Archiv für die Kategorie ‘Serie A’

Juve in neuem Dress

Dr. Eichenberger am Freitag den 26. November 2004

Wir sind etwas verunsichert, ob wir diesen Beitrag wirklich der Rubrik Serie A zuordnen möchten. In Frage kämen auch die Rubriken «Regelrecht» oder «Beim Klubarzt». Wählen Sie selbst. Item: Heute hat das Gericht in Turin sein Urteil im Dopingfall Juventus Turin gefällt. Der Juve-Mannschaftsarzt Riccardo Agricola wurde zu 22 Monaten Knast veurteilt. Völlig überraschend freigesprochen wurde Juve-Geschäftsführer Antonio Giraudo, obschon es für das Gericht erwiesen war, dass beide Angeklagten den Spielern verbotene Substanzen verschrieben haben. Nur wenige Stunden nach dem Prozess präsentierte Giraudo das neue Juve-Leibchen (unser Bild), das die Alte Dame am kommenden Sonntag im San Siro Stadion gegen Inter Mailand erstmals tragen wird.

Gut gebrüllt, Löwe

Dr. Eichenberger am Montag den 22. November 2004


Fussballpräsident und Baulöwe: Maurizio Zamparini.

In Palermo ticken sie nicht ganz richtig. Gerade eben hat der lokale Serie-A Klub am Samstag zuhause im unbedeutenden italienischen Cup gegen Meister AC Milan 1:2 verloren. Und schon rastet der Palermo-Besitzer und -Präsident Maurizio Zamparini aus und läuft Amok. Er werde im Juni seinen Trainer Francesco Guidolin entlassen, rief er aus. Und schon im Januar werde er alle seine Argeninier – Santana, Farias und Gonzalez – verkaufen. Der Grund für den präsidialen Zorn: Guidolin hat nicht jene Spieler auflaufen lassen, die der Präsident gerne gesehen hätte. «Der Trainer geht ende Saison», sagte er den Medien, «er hat mir die Freude am Fussball genommen. Nächste Saison kaufe ich eine andere Mannschaft zusammen.» Es ist nicht das erste Mal, dass der Präsident seinem Trainer öffentlich die Leviten liest. Schon im Juni beschwerte er sich öffentlich darüber, dass Guidolin in einem Trainingsspiel (!) nicht alle Neueinkäufe eingesetzt hat. Erneuter Zorn ergoss sich über den armen Guidolin nach der Niederlage im Meisterschaftsspiel gegen Lecce. Der selbstherrliche Presidente, aus dem nördlichen Friaul nach Sizilien angereist, baute einst aus dem Nichts eine Supermarktkette auf, die er vor vier Jahren für 500 Millionen Euro verkaufte, wie Facts berichtet. Heute herrscht der Mann über ein Imperium von 50 Gesellschaften, die vor allem Einkaufszentren bauen. In Parlermo hat der Baulöwe nun offenbar das richtige Umfeld für seine Geschäfte gefunden. Und für seinen rüden Ton.


Harte Zeiten in Palermo: Trainer Francesco Guidolin.

Mozart durfte nicht spielen

Dr. Eichenberger am Sonntag den 7. November 2004

Der Reggina-Spieler Mozart durfte gestern Samstag gegen Juventus Turin seine Fussballschuhe nicht schnüren. Machte aber nichts, die Kalabresen gewannen auch ohne den Virtuosen gegen den Tabellenführer 2:1. Mozart war nach dem Spiel bei der AC Milan zur Dopingkontrolle bestellt worden und anschliessend positiv auf die verbotene Subtanz Betametasone, ein cortisonhaltiges Produkt, getestet worden. Der Mittelfeldspieler wurde daraufhin von seinem Club suspendiert. Die italienische Fussballliga muss nun entscheiden, ob sie Mozart längerfristig sperrt. Funktionäre des derzeit Drittletzten der Serie A argumentierten vergeblich, dass ihr Spieler nichts falsch gemacht hätte und dass die verbotene Substanz von einer Hautcreme stamme, die der Brasilianer seiner dreijährigen Tochter nach einem Mückenstich aufgetragen habe. So fadenscheinig! Dabei hat sich Mozart in Tat und Wahrheit beim Komponieren mit einer Tinte infisziert, die er von seinem Vorfahren Wolfang Amadeus geerbt hat, deren Verfalldatum leider abgelaufen war.


