Archiv für die Kategorie ‘Aufmachen’

Fellaini macht den Medel

Rrr am Mittwoch den 9. August 2017


Zerquetschte Fussballergesichter, heute: Marouane Fellaini.

Der Schnappschuss eines AP-Fotografen entstand gestern beim Supercup-Final zwischen Real Madrid und Manchester United. Der belgische Mittelfeldspieler war sowieso einer der augenfälligen Akteure im Team von ManUtd; sein behelfsmässig montierter Turban hat ebenfalls Kultcharakter.

Fellaini ergänzt damit eine Galerie erstaunlich zerquetschter Fussballergesichter, die einst der Chilene Gary Medel begründete. Bei der Szene aus der WM 2010 in Südafrika kam auch der Ball nicht ungeschoren davon, kann man sagen.

Unerreichte Nummer 1 in der Kategorie “Erstaunliche Fussballergesichter” ist übrigens auch ein ManUtd-Spieler: Für Phil Jones wurde zu diesem Zweck sogar ein eigener Twitter-Account eingerichtet.

(Fotos: twitter.com/MundialMag / twitter.com/faceofphiljones)

Vielfältige Perspektiven

Rrr am Dienstag den 1. August 2017

Zum 1. August spricht nun Herr Rrr, Chefredakteur des Runden Leders.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Der 1. August ist ein guter Tag,
um über die Chancen nachzudenken,
die sich unserem Verein in dieser Spielzeit bieten.

Ich nenne heute drei:
Meisterschaft, Schweizer Cup und Europacup.
Alle drei sind Schlüssel zu Erfolg und sportlichen Perspektiven.

Zuerst zur Meisterschaft;
für mich ist sie die Basis des Erfolgs.
Bei uns hat jeder Spieler die Möglichkeit,
seine Fähigkeiten zu entfalten.
Dank dem gut besetzten Kader, dem qualifizierten Staff
und dem intakten Umfeld kann jeder weit kommen.
Wer hier ausgebildet wird,
hat beste Startvoraussetzungen.
Das macht YB zur Chance für alle.

Der zweite Schlüssel ist der Schweizercup:
Unserem schönen Klub fehlen die zeitnahen Pokale,
die anderen ihren Reichtum bringen.
Das wollen wir zu unserer Stärke machen:
Wir sind nie zufrieden, sondern entwickeln immer Neues,
noch Besseres.
Das sichert uns den nachhaltigen Zuspruch unserer Fans.
Danke, dass Sie alle Ihren Beitrag dazu leisten!

Drittens liegt mir der Europacup am Herzen.
Wir wollen eigenständig bleiben in  Europa,
wir wollen nur auf uns schauen auf dem Weg in die Gruppenphase.  
Zu dieser Unabhängigkeit gehören aber auch die Offenheit
und gute Beziehungen in alle Welt.
Der internationale Wettstreit der Mannschaften und Spielsysteme
verbindet uns auf Augenhöhe mit der UEFA
– ihn müssen wir sichern.
Und wir engagieren uns über den Europacup hinaus
im Rahmen von Freundschaftsspielen,
gerade in der Vorbereitung auf eine neue Saison
und in der Winterpause.
Dank all dem ist der BSC Young Boys Bern nicht einfach
ein winziger Fleck auf der Weltkarte,
sondern eine erfolgreicher und geschätzter Fussballverein.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger

Ein Klub, drei starke Pfeiler:
Meisterschaft, Schweizercup und Europacup.
Seien wir dankbar dafür.
Und vor allem:
nutzen wir die Chance.
Wir alle.
Sie und ich.
Jeden Tag.

Dann können wir positiv in die Zukunft schauen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen 1. August.

(Version für Analphabeten

Maillot Marseillais

Herr Shearer am Montag den 24. Juli 2017

Gelbes, weisses, grünes, gepunktetes Trikot – alles kalter Kaffee an der Tour de France!

