Archiv für die Kategorie ‘Briefkasten’

Lauffälliges Verhalten

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 1. Juli 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ein Fan der deutschen Mannschaft hat sein Team nach der Niederlage gegen Südkorea mit diesen Worten kritisiert:

“Da hat keiner mal Bock zu laufen, Mann. Ich versteh das nicht.”

Er macht also mangelhafte Laufbereitschaft verantwortlich für die Schande von Kasan. Waren die Deutschen etwa nicht fit? Oder unmotiviert, trotz WM? MfG, A.W., B.

Lieber Andreas, das ist kompletter Humbug. In keinem Spiel der WM 2018 wurde so viel gelaufen wie im Match Südkorea-Deutschland: Insgesamt 233 Kilometer (zum Vergleich: beim gestrigen Supermatch Argentinien-Frankreich waren es nur 187). Die Südkoreaner liefen geringfügig mehr als die Deutschen – logisch, sie hatten deutlich weniger Ballbesitz. Allerdings ist es nicht immer so, dass die Mannschaft mit weniger Ballbesitz mehr rennt.

Jedenfalls haben viele Fans von unterlegenen Teams den Eindruck, ihre Spieler seien zu wenig gelaufen. Pedro Lenz hat das ja mit den Worten “Meh Bewegig!” auf den Punkt gebracht. Dabei sagt die Laufleistung im modernen Fussball nur wenig aus.

Beispiel Schweiz: Petkovics Team spulte deutlich mehr Kilometer ab als die Brasilianer und holte doch nur einen Punkt. Im zweiten Spiel siegten die Schweizer, obwohl sie weniger liefen als der Gegner. Im letzten Spiel gegen Costa Rica gabs in jeder Hinsicht ein Unentschieden.

Besonders lauffreudig ist übrigens das russische Team, wie die Auswertung der drei Vorrundenspiele zeigt. Das hat sicher nichts mit den seit längerer Zeit im Land grassierenden Staatsdoping zu tun.

Garantiert aussagekräftig ist die Zahl hingegen im Fall des Spiels Japan-Polen. Da gab es ja einen stillschweigenden Nichtsangriffspakt, als das schon ausgeschiedene Polen 1:0 führte und Japan dieses Resultat zum Weiterkommen reichte. Die Folge war ein sehr unschönes Ballgeschiebe. Nur gerade 163 Kilometer wurden in diesem Spiel gelaufen.

Die Zahlen zu allen bisherigen Spielen lesen Sie nach dem Klick. Denken Sie darüber nach oder gehen Sie baden – wie Sie meinen. Beste Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

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Spass dank Sponsor

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 26. Juni 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Rüdisühli, an der FIFA-WM in Russland sieht man in den Stadien immer wieder fröhliche, bunt bemalte Menschen mit Bierbechern in der Hand. Ist das Glürlibier, wie es jeweils an Europacupspielen der Gelb-Schwarzen ausgeschenkt wird? Oder hat es da tatsächlich Alkohol drin? Und wenn ja, warum? Herzliche Grüsse, K.-M. S., B.

Lieber Herr Kudi, Bier gilt in Russland erst seit 2011 als alkoholisches Getränk. Seither ist es in den Stadien verboten. Bei der WM drücken die Behörden aber ein Auge zu – auf Druck der FIFA, die ihren Sponsoren Budweiser nicht verärgern will.

Bei den Spielen der FIFA-WM 2018 gibt es also Bier mit Spass drin. Genau wie schon 2014 in Brasilien, 2010 in Südafrika und 2006 in Deutschland.

Verboten ist der Bierverkauf hingegen in einer Sperrzone zwei Kilometer rund um die Stadien. Ob die russischen Behörden das in Besorgnis um die Volksgesundheit durchgesetzt haben oder ob Budweiser ein Konkurrenzverbot in Stadionnähe wünschte, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wenn Sie die Sauferei in den WM-Studien irritiert, bedenken Sie zweierlei. Erstens: Viele WM-Spiele lassen sich nüchtern betrachtet gar nicht ertragen. Und zweitens, zum Trost: Die WM 2022 in Katar wird komplett alkoholfrei, wie die FIFA bereits angekündigt hat. Mit besten Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Wunderliche WM-Wanderlegende

Rrr am Mittwoch den 20. Juni 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, beim Torjubel der Portugiesen nach dem 3:3 ist mir etwas aufgefallen. Neun Feldspieler feierten ausserhalb des Spielfeldes den Treffer von Cristiano Ronaldo, nur Pepe blieb auf dem Spielfeld. Es gibt ein Zuschauervideo, das zeigt, das sich auch Pepe zur Spielertraube gesellen wollte, aber auf den Platz zurückgeschickt wurde.

