Archiv für die Kategorie ‘Briefkasten’

Topshot im Fanshop

Dr. Rüdisühli am Samstag den 23. Mai 2020

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich vermisse den Fussball sehr. Das YB-Meister-Duschgel geht mir langsam aus, und Superleague-Geisterspiele gibt es (noch) nicht. Umsomehr verwundert es mich, dass es noch keine originellen YB-Hygienemasken oder ein feines Desinfektionsmittel meines Herzenzclubs gibt. Verpasst YB grad die grosse Marktlücke? Herzliche Grüsse, K. M., B.

Lieber Herr Kudi, ich teile Ihre Besorgnis: Offenbar pennt dieser Hottiger. Nicht einmal Latex-Handschuhe in Gelbschwarz oder ein simpler Infrarot-FYBermesser ist im Fanshop im Wankdorstadion zu finden.

Abhilfe schafft das Runde Leder: Ab sofort vertreiben wir in unserem Webshop im Darknet diesen formschönen und farblich ausgewogenen Gesichtsschutzschirm, der Sie in allen Lebenslagen zuverlässig vor Viren schützt. Sobald ein sogenannter Mensch den 2-Meter-Abstand zu Ihnen unterschreitet: Visier runter!

Das von einem renommierten Forscherteam unter Leitung von Ahmed Rüdüsülü entwickelte Qualitätsprodukt besteht aus 100 Prozent natürlichem Polycarbonat. Die Einstellung des Kopfringes erfolgt per Drehrad, die Anlagefläche an der Stirn ist gepolstert und schweissabsondernd. Mit 189.80 Franken exkl MWSt ein Schnäppchen!

Richtige Fans wählen natürlich die etwas teurere Variante mit integriertem Kopfhörer (→). Sie können hier jederzeit die Option “Stadionatmosphäre” wählen oder einfach “Häbet nech am Bänkli” in Endlosschlaufe hören. Und falls Sie gerne Pyros zünden, aber derzeit im Homeoffice arbeiten müssen, empfehlen wir Ihnen den Gesichtsschutzschirm Ultra Plus. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Suspekte Shirts

Val der Ama am Dienstag den 18. Februar 2020

Soeben erreicht uns folgender Tweet:

@zumrundenleder: YB hat offensichtlich vor allem ausserwärts Mühe. Liegt das allenfalls am – nun wirklich nicht besonders attraktiven – weissen Auswärtsdress?! Habt ihr das schon mal eingehend untersucht…? D.S.

Lieber David,
Sie haben absolut recht, das Trikot schaut scheusslich aus: Diese stilisierten Schweissflecken untern den Achseln, die blöde Werbung, das absurde Federvieh auf der Brust und sowieso Shoppyland und überhaupt. Ah, Sie stört die Farbe. Nun gut.

Folgende Niederlagen haben die Young Boys diese Saison in der Meisterschaft kassiert: am 3.11. gegen Servette (0:3), am 1.12. gegen Basel (0:3), am 1.2. gegen Luzern (0:2) und am 16.2. gegen Lugano (1:2). Nach Farbe geordnet schaut das dann so aus:

Weiss kann nichts dafür. Es könnte vielmehr und eventuell daran liegen, dass YB vor allem auswärts derzeit einen Stuhl zusammenspielt.

Sie erwarten aber eine eingehende Untersuchung und deshalb noch folgende Fazite:
– Die beiden Niederlagen gegen Porto in der Europa League? In Gelb.
– Weil YB in Weiss am 15.12.2019 gegen Lugano 0:0 spielte und am 28.7. auswärts gegen Xamax gewinnen konnte (0:1), kann man sagen, dass mit dem weissen Auswärtstrikot entweder ein Sieg, ein Unentschieden oder eine Niederlage zu erwarten ist.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben, und verbleiben
hochachtungsvoll, Ihr Dr. Rüdisühli

Grünweiss im Glück

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 6. Februar 2020

Am Dienstagabend erreichte uns folgende Anfrage:

Guten Tag Herr Dr Rüdisühli, Muss man die St. Galler jetzt als Titelkandidaten ernst nehmen? Wenn nicht mal unsere Young Boys gegen sie ankommen? Grüsse N. B., B.