Gestern ging auf den Pariser Champs-Elysées die Tour de France zu Ende. Am Samstag stand das letzte Zeitfahren auf dem Programm, mit Start und Zielankunft im Marseiller Vélodrom, der Heimstätte von Olympique Marseille. Maxime Bouet von der Equipe Fortuneo – Oscaro ist offenbar Anhänger von OM, also hat er sich zum Start des Einzelwettbewerbs im Trikot der Phocéens präsentiert:

Gefahren ist er dann doch im üblichen Zeitfahr-Einteiler, weil Sie wissen: so Fussballtrikots sind eher nicht so windschlüpfrig geschnitten. Angesichts des Zielpublikums ist das eigentlich auch besser so. Ausserdem wimmelt es beim Radsport bei solchen Anlässen nur so von Funktionären und die sind – wie quasi überall im Sport – eher humorfrei, wenn es um solche Sachen geht.

China im Südwesten

Briger am Montag den 26. Juni 2017

BREAKING NEWS: Djibril Sow wechselt mit einem Vierjahresvertrag zu YB – Gajic zu Vaduz

China will Fussballweltmeister werden.

Zumindest ist das seit längerem das erklärte Ziel der politischen Fürhung Chinas. Um dem Ziel näher zu kommen und zumindest schon einmal bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio zu brillieren soll nun die U20 des Landes im nächsten Jahr in der deutschen Regionalliga Südwest mitmachen. Da in der dortigen Liga 19 Teams mitmachen, hat jedes Team zwei spielfreie Wochenenden. An diesen sollen die Teams nun jeweils ein Heimspiel gegen die Chinesen austragen, welche in Heidelberg stationiert sein werden. Chinas Resultate werden in der Tabelle keine Berücksichtigung finden und mit der Teilnahme sollen alle 19 Teams einverstanden sein, immerhin gibt’s auch 15’000 Euro Antrittsgage. Zudem, so betonte es der Geschäftsführer von Kickers Offenbach, Christian Fiori, hoffen die Teams auf gute Vermarktungsmöglichkeiten in China.

Alle sind einverstanden? Nicht ganz: Der SV Waldhof Mannheim kündete an, nicht zu den Spielen gegen China anzutreten und stattdessen Freundschaftsspiele gegen den FK 03 Pirmasens auszutragen, welcher eben aus der RL-Südwest abstieg und selbst einen Antrag stellte, die Liga um ein Team auf 20 aufzustocken.

Auch von Vertretern anderer Regionalligen wird das Projekt kritisiert: “Das ist Kirmes, eine Verarschung. Warum sollen wir uns in Zukunft noch den Arsch aufreißen?”, sagte Präsident Hajo Sommers von Rot-Weiß Oberhausen dem “Reviersport”. Der DFB sehe die Regionalliga “als Kirmesliga”. Wenn es aber um die Vorschriften gehe, “wird genau hingeschaut”, sagte Sommers.

Und Rot-Weiss Essen meldete sich via Facebook gleich selbst beim DFB:

Ah und bevor wir es vergessen, die “China U20 Ultras Südwest” existieren auch schon bereits, zumindest auf Facebook.

Systemtheorie

Val der Ama am Freitag den 9. Juni 2017

Der Rundes Leder Saisonrückblick. Heute mit Margrith Rüegsegger-Wüthrich.

Am Pfingstmontag hatte ich mal wieder Besuch von Hildi. Es ist eine alte Tradition, dass Hildi vor dem Besuch beim Sprüngli am Bahnhof vorbeischaut, um ein paar Luxemburgerli zu kaufen. Wir haben es uns am Stubentisch bequem gemacht, Milchkaffee getrunken, die kleinen Süssigkeiten schön auf einem Teller angerichtet. Plötzlich ist mir dann etwas aufgefallen.
„Schau mal, Hildi“, sagte ich, „du hast die Luxemburgerli in einem 4-4-2 aufgestellt. Das ist die Taktik, mit der Adi Hütter meist spielen lässt!“

