Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Griechische Veroneser

Briger am Mittwoch den 16. Juli 2014

In der Serie Bücher wos um Fussball geht, heute ein Klassiker aus Norditalien.

Das bereits 2002 erschienene, sehr lesenswerte Buch “Eine Saison mit Verona. Eine Reise durch Italien auf der Suche nach Träumen, Fussball und dem Herzen des Landes”, beschreibt die Saison 2000/01 des Vereins Hellas Verona aus Sicht des in Verona wohparks eine saison mit veronanhaften Engländers Tim Parks. In dieser Saison fasste der Engländer die Entscheidung, eine Saison lang nicht nur jedes Spiel der Norditaliener im heimischen Stadio Bentegodi zu besuchen, sondern auch sämtliche Auswärtsfahrten mitzumachen. Um seine Frau von diesem Projekt zu überzeugen, immerhin ging es dabei auch um Spiele im 812 Kilometer entfernten Lecce oder, aufgrund einer Platzsperre für Reggina, im 945 Kilometer entfernten Catania, versprach er ihr ein Buch darüber zu schreiben. Ein sehr weiser Entschluss.
In insgesamt 34 Kapiteln, eins für jeden Spieltag der damaligen 18-er Liga, erfährt man nicht nur vieles über die Leidenschaft Parks für einen ausserhalb Venetiens eher unbekannten bis unbeliebten (vorallem da sich Teile der Fans als offen rechtsextrem zu erkennen geben, ein allerdings auch bei vielen anderen italienischen Clubs weit verbreitetes Problem) Verein, sondern auch über den italienischen Fussball im Allgemeinen und über Land und Leute. Immer wieder vergleicht Parks etwa die Politik des Bel Paese mit dem Calcio und kommt zu überraschenden Schlüssen. Gemeinsam mit den Brigate Gialloblu reist Parks von Udine bis Turin und von Bergamo bis nach Lecce quer durch den Stiefel. Sei es, wie zu Beginn der Saison mit dem Bus nach Bari, mit dem Zug nach Napoli oder auch mal mit der Mannschaft im Flieger nach Catania. Parks verpasst kein Spiel und man fiebert von Kapitel zu Kapitel mehr mit den gelbblauen butei mit und ertappt sich beim lesen, bei der Hoffnung, dass es für Verona mit dem Klassenerhalt reicht.
Am Ende des Buches sieht man die Veroneser Kurve vielleicht etwas weniger schwarz-weiss und ist fasziniert von den durchaus kreativen Aktionen und der Leidenschaft, mit der einige Menschen ihr ganzes Leben einem mittelmässigen, seit der sensationellen Meisterschaft 1985 meistens zwischen Serie A und B, mit einem Abstecher in die Serie C in den Jahren 2007-2011, pendelnden Vereien verschrieben haben. So ganz nebenbei lernen Sie bei der Lektüre auch einige schöne italienische Wörter, die sie bei Ihrem nächsten Urlaub im Süden aber eventuell besser nicht mit in ihr Gepäck nehmen.

Parks, Tim: Eine Saison mit Verona. Eine Reise durch Italien auf der Suche nach Träumen, Fussball und dem Herzen des Landes. 636 Seiten.

Spass mit Adidas

Rrr am Donnerstag den 10. Juli 2014

Die WM ist entschieden – Adidas ist Weltmeister!

Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach gewann auch den zweiten Halbfinal gegen ein Nike-Team und wird damit den Weltmeistertitel von 2010 verteidigen. Herzliche Gratulation! Die nächste WM findet übrigens 2018 in Russland statt.

Alle Titelträger im Überblick:

2014 Adidas (Deutschland oder Argentinien). 2010 Adidas (Spanien). 2006 Puma (Italien). 2002 Nike (Brasilien). 1998 adidas (Frankreich). 1994 Umbro (Brasilien). 1990 adidas (Deutschland). 1986 Le Coq Sportif (Argentinien). 1982 Le Coq Sportif (Italien). 1978 adidas (Argentinien). 1974 erima (Deutschland). 1970 Umbro (Brasilien). 1966 Umbro (England). 1962 Umbro (Brasilien). 1958 Umbro (Brasilien). 1954 DFB-Eigenmarke (Deutschland). Die Ausrüster 1930-1950 sind unbekannt.