Ähnlichr Blick: Santos Mozart (links) und sein fussballerisch weniger begabte Vorfahre Wolfang Amadeus.

Rot für Totti

Dr. Eichenberger am Freitag den 5. November 2004

Das brutale Foul von Francesco Totti verdarb Bayer Leverkusen im Geisterspiel von Rom die Freude über den Verbleib im Europapokal. «So einen Spieler muss man bestrafen», forderte der von Stollenabdrücken gezeichnete Spieler Carsten Ramelow nach dem 1:1 (0:0) im Champions-League-Spiel bei der AS Roma. Das sah auch der Berner Dichter und Fussballkenner Pedro Lenz so. Er holte nach, was der Schiri verpasst hat und zeigte Totti sofort unmissverständlich die Rote Karte. Nun hofft er, dass am Sonntag abend die AC Milan den Römern gehörig den Tarif durchgibt: «Pirlo wird den Rüppel Totti hoffentlich in die Schranken weisen», sagte der beliebte Bund-Kolumnist dem eBund.


Besser als der Schiri: Pedro Lenz (rechts)

Tottis Tätlichkeit

Rrr am Donnerstag den 4. November 2004

Glück für den italienischen Nationalheiligen Francesco Totti: Für diese Aktion gegen Leverkusens Carsten Ramelow kam er mit der gelben Karte davon.

Wir halten es mit dem ORF-Reporter:

“Wenn das keine Absicht war, ist Totti kein Italiener.”

Ali Ansarian geht nicht zu Milan

Frans am Donnerstag den 28. Oktober 2004

Ali Ansarian wechselt nicht von Perspolis zur AC Milan. Der Spieler, welcher gemäss Medienberichten mit seinem Pferdeschwanz im Derby gegen Esteghla (Endstand übrigens: 0:0) die weltweit beachtete Kontroverse um die korrekte Haartracht auf iranischen Fussballfeldern entfacht hatte, kommentierte die Haltung von Milan-Präsident Berlusconi nach der Lektüre einschlägiger Medienberichte auf seiner Website wie folgt:

Ein Klick auf die Zunge bringt den Pferdeschwanz zum Flattern

Knast für Juve-Chef?

Dr. Eichenberger am Dienstag den 26. Oktober 2004

Bereits fünf Punkte Vorsprung auf Lecce und Milan: sportlich läuft es für Juventus Turin glänzend. Bereits drückt ganz Italien der AS Roma für das Spiel gegen die Alte Dame am Donnerstag die Daumen. Der Juve droht indes Ungemach vor Gericht. Der Teamarzt Riccardo Agricola soll zwischen 1994 und 1998 mit Zustimmung von Juve-Geschäftsführer Antonio Giraudo Spieler systematisch mit dem Blutdopingmittel EPO gedopt haben. Zu den angeschuldigten Spielern gehört auch Juve-Star Alessandro del Piero. Der sah in letzter Zeit tatsächlich irgendwie ungesund aus. Nun will der Staatsanwalt durchgreifen und Agricola und Giraudo wegen systematischem Dopings von Spielern ins Gefängnis stecken. Halb so schlimm: Dort werden sich die beiden in den schwarz-weiss gestreiften Knastleibchen wie zuhause fühlen.


Muss Juventus-Geschäftsführer Antonio Giraudo drei Jahren in den Knast?

Samba do Brasil

Rrr am Samstag den 16. Oktober 2004

Die Länderspiel-Woche ist vorbei – endlich gibts wieder Serie A! In erregter Vorfreude auf die italienischen Schlagerspiele dieses Wochenendes präsentieren wir hier eine Tanzeinlage des Brasilianers Cafu, der es gerade dem Tschechen Nedved besorgt.

