Archiv für die Kategorie ‘Der schwarze Kontinent’

Fantastische Aussicht

Lars: L am Sonntag den 24. Juni 2018

Das Runde Leder testet Public Viewings. Heute: Mövenpick, Nairobi.

Wo: Mövenpick-Hotel, Nairobi, Kenia. La Mesa Tapas Bar im 14. Stock. Das Hotel wurde unlängst neu eröffnet.

Was: Die Tapas Bar «La Mesa» im 15. Stock des Luxushotels bietet eine fantastische Aussicht über die Hauptstadt. Das Spiel wird auf einer Grossleinwand und einem halben Dutzend Bildschirmen gezeigt. Das Lokal ist geräumig, mit viel Holz ausgestattet und zweistöckig. Es bietet Platz für über hundert Fussballfans. Alle Auslandschweizer wurden via Botschaft eingeladen für die Spiele der Schweiz.

Wann: Wenn die Schweizer spielen, also jeweils um 21 Uhr. Eventuell sonst auch. Gegen Brasilien hatten sich rund ein Dutzend Leute in den Räumen verteilt. Die Aussicht über die nächtliche Hauptstadt ist fantastisch.

Essen und trinken: Das Bier kostet rund 4.50 Franken. Das ist etwa soviel, wie der Wächter am Tor in neun Stunden verdient. Rund ein Dutzend Personen arbeit im Service und wartet sehnlichst auf ein Handzeichen, um ein weiteres Bier zu bringen. Gegessen wird bei diesen Preisen nicht. Rauchen Dürfen Sie auf der Treppe draussen. Von dort sehen Sie das Spiel durchs Fenster oder eine fantastische Aussicht über die Hauptstadt.

Gesamteindruck: Wenn Sie beim Public Viewing nicht gestört werden wollen, ist dies Ihr Lokal! Sie kriegen ein eigenes Sofa. Der TV-Kommentar ist in Englisch. Die Aussicht über die Hauptstadt fantastisch. 2 von 10 Punkten, dank der Eiswürfel im Pissoir.

Musik, Tanz, Trommeln

Rrr am Montag den 30. April 2018

YB ist Meister! Wir haben Stimmen aus aller Welt.

Ältere Leser erinnern sich an Herrn Lars L. Unser langjähriger Quizmaster und Fachredaktor übernahm vor knapp einem Jahr einen unserer attraktivsten Jobs: Er wurde unserer Afrika-Korrespondent.

In Kenia fieberte er mit, als sich die Young Boys einmal mehr den Titel schnappten. Aber was bedeutet das für Afrika im Allgemeinen, Kenia im Besonderen? Wir erreichten Herrn Lars L heute nachmittag am Telefon. Entschuldigen Sie das Knistern in der Leitung, die Verbindung war etwas wackelig.

Herr Lars, YB ist vorgestern Meister geworden. Wie ist die Stimmung in Nairobi?

Hallo Herr Rrr, in Nairobi ist nur allzu oft Bombenstimmung. Und natürlich nimmt man es hier sehr genau wahr, wenn ein Team mit der zweiten Hälfte des Stadtnamens auf dem Shirt auftritt. Die Stimmung in der Stadt war gestern abend also toll, wie ich aus sicheren Quellen erfahren habe. Afrika ist laut, es ist voll Energie, Rhythmus, Musik, Tanz, Trommeln. Ich wollte mir aber mein eigenes Bild machen und bin auf die grösste Müllhalde der Stadt …

Um weggeworfene FCB-Fanartikel zu finden?

Wie? Nein, einfach, weil man das als Reporter hier mal gemacht haben muss. Sieht doch souverän aus, nicht?

Besonders der offene Hemdknopf. Aber zurück zum Thema… gab es denn ein Public Viewing in der Stadt, oder wie haben Sie das Spiel verfolgt?

Sind Sie wahnsinnig? Auch auf die Müllhalde bin ich nur mit Polizeischutz. In die Stadt fahre ich gar nicht, dafür habe ich meine Leute. Ich habe das Spiel gemütlich im Büro mit meinem Gärtner Harrison verfolgt. Und danach alleine auf meiner Dachterrasse noch etwas weitergefeiert.

Was bedeutet der Titel für den kenianischen Fussball?

Wird in Kenia Fussball gespielt? Ich dachte, das sind alles nur Langstreckenläufer.

Besten Dank für dieses spannende Gespräch, Herr Lars L, und weiterhin alles Gu … hallo? Sind Sie noch da, Herr Lars? Hallo?

