Archiv für die Kategorie ‘Briefkasten’

Erfolgsrasen

Val der Ama am Donnerstag den 16. Mai 2019

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, Wie zu erwarten war, hat ein Exponent des FC Basel im Anschluss an die Partie bei den Young Boys einmal mehr von einem “Kunstrasen-Vorteil” für die Berner gesprochen. Soviel ich weiss, hat YB diese Saison jedoch auf Naturrasen punktemässig sogar leicht besser abgeschnitten als auf Kunstrasen, was nicht gerade auf einen besonderen Vorteil des Kunstrasens hindeutet.

Allerdings frage ich mich, ob es nicht vielmehr einen “Kunstrasen-Nachteil” gibt, also dass Mannschaften, deren gewohnte Unterlage der Naturrasen ist, auf Kunstgrün signifikant mehr Punkte liegen lassen als auf Naturgewächs.

Ich wäre Ihnen dankbar für eine statistische Aufhellung dieser Frage und grüsse Sie freundlich,

Herr B, Bern.

Lieber Herr Beppo, Ihre Frage lässt sich wie folgt beantworten:

Zum Mitlesen auch so: In der aktuellen Super League spielen drei Clubs auf Kunstrasen: Die berühmten Berner Young Boys, das beliebte Xamax und weiter Thun. Bei Xamax spielt die Unterlage keine Rolle, Thun holt auf Kunstrasen minimal mehr Punkte (1.38 vs. 1.17) und YB spielt prinzipiell super, holt aber auf Naturrasen sogar noch mehr Punkte (2.69 vs. 2.50).

Bei den Naturrasen-Teams gibt es Unterschiede. So haben wir die, die immer und überall schlecht sind, also St. Gallen, Zürich, Luzern oder GC. Und dann haben wir Teams, die auf Kunstrasen sogar noch mieser spielen: Basel, Sion und Lugano.

Ihre Vermutung in Absatz zwei Ihrer Frage stimmt also eventuell. Aber grundsätzlich ist es so, dass Basel diese Saison gegen YB keine Chance hat. Rasenart egal.

Mfg, Dr. Rüdisühli

Umwälzungen in Europa

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 21. November 2018

Liebe Kinder, gebt fein acht, wir haben euch was mitgebracht.


Ältere Leser erinnern sich: Am Sonntag zeigten wir an dieser Stelle die UEFA Nations League, farblich geordnet.

Rot = Erstklasig
Blau = zweitklassig
Grün = drittklassig
Gelb = viertklassig

Unser Leser Herr clanam übermittelte uns daraufhin folgende Zuschrift: “Könnte das RL nach dem letzten Spieltag die Farben aktualisieren? Finde diese Grafik noch so interessant.” Wir auch, Herr clanam! Letzte Nacht, nach dem Abpfiff des letzten Spiels, haben wir uns an die Arbeit gemacht, Herr Briger machte die roten Länder, Herr der Ama die blauen, Herr Shearer die grünen und Herr Maldini die gelben. Herr Rrr überwachte den ganzen Prozess – et puis voilà quoi! Bittesehr, gern geschehen.

Richtig interessant wird die Geschichte natürlich, wenn wir die Veränderungen in einem dynamischen Prozess sichtbar machen. Wir haben uns für ein GIF entschieden. Hier können Sie nun also erkennen, wie 138 Nations-League-Spiele den Kontinent verändert haben.

Verwirrende Verteidigung

Dr. Rüdisühli am Montag den 15. Oktober 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Doktor Rüdisühli, ich brauche dringend Aufklärung im RL!!! Wie hat denn nun unsere Nati in Belgien gespielt, und wer überhaupt hat gespielt? Blick und BZ stellen da verschiedene Thesen auf. UAwg, A. Y., B.

Lieber Alfred, Dreier- oder Vierer-Abwehrkette? Die UEFA blendete eine Viererreihe ein, Sascha Ruefer stellte das schon vor den Spiel in Frage und tippte auf eine Dreierkette. Ein Sascha Ruefer irrt bekanntlich nie, er und der “Blick” lagen schliesslich richtig: Die Schweiz spielte wie schon neulich in Leicester ein 3-5-1-1, wie wir nach Konsultation der neutralen englischen Taktikseite Whoscored festhalten können, oder eben ein sehr flexibel interpretiertes Dings. 4-4-1-1.