“Aber Margrit, das ist…”

„Nein, schau, es passt! YB agierte in der vergangenen Saison meist in einem 4-4-2, mit hochangreifenden Flügelspielern und eher defensiv ausgerichteten zentralen Mittelfeldspielern. Wahre Experten nennen das System auch 4-2-2-2. Je nach Konstellation der Doppelspitze, hat sich jeweils ein Stürmer leicht zurückfallen lassen. Nicht selten war dies Hoarau, der einerseits für die Weiterleitung der langen Bälle (v.a. per Kopf nach Abstössen) zuständig war, andererseits auch als „Wandspieler“ für Doppelpässe und „Bälle-Ablegen in die Tiefe“.

„Hoarau, das ist der Mann, der so schön singt, oder?“

„Ja. Und er ist für YB unglaublich wichtig. Spielt Hoarau, agieren oftmals alle anderen Offensiv-Akteure eine Klasse stärker und selbstbewusster – und auch in der Defensive verrichtet der kopfballstarke Turm wichtige Dienste. Allerdings sind all diese Stärken und Vorteile gleichzeitig ein grosses YB-Handicap: In Spielen ohne Hoarau fehlt den Bernern das geniale oder zumindest das hochklassige Element.“

„Und jetzt ist er auch noch verletzt, habe ich gehört“

„Leider. Es ist für die Berner ein grosses Problem, auch in den Spielen ohne Hoarau genügend Torgefahr zu entwickeln. Gerade bei sehr tiefstehenden Gegnern fehlen da oft die Ideen und das Angriffsprinzip gleicht einem Handballspiel: 6-7 YB-Spieler behaupten den Ball 20 Meter vor dem Tor zwar geschickt und technisch ansprechend, doch es fehlen zündende Ideen und überraschende Rhythmuswechsel, um den massierten Abwehrriegel zu durchbrechen. Zusätzlich fehlt es im Mittelfeldzentrum an abschlussstarken Distanzschützen. Bertone hätte einen vernünftigen Schuss, wirkt aber manchmal überhastet.”

„Was würdest du denn anders machen, Margrit?“

„Ich würde häufiger das kompromisslose Pressing, wie zu Beginn der Hütter-Zeit praktizieren. Andererseits sollte YB unbedingt am Abwehrverhalten arbeiten: Das Umschaltspiel der hoch stehenden Aussenverteidiger Mbabu/Lecjaks/Benito in Zusammenarbeit mit den Vorderleuten Ravet/Sulejmani/Schick ist oft noch ungenügend, auch wenn es im letzten Saisondrittel besser lief. Zudem sollte sich YB das 3-4-1-2 (oder 3-4-3) als Option warm halten. Die beiden Spiele zum Saisonschluss verliefen ansprechend. Besonders auf den laufintensiven Aussenbahnen ist YB für dieses System hervorragend aufgestellt. Die Zuteilung in der Innenverteidigung bleibt indes verbesserungswürdig und auch aus dem Offensiv-Verhalten der drei Angreifer kann noch mehr herausgeholt werden.“

„Und wann wird YB Meister?“

„Bald, Hildi, bald.“

Achtung Alkohol

Val der Ama am Donnerstag den 8. Juni 2017

Der Rundes Leder Saisonrückblick. Heute mit Facharzt Dr. Abdi Almen-Lafti.
“Sie haben die Geschichte sicherlich gehört: Am Sonntag hat sich beim Spiel Levski Sofia gegen FC Vereya eine bedenkliche Begebenheit zugetragen. Ivan Bandalovski, ein Spieler des Gastteams hat noch in der ersten Halbzeit ein Bier, und damit ein alkoholisches Getränk zu sich genommen hat, um dann in der zweiten Halbzeit doch tatsächlich den Ausgleich zu erzielen.