Selbstvertrauenstärkender Barbier

Briger am Montag den 12. März 2018

BREAKING NEWS: Liga beschliesst Neuansetzung von FCB-FCZ – “Basel ohne Schuld

Nikky Okyere: Der Mann, dem (afrikanische) Premier-League-Stars ihre Haare anvertrauen.

Foto via: www.ghanaweb.com

Nikky Okyere stammt aus Ghana und betreibt in South London den Coiffeur-Salon Slick Rick. Spieler wie Wilfried Zaha, Bakary Sako, Jordan Ibe, das ghanaische Nationalteam oder Avram Grant vertrauen ihre Frisuren dem 34-jährigen an. Begonnen hat alles mit dem nigeriaischen Internationalen Yakubu Aiyegbeni. Nach dem dieser in Okyeres Salon auftaucht, standen die Premier League-Stars plötzlich Schlange. Bei einigen, wie Zaha und Sako macht Okyere inzwischen bereits Hausbesuche. Denn für Zaha beispielsweise gehört es inzwischen zur Spielvorbereitung. “Ich brauche einen guten Schnitt”, so Zaha gegenüber der BBC. “Es ist gut für mein Selbstvertrauen und alles, wissen Sie was ich meine? Friseure sind sehr wichtig für mich.” Auch Sako bestätigt, dass Fussballer generell etwas eitel sind: “In fast jedem Spiel komme ich im Fernsehen und im Fernsehen will man doch einfach gut aussehen.”

Die Kurzdokumentation mit Zaha und Sako sehen Sie hier:

Bunte Truppe

Rrr am Sonntag den 12. November 2017

Marokko hat sich erstmals seit 20 Jahren für eine WM qualifiziert.

Diese Mannschaft stand gestern im letzten Gruppenspiel auf dem Feld:

4 Spieler sind in Holland geboren, 4 in Frankreich, 2 in Spanien. Nur einer kam in Marokko zur Welt. Er wuchs allerdings in Belgien auf.

Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam spielte als Junior für sein Geburtsland Holland, doch 2015 entschied sich der Mittelfeldspieler für die Heimat seiner Eltern. Hollands damaliger Co-Trainer Marco van Basten war fassungslos: “Wie dumm muss man sein, Marokko zu wählen, wenn man für Holland spielen dürfte?”

Nun gut.

(Foto: Moroccan News)

Gyan hebt ab

Briger am Montag den 30. Oktober 2017

Asamoah Gyan bereitet sich auf das Leben nach dem Fussball vor.

(Foto: via: http://www.yenisafak.com/spor/asamoah-gyan-resmen-kayserisporda-2748777 Asamoah Gyan ist der Herr ohne Schnauz)

Der Ghanaer, der früher unter anderem für Udinese, Stade Rennes und den sympathischen AFC Sunderland auflief ist mittlerweile 31 Jahre alt. Seine Karriere ist sportlich seit sechs Jahren eher ins Stocken geraten, spielt er doch mittlerweile bei Kayserispor, nach vier Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und zwei Jahren in China sportlich zwar wieder ein Aufstieg, finanziell wird der gute Mann aber wohl Abstriche machen müssen, aber ich schweife ab. Nun gut, im hohen Alter von 31 Jahren, da muss man sich auf das Leben nach dem Profisport vorbereiten und deshalb ist Asamoah Gyan seit neustem Besitzer einer privaten Fluggesellschaft in seinem Heimatland, wie Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo letzte Woche im Rahmen der “African Airshow” bekannt gab. Die Fluggesellschaft wird nach Asamoah Gyans Hip Hop alter Ego Baby Jet benannt.l

Nun, wie die Kollegen von “Who ate all the pies” zu berichten wissen, kennt sich Asamoah Gyan durchaus aus, wenn es darum geht, Dinge in die Luft zu befördern:

Komorer vor der Kamera 

Rrr am Samstag den 7. Oktober 2017

RL exklusiv: So trainierte die Nati der Komoren in Tunis!

Fussballgourmets wissen Bescheid: Die Union der Komoren trat gestern abend zu einem Freundschaftsspiel im Stadion el Menzah in Tunis gegen Mauretanien an (und siegte 1:0).

Aufs Spiel bereitete sich die Nummer 141 der Welt am Strand von Gammarth vor. Und dort traf das Team auf unseren langjährigen Leser Herr dres, der sich in Afrika vom Kommentierer-Stress erholt. “Es war ein unglaublicher Moment, als ich die Spieler sah”, berichtet Herr dres. Geistesgegenwärtig riss er sein Natel mit eingebauter Fotofunktionen aus der Bauchtasche und knipste auf Teufel komm raus. „Ich habe sicher 3000 mal abgedrückt, ich war wie im Rausch. Denn ich wusste sofort, das gibt eine super Leserreportage für das Runde Leder.” Die 4 besten Bilder zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag. 