Lieber Niklaus, Ihr Videoclip hat uns auf der Redaktion intensiv beschäftigt, deshalb die späte Antwort. Wir haben es uns immer und immer wieder angeschaut und können uns einfach nicht erklären, warum Aebischer seinem Gegenspieler so viel Raum lässt. Da ist die ungehinderte Schussabgabe für Quintilla natürlich ein Leichtes.

Spass beiseite: Natürlich ist es nicht Aebischer, der den kapitalen Fehler begeht. Der Sünder ist vielmehr Fassnacht, der die eigentlich harmlose Hereingabe der St. Galler nur unzureichend klären kann. In dieser Situation braucht es einfach mehr Entschlossenheit und Konzentration. Ansonsten ist es vielleicht doch besser, wenn Sie die Ostschweizer langsam ernst nehmen. Mit sportlichen Grüssen, Dr. Rüdisühli

Billet bitte!

Herr Winfried am Mittwoch den 5. Februar 2020

BREAKING NEWS: Verletzungshexe aus dem Winterschlaf erwacht – Jordan Lotomba fällt mehrere Wochen aus

In Tunesien kann die Suche nach Fussball-Tickets zum Spiessrutenlauf werden.

Herr Aboubakar, Lehrer aus der Berner Länggasse, war neulich beim Spiel der afrikanischen CAF Champions League zwischen Espérance Tunis und Raja Casablanca.

Das ist Herr Aboubakar, wir haben ihn nach seiner Heimkehr getroffen.

“Ich wusste, dass das Spiel ausverkauft sein würde. Online waren noch einige Tickets verfügbar – die konnte ich aber nicht bestellen, weil meine Kreditkarte von den tunesischen Servern abgewiesen wurde. Also reiste ich halt ohne Eintrittskarte an. Irgendwo im Internet habe ich gelesen, es gebe vor Ort Guichets, um die letzten begehrten Karten zu ergattern.

Vor dem Stade Olympique de Menzah standen ganz viele Leute, also stand ich mal zu ihnen. Das dauerte eine Weile, dann fand ich heraus, dass die Menge nicht auf den Fussball, sondern auf Tickets für den afrikanischen Handball-Cupfinal warteten. Für mein Champions-League-Spiel fand ich keine offizielle Verkaufsstelle.

Nächster Halt: Hotel-Reception. Der Pförtner rief einen Freund an, der ans Spiel ging. Dieser Freund sagte, da müsse ich mein Glück wohl auf dem Schwarzmarkt versuchen. Gesagt, getan. Beim Stadion angekommen versuchte ich, einem Mittdreissiger sein Ticket (Wert: 20 Dinar) für 100 Dinar abzukaufen. Das sind umgerechnet etwa 35 Franken. Er lehnte ab, zu sehr freute er sich auf das Spiel. Aber Hilfe, die konnte er anbieten. Es gebe da nämlich Polizisten (ja, Polizisten!), die noch Tickets haben. “Warte hier kurz”, sagte er und nahm meine 100 Dinar. Einen Europäer abzocken Lektion 1 eigentlich, aber ich musste die 35 Stutz riskieren. Mein Hoffnungsträger steuerte einen Polizisten an und kam mit meinem Ticket zurück.

Anstatt die Karte digital zu entwerten, werden sie am Eingang zerrissen – oder eingesteckt, und draussen erneut verhökert. Auch mein Billet wanderte in eine Jackentasche und fand vermutlich einen weiteren Besitzer. Aber Hauptsache ich war drin.

Warum nur das halbe Stadion geöffnet war? Fragen Sie mich nur das nicht! Denn die zugänglichen Sektoren waren (logischerweise bei dem Eintrittsprozedere) hoffnungslos überfüllt. Das Spiel begann mit starken Choreos beider Fanlager, vereinzelten Pyros und viel Gesang. Am Ende stand es 2:2. Um zurück in die Stadt zu gelangen, wartete ich etwa eine halbe Stunde, bis ich mit viel Glück ein Taxi erhaschte. Denn öffentlichen Verkehr gibt es keinen.” (Bilder: Herr Aboubakar)

     

Besondere Betrachtungsweisen

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 17. Dezember 2019

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, die Vorrunde der Young Boys sei “ordentlich” gewesen, wenn man es nüchtern betrachte, schreibt die BZ und auch der Bund. Wie war denn die Vorrunde, wenn man es nicht nüchtern betrachtet? MfGr, A. W., O.