Kritische Intervention

Val der Ama am Freitag den 27. Juni 2014

Kevin Grossenbacher, unser WM-Kolumnist, hält nichts von Siegesfeiern.

«Nach dem Spiel gegen Honduras dann das Hupkonzert, das Fahnenmeer, die grosse Fussballeuphorie.

Ich habe mir das Spiel alleine auf meinem Fairphone angeschaut, das Resultat zur Kenntnis genommen und bin dann ins Bett. Dieser zur Schau gestellte Nationalstolz beruht nämlich auf einer empfundenen kollektiven Identität, die einzig Menschen umfasst, die als zur Nation zugehörig definiert werden. Ich will kein Teil dieses Party-Patriotismus sein, ich singe keine Nationalhymne und male mein Gesicht nicht an, denn eine uneingeschränkte Identifikation mit der Schweiz und damit dem Kostrukt Nationalstaat bedeutet immer auch die Abgrenzung vom Anderen und von anderen.

Und wirklich traurig ist es, dass die Fussballfans in der Schweiz scheinbar vergessen haben, dass die Schweiz ein reines Willenskonstrukt ist. Es gibt ihn/sie nicht, den/die typische/n Schweizer/in. Und gerade die Nati (sic!) mit Namen wie Drmic, Shaqiri etc. ist doch eigentlich nichts anderes als die Manifestation der ethnischen Verständigung. Was soll dann dieses „Wir-die-Guten-Ihr-die-Bösen”-Diktat? Warum gab es gestern keine EU-Flaggen, zum Beispiel?

Ich habe gestern ein Zeichen gesetzt und auf dem Weg zur Uni eine auf dem Trottoir liegen gebliebene Schweizerfahne einfach in den nächsten Textilsammelcontainer geworfen.”

Amerikas beliebtester Berliner

Briger am Sonntag den 22. Juni 2014

Seit dem 2:1 gegen Ghana liegt der Soccer begeisterte Teil der USA einem Berliner Jungen zu Füssen

Der 28.1.1993 geborene John Anthony Brooks, der nach Stationen bei Blau-Weiss Berlin, dem Lichternarder BC und Hertha Zehlendorf als 14-jähriger in den Nachwuchs von Hertha BSC wechselte und dort 2011 sein Profidebüt gab, schoss das “Game Winning Goal” gegen die Ghanaer. Der Mann, der 2012 noch für die deutsche U20-Nationalelf spielte, erzielte in seinem 5. Einsatz für die Mannschaft von Jürgen Klinsmann kurz vor Schluss sein erstes Länderspieltor, was einen Fan dazu veranlasste, den englischen Wikipedia Eintrag Brooks’ leicht anzupassen.

BrooksSolo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die USA stehen um Mitternacht gegen Portugal zum nächsten Mal im Einsatz.

Resteverwertung…

Herr Maldini am Donnerstag den 19. Juni 2014

…am Tag danach.

2014-06-19 12.20.58

Herr b. aus B., Redaktor des Runden Leders, geniesst in der Uni-Mensa vRoll das Menü Paella España mit Poulet, Crevetten, Meeresfrüchten, Gemüse und Kräutern zum Preis von sFR 6.90.
Fleischdeklaration: Geflügel aus der  Schweiz, Crevetten aus Vietnam

Morgen zum Apéro gibt es Fish & Chips.

Wir sind völlig konzntrrt

Dr. Rüdisühli am Samstag den 14. Juni 2014

Nur noch 24 Stunden bis zum ersten Schweizer Spiel. Ist die Redaktion der Runden Leders bereit?

Herr Rrr, Chefredakteur und langjähriger Trainer des Redaktionsstabs des Runden Leders, stand uns trotz hoher zeitlicher Belastung für ein Blitzinterview zur Verfügung.

ZRL: Herr Rrr, Sie waren eben noch in der Schreibstube, was können Sie uns zum Team sagen?

Rrr: Meine Redakteure sind bereit. Die Balance zwischen Anspannung und Zuversicht stimmt. Das stimmt mich zuversichtlich für morgen. Wir haben die letzten Monate sehr hart an uns gearbeitet; wir sind aber auch unzählige beitragstaktische Varianten durchgegangen, wir haben den morgigen Tag immer und immer wieder durchgespielt. Ich darf mit Freude festhalten, die Automatismen stimmen. Kurz: Wir sind bereit, ja, doch, ähh, was war die Frage?