–> Jetzt hier klicken! Mpg, schlappe 0,8 mb schwer! <–

Serie zur Serie A (20 | Schluss). Die üblichen Verdächtigen: Milan

Dr. Eichenberger am Samstag den 2. Oktober 2004

Die AC Milan ist der grosse Rivale von Juventus und kämpft weltweit mit den Turinern um die Trophäe des beliebtesten Klubs Italiens. Nicht ganz so beliebt wie die Rosso-Neri ist deren Besitzer: Silvio Berlusconi, noch-Regierungschef Italiens, genannt Il Cavalliere, reichster Mann Italiens, machte sich 1980 daran, sein Firmen-Imperium aufzubauen. Behilflich war ihm damals sein Freund, der korrupte sozialistische Regierungschef Bettino Craxi, der für ihn in der Regierung die Gesetzte vorbereitete. Berlusconi gründete u.a. mit Canale 5, Italia 1 und Rete 4 die ersten kommerziellen TV-Sender. Heute beherrscht er mit seinem Fininvest-Konzert nicht nur die Mediaset-Sender, sondern als Regierungschef auch die drei RAI-Sender, was sich in deren Programmen unangenehm bemerkbar macht. Dann kaufte er Mondadori und wurde Italiens bedeutendster Verleger. Überhaupt pflastern Erfolge Berlusconis Weg: Als er 1986 die AC Milan kaufte, knüpfte der Klub bald an die grosse Tradition der 50er und 60er Jahre an und gehörte wieder zu den ganz Grossen im europäischen Fussball. Unter Berlusconi hat das Team 7 Meistertitel, 4 Champions-League Finals und 2 Intercontinental Titel gewonnen. Berlusconi scherzt gerne, dass er seit 18 Jahren selber die Aufstellung bestimme und seine Spieler kaufe. So soll er in der Pause auch schon seinen Trainer angerufen und einen Spielerwechsel gefordert haben. Milan gehöre eben ihm und nicht seinem Trainer, frotzelt der Strahlemann. Auf der ganzen Linie ein höchst unsympathischeer Mensch also, der Cavalliere Berlusconi. Aber einer, der, im Gegensatz zu anderen Präsidenten – auch sie keine Figuren mit grossem Identifikationspotential – etwas vom Fussball versteht. So hatte er ein goldenes Händchen, als er den unbekannten Trainer Arrigo Sacchi anheuerte. Unter ihm spielte Milan bald auf einem anderen Stern mit Spielern wie Franco Baresi, Paolo Maldini, Mauro Tassotti, Roberto Donadoni, Carlo Angelotti, Billy Costacurta, Frank Rijkaard, Ruud Gullit, Marco van Basten, Jean-Pierre Papin, Dejan Savicevic, George Weah, Roberto Baggio, Zvonimir Boban, Leonardo, Oliver Bierhoff. Schon früher trugen kultige Spieler das rot-schwarze Dress: Torhüter Lorenzo Buffon (der Vater von Juve-Goali Gigi Buffon), Cesare Maldini (der Vater von Paolo Maldini), Nils Niedholm, Josè Altafini in den 50er Jahren, Torhüter Fabio Cudicini (der Vater von Chelsea-Goali Carlo Cudicini), Gianni Rivera (!!), Karl Heinz Schnellinger, Giovanni Trappatoni in den 60er Jahren. Heute ist ein Spieler, der seit 1985 dabei ist, zur Symbolfigur der Rossoneri geworden: der 36jährige Paolo Maldini. Die mögliche Formation von Trainer Carlo Angelotti: Dida; Maldini, Nesta, Stam, Cafu; Pirlo, Gattuso, Seedorf; Kaka; Shevchenko, Inzaghi.. Prognose: Milan verliert zuviele Punkte gegen die Kleinen und wird höchstens Zweiter.


Stratege im defensiven Mittelfeld mit öffnenden Pässen nach vorne: Andrea Pirlo.