Lieber André, für die Beantwortung dieser Frage haben sich die Mitglieder der Rundesleder-Redaktion einem interessanten Selbstversuch unterzogen. Herr Maldini trank sich auf 4 Promille, Herr Briger griff zum LSD, Herr Winfried rauchte enorm viel Hasch, Herr Shearer schluckte verschiedene rezeptpflichtige Substanzen, Herr der Ama schnüffelte Benzin und Herr Rrr gönnte sich ein Cocktail aus all dem.

Danach betrachteten alle Redaktoren die Vorrunde der Young Boys und kamen zu folgenden Schlüssen. Herr Maldini: “Was war die Frage?” Herr Briger: “428 Punkte, geil!” Herr Winfried: “Mir doch egal.” Herr Shearer: “JDö döf kdjdjeo cdlöe … jkjivjr v!” Herr der Ama: “Genau. *hust* ” Und Herr Rrr:” Die Vorrunde der Young Boys war ordentlich. Nicht mehr. Aber ganz sicher auch nicht weniger.”

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Antworten gedient zu haben. Beste Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

Knipser

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 30. Juli 2019

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, vier Tore an einem Super-League-Wochenende. Das ist etwas wenig. Hat es das schon mal gegeben? Mit vorzüglicher Hochachtung, Herr S., B.

Mann des Spieltags: Riesenknipser Cédric Itten, verantwortlich für die Hälfte der Super-League-Treffer vom Wochenende.
Bild: SRF

Lieber Herr Shearer, Sie haben völlig recht, aber auch ein schlehtes Gedächtnis. Vier Tore in fünf Super League Spielen, also 0.8 pro Spiel ist in der Tat so wenig wie selten in der jüngeren Geschichte des Schweizer Fussballs. Aber es ist nichts noch nie dagewesenes. Am 13./14. April 2019, Sie erinnern sich, wurde YB am 29. Spieltag der Saison 2018/19 auf dem Sofa-Meister und auch da gab es nur vier Tore in den fünf Partien. Anders als an diesem Wochenende endeten aber nur zwei Partien mit einem 0:0 und es gab auch keinen Spieler, der sich für 50% der Treffer verantwortlich zeigte. Aber eben, dieser Cédric Itten ist einfach ein toller Stürmer, das wissen wir schon länger:

Am 4. Spieltag der Saison 2000/01 gab es mal einen Spieltag, an dem fünf Treffer in sechs Partien fielen, zudem sieben Spieltag zwischen 1991 und 2014, an denen in den fünf bis sechs Partien sechs Treffer fielen. Mfg, Dr. Rüdisühli

Erfolgsrasen

Val der Ama am Donnerstag den 16. Mai 2019

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, Wie zu erwarten war, hat ein Exponent des FC Basel im Anschluss an die Partie bei den Young Boys einmal mehr von einem “Kunstrasen-Vorteil” für die Berner gesprochen. Soviel ich weiss, hat YB diese Saison jedoch auf Naturrasen punktemässig sogar leicht besser abgeschnitten als auf Kunstrasen, was nicht gerade auf einen besonderen Vorteil des Kunstrasens hindeutet.

Allerdings frage ich mich, ob es nicht vielmehr einen “Kunstrasen-Nachteil” gibt, also dass Mannschaften, deren gewohnte Unterlage der Naturrasen ist, auf Kunstgrün signifikant mehr Punkte liegen lassen als auf Naturgewächs.

Ich wäre Ihnen dankbar für eine statistische Aufhellung dieser Frage und grüsse Sie freundlich,

Herr B, Bern.

Lieber Herr Beppo, Ihre Frage lässt sich wie folgt beantworten:

Zum Mitlesen auch so: In der aktuellen Super League spielen drei Clubs auf Kunstrasen: Die berühmten Berner Young Boys, das beliebte Xamax und weiter Thun. Bei Xamax spielt die Unterlage keine Rolle, Thun holt auf Kunstrasen minimal mehr Punkte (1.38 vs. 1.17) und YB spielt prinzipiell super, holt aber auf Naturrasen sogar noch mehr Punkte (2.69 vs. 2.50).