Herr dres über die Begegnung mit den Fussballern: “Die Freude der Spieler war riesig, von einem richtigen Thun-Fan fotografiert zu werden, und das erst noch in Tunesien.” Leider vergass unser Leser-Reporter in der Aufregung, nach den Namen zu fragen, aber egal, Sie können die Gesichter ja selber richtig zuordnen.

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Was macht eigentlich …

Rrr am Sonntag den 16. Juli 2017

… Emmanuel Mayuka?

Der 26-jährige Sambier spielte von 2010 bis 2012 für die Young Boys. Anfang 2012 schoss er sein Land zum sensationellen Gewinn des Afrika-Cups. Das freute auch den damaligen YB-Trainer Christian Gross.

(Ganzer Beitrag hier, Vorsicht – Auftritt von mehreren YB-Zombies).

Mayuka wurde kurz darauf für gutes Geld nach Southampton verkauft, tat sich aber in der Premier League schwer. Das Tor traf er nie. In Frankreich wurde er auch nicht glücklich, weder bei Sochaux noch in Metz in der zweiten Liga. Anfang 2016 wechselte Mayuka nach Ägypten zum Zamalek SC.

Dort wird er nun nach dem Aus in der afrikanischen Champions League zusammen mit zehn anderen Spielern aussortiert, wie ägyptische Medien berichten. Sie seien es alle nicht wert, das Trikot von Zamalek zu tragen, sagte Klubpräsident Mortada Mansour.

In den sozialen Medien kursierte zudem dieser Tweet. Der Autor bezeichnet Mayuka in einem weiteren Tweet als “schlechtesten ausländischen Stürmer in der Geschichte Äygptens”. Ob das Bild tatsächlich Mayuka zeigt, lässt sich nicht eindeutig belegen.

Allerdings sah der Sambier vor einem Monat, beim letzten Einsatz in der afrikanischen Champions League, tatsächlich etwas suboptimal gewichtet aus. “Er liebt es zu essen”, klagte ein ex-Trainer im TV.

Nevertheless, what he achieved is fantastic.

Folgenschwerer Versprecher

Val der Ama am Dienstag den 21. März 2017

Ups.

Aber der Reihe nach: Eben haben die Free State Stars gegen Ajax Cape Town ein 2:2 geholt und nach dem Spiel ist deren Doppeltorschütze, der Mohammed Anas, zum Mann des Spiels gewählt worden.

Klar gibt es dazu ein Interview und zwar live und im Fernsehen und da tut der ghanaische Stürmer das, was man in so Situationen tut, nämlich sich bedanken. Bei den Fans, der Ehefrau und äh… auch sonst.

Gruppenfoto in Ghana

Rrr am Mittwoch den 1. März 2017

FIFA-Chef Gianni Infantino weilt zurzeit in Afrika.

In Ghana traf er mit dem ghanesischen Präsidenten Nana Addo Dankwa Akufo-Addo zusammen, wie das Foto dokumentiert, das nach dem Besuch auf der Website der ghanesischen Präsidentschaft aufgeschaltet wurde.

Rundes Leder Meisterapfentkalender (21)

Harvest am Mittwoch den 21. Dezember 2016

Endlich Meister mit dem Runden Leder. Der Fussballblog Ihres Vertrauens würdigt jeden Tag bis Weihnachten einen Club, der es verdient hat.


Heute: Stade Malien Bamako, 21-facher malischer Meister, seit 2013 Dauermeister


Mali ist ein afrikanisches Land südlich von Algerien. Mit etwa 15 Millionen Einwohnern ist es zwar bevölkerungsreicher als die Schweiz, aber auch etwa dreissig mal so gross und das BIP pro Kopf eines Jahres in Mali entspricht entspricht etwa dem Schweizer Pro-Kopf-BIP eines Monats. Bekannt ist Mali einigen vielleicht von den Konflikten im Norden des Landes, die ab und zu in Nachrichten erwähnt wurden, sicher aber von Terrorangriffen und Entführungen. Das EDA rät von Reisen nach Mali ab. In den vergangenen Jahren hat die Schweiz etwas mehr als 30 Millionen an Entwicklungshilfe bezahlt, mit den Schwerpunktbereichen Ernährungssicherheit, Bildung und Lokalgouvernanz.

