Archiv für die Kategorie ‘Bundesliga’

Weises Weigern

Herr Winfried am Mittwoch den 29. Juli 2020

Es ist besser, Namen von Clubs am Rhein nicht auszusprechen.

Es ging einfach nicht, so sehr er es auch versuchte. Aber die Kombination aus einer Zahl und mehreren Buchstaben wollte dem tapferen Gast nicht über die Lippen schleichen. Der Mann, stolzer Fan der Borussia Mönchengladbach, wurde gefragt, welcher deutsche Verein in der Saison 2018/2019 die Meisterschaft in der 2. Bundesliga gewann.

Der Mann wusste die Antwort, er sah sie ganz klar vor sich. Doch als er “1. FC Köln” sagen wollte, erlahmten seine Mundwinkel. Sehen Sie selbst!

Die Spontanblockade kostete den Mann stattliche 1’000 Euro, eine bittere Pille für den Gladbacher. Da kam unverhofft sein Herzensverein zu Hilfe. So hatte der grobe Aussetzer doch noch sein Gutes.

Nur was der Mann während der Show auf dem Leib trägt, bleibt rätselhaft.

Beste Publizität II

Briger am Mittwoch den 22. Juli 2020

Das Runde Leder steigt ins Trikot-Sponsoring ein.

Ältere Leser erinnern sich, der bekannte und beliebte Fussballblog “Zum Runden Leder” steht mit dem BSC Young Boys in Verhandlungen hinsichtlich einer Neuanordnung der gelben Stühle im Stadion Wankdorf.

Bereits einen Schritt weiter ist das Runde Leder in Sachsen. Noch ältere Leser werden sich erinnern, dass der FSV Zwickau während der Corona-Pause auf Geldsuche ging. Das Runde Leder hat also die erfolderlichen 52 Euro 50 aus dem Sparschwein gekratzt und sich einen Platz auf dem Sondertrikot des FSV Zwickau gesichert. In diesem Trikot lief Zwickau dann am 1. Juli beim letzten Heimspiel der Saison auf. Das Spiel sollte letztlich hinsichtlich des Klassenerhalts entscheidend sein, konnte doch ein 2:1-Sieg gegen den Chemnitzer FC gefeiert werden. Dank einem 0:0 am letzten Spieltag in Mannheim war dann auch Chemnitz-Sieg gegen Rostock wertlos und der FSV blieb dank des um ein Tor besseren Torverhältnisses in der Liga.

Inzwischen ist das Trikot in der Schweiz eingetroffen und Sie können einen exklusiven Blick darauf werfen:

  • Da ist das Ding. (Foto: Maldini-Press)

  • Da ist er, der Sonderzug. (Foto: Maldini-Press)

  • Der Schriftzug. (Foto Maldini-Press)

  • Der Schriftzug 2. (Foto: Maldini-Press)

Bedeutsame Bestmarken

Herr Maldini am Dienstag den 2. Juni 2020

Wie fit sind die Fussballer nach der Corona-Pause? Können Sie überhaupt noch spielen?

Das sind Fragen, die Sportjournalisten, Fans und andere umtrieb und in der Schweiz noch nicht beantwortet sind.

In Deutschland weiss man spätestens seit dem Wochenende mehr: Ja, sie können noch. Vladimir Darida vom Hertha, Berliner Sport-Club spulte am Samstag beim 2-0 gegen den Fussball-Club Augsburg 1907 nämlich ordentlich Kilometer ab. Er legte 14,34 Kilometer zurück – in der Bundesliga ist das ein Rekord.

Vladimir Darida und Jürgen Klinsmann. Bild: spox.com

Auch sonst herrscht in Berlin gerade Friede, Freude, Eierkuchen: Die 10 Punkte in vier Partien, die der neue Übungsleiter Bruno Labaddia bislang holte, sind ein ziemlich solider Start – es liegt gar noch ein Vereins-Rekord in Griffweite.

Unser Redaktor Herr Briger tanzt seit Tagen auf der Redaktion herum. Leider weiss er nicht, dass diese zu Beginn jeweils verheissungsvollen Labaddia-Abenteuer für gewöhnlich recht abrupt enden.