ZRL: Was können Sie dem Team jetzt noch mitgeben, so kurz vor dem grossen Moment?

Rrr: Ruhe ist sehr wichtig, aktive Erholung, etwas Ablenkung. Damit die Anspannung aber bleibt, lasse ich mein Team absichtlich völlig im Unklaren, wann morgen der erste Beitrag publiziert wird, wer dazu recherchiert und wer ihn verfassen darf. Das soll auch die zuweilen unangenehme Konkurrenzsituation im Team aufrecht erhalten.

ZRL: Sie haben von taktischen Varianten gsprochen, können Sie unserer Leserschaft etwas dazu verraten?

Rrr: Gut, wer mich kennt, der weiss, dass ich auf zwei solide Innenberichterstatter setze. Hier werden unsere Recken Herr Der Ama und Herr Baresi ihre körperbetonten Formulierungen einsetzen und auch vor rustikalen Wendungen nicht zurückschrecken.

ZRL: Aha. Und wie geht es morgen los?

Rrr: Ich könnte mir gut eine rasche Beitragseröffnung vorstellen mit einem weiten Textabsatz Herrn Lars Sohns auf Herrn Shearer, der als linker Couloirkorrespondent mit seinem linguististen Tiki-taka durch die gegnerischen Pressestellen tanzt und dann mit einem hart platzierten Fremdwort vollstreckt. Oder ich lasse Herrn Pelocorto und seine Inder hoch stehen und die Gegenpresse bedienen. Sie werden es sehen; bald!

ZRL: Und Ihre Aufgabe?

Rrr: Ich bin morgen am Presseball.

ZRL: Herr Rrr, besten Dank für dieses Gespräch!

Musik zur WM (11)

Herr Pelocorto am Donnerstag den 5. Juni 2014

Brasilien, das sind Klassiker, Klassiker, Klassiker!

Zu den Allergrössten in Brasiliens Musik gehört Jorge Ben. Unter anderem verdanken wir ihm den Ohrwurm Mas que Nada, Sérgio Mendes ist hier nur der Ambush-Musiker, um es in der FIFA-Sprache auszudrücken.

jorge-ben-forca-bruta-s

Aus dem Album Força Bruta aus dem Jahr 1970 habe ich Ihnen das Stück Oba, Lá Vem Ela herausgesucht. Allerdings müssen Sie auf Herrn Ben hier verzichten, Sie hören eine Coverversion der Band Junip aus Göteborg. Die Schweden sind fast noch die besseren Brasilianer, scheint mir.

benflamengoDer Fussballbezug?
Jorge Ben zählt sich zur Nação Rubro-Negra, zur rotschwarzen Nation, der Fans von CR Flamengo. Ben hat seine Liebe zum Fussball und zu Flamengo in zahlreichen Songs festgehalten. Flamengo, Camisa 10 da Gávea und natürlich Filho Maravilha, dem Song, der dem Flamengo-Spieler João Batista de Sales gewidmet ist. Eben dem Fio Maravilha. Jorge Ben war 1972 im Stadion Maracanã an einem Freundschaftsspiel zwischen Flamengo und Benfica. Batista stand nicht in der Startaufstellung, sondern schmorte auf der Bank. Das ganze Stadion verlangte singend die Einwechslung des Fio Maravilha, Trainer Zagallo hatte ein Einsehen, brachte Batista und der Fio Maravilha erzielte in der 78. Minute das einzige Tor des Spiels.

One, Two, Three: Viva l’Algérie

Briger am Sonntag den 1. Juni 2014

Dem Schlachtruf der algerischen Fans entsprechend, traf der nordafrikanische WM-Teilnehmer gestern in Sion drei Mal gegen Bernard Challandes Armenien.

Algerien Armenien 071

In einem unterhaltsamen Spiel legten die Wüstenfüchse vor allem in der ersten Hälfte ein sehr hohes Tempo an den Tag und überforderten die Osteuropäer rund um Superstar Henrik Mkhitaryan. Nach 41 Minuten stand es nach Toren von Essaïd Belkalem vom FC Watford, Nabil Ghilas vom FC Porto und Islam Slimani von Sporting Lissabon 3:0 für die Algerier. Insbesondere das 2:0 war dabei sehr sehenswert. Nach der Pause legte Armenien etwas zu. Der zur Pause eingewechselte Artur Sarkisov von Volga Nizhniy Novgord traf gleich nach Wiederbeginn zum 3:1-Endstand.