Ich habe in dieser Sache mit einem mir gut bekannten Psychotherapeuten und Psychosomatiker sprechen können und der gab sofort Entwarnung. Gängige Empfehlungen für Alkoholgenuss ohne gesundheitliches Risiko liegen bei 10 g Alkohol für Frauen und immerhin 20 g für Männer (das sind ca. 0.3 l Bier) pro Tag. Die Gesundheit des Spielers Bandalovski war also während des Spiels nicht gefährdet. Generell ist aber vom täglichen Alkoholgenuss bei Sportlern abzuraten.

Und hier sind wir bereits beim Saisonrückblick und damit auch bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser und insbesondere liebe Redaktion. Wohlwissend, dass viele von ihnen viel zu viel Alkohol konsumieren, kurz ein paar Facts. Ihr übermässiger Alkoholkonsum bringt Hormonhaushalt und Stoffwechsel und somit eigentlich alle Prozesse im Körper massiv durcheinander. Darunter leiden Schlaf, Regeneration, Fettabbau und Muskelwachstum gleichermassen. Deshalb schauen viele von ihnen nicht so gut aus, wie ich.

Wenn Sie trotzdem meinen, nicht auf Alkohol verzichten zu können, sollten sie den Konsum möglichst gering halten und energieärmere Sorten wählen (Leichtbier, Panaché, Schorle) sowie darauf achten, dass Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt halbwegs ausgeglichen bleiben, indem sie mindestens genauso viel Wasser trinken. Andererseits, und hier kommt die gute Nachricht, spielt das alles bei ihnen wahrscheinlich eh keine Rolle mehr.

In diesem Sinn Prost und hopp dr Bäse, Ihr Dr. Abdi Almen-Lafti”

Die andere Seite des Fussballs

Harvest am Mittwoch den 7. Juni 2017

Fussball ist Geld, Macht, Korruption, Betrug, Rassismus, younameit. Doch nicht nur.

Die 2012 in Belgien gegründete Non-Profit-Organisation “A world of football” will auf die andere, die gute Seite von Fussball aufmerksam machen und erstellt dafür Dokumentarfilme von verschiedenen Projekten auf der ganzen Welt. Es handelt sich dabei um Projekte, die Fussball nutzen, um zum Beispiel Grenzen zu überwinden oder Integration zu fördern.
Die Gründer sind überzeugt, dass Fussball wirklich völkerverbindend und friedensfördernd wirken kann. So richtig und nicht nur in einem netten Papier einiger geldgieriger Funktionäre.

So eine Initiative erhält natürlich erst richtig Schwung, wenn sich auch eine berühmte Persönlichkeit als Botschafter zur Verfügung stellt. In diesem speziellen Fall wäre ein Fussballer von gewissem Format der Jackpot. Früher machte das Mats Wilmots und seit 2016 ein gewisser Christian Benteke. Im Video ist das Feuer für “A world of football” nicht zu übersehen.

Erfreuliche Episode

Val der Ama am Mittwoch den 7. Juni 2017

Der Rundes Leder Saisonrückblick. Heute mit Kevin Grossenbacher.

“Liebe Leser*innen,
Der Moment, wenn man merkt, dass das Leben so viel bietet. Ich bin derzeit ganzheitlich relaxt und das, weil ich mit einer radikalen Abkehr von materialistischen Werten meine Selbstheilung, meine Spiritualität geweckt habe. Ich lebe im Jetzt und bin mit grosser Bewusstheit im Moment. Ich gebe zu, dass viele meiner Freunde im Vergleich zu mir konsequenter sind, was vegane Ernährung oder die Nähe zur Natur betrifft. Ich lebe aber bewusst und ganzheitlich in der Stadt. Ab und zu lade ich Frauen und Männer unserer Clean-Eating-Community ein, mit mir zu meditieren. Und wenn mir danach ist, treffe ich mich auf einen Drink im Löscher oder gehe bis in die Morgenstunden tanzen. Im Einklang mit meiner selbst.

