mit 94 Jahren.

Roy Prentice ist Zeit seines Lebens Fan des Viertligisten Notts County. Im Pflegeheim erzählte er neulich den Betreuern, sein Traum sei, einmal an der Meadow Lane ein Tor zu erzielen.

Der Betreuer Ian Donaghy erfüllte ihm letzten Samstag den Wunsch, wie Sie in obigem Video sehen können. Der Jubel im Stadion war gross. Die Fans feiern Prentice, als hätte er das Team soeben zum Titel geschossen. Besonders gerührt war sein Sohn, der extra aus Spanien angereist war.

Roy Prentice hat das alles leider schon vergessen, denn er leidet unter Demenz. “Aber wir können ihm das Video zeigen und so wird er jeden Tag seines Lebens lächeln können”, sagt sein Betreuer.

Viel Verspätung

Herr Shearer am Donnerstag den 13. September 2018

Gute Nachricht: Papy Djilobodji ist wieder da!

Foto: Getty Images

Die Saison hat in England ja nun auch schon bereits vor einigen Wochen wieder begonnen, umso schöner, wenn auch die Spieler langsam ihre Ferien beenden und zu ihren Vereinen zurückkehren. Papy Djilobodji (früher auch bei Werder Bremen und Chelsea) hat sich erst am Mittwoch vergangener Woche bei seinem Verein, dem Doppelabsteiger Sunderland AFC, wieder zum Training gemeldet. Die “Black Cats” reagierten allerdings eher humorlos auf die um zehn Wochen verspätete Rückkehr ihres Verteidigers – der musste sich erst gar nicht umziehen, sondern wurde gleich fristlos entlassen.

Zur Verteidigung des Senegalesen muss man allerdings sagen, dass er erstens die ganze letzte Saison als Leihgabe in Dijon verbrachte, und zweitens auch sein Kollege Didier Ndong offenbar gar nicht wusste, dass es im englischen Ligensystem unter der Championship noch weitere Ligen gibt. Ndong galt seit Juli ebenfalls als vermisst.

Der Verein teilte mit, man habe Djilobodji während dem Monat Juli unbezahlten Urlaub gewährt, damit er sich einfacher einen neuen Klub suchen könne, danach hätte er in guter Form ins Trainingsgelände von Sunderland zurückkehren sollen. Das tat er mit einem guten Monat Verspätung, zudem in offenbar schlechter körperlicher Verfassung. So gesehen, wird er bei den gebeutelten Nordostengländern kaum vermisst werden – immerhin kann sich der Drittligist so seinen Lohn von kolportierten 33’000 Pfund sparen. Pro Woche. Djlobodji ist somit auf  dem Transfermarkt verfügbar, falls Sie grad einen Klub kennen, der einen Innenverteidiger sucht.

Der Käse vom Tiefpunkt

Rrr am Donnerstag den 6. September 2018

Weiter gehts mit unserer Serie “Jubiläen, die Sie ohne uns verschwitzt hätten”.

Heute: Rudi Völlers Wutrede vor 15 Jahren.

Am 6. September 2003 erreichte Deutschland in der EM-Qualifikation nur ein 0:0 auf Island. Danach bekamen die Moderatoren Gerhard Delling und Waldemar Hartmann ihr Fett weg, ebenso Experte Günter Netzer.

Deutschland schaffte die Qualifikation schliesslich doch, schied aber an der EM 2004 bereits in der Vorrunde aus. Etwas, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann.

Was, Sie sitzen im Büro und können das Video nicht sehen? Kein Problem, nach dem Klick gibts die ganze Wutrede im Wortlaut.

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Kolossale Kollisionen

Rrr am Samstag den 11. August 2018

Die Woche kompakt mit unserem Kolumnisten.

„Wie konnte das bloss geschehen? Das ganze Land rätselt, aber dummerweise gibt es keinen Voice Recorder, der die fatalen 30 Sekunden vor dem Crash aufgezeichnet hätte. Wir können also nur mutmassen, was genau passierte, bevor Behrami das Telefonat mit Petkovic abrupt beendete und den ‘Blick’ anrief.

Immerhin hat Petkovic das persönliche Gespräch gesucht. Er hätte ja auch ein SMS schicken können. Johann Schneider-Ammann hat neulich dem Gewerkschaftsführer Rechsteiner ein SMS geschickt, aber nicht einmal eine Antwort erhalten. Respektive, die Antwort kam dann über die Medien. Das ist auch nicht schön. Deshalb dachte sich Petkovic, lieber kein SMS, sonst geht es mir wie Schneider-Ammann, aber das nützt natürlich auch nichts, wenn Behrami den Rechsteiner macht. Rire, c’est bon pour la santé!

Andererseits – Status quo vadis? Unabhängige Experten und führende Beobachter sagen unisono: Jetzt ist Lara Gut gefragt. Soll sie noch für die Schweiz skifahren, wenn ihr Mann aus der Nati geworfen wird? Das Volk muss entscheiden, am besten schon im November. Zusammen mit der Hornkuh-Initiative.

Im Fall eines doppelten Ja wird die AHV saniert, andernfalls nur die Unternehmenssteuern gesenkt. Wer richtig abstimmt, darf in Frührente. So wie Behrami. Aber egal, ich gehe jetzt wieder fischen.“