Genau dasselbe war bei den Australiern zu beobachten – und auch bei den Engländern. Beim Torjubel blieb immer ein einziger Feldpieler auf dem Platz. Warum? P. M., B.

Lieber Peter, durchs Internet geistert das Gerücht einer neuen FIFA-Weisung, wonach mindestens ein Feldspieler der jubelnden Mannschaft auf dem Platz bleiben müsse. Sonst dürfe der Schiedsrichter das Spiel wieder freigeben – und die gegnerische Mannschaft käme zu einem billigen Treffer.

Das ist Unsinn. An der WM gelten die Regeln des International Football Association Board (IFAB). “Für jeden Anstoss gilt: Alle Spieler, mit Ausnahme des Spielers, der den Anstoss ausführt, befinden sich in der eigenen Spielfeldhälfte.” Vorher kann der Referee gar nicht anpfeifen.

Was Portugiesen, Australier und Engländer mit ihrem Verhalten genau bezwecken, entzieht sich unserer Kenntnis. Klar ist nur eins: Gefahr würde ihnen erst drohen, wenn sie alle in der eigenen Platzhälfte jubeln würden. Denn dann kann der Schiedsrichter das Spiel tatsächlich freigeben.

Auf diese Weise kam ja die U16 von Gibraltar im April 2015 gegen Mazedonien zum schnellen Ausgleich, Sie erinnern sich sicher. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Das Denkmal

Rrr am Samstag den 5. Mai 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, auf dem Quartierplatz beim Wankdorfstadion habe ich heute diese Statue entdeckt. Hat da ein unbekannter Künstler unseren Meistertitel Marco Wölfli spontan verewigt? UAwg, F.B., B.

Liebe Franziska, das ist ein sehr schöner Gedanke. Doch leider müssen wir Sie enttäuschen. Die Plastik entstand bereits im Sommer 1957, als YB den ersten von vier Meistertiteln in Serie gewann. Geschaffen wurde der Goalie von der bekannten Berner Künstlerin Marguerite Saegesser. Ihr Mann, ein Chirurg, schenkte die Statue aus Aluminium den Young Boys.

Die Gelbschwarzen platzierten den Goalie auf der Seite Papiermühlestrasse vor der Haupttribüne. Beim Abbruch des Wankdorfstadions 2001 verschwand er vorübergehend von der Bildfläche, wie das YB-Magazin vor einiger Zeit in Erinnerung rief. Ein Comeback gab er nach dem Bau des neuen Stadions. Seither steht er auf der Stadtseite des Quartierplatzes, wo er in elegantem und mächtigem Sprung den Ball behändigt. Im Schatten der Nachbarliegenschaften kommt er leider etwas weniger zur Geltung als anno dazumal.

Um Marco Wölfli geht es also nicht. Dieser wird es verschmerzen können, denn mittlerweile winken ihm ganz andere Ehren. Es wird diskutiert, den Wolf zum neuen Berner Wappentier zu machen, hörten wir diese Woche aus Kreisen. MfG, Ihr Dr. Rüdisühli

Schlange oder Schlaufe

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 4. April 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Herr Dokter, ich habe mich ja wirklich gefreut, dass YB wieder einmal im Cupfinal ist, und dass Saisonabi-BesitzerInnen Anrecht auf ein Ticket haben. Etwas weniger Verständnis habe ich jedoch dafür, dass ich für dieses Ticket Schlange stehen muss, in der heutigen Zeit. Das ist in jedem Fall anders lösbar. Aber vielleicht ist es ja gewollt, den Zugang zu den Tickets möglichst schwer zu machen, weil das YB-Kontingent eigentlich zu klein ist.

Ich kann am 21. April leider nicht zum Ticket-Event ins Wankdorf kommen und zähle darauf, dass zumindest der Telefonverkauf ohne Endlosschlaufen und innert nützlicher Zeit funktioniert. Schliesslich bezahle ich dann ja noch zehn Franken dafür. Hochachtungsvoll, K.S., B.

(Finde den Feler. Screenshot: Qdiprezz)

Lieber Herr Kudi, besten Dank für Ihre Anfrage. Leider sind im Moment alle unsere Leitungen besetzt. Das Rundesleder Callcenter, das sich seit 1. April in Moldawien befindet, wird aber so rasch als möglich zurückrufen (Fr. 2.50/Minute).