Trubel um den Rudeljubel

Rrr am Sonntag den 17. Mai 2020

Willkommen zum grossen BuLi-Foto-Quiz!

Heutiges Thema: Korrekter Torjubel in Corona-Zeiten.

Wir zeigen Ihnen vier aktuelle Funkbilder von gestern, und Sie müssen herausfinden, welche Mannschaft die neuen Hygienestandards eventuell noch nicht komplett verinnerlicht hat.

Schauen Sie sich die Bilder in Ruhe an, überlegen Sie gründlich, was Sie selber in den letzten Wochen so gelernt haben, und entscheiden Sie dann – na? Ja, wir wissen, es ist sehr, sehr knifflig.

  • Wolfsburg

  • Dortmund

  • Freiburg

  • Hertha

Unter allen Einsendungen verlosen wir fünf Schutzmasken und zehn Desinfektionsmittel. Toi toi toi!

Gut und gerecht

Rrr am Samstag den 16. Mai 2020

Bundesliga ohne Fans: Gut für die Gäste. Und die Referees.

Professor Mikel Pitkin von der Universität Stockholm untersuchte 21 italiensche Geisterspiele aus dem Jahr 2007 – die Zuschauer mussten damals wegen Ausschreitungen draussen bleiben. Fazit: Die Schiedsrichter fühlten sich offensichtlich freier in ihren Entscheidungen und pfiffen ausgewogener, weil sie nicht ausgebuht, ausgepfiffen und bedrängt wurden. Unsere Kollegen von Science Direct haben die Studie aufgeschaltet.

Ein Team der University of Lancaster nahm die Saisons 2001-2007 der Premier League und der Bundesliga unter die Lupe. Fazit: Spieler der Gastmannschaft werden tendenziell härter bestraft, wenn sie dasselbe Foul begehen wie ein Spieler des Heimteams. Etwas gemindert wurde der Effekt in denjenigen deutschen Stadien, in denen die Zuschauer nicht direkt am Spielfeldrand sitzen können. Die Details finden Sie hier.

Bundesliga-Referee Daniel Siebert nennt noch einen anderen Grund: “Geisterspiele sind leichter zu pfeifen.” Unter anderem könne der Referee die Fouls hören. “Man hört den Fusskontakt, Schienbein an Schienbein oder Sohle an Sohle. Das erzeugt ganz bestimmte Geräusche. Und als Schiedsrichter habe ich ein geschultes Ohr dafür, welcher Kontakt regelwidrig und welcher noch im Rahmen eines fairen Zweikampfes ist.”

Bundesliga-Konferenz, live ab 15.30 Uhr.

Gratis im Fernsehen (auf Sky Sports News HD), unter anderem mit dem Ruhrpott-Derby Dortmund-Schalke. Aber klar, echte Fans schauen sich keine Geisterspiele an.

Auch die Redaktion des Runden Leders boykottiert die BuLi ohne Zuschauer.
“Also genau genommen schaue ich schon, aber heimlich”, sagt Herr Rrr. “Ich auch”, räuspert Herr Winfried. “Aber nur, um mich zu vergewissern, wie Stuhl Fussi ohne Fans ist.” Herr Maldini: “Ich schaue, wenn ich Zeit habe. Ich denke, ich habe schon Zeit.” Herr Briger: “Ha Ho He!” Herr der Ama: “Ich schaue nicht, Bremen spielt erst am Montag.” Herr Shearer: “Was macht ein Alki, wenn der Schnaps alle ist? Er greift zum Pinselreiniger. Prost.”

Super Buli-Fussi

Rrr am Montag den 11. Mai 2020

Das historische Bild zum Wochenstart.

Samstag, 12. Oktober 1963: 1860 München gegen den 1. FC Nürnberg im Stadion an der Grünwalder Strasse.

Ältere Leser erinnern sich: Die Sechziger siegten 5:0. Bewegende Bewegtbilder finden Sie im Internet.

Es war die erste Bundesliga-Saison überhaupt, die 1964 mit dem Titelgewinn des 1. FC Köln endete. Nach dem bislang letzten unfreiwilligen Unterbruch möchte die Bundesliga am kommenden Samstag ihren Betrieb wieder aufnehmen. Vorausgesetzt, dass kein Corona dazwischen kommt, gibts übers kommende Wochenende neun Spiele.