Auf den ersten Blick war das in der Tat sehr schwer zu erkennen. Und fast gänzlich unmöglich war es zu erkennen, wer dann da überhaupt an der Seite von Schär spielte: Akanji oder Elvedi. Die beiden gleichen sich ja wie ein Ei dem anderen.

In den meisten Deutschschweizer Zeitungen von NZZ bis Walliser Bote wurde am Samstag Manuel Akanji als Innenverteidiger angegeben, was vermutlich auf einem Irrtum der für die Matchtelegramme zuständigen Nachrichtenagentur beruht. Oder war es etwa doch Nico Elvedi? Nun, vermutlich war es Nico Akanji. Heute abend in Island spielt dann wahrscheinlich Manuel Elvedi als falscher Neuner im Tannenbaum ohne magische Raute. Details entnehmen Sie der Tagespresse. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Die verschwundene Minute

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 7. Oktober 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, vier Minuten Nachspielzeit werden angezeigt und dann wird nach 2:59 abgepfiffen? Hallo? Habe ich was falsch verstanden? Ok, für 2 Tore wäre die Zeit zu knapp gewesen… Möglicherweise … Hochachtungsvoll, R. L., B.

Lieber Rolé, Sie haben völlig recht. Die angezeigte Nachspielzeit ist immer eine Mindestnachspielzeit, die verlängert werden kann, aber nicht verkürzt werden darf. Ob es eine Kommunikationspanne zwischen dem Referee und dem viertem Unparteiischen gab, ist dabei nicht erheblich. Es liegt ein regeltechnischer Fehler vor, wobei offen bleibt, ob sich dieser auf den Ausgang des Spiels auswirkte.

Der BSC Young Boys hat auf Anfrage ebenfalls Stellung genommen. Pressesprecher Albert Staudenmann sagte heute dem Runden Leder: “Wir haben nicht verstanden, dass vier Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, das Spiel aber drei Minuten später abgepfiffen wurde. Und dass Eleke vor dem 2:3 im Abseits stand, haben wir ebenfalls zur Kenntnis genommen.“

Wie auch immer, der FC Luzern hat sich die drei Punkte redlich verdient, weshalb wir nun einen Schlussstrich unter das Ganze ziehen können. Mfg, Dr. Rüdisühli

Leuchtturm im Leutschenbach

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 14. August 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Geehrter Dr. Rüdisühli, am Sonntag habe ich auf dem Schweizer das Spiel Luzern-YB (2:3) verfolgt. Es war alles hervorragend, besonders auch der Experte Bruno Berner. Dieser sieht sehr gut aus und sagt spannende Dinge, auf die man selber zum Teil nicht unbedingt käme. Da merkt man sofort die jahrelange Spielrpaxis.

Allerdings hatte ich den Eindruck, dass er bei der Aussprache des einen oder anderen Spielernamens noch ein gewisses Steigerungspotenzial hat. Trifft diese Annahme zu? MfG, D. G., W.

Lieber Daniel, das ist uns in der Tat auch aufgefallen. Deshalb haben wir heute vormittag unseren bewährten Logopäden Herr Rrr nach Leutschenbach geschickt, um dieses kleine Manko zu beheben. Der Erfolg hält sich allerdings in überschaubaren Grenzen. Ratlos, Ihr Dr. Rüdesülle

Lauffälliges Verhalten

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 1. Juli 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ein Fan der deutschen Mannschaft hat sein Team nach der Niederlage gegen Südkorea mit diesen Worten kritisiert:

“Da hat keiner mal Bock zu laufen, Mann. Ich versteh das nicht.”

Er macht also mangelhafte Laufbereitschaft verantwortlich für die Schande von Kasan. Waren die Deutschen etwa nicht fit? Oder unmotiviert, trotz WM? MfG, A.W., B.

Lieber Andreas, das ist kompletter Humbug. In keinem Spiel der WM 2018 wurde so viel gelaufen wie im Match Südkorea-Deutschland: Insgesamt 233 Kilometer (zum Vergleich: beim gestrigen Supermatch Argentinien-Frankreich waren es nur 187). Die Südkoreaner liefen geringfügig mehr als die Deutschen – logisch, sie hatten deutlich weniger Ballbesitz. Allerdings ist es nicht immer so, dass die Mannschaft mit weniger Ballbesitz mehr rennt.