Wohl aufgrund der Hitze und der insgesamt 5 Wechsel konnten die Nordafrikaner das hohe Tempo nicht über die gesamte Partie halten. Sie hatten das Geschehen aber jederzeit im Griff und mit etwas mehr Effizienz hätte noch das eine oder andere Tor fallen können. In den letzten 20 Minuten kam dann auch noch der Star, der in West-Europa bekannteste Spieler Sofiane Feghouli vom FC Valencia zum Einsatz. Der in der Schweiz wegen seiner Super League Vergangenheit bekannte Djamel Mesbah vom AS Livorno stand 90 Minuten auf dem Platz.

Die rund 12’000 Zuschauer im Tourbillon, neben einigen Hundert armenischen Anhängern hauptsächlich algerischstämmige Fussballfans aus der Schweiz, aus Deutschland und den Autokennzeichen nach wohl aus sämtlichen Departementen Festland-Frankreichs, feuerten ihre Teams während 90 Minuten lautstark an. Als nach dem Spiel einige Fans der Fennecs aufs Feld liefen, wurden diese von der grossen Mehrheit ausgepfiffen.

Geniessen Sie zum Abschluss nun noch einige Impressionen aus dem Tourbillon:

  • Hymnen

  • Hurra, Hurra, Armenia!

  • Torubillon

  • Der Kop Nord in algerischer Hand

  • Fennec spielt Fussball

  • Fennec präsentiert sich den Fans

  • Freistoss

Eine weitere und letzte Gelegenheit, die algerische Nationalmannschaft live in der Schweiz zu erleben, bietet sich am Dienstag um 20:30 Uhr in Genf beim Spiel gegen Rumänien.

Musik zur WM (5)

Val der Ama am Dienstag den 27. Mai 2014

Brasilien, das ist Musk, Rhythmus und ziemlich cooler Sprechgesang.

Marcelo

Heute lernen wir Marcelo Maldonado Peixoto, also eigentlich Marcelo D2 kennen. Begonnen hat der Fan von Flamengo seine Karriere als Musiker bei der Band Planet Hemp (unbedingt auch anhören!), seit 1998 ist er selbständig und rappt ziemlich entspannt zu einer recht schönen Melange von Hip-Hop und Samba-Elementen. Erfreulich auch die Kooperationen mit Sergio Mendes und dem Beastie Boys-Produzenten Marion Caldato.

So, hören wir doch einfach mal rein. Hier also Marcelo D2 mit seinem aktuellen Album “Nada Pode Me Parar”.

Noch mehr Fussballbezug? Seinen Song Voce Diz Que O Amor Nao Dòi’ finden Sie auf dem Soundtrack von FIFA 14.

Ende in Edinburgh

Briger am Montag den 26. Mai 2014

Die schottische Hauptstadt ist nicht mehr erstklassig.

Dem direkteHeartsvHibsn Absteiger Heart of Midlothian folgte gestern der Lokalrivale Hibernian in die Championship. Hibernian, welches nur dank dem 15-Punkte-Abzug gegen die Hearts überhaupt an der Relegation teilnehmen durfte, scheiterte nach einem 2:0-Auswärtssieg gegen Hamilton Academical im Rückspiel mit 3:4 nach Elfmeterschiessen. Nach dem frühen 0:1 durch den 35-jährigen Jason Scotland, ältere Leser werden ihn von der WM 2006 her kennen, glich der Franzose Anthony Andreu (der Mann in der Mitte unseres Funkbildes) in der 93. Minute mit dem 2:0 das Hinspielergebnis aus. Andreu spielte übrigens zwischen 2009 und 2012 in der Challenge League bei Stade Nyonnais.

Hamilton

Zu Beginn der fünf Spiele umfassenden Abstiegsrunde waren die grün-weissen noch auf dem 7. Platz klassiert, gewannen aber in dieser Abstiegsrunde nur noch einen Punkt und fielen so auf den 11. Platz zurück. Die schottische Hauptstadt ist somit nächstes Jahr nicht mehr in der höchsten Liga des eigenen Landes vertreten. Dieses “Kunststück” gelang zuletzt Berlin in den Saisons 2010/11 und 2012/13. Immerhin gibt es in Edinburgh weiterhin Derbys und durch den Aufstieg der Glasgow Rangers spielt nächste Saison ein weiterer Hochkaräter in der 2. schottischen Liga.

