Archiv für die Kategorie ‘Der Internetpranger’

Muss Gary gehen?

Val der Ama am Donnerstag den 28. Mai 2020

Heute mal wieder Social Media-Schabernack.

Anfang Woche hatte er weniger gut lachen, der Gary Maley, Ersatztorwart beim schottischen Livingston FC. Ausgerechnet auf Twitter sollte darüber entschieden werden, ob der 37-Jährige beim Verein bleiben darf. Hier:

Alles nur Spass, wie sich eben ergeben hat. Und zwar war das so: Maley ist nicht nur Goalie, er arbeitet nebenbei bei einem Tiefbauunternehmen. Als er in das Tony-Marararoni-Stadion gerufen wurde, um sich ein Entwässerungsproblem anzugucken, traf er zufällig auf Assistenztrainer David Martindale. “Davie erwähnte meinen Vertrag und ich sagte: ‘Schau, gib ihn einem der Kinder, ich bin 37, ich bin fast fertig.” Martindale: “Wir werden ein bisschen Spass damit haben, wir werden über Twitter abstimmen”. Martindale rechnete mit ungefähr 500 Stimmabgaben und wollte jede Stimme mit einem Pfund würdigen und das Geld dann für einen guten Zweck spenden.

Aber Sie sehen es oben: So ca. 200’000 Leute haben abgestimmt, viele davon haben Maley offiziell bedauert und überhaupt sei so eine Aktion total daneben. Heute ist der Scherz allgemein erklärt, Maley und Martindale tun mit zwei gespendeten Monatsgehältern Busse und der Verein hat den Vertrag mit dem alten Goalie gestern um ein Jahr verlängert.

Schlimme Salahs

Val der Ama am Donnerstag den 21. Mai 2020

Grosserfolg für Wachtmeister Schärers Kollegen in Ägypten.

Man kennt und liebt den Mo Salah in seinem Heimatland, schliesslich hat er unglaublich viel für den ägyptischen Fussball getan. Und nun stellen Sie sich vor, Sie sind als Ägypter in Ägypten und sehen dort den Salah! Staunen und Freude sicherlich nicht ausgeschlossen. Und Wohlwollen. Wäre ich als Bösewicht in Ägypten, würde ich mich als Mo Salah verkleiden, nur schon der guten Stimmung wegen.

Ein gutes Konzept lässt sich nicht immer skalieren, aber jederzeit schlecht umsetzen. Die tolle Maskenidee haben diese Woche gleich vier Herren gleichzeitig und als Team angewandt. Und weil sie beim Maskentragen ein paar Läden überfallen haben, fand das dann die Polizei nicht besonders gut. Dumm gelaufen, aber schönes Foto.
(Bild: Masrawy)

Trotziges Töipelen

Val der Ama am Freitag den 24. April 2020

Warum sollte Emmanuel Adebayor spenden?

Schon interessant aktuell, weil plötzlich bemerken viele Fussballfans, dass viele Fussballprofis eigentlich unanständig viel Geld verdienen. Und dann wird gefordert, dass sich die jahrelang verwöhnten Herren nun demütig zeigen und bitteschön auf die exzessiven Honorare verzichten, die wir irgendwie doch immer einfach so akzeptiert haben wegen show must go on und so.

Die Spieler des FC Basel waren am Pranger, die Spieler des FC Barcelona oder aktuell grad der Mesut Özil, weil der nicht einfach so auf seine ungefähr 400’000 Franken wöchentlich verzichten will. Gut, man könnte kurz fragen: Warum sollte er? Ist Arsenal knapp bei Kasse? Würde Arsenal das Geld dann spenden oder vielleicht den Angestellten auf Kurzarbeit überweisen? Und gehört nicht gerade Özil zu den Spielern, die sich in der Vergangenheit immer wieder als grosszügige Spender bewiesen haben?

Item, vielleicht ist es auch einfach eine Frage der Kommunikation, weil der oben gezeigte Adebayor gibt sich in der Spendenfrage ziemlich bestimmt. Er hat in der Vergangenheit in Togo recht viel Geld in Umlauf gebracht und auch er muss mannigfaltig erklären, was er denn mit seinen Millionen zu tun gedenke, so grad angesichts Corona.

Nichts. Weil einerseits ist er immer noch Muff, dass es in Togo nämlich ursprünglich hiess, er habe das Virus überhaupt in sein Heimatland gebracht und anderseits dann dieses Statement auf seinem Facebook: “Ich bin Emmanuel Sheyi Adebayor und ich werde immer tun, was ich will. Es tut mir leid, dass man mich mit Samuel Eto’o und Didier Drogba vergleicht und mich fragt, warum ich keine Stiftung habe oder warum ich nicht spende. Ein kleiner Hinweis, Leute, was Spenden betrifft: Ich werde ich keine machen. Ich danke Ihnen und wünsche einen schönen Tag.”

Schwerwiegende Schummelei

Herr Winfried am Mittwoch den 15. April 2020

Gestatten: Das ist Hanchao Yu.

Herr Yu, Fussballer von Beruf, ist ein freundlicher Zeitgenosse. Öffentlich Aufsehen erregen tut er eher ungern. Deshalb versuchte er ohne viel Trara, einen schicken Geländewagen zu klauen dem Nummernschild seines Autos den entscheidenden Kniff zu verpassen. Gerüchten zufolge, um sich im Strassenverkehr der Stadt Guangzhou Vorteile zu verschaffen. Dumm nur, dass er dabei gefilmt wurde.

Herr Yu ersetzte das E durch ein F. Seinem Arbeitgeber, dem Fussballverein Guangzhou Evergrande Taobao, missfiel das offenbar. Seit gestern ist Hanchao Yu vereinslos. Ob Trainer Fabio Cannavaro in die Entscheidung involviert war, ist nicht überliefert.