Die BuLi-Konferenz am Samstag ab 15.30 Uhr soll gratis empfangbar auf Sky Sports News HD gezeigt werden, unter anderem mit dem Ruhrpott Derby.

Zwickauer digitaler Sonderzug

Briger am Montag den 11. Mai 2020

Die Fans des FSV Zwickau fahren gerade im digitalen Sonderzug durch die eigene Geschichte.

Der FSV Zwickau ist chronisch knapp bei Kasse und kann sich deshalb keine gute Aufarbeitung der eigenen Geschichte und schon gar kein Museum leisten. Die aktiven Fans haben sich deshalb entschlossen, eine Aktion auf die Beine zu stellen. Entwickelt wurde der digitale Sonderzug durch die Vereinsgeschichte – der eigentlich am letzen Spieltag der aktuellen Saison in echt nach Mannheim hätte fahren sollen.

Mit den Worten

Kein Fußball mehr? Keine Auswärtsfahrten mehr? Kein Sonderzug nach Mannheim? Wir verraten Euch: Da ist ein Licht am Ende des Tunnels! Packt eure Schals und Fahnen ein, schnappt euch Bier, Klopapier und einen Mundschutz, schmiert ne Bemme und kommt mit auf eine lange Reise!

wird für die Aktion geworben, die man hier mitverfolgen kann.

Die ganze Aktion kann im Internet gratis verfolgt werden, noch besser ist aber eine Spende in Form einer erworbenen Fahrkarte (inkl. Kulturgroschen wie zu DDR-Zeiten). Das Stück zu 1.75 €, da Zwickau am 14. Juni 1975 das Finale des FDGB-Pokal gegen Dynamo Dresden und unter dem Namen BSG Sachsenring den dritten und bislang letzten Pokalsieg der Vereinsgeschichte erreichte.

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Skandinavisches Skorerpotenzial

Herr Winfried am Mittwoch den 19. Februar 2020

Eine neue Studie der UNO enthüllt Wissenswertes über das Potenzial von Fussballern.

Erling Braut Håland, geboren am 21. Juli 2000, ist jetzt also der erste Teenager mit zehn Champions-League-Toren. In Dortmund reibt man sich wahlweise die Hände oder runzelt die Stirn – wenn der junge Mann so weiter skort, dürfte der BVB seinen jungen Blondschopf bald an einen noch zahlungskräftigeren Verein verlieren.

Macht aber nichts. Wie Nachforschungen einer bekannten deutschen Rundfunkanstalt ergeben haben, sollten die Verantwortlichen in Dortmund gar nicht erst zu weit überlegen. Aber sehen Sie selbst!

Bild: Twitter

So ist das also. Entweder baut die Borussia jetzt ein intensives Scouting-System in Oslo, Stavanger, Bergen und Trondheim auf. Oder sie schickt eigene Talente gen Norden. In Norwegen soll die Luft zum Atmen unerreicht gut sein, wie die UN-Studie besagt.

Nur den Erling selbst fragen, warum er so brillant spielt, das geht nicht.

Botengang beim BVB

Rrr am Mittwoch den 5. Februar 2020

Suchen Sie eine neue Herausforderung? Werden Sie Bier-Kurier!

Den Teilzeit-Job erfunden haben Dortmunder Fans. Die waren es leid, mitten im Spiel auf dem Trockenen zu sitzen. Deshalb schalteten sie ein Inserat auf eBay.

Die Fans suchen einen Freiwilligen, der vier- bis fünfmal pro Spiel zum Bierstand geht und das Pils in den Block bringt. “Eine Herrenhandtasche reicht. Acht Bier gehen immer weg.”

Als Gegenleistung winkt eine Gratis-Eintrittskarte für die Südtribüne. Und das ist ein begehrtes Gut: Für Dortmunder Heimspiele gibt es eine lange Warteliste.

Die Resonanz auf das eBay-Inserat war enorm, wie die Gruppe am Montag mitteilte: “Es haben sich so viele Fans gemeldet, dass wir jetzt bei eine Runde Pilsetten ausknobeln müssen, wie wir die ganze Nummer fair, transparent und suffig lösen können.”

