Archiv für die Kategorie ‘Beim Klubarzt’

Falsche Farben

Val der Ama am Freitag den 3. August 2018

Der renommierte Facharzt Dr. Abdi Almen-Lafti referiert über aktuelle Themen. Heute: Prolematische Kombinationen.

“Sie haben es sicher auch schon immer gewusst: Beim FC Basel geht momentan gar nichts. Kein Leader, schlechte Physis, fehlendes Selbstvertrauen, kein Goalgetter, diagnostiziert der Boulevard.

Ich habe mich eben mit einem mir bestens bekannten Psychoimmunologen unterhalten und der teilt meine Auffassung. Die Spieler leiden pauschal unter einer akuten Chromostereopsis. Dieses Phänomen kann auftreten, wenn durch chromatische Aberration Disparitäten auf der Netzhaut erzeugt werden. Für Sie vielleicht einfacher zu verstehen: Die Chromostereopsis ist eine visuelle Illusion: Wenn nämlich Objekte in hoch gesättigtem Rot oder Blau dargestellt sind, scheint das rote näher beim Betrachter zur liegen als das blaue Objekt. Schauen Sie doch selbst:

Das Problem dabei: Solche Farbkombinationen sind schwer lesbar und ermüden das Auge des Trikotträgers. Das Spiel wird langsam und pomadig und geht dann zum Beispiel gleich mit 0:3 verloren.

Das Gute dabei: Anderes Shirt, andere Clubfarben und fertig. In diesem Sinne weiterhin frohe Sommertage und hopp dr Bäse, Ihr Dr. Abdi Almen-Lafti”

Verblichene Flitzer

Val der Ama am Donnerstag den 26. Juli 2018

BREAKING NEWS: Basel feuert Trainer Wicky – Alex Frei übernimmt

Beim Queen’s Park FC fallen die Toten vom Himmel.

Grosses Unglück für den schottischen Zweitligisten im Scottish League Cup-Spiel gegen Saint Mirren am Dienstag. Das Gästeteam konnte sich im Penaltyschiessen durchsetzen, das ist schon mal betrüblich. Richtig traurig aber, dass die Medienabteilung gleich zwei Todesfälle während des Spiels bekannt geben musste.

Todefall Nummer 2 ist das obig beschriebene Abtreten einer Stadiontaube. Der erste Todesfall ist ein recht spezieller Welcher: Eine Möwe hat beim Stadionüberflug ein totes Eichhörnchen in den Strafraum des Gästeteams fallen lassen. Unser Beileid.

Genehme Grippe

Val der Ama am Freitag den 6. Juli 2018

Ein Verteidiger geht zur Kur nach Russland.

Das ist Laurence Maguire und der arme Kerl hat mehr als doppeltes Pech. Weil erstens schaut er ungefähr so aus, wie sein älterer Bruder Harry. Zweitens leider spielt er nicht grad so gut Fussball, wie sein älterer Bruder Harry.

Und drittens ist er jetzt auch noch krank. Grippe. Dave Allen, sein Chef beim National League-Verein Chesterfield F.C., hat gestern folgendes Statement zur Sache veröffentlicht:

“Laurence Maguire hat sich leider die russische Grippe eingefangen, (…).

Ich habe heute Morgen mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass er heute Nachmittag nach Russland fliegen muss, um ein paar medizinische Tests zu machen. Er muss aber am Montag zum Training wieder zurück sein.”

Sie wollen noch mehr Allen? Lesen Sie das.

Galgenvogel! Spitzbube! Brontosaurier! Kürbiskopf! Spitzmaulnashorn! Höllendackel! Süsswassermatrose! Papiertiger! Salatschnecke! Diplombandit! Karnevals-Seerauber! Ikonoklast! Logarithmus! Stümper! Lümmel! Troglodyt!

Val der Ama am Donnerstag den 21. Juni 2018

Die erste WM-Woche ist überstanden. Wir zeigen das übelste Fallobst bisher.