Yu absolvierte 59 Länderspiele für China und erzielte neun Tore. Mit 33 befindet er sich im besten Fussballalter. Ob er was für GC sein könnte? Fragen und die Antworten dazu liefert der Grasshopper Club gleich selbst:

Tierische Trägodie

Briger am Montag den 11. November 2019

Heute lernen Sie Ivan Gazdek kennen.

Oben links: die Welt ist noch in Ordnung, oben rechts: Der letale Tritt.
Unten links: das Huhn fliegt, unten rechts: das Huhn fliegt immer noch. Foto via: @JurajVrdoljak

Der junge Mann spielt für das kroatische Team NK Jelengrad in der Sisak-Moslavina-County-Liga. Beim Spiel gegen Jasenovac wurde das Spielfeld zum wiederholten Male von ungebetenen Gästen heimgesucht – Hühnern von einem angrenzenden Bauernhof. Dies brachte Gazdek dermassen in Rage, dass er die Hühnern zu verscheuchen versuchte. Dabei trat er in Richtung der Hühner und traf ein rötliches Huhn dermassen unglücklich, dass das Ferdervieh den Ausflug auf das Spielfeld nicht überlebte. Gazdek entsorgte das tote Tier dann mit einem Wurf über die Spielfeldbegrenzung.

Der Schiedsrichter schickte ihn wegen unsprotlichen Verhaltens vorzeitig unter die Dusche. Gazdek gab nach dem Spiel geknickt zu Protokoll, dass die Hühner ständig aufs Feld rennen würden und ihre Hinterlassenschaften zu unhygienischen Zuständen führten. Er habe die Tiere wegjagen wollen und dann aus Versehen eins mit dem Fuss getroffen. Nach dem Spiel, dass sein Team trotz des Platzverweises mit 8:1 gewann, überreichte er der Besitzerin des verstorbenen Huhns einen Entschuldigungsbrief und kaufte ihr ein Neues.

Er sei, so Gazdek, überdies ein Tierfreund. Nach eigenen Angaben besitzt er einen Hund, zwei Katzen und einen Papagei – dieser ist allerdings vor kurzem verstorben.

Doppelte Doppelmoral

Val der Ama am Mittwoch den 9. Oktober 2019

Das Runde Leder investigativ. Heute: Historische Bilder auf Twitter.

Wenn Sie Zugang zu so Sozialen Medien haben, dann haben Sie vielleicht den Tweet des Rumen Tabakov neulich auch gesehen. “The year is 1986. The sign on Maradona’s shirt says “No drugs”, on Platini’s “No to corruption” 🤣“, schreibt er drunter. 100’000 Likes und über 30’000 Retweets hat ihm dies immerhin eingebracht. Und klar, die Pointe ist gut, wenn auch nur zu 50%.

Auf Platinis Shirt steht nämlich nichts von Korruption, dort steht dasselbe drauf, wie auf dem Trikot vom Maradona, einfach in einer anderen Sprache.

Aber item, wir nutzen die Gelegenheit und erinnern kurz an das Spiel damals in Nancy. Am 23. Mai 1988 verabschiedete sich Michel Platini als aktiver Spieler von der Fussballbühne und lud deshalb zum Spiel Frankreich gegen den Rest der Welt ein. Drinnen vor 40’000 Zuschauern erst 353 Tauben (für jedes seiner Tore eine) und aber dann Weltstars wie eben Maradona, oder auch Gullit, Madjer, Matthäus, Zico, Papin oder Pelé. Und draussen immerhin die Gipsy Kings. Wenn Sie immer noch nicht genug haben, dann lesen Sie unbedingt diesen Artikel da.

 

Vandalen im Wittigkofen

Herr Shearer am Donnerstag den 18. April 2019

Wachtmeister Schärer bittet hinwiederum um die Mithilfe der Bevölkerung.

“Sicher haben Sie es schon mitbekommen: wir von der Kantonspolizei Bern suchen wieder mal Zeugen, die uns helfen können, ein paar Missetäter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. In der Nacht auf gestern konnten einige meiner Kollegen zwei Jugendliche und einen jungen Erwachsenen anhalten. Diese stehen im Verdacht, vorgängig die Aussenflanken der Autobahnüberführung im Wittigkofenquartier mit gelber und schwarzer Farbe bemalt zu haben. Möglicherweise handelt es sich bei der Täterschaft um sogenannte Fussballfans, aber so genau wissen wir das noch nicht.

Leider ist das kein Einzelfall. In der ganzen Region Bern ist in letzter Zeit eine Zunahme solcher Vandalenakte zu verzeichnen. Unschuldige Betonmauern und Stromverteilerkästen werden ihres natürlichen Graus beraubt und vornehmlich in gelb und schwarz bemalt. Wir haben zur Aufklärung dieser Taten eine Taskforce eingerichtet, allerdings gestaltet sich die Suche nach den Schuldigen schwierig. Unten sehen Sie mehrere Beispiele von beschädigten Objekten. Mit sachdienlichen Hinweisen können Sie sich natürlich jederzeit an jeden Polizeiposten wenden. Besten Dank auch heute wieder für Ihre wertvolle Kollaboration!”

  • Nordring, vor Restaurant Du Nord

  • Lorrainestrasse

  • Bei Worblaufen

  • Winkelriedstrasse, hinter Bahnhof Wankdorf

  • Lorraine, bei Restaurant Feldschlösschen

  • Lorrainestrasse 27

  • Erneut vor Lorrainestrasse 27, zusätzlich von "Kulturschaffenden" beklebt.