Bei den Naturrasen-Teams gibt es Unterschiede. So haben wir die, die immer und überall schlecht sind, also St. Gallen, Zürich, Luzern oder GC. Und dann haben wir Teams, die auf Kunstrasen sogar noch mieser spielen: Basel, Sion und Lugano.

Ihre Vermutung in Absatz zwei Ihrer Frage stimmt also eventuell. Aber grundsätzlich ist es so, dass Basel diese Saison gegen YB keine Chance hat. Rasenart egal.

Mfg, Dr. Rüdisühli

Umwälzungen in Europa

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 21. November 2018

Liebe Kinder, gebt fein acht, wir haben euch was mitgebracht.


Ältere Leser erinnern sich: Am Sonntag zeigten wir an dieser Stelle die UEFA Nations League, farblich geordnet.

Rot = Erstklasig
Blau = zweitklassig
Grün = drittklassig
Gelb = viertklassig

Unser Leser Herr clanam übermittelte uns daraufhin folgende Zuschrift: “Könnte das RL nach dem letzten Spieltag die Farben aktualisieren? Finde diese Grafik noch so interessant.” Wir auch, Herr clanam! Letzte Nacht, nach dem Abpfiff des letzten Spiels, haben wir uns an die Arbeit gemacht, Herr Briger machte die roten Länder, Herr der Ama die blauen, Herr Shearer die grünen und Herr Maldini die gelben. Herr Rrr überwachte den ganzen Prozess – et puis voilà quoi! Bittesehr, gern geschehen.

Richtig interessant wird die Geschichte natürlich, wenn wir die Veränderungen in einem dynamischen Prozess sichtbar machen. Wir haben uns für ein GIF entschieden. Hier können Sie nun also erkennen, wie 138 Nations-League-Spiele den Kontinent verändert haben.

Verwirrende Verteidigung

Dr. Rüdisühli am Montag den 15. Oktober 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Doktor Rüdisühli, ich brauche dringend Aufklärung im RL!!! Wie hat denn nun unsere Nati in Belgien gespielt, und wer überhaupt hat gespielt? Blick und BZ stellen da verschiedene Thesen auf. UAwg, A. Y., B.

Lieber Alfred, Dreier- oder Vierer-Abwehrkette? Die UEFA blendete eine Viererreihe ein, Sascha Ruefer stellte das schon vor den Spiel in Frage und tippte auf eine Dreierkette. Ein Sascha Ruefer irrt bekanntlich nie, er und der “Blick” lagen schliesslich richtig: Die Schweiz spielte wie schon neulich in Leicester ein 3-5-1-1, wie wir nach Konsultation der neutralen englischen Taktikseite Whoscored festhalten können, oder eben ein sehr flexibel interpretiertes Dings. 4-4-1-1.

Auf den ersten Blick war das in der Tat sehr schwer zu erkennen. Und fast gänzlich unmöglich war es zu erkennen, wer dann da überhaupt an der Seite von Schär spielte: Akanji oder Elvedi. Die beiden gleichen sich ja wie ein Ei dem anderen.

In den meisten Deutschschweizer Zeitungen von NZZ bis Walliser Bote wurde am Samstag Manuel Akanji als Innenverteidiger angegeben, was vermutlich auf einem Irrtum der für die Matchtelegramme zuständigen Nachrichtenagentur beruht. Oder war es etwa doch Nico Elvedi? Nun, vermutlich war es Nico Akanji. Heute abend in Island spielt dann wahrscheinlich Manuel Elvedi als falscher Neuner im Tannenbaum ohne magische Raute. Details entnehmen Sie der Tagespresse. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Die verschwundene Minute

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 7. Oktober 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, vier Minuten Nachspielzeit werden angezeigt und dann wird nach 2:59 abgepfiffen? Hallo? Habe ich was falsch verstanden? Ok, für 2 Tore wäre die Zeit zu knapp gewesen… Möglicherweise … Hochachtungsvoll, R. L., B.

Lieber Rolé, Sie haben völlig recht. Die angezeigte Nachspielzeit ist immer eine Mindestnachspielzeit, die verlängert werden kann, aber nicht verkürzt werden darf. Ob es eine Kommunikationspanne zwischen dem Referee und dem viertem Unparteiischen gab, ist dabei nicht erheblich. Es liegt ein regeltechnischer Fehler vor, wobei offen bleibt, ob sich dieser auf den Ausgang des Spiels auswirkte.