Für technische Fragen zum Ticketingding drücken Sie die 1.

Für Fragen zur Mannschaft und zu Adi Hütter drücken Sie die 2.

Für Beanstandungen aller Art drücken Sie die 3 und hängen dann auf.

Für weitere Anliegen drücken Sie die 1898, warten auf das Freizeichen und rezitieren anschliessend fünfzehnmal die erste und dritte Strophe von Häbetnechambänkli. Sollten Sie danach noch Fragen haben, rufen Sie einfach nochmals unsere Hotline an (24/24).

Mit freundlichen Grüssen, Dr. Rüdisühli, Leiter Callcenter Rundesleder (ehem. Briefkastenonkel) 

Brauchbarer Balkon

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 15. März 2018

Und wieder erreicht uns eine dringende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dokter, eben habe ich in einer Boulevardzeitung gelesen, dass es in Bern gar keinen Balkon für eine allfällige Meisterfeier gibt. Das kann ich kaum glauben, schliesslich  wohne ich in der Stadt Bern und eine Terrasse habe ich auch.  Bitte informieren Sie kurz: Welche Anforderungen hat mein Balkon zu erfüllen? MfG, P.P, B.

Lieber Pesche, vielen Dank für Ihre Einreichung und auch Ihnen ein herzliches Willkommen im Runden Leder. Zuerst einmal die Begriffsklärung: Ein Balkon ist eine Plattform an einem Gebäude, die über dem Geländeniveau liegt und aus dem Baukörper herausragt. Ein Balkon wird üblicherweise von einer Brüstung oder einem Geländer eingefasst, um Personen vor Absturz oder Sturz schützen. Eine Gefährdung ist im allgemeinen dann gegeben, wenn die Absturzhöhe mehr als 1.0 m beträgt. Als Absturzhöhe wird die am Rand der begehbaren Fläche gemessene Höhendifferenz zur angrenzenden tieferen Fläche verstanden.

Die normale Höhe eines Schutzelementes beträgt mindestens 1.0 m. Bei festen Brüstungen von mindestens 0.2 m Dicke beträgt die Mindesthöhe 0.9m. Aus Gründen der Gebrauchstauglichkeit (Vermeiden von Unsicherheits- und Schwindelgefühlen) ist die Höhe des Schutzelementes bei grossen Absturzhöhen allenfalls zu vergrössern.

Architekten empfehlen ungefähr einen Quadratmeter pro Person, um den Protagonisten uneingeschränktes Champagnerflaschenschütteln zu ermöglichen. Gehen wir also von ungefähr 25 Kaderspielern, 10 Personen aus dem YB-Staff, 10 profilierungsinteressierten Politikern und 5 Sonstigen aus, sollte Ihr Balkon mindestens 50 m2 gross sein.

Beachten Sie desweitern zudem folgende Normen/Gesetze

– Norm SIA 500 Hindernisfreie Bauten*
– Behindertengleichstellungsgesetz BehiG
– bfu-Fachdokumentation 2.034 «Sicherheit im Wohnungsbau».
– Norm SIA 358 Geländer und Brüstungen
– Normen für Geländer im Strassenraum SN 640 075 , SN 640 238 und SN 640 568
– Suva-Merkblatt «Geländer»

Ah, noch etwas: Die von Ihnen erwähnte Zeitung erwartet 100’000 Fans. Der Richtwert für die Personendichte an Veranstaltungen liegt bei ungefähr 3-4 Personen/qm. Ihr Garten sollte also mindestens 25’000 Quadratmeter gross sein.

Freundlichst, Ihr Dr. Rüdisühli

(Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Punktuelle Berechnungen

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 15. März 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Herr Dokter, ich komme nicht mehr draus. Am Sonntag hiess es, YB sei 17 Punkte voraus, und jetzt sind es plötzlich nur noch 13, obwohl sie gar nicht gespielt haben. Was ist jetzt? UAwg, T. T., U.

Lieber Tinu, herzlich willkommen im Runden Leder, dem Fachforum für Fussballfreunde. Schön, dass Sie sich jetzt auch für YB interessieren. Also, es ist so: Die Sache mit dem Vorsprung ist gar nicht interessant. Wir befinden uns auf der Zielgeraden der Meisterschaft, und da ist nur wichtig, wieviele Punkte der Zweitplatzierte – zurzeit Basel – maximal erreichen kann. Nämlich 78.

