Archiv für die Kategorie ‘Beim Klubarzt’

Sanfte Diagnosemethode

Frans am Montag den 22. November 2004

Zuerst hiess es sechs Wochen, nun soll Barcelonas schwedischer Stürmer Henrik Larsson ganze sechs Monate ausfallen. Wieso diese unterschiedlichen Diagnosen? Wir klären auf. Der Kreuzbandriss wurde nach Angaben der Barça-Teamärzte völlig überraschend bei einer Kniearthroskopie entdeckt. Arthroskopie? Das sieht so aus:

Mit welch antiquierter Methode kam denn Barças Physiotherapeut zu seiner ursprünglichen Fehldiagnose (Bänderdehnung und Knorpelabriss)? Auch hier hat uns der FC Barcelona freundlicherweise ein Bild zur Verfügung gestellt:

Der Nächste bitte

Rrr am Donnerstag den 18. November 2004

Heute zu Gast in unserer Praxis: Der deutsche U-21-Star Christian Müller. Ein Blick aufs rechte Bein legt die Vermutung nahe, dass es sich hier keineswegs um eine Schwalbe handelt, sondert eher um einen Bruch des Schien- und Wadenbeins. Wir empfehlen eine Titanplatte mit sechs Schrauben und eine Rekonvaleszenz von 8 Monaten. Der Nächste bitte.


Das ist unser alter Freund Murat Yakin, der laut dem FCB weiterhin an einer üblen Eiterbeule im Gesässmuskel leidet. Er fällt deshalb bis Ende Jahr aus. Das tut uns zwar leid, gibt uns aber Gelegenheit, mal wieder eine Eiterbeule zu zeigen:

Voilà!

Griechisches Wasser

Frans am Dienstag den 16. November 2004

Gemäss unbestätigten Meldungen aus trüber Quelle hat die griechische Justiz eine Untersuchung eröffnet wegen Vergiftungsversuchs zum Nachteil der Spieler von Iraklis Saloniki. Denen wurde im Juni vor dem Cupspiel gegen Akratitos Athen angeblich nicht griechischer Wein in die Kabine gestellt, sondern Wasser mit verdächtiger Farbe. Inhalt: Das Neuroleptikum Haloperidol.
“Für den Spitzensport suboptimal”, sagt unser Clubarzt und verweist auf übliche Nebenwirkungen wie “Erregungsleitungsstörungen (AV-Block, Schenkelblock)” sowie “paradoxe Hypotonie nach Adrenalingabe”.
Okay, aber wieder einmal droht hier das Positive aus dem Blickfeld zu verschwinden: Haloperidol wirkt auch ausgezeichnet gegen unfreiwillige Zuckungen und unkontrolliertes Fluchen. Eine Anwendung auf gewissen schweizerischen Fussballplätzen und v.a. Trainerbänken und Fankurven könnte daher durchaus indiziert sein.

Auguri, Alex

Dr. Eichenberger am Dienstag den 9. November 2004

Der Juve-Stürmer Alessandro Del Piero feiert heute seinen 30. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich einer guten Gesundheit und liest noch täglich die Gazzetta dello Sport. Zu den ersten Gratulantinnen gehörte die Miss Italia, Cristina Chiabotto (unser Bild): «Sei grande, Alex», liess das Model ausrichten. Rührend auch, wie sich die Alte Dame Juventus um ihren verdienten Fussballer kümmert. Er darf täglich mit der Mannschaft trainieren und beim anschliessenden Bierchen mit den Kollegen plaudern. Schön!


Del Piero: Ein Bild aus glücklichen Tagen.

Ramelows Rücken

Rrr am Sonntag den 7. November 2004

Das ist Carsten Ramelow von Bayer Leverkusen, der uns da freimütig seinen schlimmen Rücken zeigt. Auf den ersten Blick sieht das Ganze nach einem eitrigen Geschwür aus, das bereits auf den Oberarm abstrahlt. Möglich wären auch schlecht verheilte Verbrennungen dritten Grades oder ein Fall von akuter Gelbsucht.

Nun gut, die Wahrheit ist simpler: So sieht ein Rücken aus, nachdem er Bekanntschaft mit den Stollen von Francesco Totti machte (siehe unten). Leverkusens Trainer bezeichnete die Attacke als “versuchten Mord”. Romas Übungsleiter entgegnete, Fussball sei halt kein Mädchensport. Wie auch immer: Gute Besserung!

Rustikal

Frans am Mittwoch den 3. November 2004

Der im Dezember startende “adidas”-Werbefeldzug mit dem originellen Titel “Gimme the Ball” macht deutlich, dass das Spiel mit dem runden Leder – entgegen immer wieder zu hörender Vorurteile – nichts für Primitive ist, sondern primär etwas für Feingeistige und Filigrantechniker.
Zu ihnen gehört neben Saviola (AS Monaco), Del Piero und Trezeguet (beide Juventus), de Jong (Ajax), Robben (Chelsea), Kompany (R.S.C. Anderlecht) auch Cissé (Liverpool).
Für die nächste Kampagne empfehlen wir van Nisterlrooy und Keane (Manchester), Adriano (Inter), Goor (Feyenoord), Daum (Fenerbahce) sowie Ibrahimovic (Juventus).
Für weitere konstruktive Anregungen aus der Weblog-Leserschaft wird “adidas” fraglos dankbar sein.