Jedenfalls haben viele Fans von unterlegenen Teams den Eindruck, ihre Spieler seien zu wenig gelaufen. Pedro Lenz hat das ja mit den Worten “Meh Bewegig!” auf den Punkt gebracht. Dabei sagt die Laufleistung im modernen Fussball nur wenig aus.

Beispiel Schweiz: Petkovics Team spulte deutlich mehr Kilometer ab als die Brasilianer und holte doch nur einen Punkt. Im zweiten Spiel siegten die Schweizer, obwohl sie weniger liefen als der Gegner. Im letzten Spiel gegen Costa Rica gabs in jeder Hinsicht ein Unentschieden.

Besonders lauffreudig ist übrigens das russische Team, wie die Auswertung der drei Vorrundenspiele zeigt. Das hat sicher nichts mit den seit längerer Zeit im Land grassierenden Staatsdoping zu tun.

Garantiert aussagekräftig ist die Zahl hingegen im Fall des Spiels Japan-Polen. Da gab es ja einen stillschweigenden Nichtsangriffspakt, als das schon ausgeschiedene Polen 1:0 führte und Japan dieses Resultat zum Weiterkommen reichte. Die Folge war ein sehr unschönes Ballgeschiebe. Nur gerade 163 Kilometer wurden in diesem Spiel gelaufen.

Die Zahlen zu allen bisherigen Spielen lesen Sie nach dem Klick. Denken Sie darüber nach oder gehen Sie baden – wie Sie meinen. Beste Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

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Spass dank Sponsor

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 26. Juni 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Rüdisühli, an der FIFA-WM in Russland sieht man in den Stadien immer wieder fröhliche, bunt bemalte Menschen mit Bierbechern in der Hand. Ist das Glürlibier, wie es jeweils an Europacupspielen der Gelb-Schwarzen ausgeschenkt wird? Oder hat es da tatsächlich Alkohol drin? Und wenn ja, warum? Herzliche Grüsse, K.-M. S., B.

Lieber Herr Kudi, Bier gilt in Russland erst seit 2011 als alkoholisches Getränk. Seither ist es in den Stadien verboten. Bei der WM drücken die Behörden aber ein Auge zu – auf Druck der FIFA, die ihren Sponsoren Budweiser nicht verärgern will.

Bei den Spielen der FIFA-WM 2018 gibt es also Bier mit Spass drin. Genau wie schon 2014 in Brasilien, 2010 in Südafrika und 2006 in Deutschland.

Verboten ist der Bierverkauf hingegen in einer Sperrzone zwei Kilometer rund um die Stadien. Ob die russischen Behörden das in Besorgnis um die Volksgesundheit durchgesetzt haben oder ob Budweiser ein Konkurrenzverbot in Stadionnähe wünschte, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wenn Sie die Sauferei in den WM-Studien irritiert, bedenken Sie zweierlei. Erstens: Viele WM-Spiele lassen sich nüchtern betrachtet gar nicht ertragen. Und zweitens, zum Trost: Die WM 2022 in Katar wird komplett alkoholfrei, wie die FIFA bereits angekündigt hat. Mit besten Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Wunderliche WM-Wanderlegende

Rrr am Mittwoch den 20. Juni 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, beim Torjubel der Portugiesen nach dem 3:3 ist mir etwas aufgefallen. Neun Feldspieler feierten ausserhalb des Spielfeldes den Treffer von Cristiano Ronaldo, nur Pepe blieb auf dem Spielfeld. Es gibt ein Zuschauervideo, das zeigt, das sich auch Pepe zur Spielertraube gesellen wollte, aber auf den Platz zurückgeschickt wurde.

Genau dasselbe war bei den Australiern zu beobachten – und auch bei den Engländern. Beim Torjubel blieb immer ein einziger Feldpieler auf dem Platz. Warum? P. M., B.

Lieber Peter, durchs Internet geistert das Gerücht einer neuen FIFA-Weisung, wonach mindestens ein Feldspieler der jubelnden Mannschaft auf dem Platz bleiben müsse. Sonst dürfe der Schiedsrichter das Spiel wieder freigeben – und die gegnerische Mannschaft käme zu einem billigen Treffer.

Das ist Unsinn. An der WM gelten die Regeln des International Football Association Board (IFAB). “Für jeden Anstoss gilt: Alle Spieler, mit Ausnahme des Spielers, der den Anstoss ausführt, befinden sich in der eigenen Spielfeldhälfte.” Vorher kann der Referee gar nicht anpfeifen.