Der BSC Young Boys hat auf Anfrage ebenfalls Stellung genommen. Pressesprecher Albert Staudenmann sagte heute dem Runden Leder: “Wir haben nicht verstanden, dass vier Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, das Spiel aber drei Minuten später abgepfiffen wurde. Und dass Eleke vor dem 2:3 im Abseits stand, haben wir ebenfalls zur Kenntnis genommen.“

Wie auch immer, der FC Luzern hat sich die drei Punkte redlich verdient, weshalb wir nun einen Schlussstrich unter das Ganze ziehen können. Mfg, Dr. Rüdisühli

Leuchtturm im Leutschenbach

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 14. August 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Geehrter Dr. Rüdisühli, am Sonntag habe ich auf dem Schweizer das Spiel Luzern-YB (2:3) verfolgt. Es war alles hervorragend, besonders auch der Experte Bruno Berner. Dieser sieht sehr gut aus und sagt spannende Dinge, auf die man selber zum Teil nicht unbedingt käme. Da merkt man sofort die jahrelange Spielrpaxis.

Allerdings hatte ich den Eindruck, dass er bei der Aussprache des einen oder anderen Spielernamens noch ein gewisses Steigerungspotenzial hat. Trifft diese Annahme zu? MfG, D. G., W.

Lieber Daniel, das ist uns in der Tat auch aufgefallen. Deshalb haben wir heute vormittag unseren bewährten Logopäden Herr Rrr nach Leutschenbach geschickt, um dieses kleine Manko zu beheben. Der Erfolg hält sich allerdings in überschaubaren Grenzen. Ratlos, Ihr Dr. Rüdesülle

Lauffälliges Verhalten

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 1. Juli 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ein Fan der deutschen Mannschaft hat sein Team nach der Niederlage gegen Südkorea mit diesen Worten kritisiert:

“Da hat keiner mal Bock zu laufen, Mann. Ich versteh das nicht.”

Er macht also mangelhafte Laufbereitschaft verantwortlich für die Schande von Kasan. Waren die Deutschen etwa nicht fit? Oder unmotiviert, trotz WM? MfG, A.W., B.

Lieber Andreas, das ist kompletter Humbug. In keinem Spiel der WM 2018 wurde so viel gelaufen wie im Match Südkorea-Deutschland: Insgesamt 233 Kilometer (zum Vergleich: beim gestrigen Supermatch Argentinien-Frankreich waren es nur 187). Die Südkoreaner liefen geringfügig mehr als die Deutschen – logisch, sie hatten deutlich weniger Ballbesitz. Allerdings ist es nicht immer so, dass die Mannschaft mit weniger Ballbesitz mehr rennt.

Jedenfalls haben viele Fans von unterlegenen Teams den Eindruck, ihre Spieler seien zu wenig gelaufen. Pedro Lenz hat das ja mit den Worten “Meh Bewegig!” auf den Punkt gebracht. Dabei sagt die Laufleistung im modernen Fussball nur wenig aus.

Beispiel Schweiz: Petkovics Team spulte deutlich mehr Kilometer ab als die Brasilianer und holte doch nur einen Punkt. Im zweiten Spiel siegten die Schweizer, obwohl sie weniger liefen als der Gegner. Im letzten Spiel gegen Costa Rica gabs in jeder Hinsicht ein Unentschieden.

Besonders lauffreudig ist übrigens das russische Team, wie die Auswertung der drei Vorrundenspiele zeigt. Das hat sicher nichts mit den seit längerer Zeit im Land grassierenden Staatsdoping zu tun.

Garantiert aussagekräftig ist die Zahl hingegen im Fall des Spiels Japan-Polen. Da gab es ja einen stillschweigenden Nichtsangriffspakt, als das schon ausgeschiedene Polen 1:0 führte und Japan dieses Resultat zum Weiterkommen reichte. Die Folge war ein sehr unschönes Ballgeschiebe. Nur gerade 163 Kilometer wurden in diesem Spiel gelaufen.

Die Zahlen zu allen bisherigen Spielen lesen Sie nach dem Klick. Denken Sie darüber nach oder gehen Sie baden – wie Sie meinen. Beste Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

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