YB hat im Moment 58 Punkte. Zum sicheren Meistertitel reichen also in jedem Fall 21 Punkte. Das sind genau 7 Siege aus den verbleibenden 11 Spielen. Wobei nicht jeder Sieg gleich viel wert ist. Es braucht nur 6 Siege, wenn einer davon gegen den FC Basel errungen wird. Und sogar nur 5, wenn zwei Erfolge gegen den FCB darunter sind.

Andere Rechnung: YB reichen zum Titel fünf Heimsiege, wenn dazu noch drei Unentschieden zum Beispiel in St. Gallen, Thun und Sion folgen.

Unsere Leserin Frau nadisna hat das alles aber längst viel einfacher formuliert: Witer, eifach immer witer. Dem schliesse ich mich gerne an. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

(Foto: Alessandro della Valle/Keystone)

CR3

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 11. Februar 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, gestern sprachen sie im Fernsehen vom “perfect hattrick”. Was ist das? UAwg, B. C., G.

Lieber Beat, ganz einfach: Ein Tor mit dem linken Fuss, eines mit dem rechten Fuss, eines mit dem Kopf. Das ist doch eher selten, der Spieler Lionel Messi von Barcelona zum Beispiel hat das in seiner langen Karriere noch nie geschafft.

Anderen Spieler ist das Kunststück wenigstens einmal gelungen, zum Beispiel Chicharito im September 2016 für Leverkusen gegen Mainz, Edin Dzeko 2011 für Man City gegen Tottenham und Michel Platini 1984 für Frankreich gegen Jugoslawien. Gleich drei “perfect hattricks” gelangen Robbie Fowler in den 1990er-Jahren für Liverpool.

Der König der Disziplin ist aber zweifellos Cristiano Ronaldo von Real Madrid: Dem Portugiesen gelang das Kunststück gestern abend bereits zum achten Mal seit 2010. Die früheren Gegner waren Villarreal, zweimal Getafe, zweimal Espanyol, einmal Andorra mit Portugal und zuletzt Bayern München in der Champions League. Gegen Real Sociedad wars wieder so weit – Film ab und freundliche Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

Neue Spielsituationen

Dr. Rüdisühli am Samstag den 21. Oktober 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Werter Dr. Rüdisühli, mich beschäftigte die Frage schon öfters in ähnlichen Situationen, beim 1:1 von Dynamo Kiew gegen YB tauchte sie wieder auf. Ich hab sie versucht darzustellen. Ich habe ein kurzes PDF gestaltet.

Kurz: Beim Querpass steht nr 70 von Kiew (Dieumerci Mbokani) nicht abseits. Er steht allerdings dort, weil er vorher im Abseits war, er kommt quasi aus dem Abseits … wird also beim Pass von 11 auf den Stürmer (der dann den Querpass spielt) eine neue Spielsituation? Ich glaube nicht aber ev. sind die Regeln da anders. UAwg, M.P., B.

Lieber Max, Sie greifen wichtige philosophische Fragestellungen auf, die jeden von uns angehen. Zum Beispiel: Kommen wir nicht alle manchmal aus dem Abseits? Und wenn ja, wie landeten wir eigentlich dort? Aber auch, und das denken wir doch alle, wenn wir am Montagmorgen im Tram auf dem Weg zur Arbeit sitzen: Ist das nun eine neue Spielsituation?

Sie glauben das eher nicht, aber Ihr Glaube ist das eine und das Regelwerk etwas anderes. Leider ist beides oft nicht deckungsgleich. Mit besten Grüssen, Dr. Rüdisühli

(PS: Ihre Frage wird auf Seite 209 unten des Spielregel-Buches der IFAB geklärt: kein Vergehen, da nur die erste Ballabgabe massgeblich, wo die Abseitsstellung nicht strafbar ist, weil “kein Gegner beeinflusst” wird. Das Ganze läuft unter dem irreführenden Titel “aus seiner Position einen Vorteil ziehen”. Nichtsdestotrotz: Vorausgesetzt, dass Torschütze Mbokani beim zweiten Zuspiel nicht vor dem Ball stand, lagen die finnischen Schiedsrichter bei dieser Situation richtig. So fiel übrigens auch Michi Freys 0:1 in Thun am letzten Sonntag, wo aber sein Passgeber seinerseits klar im ungeahndeten Abseits stand.)