Was Portugiesen, Australier und Engländer mit ihrem Verhalten genau bezwecken, entzieht sich unserer Kenntnis. Klar ist nur eins: Gefahr würde ihnen erst drohen, wenn sie alle in der eigenen Platzhälfte jubeln würden. Denn dann kann der Schiedsrichter das Spiel tatsächlich freigeben.

Auf diese Weise kam ja die U16 von Gibraltar im April 2015 gegen Mazedonien zum schnellen Ausgleich, Sie erinnern sich sicher. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Das Denkmal

Rrr am Samstag den 5. Mai 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, auf dem Quartierplatz beim Wankdorfstadion habe ich heute diese Statue entdeckt. Hat da ein unbekannter Künstler unseren Meistertitel Marco Wölfli spontan verewigt? UAwg, F.B., B.

Liebe Franziska, das ist ein sehr schöner Gedanke. Doch leider müssen wir Sie enttäuschen. Die Plastik entstand bereits im Sommer 1957, als YB den ersten von vier Meistertiteln in Serie gewann. Geschaffen wurde der Goalie von der bekannten Berner Künstlerin Marguerite Saegesser. Ihr Mann, ein Chirurg, schenkte die Statue aus Aluminium den Young Boys.

Die Gelbschwarzen platzierten den Goalie auf der Seite Papiermühlestrasse vor der Haupttribüne. Beim Abbruch des Wankdorfstadions 2001 verschwand er vorübergehend von der Bildfläche, wie das YB-Magazin vor einiger Zeit in Erinnerung rief. Ein Comeback gab er nach dem Bau des neuen Stadions. Seither steht er auf der Stadtseite des Quartierplatzes, wo er in elegantem und mächtigem Sprung den Ball behändigt. Im Schatten der Nachbarliegenschaften kommt er leider etwas weniger zur Geltung als anno dazumal.

Um Marco Wölfli geht es also nicht. Dieser wird es verschmerzen können, denn mittlerweile winken ihm ganz andere Ehren. Es wird diskutiert, den Wolf zum neuen Berner Wappentier zu machen, hörten wir diese Woche aus Kreisen. MfG, Ihr Dr. Rüdisühli

Schlange oder Schlaufe

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 4. April 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Herr Dokter, ich habe mich ja wirklich gefreut, dass YB wieder einmal im Cupfinal ist, und dass Saisonabi-BesitzerInnen Anrecht auf ein Ticket haben. Etwas weniger Verständnis habe ich jedoch dafür, dass ich für dieses Ticket Schlange stehen muss, in der heutigen Zeit. Das ist in jedem Fall anders lösbar. Aber vielleicht ist es ja gewollt, den Zugang zu den Tickets möglichst schwer zu machen, weil das YB-Kontingent eigentlich zu klein ist.

Ich kann am 21. April leider nicht zum Ticket-Event ins Wankdorf kommen und zähle darauf, dass zumindest der Telefonverkauf ohne Endlosschlaufen und innert nützlicher Zeit funktioniert. Schliesslich bezahle ich dann ja noch zehn Franken dafür. Hochachtungsvoll, K.S., B.

(Finde den Feler. Screenshot: Qdiprezz)

Lieber Herr Kudi, besten Dank für Ihre Anfrage. Leider sind im Moment alle unsere Leitungen besetzt. Das Rundesleder Callcenter, das sich seit 1. April in Moldawien befindet, wird aber so rasch als möglich zurückrufen (Fr. 2.50/Minute).

Für technische Fragen zum Ticketingding drücken Sie die 1.

Für Fragen zur Mannschaft und zu Adi Hütter drücken Sie die 2.

Für Beanstandungen aller Art drücken Sie die 3 und hängen dann auf.

Für weitere Anliegen drücken Sie die 1898, warten auf das Freizeichen und rezitieren anschliessend fünfzehnmal die erste und dritte Strophe von Häbetnechambänkli. Sollten Sie danach noch Fragen haben, rufen Sie einfach nochmals unsere Hotline an (24/24).