Feiern und Feuern

Herr Winfried am Mittwoch den 29. Januar 2020

Fortuna Düsseldorf enthüllt seine bipolare Identität.

Das Schlusslicht der Bundesliga hat seinen Trainer entlassen. Wenn die Spieler nicht spuren, muss der Trainer bluten. Normal, oder?

Auf dem Twitterkanal der Fortuna offenbarte sich damit ein sonderbar wunderbar unstimmiges Bild. Gestern Abend wurde Funkel, der seit 2016 für Düsseldorf an der Seitenlinie stand, als “Düsseldorfer Trainer des Jahres” ausgezeichnet. Angesichts der Konkurrenz eine stattliche Leistung. Wir zitieren aus der Mitteilung des Vereins: “Der Fußballlehrer setzte sich gegenüber Gabor Bujka (DSC 98, Herren-Wasserball) und Nicolai Sussenberger (Düsseldorfer HC, Damen-Hockey) durch.”

Abstimmen durfte die Düsseldorfer Sportpresse sowie 10’000 sportinteressierte Düsseldorferinnen und Düsseldorfer.

Nach dem Honig-ums-Maul-Schmieren durch die lokale Prominenz war heute Schluss mit lustig. Man habe diesen Schritt gehen müssen, wird Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zitiert. “Der gesamte Verlauf der Saison hat uns aber gezeigt, dass wir es bisher nicht geschafft haben, auf Strecke die nötigen Punkte zu holen.” Dass damit immerhin die Hälfte des Jahres 2019 gemeint ist, wertet Funkels Auszeichnung zusätzlich auf.

“Gestern top, heute flop. Das ist der Fussball, wie er leibt und lebt”, sagen die Experten. Funkels Nachfolger wird übrigens Uwe Rösler, kürzlich in Schweden bei Malmö FF geschasst.

Trotzdem: Glückwunsch zum Titel, Herr Funkel! Er wird Ihnen nicht mehr aus Ihrem Palmarès zu entreissen sein. Und mit Sicherheit auch bei künftigen Bewerbungen helfen. Genau so wie vielleicht dieses Lied hilft, den Abschiedsschmerz zu ertragen.

Siebenhundertmal mit der Alten Dame unterwegs

Briger am Montag den 27. Januar 2020

Helmut Friberg feierte am Samstag Jubiläum: sein 700. Auswärtsspiel der Berliner Hertha.

Foto Goessinger, Berliner Zeitung

Der 63-jährige gebürtige Zwickauer sah 1971 erstmals ein Spiel der Hertha live im Stadion. Damals war er in Viersen wohnhaft und sein Vater nahm in mit zum Stadion auf dem Bökelberg. Der damals 14-jährige wollte sich das Spiel im Gästesektor anschauen und von da an war er mit dem Hertha-Fieber infiziert. 1978 folgte der Umzug nach Berlin. Insgesamt 38-mal war er inzwischen mit der Hertha im Ausland von Freundschaftsspielen bei Crystal Palace, über Europa League in Bilbao bis zu Champions League in Istanbul. Der Auftritt beim 2:2 im Ali-Sami-Yen-Stadion zählt zu Fribergs Fan-Higlights. Seine Leidenschaft teilt übrigens auch seine Frau Daniela, die ebenfalls so oft es geht mitreist.

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Diverse Transparente

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 3. November 2019

Berliner Derby im Laufe der Zeit.

Damals (1990):

Heute (also gestern Abend):

Sie sind nicht ganz sicher, ob Sie den ganzen Wortlaut des Transparents mitbekommen haben?

“Angekommen im Fussball-Olymp, nach einer schier endlosen Odyssee, schlägst du nun deine grösste Schlacht. Deinem Gegner wird dies fortan bedeuten: Erst die Sünde, nun der Tod.”

Union gewann das Heimderby gegen Hertha mit 1:0, das einzige Tor fiel per VAR-Penalty in der 90. Minute. Nach dem Spiel hinderten Union-Profis die eigenen Ultras am Platzsturm, nachdem Hertha-Fans Leuchtraketen aufs Spielfeld abgeschossen hatten. Schöne Sunnti allerseits.

(Redaktionsinterner Hinweis: Herr Briger, drücken Sie auf gar keinen Fall auf diesen Link, unter keinen Umständen!)