Serie zur Serie A (19). Die üblichen Verdächtigen: Juventus

Dr. Eichenberger am Freitag den 1. Oktober 2004

Juventus, die Alte Dame aus Turin ist in Italien das Mass aller Dinge: 27 mal italienischer Meister, 2 mal Campions League Sieger, 3 mal Uefa Cup Sieger. Beim Fiat-Klub spielte die Crème de la Crème: Omar Sivori, Roberto Bettega, Zbigniew Boniek, Fabrizio Ravanelli, Gianluca Vialli, Michael Laudrup, Sunday Oliseh, Didier Deschamps, Edgar Davids, Michael Platini, Paolo Rossi, Roberto Baggio, Jürgen Kohler, Thomas Hässler, Andi Möller, Zinedine Zidane, Thierry Henry, Pipo Inzaghi (Liste unvollständig!). Heute prägen Spieler wie Emerson (neu von Roma), Ibrahimovic (von Ajax), Trezeguet, Nedved, Del Piero und Buffon den erfolgshungrigen Klub mit den schwarz-weiss gestreiften Leibchen. Angetrieben werden sie vom neuen Trainer Fabio Capello (Meister mit Milan, Meister mit Real Madrid, Meister mit Roma). Der Mann, der im Hinergrund die Fäden zieht und die Transfers organisiert, heisst Luciano Moggi und trifft ab und zu merkwürdige Entscheide: Oder würden Sie einen Zidane verkaufen? Einen Pipo Inzaghi? Einen Thierry Henry? Moggi tut es, zieht mitunter den Zorn der Fans auf sich, lässt sich aber durch nichts beirren. Auch wenn finanzielle Überlegungen beim Verkauf dieser Spieler mitspielten, auf Rosen gebettet ist Juve nicht. Letztes Jahr erwirtschafteten die Turiner einen Verlust von 17,2 Millionen Euro. Und dies trotz einem Geldsegen, der vor allem dank den TV-Rechten in die Kasse niederprasselt: 65 Millionen erhält die Juve in dieser Saison vom Pay-TV Sender Sky, weitere 32 Millionen von Berlusconis Mediaset – so viel wie kein anderer Klub im Lande. Die mögliche Formation: Buffon; Zambrotta, Cannavaro, Thuram, Zebina; Nedved, Emerson, Blasi, Camoranesi; Del Piero, Ibrahimovic. Prognose: An der Alten Dame führt dieses Jahr kein Weg vorbei.


Meistermacher: Der neue Juve-Trainer Fabio Capello

Serie zur Serie A (18). Die üblichen Verdächtigen: Roma

Dr. Eichenberger am Dienstag den 28. September 2004

Die AS Roma – ein Kultverein Italiens, der im Gegensatz zu seiner Beliebtheit wenig gewonnen hat: lediglich 3 Meistertitel – der letzte imJahre 2001 unter Fabio Capello, der in den 60er Jahren selber bei der Roma spielte. Gegründet wurde die AS Roma 1927 nach eigenem Verständnis, um der Dominanz der Nordklubs ein Gegengewicht entgegen zu halten. Berühmtester Spieler der AS Roma war in den 80er Jahren der Brasilianer Falcao. Er bildete mit Ancelotti (siehe Folge 20) und Prohaska ein starkes Mittelfeld, und vorne stürmte der unvergessene Bruno Conti. Heute prägt ein echter Römer die Mannschaft: Francesco Totti. Der Trainer Fabio Capello hat sich im Sommer nach Turin zur alten Dame Juventus verabschiedet, nachdem er ständig vom greisen Präsidenten bevormundet worden ist. Der 78jährige Franco Sensi präsidiert die Roma im Stile eins Patriarchen. Für Aufsehen sorgte er zu Weihnachten 1999, als er allen Schiedsrichtern der Serie A eine goldene Rolex schenkte. Mit Nizza, Foggia und Palermo kaufte er drei weitere Fussballklubs. Sensi, der den Klub 1993 übernahm und ihn vor dem Bankrott rettete, war nicht nur sportlich wenig erfolgreich. Heute ist sein Klub wieder mit 650 Millionen verschuldet. Zur Rettung des Vereins verkaufte der Erdölmagnat viele Firmenbeteiligungen, eine Tageszeitung und ein Luxushotel. Geld erhält der Klub zudem von der römischen Bank Capitalia, die bei Sensis Erdölgesellschaft Italpetroli einsteigt, indem sie seine Kredite in Klubaktien umwandelt. Es ist eines der italienischen Geheimnisse, warum der Verein überhaupt zur neuen Saison zugelassen worden ist. Neben Capello verzeichnete die Roma im Sommer weitere schmerzhafte Abgänge: Samuel (zu Real Madrid), Zebina (Juventus), Carew (Valencia) und vor allem der Mittelfeldspieler Emerson (zu Juve) haben den Klub verlassen. In die Lücke springen sollen Mexes (von Auxerre) und der Nati-Spieler Simone Perrotta (von Chievo). Das Zeug zum neuen Shootingstar hat der 21jährige Mittelfeldspieler Daniele De Rossi, der am 4. September bei seinem ersten Spiel für die Nati gegen Norwegen gleich ein Tor schoss und von der Gazzetta dello Sport die Traumnote 8 erhielt. Nur: wer soll diesen Haufen exzentrischer Diven trainieren? Rudi Völler hielt es im Römer Irrenhaus nur wenige Tage aus. Die mögliche Formation: Pelizzoli; Chivu, Mexes, Ferrari, Panucci; Candela, De Rossi, Perrotta, Mancini; Totti, Cassano. Prognose: Die Nordklubs dürften dem Verein aus der ewigen Stadt auch in dieser Saison vor der Sonne stehen.