Es hat im Spiel gegen die Schweiz schon ab und zu mal was einstecken müssen, das brasilianische Zirkuspony. Weit häufiger aber hat sich der Neymar grundlos zuckend am Boden gewälzt. Deshalb Rang 3 und ein Symbolbild.

Drei Tore gegen Spanien und gestern schon wieder getroffen: Ronaldo rockt diese WM bisher. Schade, dass er zudem immer wieder rumlummt. Den Penaltypfiff gegen Spanien kann man halbwegs rechtfertigen, die Aktion da oben definitiv nicht. Rang 2.

Der Spieler Képler Laveran Lima Ferreira oder auch Pepe ist ein furchtbarer Welcher, ein Unfussballer, eine miese Type, ein… ach, lesen Sie oben den Titel. Rang 1.

Widerwärtige Werbekampagne

Val der Ama am Donnerstag den 7. Juni 2018

Liebe Kinder: Wenn Messi oder Neymar treffen, gibts was zu essen.

Wie Sie eventuell mitbekommen haben, gibts zur baldigen Fussballweltmeisterschaft doch ein paar kritische Voten zu Themen wie Menschenrechte, Kommerzialisierung oder auch Nachhaltigkeit. Das ist für Sponsoren natürlich eher suboptimal, weil Sponsoring soll ja für ein positives Image sorgen.

Die Marketingabteilung der Firma Mastercard hat sich deshalb eine wirklich durchdachte Kampagne einfallen lassen, um in Sachen Image trotzdem prima wahrgenommen zu werden. Sie sehen den Deal oben auf dem Bild: Pro Tor von Neymar oder Messi wollten die Kartenherausgeber jeweils 10000 Mahlzeiten für hungrige Kinder spenden. An der WM 2014 in Brasilien haben beide Spieler immmerhin 4 Mal getroffen, also wäre damals ein Kind 80000 Tage lang satt geworden. Oder 80000 Kinder hätten einen Tag lang keinen Hunger gehabt. Die perfekte Symbiose von Spiel und Hungersnot! For the Game. For the World!

Sie haben den Konjunktiv eben mitbekommen, denn Mastercard hat nach ziemlich deftiger Kritik mittlerweile eingelenkt. “Basierend auf dem Feedback passen wir diese Kampagne an und werden 2018 eine Million Mahlzeiten spenden.” Egal, ob Messi oder Neymar treffen.

Unfall in Millwall

Rrr am Montag den 16. April 2018

Das historische Bild zum Wochenstart.

The Old Den, 26. Oktober 1936: Eigentlich wollte Dave Crowley ins Lazarett.

Spektakel und Debakel

Rrr am Mittwoch den 11. April 2018

So, liebe Kinder, heute zeigen wir Euch, wie man fallrückzieht wie Cristiano Ronaldo.

Mal ehrlich, das kann natürlich jeder. Das sagte sich auch Manuel Sánchez, ein argentinischer Journalist, der mit Unterstützung eines Kollegen im eigenen Garten zur Tat schritt. Die Frau hats gefilmt.

Sagen wirs so: Es gibt Verbesserungspotenzial. Manuel Sánchez muss einfach noch ein bisschen üben. Allerdings erst, nachdem die Verletzung verheilt ist. Denn Sánchez landete mit seinem Fallrückzieher nicht im Fussballhimmel, sondern im Spital – mit einem ziemlich komplizierten Beinbruch.

Sie wollen das Video der Ehefrau sehen? Nein, wollen Sie nicht. Das wollen Sie wirklich nicht.

Liederlicher Laufweg

Val der Ama am Freitag den 6. April 2018

Endlich: Videoanalyse im Runden Leder!

Bild 1: Letztes Wochenende, da war Woking gegen Macclesfield in der National League. Wir sehen hier ein Stillbild aus der 95 Minute der Partie. Es steht 2:2. Sie wollen sich ab sofort bitte auf den Herrn im farbigen Kreis konzentrieren, weil um den geht es.