Wenn ich gefragt werde, was mein Saisonhöhepunkt war, dann fällt mir die Antwort leicht: Die Fans des BSC Young Boys. Ich war im September live mit dabei, als YB in der Europa League gegen Olympiakos Piräus spielte. Es war zu der Zeit, als der Basler Urs Siegenthaler die Regentschaft übernommen und viele gute Menschen entlassen hatte. Trotz der Niederlage war das Spiel aber ein voller Erfolg. Für die Basis, das Kollektiv! Hier haben die Fans gezeigt, was “Fight The Power” eigentlich heisst, und sie haben bewiesen, dass Widerstand von unten das System stürzen kann. Die Ostkurve verzichtete auf organisierten Support, sorgte aber für viel schwarzen Rauch. “Hou ab”, stand auf den Transparenten in der Fankurve, “Sigi, raus”, war immer wieder zu hören. Und tatsächlich: Am nächsten Tag war Urs Siegenthaler weg.

Mit ihrem Engagement und Mut haben die Fans des BSC Young Boys eindrücklich sowie lautstark gezeigt, dass es in Bern keinen Platz für rückwärtsgewandte Ideologien hat. Ein beeindruckendes Manifest für die Solidarität im Kampf gegen patriarchale wie auch jegliche andere Unterdrückungsmechanismen ist. Für eine herrschaftsfreie, gewaltlose Welt!

Ich erinnere mich an diese Episode und es ist, wie wenn ich mich mit Rosenquarz und Bergkristallen umgebe oder wenn nach einem Besuch unsere WG mit weissem Salbei ausräuchere – ein gutes Gefühl.

See you, Leute, ich muss noch schnell vor Ladenschluss mein neues Macbook bei Digitec abholen.”

Alles Ärgerlich

Val der Ama am Montag den 5. Juni 2017

Der Rundes Leder Saisonrückblick. Heute mit Alexander Meier-Anderegg

“Mein Fazit zur Saison? Schwamm drüber, vergessen, abhaken. Was soll ich eine vergangene Meisterschaft würdigen, die bereits im November entschieden war? Oder wozu die Champions League aufwärmen, die den gesamten europäischen Fussball kannibalisiert und im Herbst ob der vielen Spiele langweilt? Im Frühling nicht bessser: Erst scheiden die Engländer aus, dann verabschieden sich die Deutschen und zum Schluss gewinnt ein Spanier. Da brauche ich keine Black Eyes Peas, um festzustellen, dass sich die Sache totgelaufen hat.

Noch schlimmer steht es aber um den Begleittross: Da ist einerseits die Fifa, die auch unter dem neuen Klüngelmeister alles tut, um stetig negative Schlagzeiten einzufahren. Mal eben die Ethikkommission absägen? Geht. Ein millionenteures Museum bauen, um dann kurze Zeit später – nachdem man überrascht feststellt, das sich die Sache irgendwie nicht so rentiert – ordentlich Belegschaft zu entlassen? Geht. Reinigungsfirma gründen und der Generalsekretärin die Wohnung für 30000 Franken putzen? Geht auch.

Aber vielleicht haben die ganzen Geschichten auch System, weil sie schliesslich ausgezeichnet von anderen Skandalen ablenken. Ich denke dabei nicht nur ans selige Schweigen der Medien in Bezug auf die Vergabe der kommenden WM an Russland, wo man sich von grundlegenden Werten wie Menschenrechte und Demokratie längst verabschiedet hat, ich ekle mich davor, das wir in nur 5 Jahren eine WM in Katar zu ertragen haben und bereits heute kaum mehr über Arbeitsbedingungen und ja, eben auch Menschenrechte und Demokratie diskutieren.

Ja, es ist schon seltsam mit der Fussballberichterstattung in der Schweiz. Reportagen? Taktische Analysen? Hintergrundberichte aus anderen Ligen? Fehlanzeige. Viel einfacher ist es doch, einen süffigen Artikel zur Überlegenheit des FC Basel zu verfassen mit dem Ziel, den Begriff “veryoungboysen” mindestens einmal zu platzieren. Ich bin überzeugt, dass es Sportjournalisten gibt, die einen anständigen Teil ihres Lohns mit YB-Bashing verdienen. Wie langweilig, wie erbärmlich.