Verschiedene Verhaltenstipps

Dr. Rüdisühli am Samstag den 23. September 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich bin Fussballexperte beim Teleclub und sollte am Sonntag wieder von der Super League berichten. Doch beim Gedanken ans Tourbillon ist mir etwas unwohl. Wie soll ich mich verhalten, wenn mir am Spielfeldrand wieder der böse Präsi auflauert? Um diskrete Antwort bittet R. F., A.

Lieber Rolf, wer kennt die Situation nicht: Man steht gemütlich am Spielfeldrand und analysiert kompetent in die Kamera, da kommt plötzlich ein aggressiv kläffender Präsident auf einen zugestürmt. Was tun? Am liebsten möchte man die Beine in die Hand nehmen – bloss schnell weg hier. Doch das ist genau das Falsche. Die beste Reaktion ist, einfach stehen zu bleiben und den Blick irgendwohin zu richten, nur nicht auf den Kläffer vor Ihnen. Entweder wird Sie der Präsident eine Weile anfluchen und dann weiterlaufen, oder er nähert sich kurz und beschnuppert Sie. Sobald sich der Präsident wieder entfernt hat, können Sie Ihre Expertise fortsetzen.

Wenn der Präsident Ihnen trotzdem zu nahe kommt, treten Sie ihm entschlossen entgegen und und versuchen, ihn mit forschen Anweisungen zu verscheuchen. Achtung: Ihr Verhalten muss offensiv und selbstbewusst sein. Ein leise dahin gemurmeltes “husch, weg!” beeindruckt den hartnäckigen Präsidenten in keinster Weise und demonstriert nur ihre eigene Schwäche.

Und eines noch: Als Experte müssen Sie sich immer bewusst sein, dass Ihre Körpersprache eine ganz andere ist als die des Präsidenten. So kann ein Präsident nicht wissen, dass ein Lächeln kein Zähnefletschen ist. Umgekehrt zeigt der Präsident seine aggressive Grundhaltung deutlich durch Bellen, Knurren, hochgezogene Lefzen, flach am Kopf liegende Ohren und gesträubte Haare. Aber Vorsicht: Wenn er mit dem Schwanz wedelt, heisst das nicht unbedingt, dass er gute Laune hat. Es zeigt nur, dass er erregt ist.

Nun wünschen wir Ihnen guten Mut und eine spannende Analyse des Spiels Sion-Young Boys. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Strapaziöses Streamgschtürm

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 12. September 2017

BREAKING NEWS: Benito, Bertone und Hoarau fallen bei YB wochenlang aus

SCHNAPSCHAT ManUtd-Basel ab 19 Uhr

Neulich erreichte uns folgende Anfrage:

Lieber Herr Doktor, ich komme langsam nicht mehr draus. Swisscom, UPC, Sunrise – alle bieten irgendwie Fussball an und verlangen dafür Geld. Früher war das einfach, da hatte man den Teleclub, und alles war dabei. Heute ist alles ein Riesengstürm. Wie kann ich in der neuen Saison am besten Schweizer Fussball, Bundesliga und Champions League schauen und möglichst wenig dafür bezahlen? Welcher Fernseh-Multi bietet was genau an? Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen, Ihr Kudi

Lieber Herr Kudi, wir haben Ihre Frage mehrere Wochen bei uns gehortet, weil wir zuerst alle Angebote durchtesten wollen. Nun sind wir so weit und können Sie wie folgt informieren:

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Schnelle Passgeber

Briger am Montag den 11. September 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage: 

Lieber Dr. Rüdisühli, Nicolas Moumi Ngamaleu hat gestern nur wenige Minuten nach seinem Debut einen Pass auf Roger Assalé gespielt, welcher den anschliessend souverän zum 2:0 verwertete. War das der schnellste Assist eines YB-Debütanten? M.v.H.C.Z. aus B.

Lieber Christian, Nicolas Moumi Ngamaleu hat sehr schnell einen prima Assist gegeben, das stimmt. Er wurde in der 61. Minute eingewechselt und knapp fünf Zeigerumdrehungen später hatte er seinen ersten Scorerpunkt verbucht. Das Runde Leder hat wie immer keine Kosten und Mühen gescheut und sämtliche YB-Neuverpflichtungen der letzten 12 Jahre unter die Lupe genommen – also seit der Eröffnung des neuen Wankdorfstadions. Dabei konnte festgestellt werden, dass Herr Moumi Ngamaleu zwar schon ein beachtlich schnelles Assist-Debut hingelegt hat, aber eben leider doch knapp am Podest vorbei auf Rang vier schlittert.

(Foto: weltfussball.at)

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