Mit freundlichen Grüssen, Dr. Rüdisühli, Leiter Callcenter Rundesleder (ehem. Briefkastenonkel) 

Brauchbarer Balkon

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 15. März 2018

Und wieder erreicht uns eine dringende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dokter, eben habe ich in einer Boulevardzeitung gelesen, dass es in Bern gar keinen Balkon für eine allfällige Meisterfeier gibt. Das kann ich kaum glauben, schliesslich  wohne ich in der Stadt Bern und eine Terrasse habe ich auch.  Bitte informieren Sie kurz: Welche Anforderungen hat mein Balkon zu erfüllen? MfG, P.P, B.

Lieber Pesche, vielen Dank für Ihre Einreichung und auch Ihnen ein herzliches Willkommen im Runden Leder. Zuerst einmal die Begriffsklärung: Ein Balkon ist eine Plattform an einem Gebäude, die über dem Geländeniveau liegt und aus dem Baukörper herausragt. Ein Balkon wird üblicherweise von einer Brüstung oder einem Geländer eingefasst, um Personen vor Absturz oder Sturz schützen. Eine Gefährdung ist im allgemeinen dann gegeben, wenn die Absturzhöhe mehr als 1.0 m beträgt. Als Absturzhöhe wird die am Rand der begehbaren Fläche gemessene Höhendifferenz zur angrenzenden tieferen Fläche verstanden.

Die normale Höhe eines Schutzelementes beträgt mindestens 1.0 m. Bei festen Brüstungen von mindestens 0.2 m Dicke beträgt die Mindesthöhe 0.9m. Aus Gründen der Gebrauchstauglichkeit (Vermeiden von Unsicherheits- und Schwindelgefühlen) ist die Höhe des Schutzelementes bei grossen Absturzhöhen allenfalls zu vergrössern.

Architekten empfehlen ungefähr einen Quadratmeter pro Person, um den Protagonisten uneingeschränktes Champagnerflaschenschütteln zu ermöglichen. Gehen wir also von ungefähr 25 Kaderspielern, 10 Personen aus dem YB-Staff, 10 profilierungsinteressierten Politikern und 5 Sonstigen aus, sollte Ihr Balkon mindestens 50 m2 gross sein.

Beachten Sie desweitern zudem folgende Normen/Gesetze

– Norm SIA 500 Hindernisfreie Bauten*
– Behindertengleichstellungsgesetz BehiG
– bfu-Fachdokumentation 2.034 «Sicherheit im Wohnungsbau».
– Norm SIA 358 Geländer und Brüstungen
– Normen für Geländer im Strassenraum SN 640 075 , SN 640 238 und SN 640 568
– Suva-Merkblatt «Geländer»

Ah, noch etwas: Die von Ihnen erwähnte Zeitung erwartet 100’000 Fans. Der Richtwert für die Personendichte an Veranstaltungen liegt bei ungefähr 3-4 Personen/qm. Ihr Garten sollte also mindestens 25’000 Quadratmeter gross sein.

Freundlichst, Ihr Dr. Rüdisühli

(Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Punktuelle Berechnungen

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 15. März 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Herr Dokter, ich komme nicht mehr draus. Am Sonntag hiess es, YB sei 17 Punkte voraus, und jetzt sind es plötzlich nur noch 13, obwohl sie gar nicht gespielt haben. Was ist jetzt? UAwg, T. T., U.

Lieber Tinu, herzlich willkommen im Runden Leder, dem Fachforum für Fussballfreunde. Schön, dass Sie sich jetzt auch für YB interessieren. Also, es ist so: Die Sache mit dem Vorsprung ist gar nicht interessant. Wir befinden uns auf der Zielgeraden der Meisterschaft, und da ist nur wichtig, wieviele Punkte der Zweitplatzierte – zurzeit Basel – maximal erreichen kann. Nämlich 78.

YB hat im Moment 58 Punkte. Zum sicheren Meistertitel reichen also in jedem Fall 21 Punkte. Das sind genau 7 Siege aus den verbleibenden 11 Spielen. Wobei nicht jeder Sieg gleich viel wert ist. Es braucht nur 6 Siege, wenn einer davon gegen den FC Basel errungen wird. Und sogar nur 5, wenn zwei Erfolge gegen den FCB darunter sind.

Andere Rechnung: YB reichen zum Titel fünf Heimsiege, wenn dazu noch drei Unentschieden zum Beispiel in St. Gallen, Thun und Sion folgen.

Unsere Leserin Frau nadisna hat das alles aber längst viel einfacher formuliert: Witer, eifach immer witer. Dem schliesse ich mich gerne an. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

(Foto: Alessandro della Valle/Keystone)