Hochachtungsvoll, Ihr Alexander Meier-Anderegg”

Bizarrer Ballzauberer

Herr Maldini am Samstag den 27. Mai 2017

Unser Berufsberater Bernhard Beyeler löst auch die schwierigsten Fälle.

“Liebe Leser, in den letzten 25 Jahren konnte ich unzähligen Menschen bei der beruflichen Neuorientierung helfen. Mein Motto: Es ist nie zu spät für einen Neuanfang!

Auf der Suche nach dem passenden Job ist es wichtig, sich selber richtig einzuschätzen. Offenbar weiss auch Benoit Assou-Ekkoto um seine Qualitäten.

Eigentlich möchte Harry Redknapp den Verteidiger verpflichten, die beiden kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Tottenham, neun Jahre hatte der Kameruner in England gespielt. Mittlerweile ist Redknapp der Coach beim zweitligisten Birmingham, er baut dort ein neues Team auf. Assou-Ekkotos Vertrag in Metz läuft Ende Juni aus, einer erneuten Zusammenarbeit steht also nichts im Weg. Aber warum erzähle ich ihnen das überhaupt– das wissen Sie ja alles bereits.

Nun, Assou-Ekkoto war bei mir in der Berufs- und Laufbahnberatung und erzählte mir, er wolle nicht länger Fussball spielen, er wolle sich neu orientieren. Mich persönlich überraschte das natürlich nicht, bereits 2010 hatte er ja mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, er spiele wegen des Geldes Fussball, und nicht ‘aus Liebe’. Erstaunlich, dass er überhaupt bis heute durchhielt, wenn Sie mich fragen.

Redknapp wolle ihn unbedingt verpflichten, sagte mir Assou-Ekkoto, aber er selber habe eigentlich ganz andere Pläne. Er bat mich dann, diese ganz für mich zu behalten. Nun, Ihnen kann ich es ja sagen: Er sagte mir, er wolle Pornostar werden. Das überraschte mich dann schon ein wenig, muss ich zugeben. 

‘Ich hoffe, dass er noch ein Jahr dranhängt’, hatte mir Redknapp am Telefon noch gesagt, ‘was für ein toller Spieler!’

Nun, ich konnte Assou-Ekkoto leider nicht aufhalten und wünschte ihm viel Erfolg in seinem neuen Lebensabschnitt. Man erzählt sich ja allerhand aus dieser Branche, der Druck ist hoch und die Bezahlung… – ach, das wissen Sie ja alles bereits.”

Geschwinder auf Tinder

Herr Maldini am Freitag den 12. Mai 2017

Als führender Fussballblog in den beinahe unendlichen Weiten des Internets erachtet es das Runde Leder als Pflicht, Sie über die neusten digitalen Errungenschaften zu unterrichten.

Sie alle kennen Tinder, vermutlich lernten Sie ihren Mann, ihre Partnerin oder das Jogginggspändli dort kennen. Mit etwas Glück machen Sie dort auch bald Bekanntschaft mit Arkadiusz Milik.

Sie kennen Arkadiusz Milik nicht? Milik ist Stürmer beim SSC Neapel und in der polnischen Nationalmannschaft. Wenn er denn spielt. Das tat er zuletzt nämlich nicht oft, der 23-Jährige erlitt Ende 2016 einen Kreuzbandriss. Was das alles mit Tinder zu tun hat? Es funktioniert so:

Sie stellen die App, die Sie ja längst auf ihr Mobiltelefon gedownloaded haben so ein, dass ihnen auch männliche Individuen angezeigt werden (falls das nicht schon der Fall ist). Jetzt swipen Sie alle ihnen angezeigten Tinderer nach links, bis Milik erscheint. Jetzt ganz wichtig: Den Polen swipen sie nach rechts! Danach senden Sie ihm eine nette Grussbotschaft, und wenn Sie supernett sind, werden Sie mit etwas Glück ausgewählt und können Milik persönlich meeten.