Greiser Patriarch: Franco Sensi.

Serie zur Serie A (17). Die üblichen Verdächtigen: Inter

Dr. Eichenberger am Sonntag den 26. September 2004

Vier Teams dürften heuer um den Scudetto spielen, darunter Inter Mailand, das in den letzten Jahren regelmässig als Titelkandidat gehandelt wurde, seine Fans aber eins ums andere Mal bitter enttäuschten Seit der Übernahme des Klubs im Jahre 1995 versucht der Inter-Besitzer und Erdölindustriellen Massimo Moratti verzweifelt aber erfolglos, eine schlagkräftige Mannschaft zu basteln. 102 Fussballer hat er seither gekauft, 9 Trainer verschlissen und dabei laut NZZ 750 Millionen Euro in den Sand gesetzt. Unter jenen, die kamen und gingen, waren die Spieler Roberto Carlos, Ince, Djorkaeff, Kanu, Ronaldo, Roberto Baggio, Seedorf und Pirlo (beide jetzt bei Milan), Sükür, Conceiçao, Crespo und die Trainer Hodgson, Simoni, Lippi, Cuper, Zaccheroni – um nur einige zu nennen. Allen Anstrengungen zum trotz steht Massimo Moratti im Schatten seines Vaters Angelo Moratti, der als Inter-Präsident in den 60er Jahren mit dem Trainer Helenio Herrera das Grande Inter prägte.
Auch in diesem Sommer hat Massimo, dem nachgesagt wird, er liebe den Fussball, verstehe aber nichts davon, das Team vollständig umgekrempelt: 16 Spieler wurden abschoben, darunter der Nati-Verteidiger Fabio Cannavaro (zu Juve), 18 neue gekauft und der neue Trainer Roberto Mancini muss schauen, wie er das 32 Mann grosse Kader bei Laune hält. Besitzer Moratti wird in der neuen Saison allein für die Löhne 110 Millionen Euro aufwerfen müssen (im Vergleich dazu: Milan zahlt seinen Angestellten 160, Juventus 150 und Reggina 8 Millionen). Gekommen sind keine Geringeren als Edgar Davids (von Barcellona), Cambiasso (Real Madrid), Favalli (Lazio), Lampros Choutos (Omympiakos Piräus!), Veron (Chelsea), Ze Maria (Perugia) und der «Sympathieträger» Mihajlovic (Lazio, siehe Folge 10). Geblieben sind Bobo Vieri, die lauffaule launige Stürmerdiva, Alvaro Reccoba, das hochbezahlte Hätschelkind des Präsidenten, Dejan Stankovic, Kily Gonzalez und der brasilianische Stürmer Leite Ribeiro Adriano, den man vor allem in Basel kennt. Die mögliche Formation: Toldo – J. Zanetti, Cordoba, Materazzi, Favalli – Stankovic, Davids, Veron, Ze Maria – Adriano, Vieri. Prognose: unter Mancini werden die Blau-Schwarzen ansehnlicheren Fussball spielen.

Der Chef und sein Knecht: Massimo Moratti und Trainer Roberto Mancini.