Saison-Ende

Rrr am Dienstag den 2. November 2004

Die NZZ Online übermittelt uns folgendes medizinische Bulletin:

Dazu haben wir zufälligerweise noch einen Schnappschuss: Das ist der Moment, als die Saison des bedauernswerten Franzosen zu Ende ging.

Schwerarbeit auf dem Neufeld

Dr. Eichenberger am Sonntag den 31. Oktober 2004

Neben dem Spielfeld verrichten anerkannte Fachleute Sonntag für Sonntag still und heimlich nicht zu unterschätzende Arbeit. Unserem Fotografen ist es gelungen, beim Spiel YB – Thun (2:1) zwei Beispiele einzufangen:


Der Thuner Stadtpräsident Hansueli von Allmen (mitte) wagte den Gang ins
Neufeld-Stadion nur in Begleitung seiner persönlichen Therapeuten. Dr. Kathrin Gerber (links) und Dr. Christian Barmettler vom Thuner Gesundheitsdienst hatten vor allem in der zweiten Halbzeit, als Thun auf den Ausgleich drängte, alle Hände voll zu thun, um den Stapi am Betreten des Feldes zu hindern.


Psychologisch betreut wurden auch die verletzten YB-Spieler Patrick De Napoli (rechts) und Marco Wölfli (mitte). Dr. Peter Rüdisühli von der Psychologischen Abteilung bei YB versorgte die verletzten Spieler auf der Tribühne während des Spiels mit Getränken und guter Laune. Nach dem Schlusspfiff atmeten Betreute wie Betreuer sichtlich erleichtert auf. Ein arbeitsreicher Tag ging zu Ende.

Vorsicht Bandenwerbung

Rrr am Freitag den 29. Oktober 2004

Dieses unschöne Bild erreicht uns aus Italien: Domenico Giampà vom FC Messina rutschte ungebremst in eine Bandenwerbung, die seinen linken Oberschenkel sauber aufschlitzte. Die Wunde wurde mit 147 Stichen zugenäht, Giampà fällt zwei Monate aus.

Gab’s das nicht schon mal? Genau, 1981, der Fall Ewald Lienen: Der Stollen des Bremers Norbert Siegmann teilte Lienens Oberschenkelhaut in zwei Teile. Falls es jemanden tröstet: Siegmann ist längst in der Versenkung verschwunden, Lienen macht heute als Hannover-Trainer grosse Kasse.

Schmerzen im Schambein

Rrr am Dienstag den 26. Oktober 2004

Eine neue Seuche geht um in der Bundesliga: Immer mehr Spieler leiden an Schambein-Entzündung, wie der “Spiegel” berichtet. Die Ärzte sind machtlos, die Spieler liegen bis zu zwölf Monaten darnieder.

Falls auch Sie sich zuweilen fragen, ob Sie möglicherweise an Schambein-Entzündung leiden – drücken Sie einmal auf die Mitte des Körpers, dort befindet sich eine 5 x 15 cm große Knochenpartie, die sich sowohl nach rechts als auch nach links an das knorpelige Mittelstück des Beckenrings anschliesst und nach hinten in das Darmbein übergeht.

Wenn es dort weh tut, haben Sie wahrscheinlich eine Schambein-Entzündung. Wenn Sie allerdings denselben Schmerz verspüren, wenn Sie ihren Zeigfinger auf den linken Oberschenkel drücken, oder auch aufs Steissbein, oder das Kleinhirn, dann könnte es sich auch um einen gebrochenen Finger handeln.

Blame it like Beckham

Rrr am Montag den 18. Oktober 2004

David Beckham ist derzeit ausser Gefecht: Das Model von Madrid hat sich im WM-Spiel England-Wales eine Rippenverletzung geholt (siehe oben) und hat nun genügend Zeit, seine Penalty-Technik zu verbessern (siehe unten).

Eiterbeule im Gesäss

Rrr am Freitag den 15. Oktober 2004

Dem Basler Abwehrchef Murat Yakin droht eine längere Zwangspause: Er hat eine Eiterbeule im Gesäss, wie er dem “Blick” anvertraute.

“Als ich die Röntgenbilder sah, bin ich erschrocken. Im linken Gesässmuskel hat sich eine Riesenentzündung gebildet”, sagte Yakin. Ein Abszess eben. Eine Eitergeschwulst. Das sieht also etwa so aus:

Muris Röntgenbild müsste also etwa so aussehen:

Ja, was soll man sagen? Gute Besserung, lieber Murat!