Archiv für die Kategorie ‘Der schwarze Kontinent’

Somalia international

Briger am Montag den 11. Februar 2019

Der Fussball kehrt zurück ans Horn von Afrika.

Banadir Stadion (via wikimedia)

Die somalische Fussballföderation (SFF) hat bekannt gegeben, dass das U20-Nationalteam am 16. Februar ein Freundschaftsspiel gegen die U20 von Eritrea austragen soll. Das Spiel im Benadir Stadion von Mogadischu wäre das erste internationale Fussballspiel in Somalia seit 1988.
Das letzte Spiel war ein Qualifikationsspiel zu den olympischen Spielen 1988 gegen Mauritius. Ende der 1980er-Jahre brach ein Bürgerkrieg aus, der bis heute andauert. Seit 1991 existiert keine wirksam funktionierende Zentralregierung mehr. In der Folge trug Somalia seine Spiele hauptsächlich in Djibouti oder Äthiopien aus. Abdiqani Said Arab, Präsident der SFF, möchte in naher Zukunft auch den CECAFA-Cup austragen, das sind die Ost- und Zentralafrikameisterschaften.
Zunächst sollen nun Teams aus der Region eingeladen werden, wobei sicher auch eine Rolle spielt, dass Arab auch als Vize-Präsident der CECAFA fungiert. Später sollen dann auch andere Teams eingeladen werden. Pläne für internationale Spiele bestehen schon länger. 2015 wurde in Mogadischu ein Kunstrasen verlegt und 2017 nach über 30 Jahren wieder Ligafussball gespielt. Allerdings auch 2017 verkündete Arab bereits, dass der internationale Fussball 2018 nach Somalia zurückkehren werde.

Frohes Fest

Lars: L am Montag den 17. Dezember 2018

BREAKING NEWS: #weiw! YB kürt Hashtag des Jahres – Anspielzeiten für die Runden 19 bis 27 jetzt bekannt

Das historische Bild zum Wochenstart.

Äthiopien, 1962: Nationalspieler feiern den vierten Gewinn des Afrikacups.

Leulseged Bekele gibt den Rhythmus an auf dem Akkordeonkasten. Seine Frau erinnert sich, dass die Freude riesig war: «Viele Leute veranstalteten Feste bei sich zu Hause, um den Sieg unseres Teams zu feiern.» Das Kaiserreich Abessinien hatte die Vereinigte Arabische Republik (Ägypten und Tunesien) 4:2 n.V. besiegt. Angeblich hielt die Festfreude während eines ganzen Monats an.

Das Bild findet sich im soeben erschienen Bildband «Vintage Addis Ababa», Ayaana Verlag. Das Buch ist in einer Zürcher Buchhandlung und auf Amazon erhältlich. Weitere Bilder gibts im Internet.

Out of Africa

Lars: L am Freitag den 29. Juni 2018

Aus aktuellem Anlass meldet sich Krisenkorrespondent Lars: L zu Wort:

«Liebe Freunde des wilden, ungestümen Fussballs,

Zum ersten Mal seit 1982 ist kein afrikanisches Team an einer WM-Endrunde vertreten. Der Fussball hier steckt in einer tiefen Krise. Und was macht die Afrikanische Union? Sie trifft sich zum Thema Korruption. Gibt es denn tatsächlich keine dringlicheren Probleme? 

Doch eigentlich ist dem Ausscheiden der Afrikaner auch Positives abzugewinnen.

Erstens: der durchschnittliche Afrikaner war 1982 (Mugabe ist soeben zum Premierminister gewählt worden) noch gar nicht auf der Welt. Insofern ist es für viele eine ganz neue Erfahrung. Vielleicht ist es sogar gut, wenn nach 36 Jahren für einmal nicht das Füllhorn über Afrika ausgeschüttet wird.

Zweitens: Mit England, Frankreich und vor allem Belgien sind Länder dabei, die dem Schwarzen Kontinent viel gegeben haben. Was also liegt näher, als nun diese tollen Truppen zu unterstützen? Oder wieso nicht gleich präventiv für die Schweiz fanen? Gell, Wale…

Drittens: Wie schon der weise Onkel und Stammesführer Sepp sagte: ‘Afrika ist laut, es ist voll Energie, Rhythmus, Musik, Tanz, Trommeln. Das ist Afrika, wir müssen dies so annehmen.’ Es ist also gut möglich, dass viele Afrikaner vor lauter Lärm noch gar nicht mitbekommen haben, dass sie eliminiert worden sind.