Mit dieser Aktion soll Milik willkommen zurück geheissen werden. Nebenbei dient sie natürlich auch ein klein wenig dem Marketing. “Ich bin wirklich stolz, ein Teil dieser einzigartigen und innovativen Tinder-Initiative zu sein”, sagte der Fussballer auf Anfrage des Runden Leders. “Die Fans haben mich sehr herzlich aufgenommen. Und es ist toll, direkt mit ihnen interagieren zu können. Technologie bringt Menschen zusammen, genau wie der Sport und das Runde Leder. Ich freue mich auf dieses neue Abenteuer.”

“Wir freuen uns, Arek Milik und den SSC Neapel zu unterstützen. Tinder ist zuallererst eine Plattform, um neue Menschen kennenzulernen. Wir freuen uns darauf, Fans mit ihrem Lieblingsspieler zu vernetzen”, sagte wiederum David Wyler, der Vice President of Partnerships bei Tinder. Kein Fussballclub weltweit ist je zuvor eine Partnerschaft mit Tinder eingegangen – es handelt sich also um eine Premiere. 

Ein weiterer Grund, weshalb Milik und der SCC Neapel die Tinder-Aktion bitternötig haben: Sie verpassten es bislang, sich auf Dugout mit ihren Fans zu connecten.

Exklusiv, hochwertig und originell

Herr Maldini am Mittwoch den 10. Mai 2017

Als führender Fussballblog in den beinahe unendlichen Weiten des Internets erachtet es das Runde Leder als Pflicht, Sie über die neusten digitalen Errungenschaften zu unterrichten.

Deshalb stellen wir ihnen heute Dugout (zu Deutsch: die Trainerbank) vor. Dugout ist ein Portal, wie Sie es noch nicht gesehen haben. Lassen wir zuerst den Präsidenten zu Wort kommen.

“Dugout wurde für die Fans entwickelt und erstellt. Fußball ist heutzutage wirklich global und Fans möchten nicht nur Spiele in ihrem eigenen Land ansehen – sie möchten ihren Lieblingsklubs und Lieblingsspielern rund um die Welt folgen, auf dem Rasen und darüber hinaus. Das ist das, was Dugout bietet – beispiellosen Einblick der Fans hinter die Kulissen der Klubs und in das Leben der Spieler”, sagte Elliot Richardson im vergangenen Jahr.

In Deutscher Sprache heisst das: Wenn Sie ihrem Lieblingsclub erst auf Twitter, Instagram, Snapchat, Skype, Facebook und DVD folgen und ab und zu vielleicht sogar an ein Spiel gehen, haben Sie bislang das Wesentliche verpasst.

Dugout verspricht exklusive, hochwertige und originelle Inhalte von den weltgrössten Clubs und Spielern und will damit weltweit 3,5 Milliarden Fussballfans erreichen. Selbstverständlich hat das Runde Leder keine Mühen gescheut und Dugout in aller Ausführlichkeit getestet. Gareth Bale wünschte Anthony Joshua am 28. April viel Glück im Boxkampf gegen Klitschko (hochwertig), Giorgio Chiellini schrieb in seinem letzten Beitrag (5. Februar) “Grande Grande Grande Vittoria!!! Avanti cosi!!!” (originell) und der überall beliebte FC Bayern München postete vorgestern, dass man Darmstadt 1-0 besiegt habe (Torschütze: Bernat) (exklusiv). 

Nichtsdestotrotz begrüsst das Runde Leder die neue Plattform: Soeben und in Abwesenheit des Chefs wurde ein langfristiger und gut dotierter Vertrag abgeschlossen. Unsere Praktikanten werden sämtliche Beiträge des RL künftig nur noch über Dugout veröffentlichen. See you there, folks!

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