Bild 2: Sie erinnern sich vielleicht an den Herrn im roten Kreis. Der ist Verteidiger. Im blauen Kreis sehen Sie den Ball und der liegt in einer Pfütze (in Gelb). Ah, und in den violetten Kreisen sehen Sie die gegnerischen Stürmer und wie Sie sehen, sind die weit weg vom Ball. Der Verteidiger im roten Kreis, der will den Ball (Blauer Kreis) natürlich vor den Stürmern (Violett) schützen und das muss er auch, weil der eigene Goalie, also der am Boden im weissen Kreis, der ist längst geschlagen.

Jetzt aber was tun? Der Laufweg B scheint logisch, weil direkt und sicherlich schnell, effizient, effektiv. Allerdings eventuell problematisch, schliesslich kennen wir die Tiefe der Pfütze nicht. Laufwege A und C sind da die vorsichtigeren Varianten: Die längere Fussdistanz erlaubt dem Verteidiger, ein gewisses Gefühl für die Beschaffenheit des Tümpels zu entwickeln. Laufweg D ist völlig absurd, weil viel zu weit und aber auch umständlich. Tja, einfach ist das nicht.

Der Verteidiger wählt Variante E.

Im Verlies verletzt

Val der Ama am Donnerstag den 29. März 2018

Carlos gefährlicher Gefängnis-Kick.

Carlos Tevez ist Ihnen bestimmt ein Begriff. Das war der, der unter anderem bei beiden Manchesters spielte und später dann nach der Hochzeit für ein Jahr nach China reiste, um bei Shanghai Greenland Shenhua in 20 Spielen 40 Millionen Franken zu verdienen.

Neuerdings spielt er wieder in der Heimat bei den Boca Juniors, was aus Sicht Verwandtschaft gar nicht so ungünstig ist, weil so kann er ab und zu bei seinem Halbbruder Juan Alberto Martinez vorbeischauen. Der sitzt nämlich wegen des Versuchs eines bewaffneten Raubüberfalls für 16 Jahre im Gefängnis von Cordoba und freut sich bestimmt über Besuch.

Dumm jetzt: Gerade diese Woche hat der Tevez beim Martinez vorbeigeschaut und weil der Tevez eben Fussballer ist, musste er dann noch unbedingt mit ein paar Insassen rumkicken und promt verletzte er sich dabei an der Wade. Nun hat der Tevez ein paar Wochen Pause und dazu ziemlichen Ärger mit seinem Arbeitgeber.

(Bild: Getty)

Deprimierende Diagnose

Rrr am Dienstag den 13. März 2018

Der renommierte Facharzt Dr. Abdi Almen-Lafti referiert über aktuelle Themen. Heute: Akute Abschlussschwäche.

“Sie haben es sicher mitbekommen: Beim FC Basel gibt es ein ernsthaftes Problem, mit dem auf keinen Fall zu spassen ist, wie der bekannte Fernsehsender Telebasel gestern berichtete. Den ganzen Beitrag sehen Sie hier ab 08:05.

Ich konnte kurz mit einem befreundeten Offensivologen sprechen. Es handelt sich beim erwähnten Problem offenbar um eine Störung, bei der es einer Mannschaft über einen längeren Zeitraum hinweg nicht gelingt, das für ein befriedigendes Schlussresultat und ein ausgefülltes Tabellenleben notwendige sogenannte Tor zu erzielen (im Volksmund spricht man auch von ‘einlochen’).

Jetzt die gute Nachricht: Akute Abschlussschwäche ist heilbar! Nach den Angaben meines Gewährsmannes arbeitet die Basler Chemie bereits an der Entwicklung geeigneter pharmazeutischen Produkte, die bei regelmässiger Einnahme eine wirksame Linderung versprechen. Bereits in vier bis sechs Monaten sollen die geheimnisvollen rot-blauen Pillen erhältlich sein. Sagte mein Gewährsmann, der bei Novartis arbeitet.