Optimismus ist angesagt, das entspricht total der hiesigen Mentalität. Und morgen ist auch wieder ein Tag.

Kakwesi Bunga Zulu Natal!

Ihr Lars: L»

Fantastische Aussicht

Lars: L am Sonntag den 24. Juni 2018

Das Runde Leder testet Public Viewings. Heute: Mövenpick, Nairobi.

Wo: Mövenpick-Hotel, Nairobi, Kenia. La Mesa Tapas Bar im 14. Stock. Das Hotel wurde unlängst neu eröffnet.

Was: Die Tapas Bar «La Mesa» im 15. Stock des Luxushotels bietet eine fantastische Aussicht über die Hauptstadt. Das Spiel wird auf einer Grossleinwand und einem halben Dutzend Bildschirmen gezeigt. Das Lokal ist geräumig, mit viel Holz ausgestattet und zweistöckig. Es bietet Platz für über hundert Fussballfans. Alle Auslandschweizer wurden via Botschaft eingeladen für die Spiele der Schweiz.

Wann: Wenn die Schweizer spielen, also jeweils um 21 Uhr. Eventuell sonst auch. Gegen Brasilien hatten sich rund ein Dutzend Leute in den Räumen verteilt. Die Aussicht über die nächtliche Hauptstadt ist fantastisch.

Essen und trinken: Das Bier kostet rund 4.50 Franken. Das ist etwa soviel, wie der Wächter am Tor in neun Stunden verdient. Rund ein Dutzend Personen arbeit im Service und wartet sehnlichst auf ein Handzeichen, um ein weiteres Bier zu bringen. Gegessen wird bei diesen Preisen nicht. Rauchen Dürfen Sie auf der Treppe draussen. Von dort sehen Sie das Spiel durchs Fenster oder eine fantastische Aussicht über die Hauptstadt.

Gesamteindruck: Wenn Sie beim Public Viewing nicht gestört werden wollen, ist dies Ihr Lokal! Sie kriegen ein eigenes Sofa. Der TV-Kommentar ist in Englisch. Die Aussicht über die Hauptstadt fantastisch. 2 von 10 Punkten, dank der Eiswürfel im Pissoir.

Musik, Tanz, Trommeln

Rrr am Montag den 30. April 2018

YB ist Meister! Wir haben Stimmen aus aller Welt.

Ältere Leser erinnern sich an Herrn Lars L. Unser langjähriger Quizmaster und Fachredaktor übernahm vor knapp einem Jahr einen unserer attraktivsten Jobs: Er wurde unserer Afrika-Korrespondent.

In Kenia fieberte er mit, als sich die Young Boys einmal mehr den Titel schnappten. Aber was bedeutet das für Afrika im Allgemeinen, Kenia im Besonderen? Wir erreichten Herrn Lars L heute nachmittag am Telefon. Entschuldigen Sie das Knistern in der Leitung, die Verbindung war etwas wackelig.

Herr Lars, YB ist vorgestern Meister geworden. Wie ist die Stimmung in Nairobi?

Hallo Herr Rrr, in Nairobi ist nur allzu oft Bombenstimmung. Und natürlich nimmt man es hier sehr genau wahr, wenn ein Team mit der zweiten Hälfte des Stadtnamens auf dem Shirt auftritt. Die Stimmung in der Stadt war gestern abend also toll, wie ich aus sicheren Quellen erfahren habe. Afrika ist laut, es ist voll Energie, Rhythmus, Musik, Tanz, Trommeln. Ich wollte mir aber mein eigenes Bild machen und bin auf die grösste Müllhalde der Stadt …

Um weggeworfene FCB-Fanartikel zu finden?

Wie? Nein, einfach, weil man das als Reporter hier mal gemacht haben muss. Sieht doch souverän aus, nicht?

Besonders der offene Hemdknopf. Aber zurück zum Thema… gab es denn ein Public Viewing in der Stadt, oder wie haben Sie das Spiel verfolgt?