Alexis Abschluss

Briger am Freitag den 23. Mai 2014

Nach 26 Jahren oder 52 Semestern schafft Alexi Lalas seinen Uni-Abschluss in Englisch und Musik.

Alexi Lalas AbschlussDer am 1. Juni 1970 geborene Panayotis Alexander Lalas soll der Legende nach beim Besuch der Fussballweltmeisterschaft 1990 in Italien den Entschluss gefasst haben, Profi zu werden. In seiner Karriere absolvierte er insgesamt 237 Ligaspiele für Calcio Padova, New England Revolution, CS Emelec (Ecuador), Metro Stars New York, Kansas City Wizzards und LA Galaxy und erzielte dabei 25 Tore. Für die USA nahm er an zwei Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen teil und erzielte 9 Tore in 96 Länderspielen.

Seit 1988 war er zudem an der State University of New Jersey, kurz Rutgers eingeschrieben. Er, der 1999 mit 29 Jahren vom Profifussball zurücktrat und seitdem u.a. von 2006-2008 Manager von LA Galaxy war und als TV-Experte arbeitet, ist stolz auf seine Leistung, ohne sich dabei von anderen absetzen zu wollen.

“I know I’m no different than the millions of other people that have done it,” sagte Lalas gegenüber NJ.com, “but I’m still proud of it.”

Nun denn, was lange währt, wird endlich gut. Herzliche Gratulation Alexi Lalas, möge sein Durchhaltewillen eine Ermunterung an alle Langzeitstudenten sein.

Fehlerfreie Fussballfunktionäre an der WM

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 22. Mai 2014

Wenn unsere Fussballfunktionäre an grosse Turniere ins Ausland aufbrechen, dann wird man zuhause nervös, denn das nächste Fettnäpfchen ist nicht weit.

Doch dieses Mal in Brasilien wird alles anders, denn unsere Exponenten werden von Dr. Bernhard Beyeler intensiv auf den Aufenthalt in Brasilien vorbereitet.

Herr Beyeler lässt uns etwas hinter die Kulissen blicken:

«Liebe Leserin, lieber Leser, in den letzten 25 Jahren konnte ich unzähligen Managern bei anspruchsvollen Auslandaufenthalten helfen. Mein Motto zur WM: Man kann jedes Fettnäpfchen elegant umdribbeln!

Für die Funktionäre des Schweizer Fussballs beginnt die WM nicht erst mit dem Trainingslager in Weggis. Ich habe sie in den letzten Monaten mit ordentlich viel Lesestoff eingedeckt, um sie mit den Gepflogenheiten des Gastlandes vertraut zu machen.

In meinem Motto steckt bereits das erste Fettnäpfchen: Elegant. Wer in Brasilien ernst genommen werden will, der trägt einen Anzug, Hemd und Krawatte. Ja, auch am 25. Juni in Manaus im Spiel gegen Honduras, Sie sehen, ich habe den Spielplan im Kopf.

Unsere Spieler sind ja mit toller offizieller Bekleidung ausgestattet worden, die Funktionäre hat man aber leider vergessen. Zum Glück konnten wir kurzfristig einen Ausstattungsvertrag mit Nelson Paviotti abschliessen, damit wir bekleidungsmässig nicht unangenehm auffallen!

Sie sehen: Das sind sozusagen Beyelers Basics, das muss einfach stimmen. Passen Schuhe, Socken, Anzug, dann stimmt der Rest! Im nächsten Beitrag geht es dann um das heikle Kapitel Körperkontakt oder um Glücksspiele.»

Dr. Bernhard Beyeler
Dr. Bernhard Beyeler hat an der Uni Bern mit der Arbeit ‹Hilft Philosophie bei der Stellensuche?› doktoriert und später als Personalchef für ein internationales Handelsunternehmen in Bern, London, Boston, Tokio und Manila gearbeitet. Er ist eidg. dipl. Berufs-, Studien- und Laufbahnberater MAS BSLB. Zwischen 1993 und 1998 hat er an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf das Institute for Cultural Interchange and Advanced Business Exchange ICI ABE aufgebaut. Heute hält er Vorträge und betreut einige private Mandate, so auch für den SFV.