Mich persönlich würde fast mehr interessieren, wo die tolle Krankenschwester aus erwähnter Fachsendung arbeitet, aber das konnte ich auf die Schnelle leider nicht eruieren. In diesem Sinne alles Gute allen Beteiligten und hopp dr Bäse, Ihr Dr. Abdi Almen-Lafti” (Foto: Büro B)

Guter Goalie, grässlicher Goalie

Val der Ama am Freitag den 9. März 2018

BREAKING NEWS: Liga verhängt zwei Spielsperren gegen Sekou Sanogo

Lieber Marchesin als Padilla.

So im Profifussball ist man ja immer ziemlich unter Beobachtung und wenn dann was passiert, berichten die Sozialen Medien und je nachdem Lob oder Häme.

Lob also für den Herrn links, das ist Agustin Marchesin vom Verein Club America of Mexico. Eben hat er mit seinem Team in der CONCACAF Champions League gegen den Tauro FC gespielt. Und kurz vor Schluss ist ihm dann erst ein Lapsus, dann aber eine doch sehr bemerkenswerte Parade geglückt.

Häme und zwar viel für den Herrn auf der rechten Seite des Bildes. Das ist Johan Padilla und der hat in der Copa Sudamericana mit El Nacional gegen San José gespielt. Auch kurz vor Schluss und weil in Führung, spielte der Goalie auf Zeit und als sich die Geduld des Schiedsrichter verabschiedete, versuchte er es erst mit Ignoranz, dann mit einer Lumme.

(Bilder: Getty)

Dennis’ Diät

Herr Shearer am Samstag den 24. Februar 2018

Der renommierte Facharzt Dr. Abdi Almen-Lafti referiert über aktuelle Themen. Heute: gesunde Ernährung.

“Vielleicht haben Sie es auch gehört oder gelesen: zwei junge Frauen haben sich in einem lokalen Radiosender über ihren Fitness- und Ernährungsberater enerviert. Dessen Ernährungspläne zur Gewichtsreduktion liessen keinen Platz für Lebensqualität, Freude am Essen und Flexibilität, so ihr Vorwurf.

Ohne einen Blick in besagten Plan ist eine fachmännische Einschätzung etwas schwierig. Freundlicherweise konnte ich über gute Kontakte nun doch einen Einblick erhalten und kann sagen: alles gar nicht so schlimm. Ich habe das Dokument zur Sicherheit auch einem befreundeten Ökotrophologen vorgelegt und der bestätigt meine Einschätzung. Tatsächlich raten führende Ernährungsberater dazu, Kohlenhydrate vor allem zu Beginn des Tages einzunehmen, beim Abendessen dann allerdings möglichst vollständig darauf zu verzichten. Diese Kriterien scheinen mir hier erfüllt zu sein, dass ausserdem in besagtem Plan zu saisonalen und regionalen Produkten geraten wird, begrüsse ich ausserordentlich. Man mag ihn vielleicht etwas monoton finden, Variationen sind mit etwas Fantasie sicher kein Problem. Wichtig ist einfach, dass die maximal empfohlene tägliche Kalorienzufuhr nicht überschritten wird und auch das Sportprogramm mit der nötigen Disziplin angegangen wird – dann purzeln die Kilos von selbst!

Wieso also die ganze Polemik? Nun, ich denke, dass es mit dem Fitnesstrainer zu tun haben dürfte. Der spielt am Wochenende zum Ausgleich mittelmässig erfolgreich Fussball und kommt deshalb auch dann und wann am Fernsehen. Sie sehen aber – das ganze ist nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas. Wenn die Medien über solche Lappalien berichten, dann geht es uns eigentlich noch nicht allzu schlecht. Und jetzt ä Guete und hopp dr Bäse,

Ihr Dr. Abdi Almen-Lafti.”