Sind Sie wahnsinnig? Auch auf die Müllhalde bin ich nur mit Polizeischutz. In die Stadt fahre ich gar nicht, dafür habe ich meine Leute. Ich habe das Spiel gemütlich im Büro mit meinem Gärtner Harrison verfolgt. Und danach alleine auf meiner Dachterrasse noch etwas weitergefeiert.

Was bedeutet der Titel für den kenianischen Fussball?

Wird in Kenia Fussball gespielt? Ich dachte, das sind alles nur Langstreckenläufer.

Besten Dank für dieses spannende Gespräch, Herr Lars L, und weiterhin alles Gu … hallo? Sind Sie noch da, Herr Lars? Hallo?

Selbstvertrauenstärkender Barbier

Briger am Montag den 12. März 2018

BREAKING NEWS: Liga beschliesst Neuansetzung von FCB-FCZ – “Basel ohne Schuld

Nikky Okyere: Der Mann, dem (afrikanische) Premier-League-Stars ihre Haare anvertrauen.

Foto via: www.ghanaweb.com

Nikky Okyere stammt aus Ghana und betreibt in South London den Coiffeur-Salon Slick Rick. Spieler wie Wilfried Zaha, Bakary Sako, Jordan Ibe, das ghanaische Nationalteam oder Avram Grant vertrauen ihre Frisuren dem 34-jährigen an. Begonnen hat alles mit dem nigeriaischen Internationalen Yakubu Aiyegbeni. Nach dem dieser in Okyeres Salon auftaucht, standen die Premier League-Stars plötzlich Schlange. Bei einigen, wie Zaha und Sako macht Okyere inzwischen bereits Hausbesuche. Denn für Zaha beispielsweise gehört es inzwischen zur Spielvorbereitung. “Ich brauche einen guten Schnitt”, so Zaha gegenüber der BBC. “Es ist gut für mein Selbstvertrauen und alles, wissen Sie was ich meine? Friseure sind sehr wichtig für mich.” Auch Sako bestätigt, dass Fussballer generell etwas eitel sind: “In fast jedem Spiel komme ich im Fernsehen und im Fernsehen will man doch einfach gut aussehen.”

Die Kurzdokumentation mit Zaha und Sako sehen Sie hier:

Bunte Truppe

Rrr am Sonntag den 12. November 2017

Marokko hat sich erstmals seit 20 Jahren für eine WM qualifiziert.

Diese Mannschaft stand gestern im letzten Gruppenspiel auf dem Feld:

4 Spieler sind in Holland geboren, 4 in Frankreich, 2 in Spanien. Nur einer kam in Marokko zur Welt. Er wuchs allerdings in Belgien auf.

Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam spielte als Junior für sein Geburtsland Holland, doch 2015 entschied sich der Mittelfeldspieler für die Heimat seiner Eltern. Hollands damaliger Co-Trainer Marco van Basten war fassungslos: “Wie dumm muss man sein, Marokko zu wählen, wenn man für Holland spielen dürfte?”

Nun gut.

(Foto: Moroccan News)

Gyan hebt ab

Briger am Montag den 30. Oktober 2017

Asamoah Gyan bereitet sich auf das Leben nach dem Fussball vor.

(Foto: via: http://www.yenisafak.com/spor/asamoah-gyan-resmen-kayserisporda-2748777 Asamoah Gyan ist der Herr ohne Schnauz)

Der Ghanaer, der früher unter anderem für Udinese, Stade Rennes und den sympathischen AFC Sunderland auflief ist mittlerweile 31 Jahre alt. Seine Karriere ist sportlich seit sechs Jahren eher ins Stocken geraten, spielt er doch mittlerweile bei Kayserispor, nach vier Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und zwei Jahren in China sportlich zwar wieder ein Aufstieg, finanziell wird der gute Mann aber wohl Abstriche machen müssen, aber ich schweife ab. Nun gut, im hohen Alter von 31 Jahren, da muss man sich auf das Leben nach dem Profisport vorbereiten und deshalb ist Asamoah Gyan seit neustem Besitzer einer privaten Fluggesellschaft in seinem Heimatland, wie Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo letzte Woche im Rahmen der “African Airshow” bekannt gab. Die Fluggesellschaft wird nach Asamoah Gyans Hip Hop alter Ego Baby Jet benannt.l

Nun, wie die Kollegen von “Who ate all the pies” zu berichten wissen, kennt sich Asamoah Gyan durchaus aus, wenn es darum geht, Dinge in die Luft zu befördern:

Komorer vor der Kamera 

Rrr am Samstag den 7. Oktober 2017

RL exklusiv: So trainierte die Nati der Komoren in Tunis!