Zurück zu Stade Malien. Der Club aus der Hauptstadt entstand 1960, als Jeanne d’Arc du Soudan und Espérance Bamako fusionierten. Inzwischen ist er fast der erfolgreichste Club Malis und liegt nur noch einen Meistertitel hinter dem Konkurrenten Djoliba AC Bamako.

Verrückte Fussballwoche am Kap der Guten Hoffnung

Briger am Montag den 5. Dezember 2016

Ein Torwart schiesst das Tor der Woche und ein Balljunge sieht rot: Willkommen in Südafrika.

Am letzten Mittwoch lief beim Spiel zwischen dem Baroka FC aus Ga-Mphahlele in der Nähe von Polokwane und den Orlando Pirates bereits die 96. Minute, als das Heimteam beim Stand von 0:1 zu einem Eckball kam. Wie in solchen Situationen oft der Fall, ging auch der Torwart Oscarine Masuluke mit nach vorn. Was dann geschah, das schauen Sie sich am besten selbst an:

Der 23-jährige spielte übrigens bis im Alter von 16 als Stürmer.

Masulukes Fallrückzieher war nicht der einzige Aufreger im südafrikanischen Fussball in der letzten Woche. Bereits am Dienstag, 29. November, schrieb sich Schiedsrichter Victor Gomes in die Geschichtsbücher des südafrikanischen Fussballs, als er beim Spiel zwischen den Kaizer Chiefs und Cape Town City in Johannesburg einem übereifrigen Balljungen die rote Karte zeigte. Der Junge wollte das Spiel in der Naschspielzeit schnell machen, als das Team aus Kapstadt kurz vor Schluss vermeintlich weit am Tor vorbeischoss, dummerweise ging der erste Ball aber nicht ins Aus, so dass plötzlich zwei Bälle im Spiel waren und Kapstadts vielversprechende Chance abgepfiffen wurde. Sollte der Ballbub jemals wieder aufgeboten werden, dann wird er wohl genau hinschauen, ob der Ball auch wirklich ins Aus rollt.

Fussball in Freetown

Briger am Dienstag den 26. Juli 2016

Der Fussballverband im westafrikanischen Sierra Leone (SLFA) ist im Moment nicht in der Lage, eine Meisterschaft zu organisieren. Spieler und Fans wissen sich zu helfen.

Seit 2013 fanden wegen Ebola und Streitigkeiten innerhalb des Verbands gerade einmal eine Meisterschaftssaison und zwei FA-Cupwettbewerbe statt, einer davon in dieser Saison. Interessieren tut sich in Sierra Leone aber momentan kaum jemand. Auch eine von 11 der 14 Proficlubs durchgeführte Meisterschaft, die vor wenigen Monaten endete, zog kaum Zuschauer an.

Spieler und Fans haben sich vom professionellen Fussball abgewandt und interessieren sich augenblicklich mehr für das von der in der Hauptstadt Freetown angesiedelten Central One Football Association (Cofa) organisierte “community tournament”, bei dem viele der Profis der Mannschaften aus Freetwon mitspielen, darunter auch der Nationalmannschaftstorwart Unisa Koroma, der aktuell für Mountain City spielt, gemäss transfermarkt.com aber eigentlich für die East End Lions zwischen den Pfosten steht.

Dieser Mountain FC gewann vor zwei Wochen dann das Turnier gegen Fullah Town mit 1:0 und das Stadion war gefüllt wie nie in den letzten 20 Jahren bei einem Spiel einheimischer Mannschaften. Die BBC berichtet, dass sogar mehr Zuschauer im Staidon waren als bei den meisten der letzten Länderspiele des Landes. 

Die Verantwortlichen von Cofa und SLFA machen einander mittlerweile gegenseitig Vorwürfe. Während die Cofa-Vertreter der SFLA vorwerfen, den Fussball im Land wegen Egoismus und Stolz zum Stillstehen gebracht zu haben, kontert Sorie Ibrahim Sesay von der SLFA, dass wegen der Kämpfe innerhalb des Verbandes und damit verbunden der Durchführung des “community tournaments” der FA-Cup Mühe habe, Publikum an seine Spiele zu locken. Weiter sagte er: “Sierra Leoneans like football and I believe if we stop fighting and unite as a family we’ll organise better domestic competitions and crowds will return to watch our matches.” Nun gut, ein erster Schritt in diese Richtung ist getan, immerhin stellte die SLFA Fifa-Schiedsrichter für den Final zwischen Mountain FC und Fullah Town zur Verfügung.

Nun wollen Sie sicher noch Bilder vom “community tournament” und von einer FA-Cup-Partie sehen. Bitte sehr:

Freetown

Freetown2

FA-Cup