Fussballgourmets wissen Bescheid: Die Union der Komoren trat gestern abend zu einem Freundschaftsspiel im Stadion el Menzah in Tunis gegen Mauretanien an (und siegte 1:0).

Aufs Spiel bereitete sich die Nummer 141 der Welt am Strand von Gammarth vor. Und dort traf das Team auf unseren langjährigen Leser Herr dres, der sich in Afrika vom Kommentierer-Stress erholt. “Es war ein unglaublicher Moment, als ich die Spieler sah”, berichtet Herr dres. Geistesgegenwärtig riss er sein Natel mit eingebauter Fotofunktionen aus der Bauchtasche und knipste auf Teufel komm raus. „Ich habe sicher 3000 mal abgedrückt, ich war wie im Rausch. Denn ich wusste sofort, das gibt eine super Leserreportage für das Runde Leder.” Die 4 besten Bilder zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag. 

Herr dres über die Begegnung mit den Fussballern: “Die Freude der Spieler war riesig, von einem richtigen Thun-Fan fotografiert zu werden, und das erst noch in Tunesien.” Leider vergass unser Leser-Reporter in der Aufregung, nach den Namen zu fragen, aber egal, Sie können die Gesichter ja selber richtig zuordnen.

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Was macht eigentlich …

Rrr am Sonntag den 16. Juli 2017

… Emmanuel Mayuka?

Der 26-jährige Sambier spielte von 2010 bis 2012 für die Young Boys. Anfang 2012 schoss er sein Land zum sensationellen Gewinn des Afrika-Cups. Das freute auch den damaligen YB-Trainer Christian Gross.

(Ganzer Beitrag hier, Vorsicht – Auftritt von mehreren YB-Zombies).

Mayuka wurde kurz darauf für gutes Geld nach Southampton verkauft, tat sich aber in der Premier League schwer. Das Tor traf er nie. In Frankreich wurde er auch nicht glücklich, weder bei Sochaux noch in Metz in der zweiten Liga. Anfang 2016 wechselte Mayuka nach Ägypten zum Zamalek SC.

Dort wird er nun nach dem Aus in der afrikanischen Champions League zusammen mit zehn anderen Spielern aussortiert, wie ägyptische Medien berichten. Sie seien es alle nicht wert, das Trikot von Zamalek zu tragen, sagte Klubpräsident Mortada Mansour.

In den sozialen Medien kursierte zudem dieser Tweet. Der Autor bezeichnet Mayuka in einem weiteren Tweet als “schlechtesten ausländischen Stürmer in der Geschichte Äygptens”. Ob das Bild tatsächlich Mayuka zeigt, lässt sich nicht eindeutig belegen.

Allerdings sah der Sambier vor einem Monat, beim letzten Einsatz in der afrikanischen Champions League, tatsächlich etwas suboptimal gewichtet aus. “Er liebt es zu essen”, klagte ein ex-Trainer im TV.

Nevertheless, what he achieved is fantastic.

Folgenschwerer Versprecher

Val der Ama am Dienstag den 21. März 2017

Ups.

Aber der Reihe nach: Eben haben die Free State Stars gegen Ajax Cape Town ein 2:2 geholt und nach dem Spiel ist deren Doppeltorschütze, der Mohammed Anas, zum Mann des Spiels gewählt worden.

Klar gibt es dazu ein Interview und zwar live und im Fernsehen und da tut der ghanaische Stürmer das, was man in so Situationen tut, nämlich sich bedanken. Bei den Fans, der Ehefrau und äh… auch sonst.

Gruppenfoto in Ghana

Rrr am Mittwoch den 1. März 2017

FIFA-Chef Gianni Infantino weilt zurzeit in Afrika.

In Ghana traf er mit dem ghanesischen Präsidenten Nana Addo Dankwa Akufo-Addo zusammen, wie das Foto dokumentiert, das nach dem Besuch auf der Website der ghanesischen Präsidentschaft aufgeschaltet wurde.