Archiv für die Kategorie ‘Serie A’

Intelligenter Vogel

Dr. Eichenberger am Donnerstag den 14. Juli 2005

Erster Trainingstag heute in Milanello für die Spieler der AC Milan. Das Runde Leder war dabei.

Im Mittelpunkt der ersten Trainingseinheit der Milan-Spieler war zwar der frühere Inter-Stürmer Christian Vieri. Nicht alle aber sprachen nur von ihm. Auch Johan Vogel bekam seine Streicheleinheiten. «Vogel?», antwortete Trainer Carlo Ancelotti (unser Bild) auf die Frage unseres Reporters vor Ort: «E’ giovane ed è molto intelligente tatticamente, siamo stati fortunati e tempestivi a prenderlo. E’ un grande campione.» Was soviel heisst wie: taktisch kluger Kerl, und klug waren auch wir, dass wir ihn gefangen haben. Mal schauen, wie viel Auslauf der ex-GC und ex-PSV-Jüngling erhält.

Auguri Juve!

Dr. Eichenberger am Freitag den 20. Mai 2005

Juventus Turin ist vorzeitig italienischer Meister. Das Runde Leder gratuliert.

Milan spielte am Freitag im vorgezogenen Spiel gegen Palermo nur 3:3 und verspielte eine 3:1 Führung. Im Vorfeld des Champions League Finals schonte Milan die meisten Stars und liess folgende Spieler auflaufen: Abbiati -  Marzorati (kennen Sie den?), Simic, Costacurta, Pancaro – Brocchi, Rui Costa, Dhorasoo, Serginho – Tomasson, Crespo.

Meister mit Milan, Meister mit Real, Meister mit Roma – und jetzt mit Juve: Fabio Capello.

Crespo unter der Haube

Dr. Eichenberger am Dienstag den 17. Mai 2005

Pfingsten war für Hernan Crespo ein besonderes Wochenende: er hat geheiratet.

Schwerer Schlag für alle weiblichen Fans: Hernan Crespo ist im Hafen der Ehe gestrandet. Am Wochenende sagte er in Limido Comasco vor 250 geladenen Gästen «Ja» zu seiner Alessia Rossi. Ein besonderes Hochzeitsgeschenk will ihm Milan-Vizepräsident Adriano Galliani machen: Milan will den Argentinier definitiv von Chelsea übernehmen und damit auch den Wunsch des Trainers Carlo Angelotti erfüllen. Das Runde Leder gratuliert: «Auguri, Hernan!»

Nur noch Augen für Alessia: Hernan Crespo.

Das Doping des Rino Gattuso

Frau B am Samstag den 26. März 2005

Die beiden AC-Milan-Spieler Gennaro Gattuso und Giuseppe Pancaro haben mit ihrer verweigerten Blutprobe nach dem Match gegen die AS Roma vom letzten Sonntag in Italien für Aufregung gesorgt.

Rino der NaturgedopteAllerdings haben die Fussballer das Recht auf ihrer Seite, denn in Italien ist der Bluttest (noch) freiwillig. Der zwingend vorgeschriebenen Urinuntersuchung haben sich die beiden nicht verweigert.

Auf Gattuso, der in Italien zu den beliebtesten Spielern gehört, fällt kaum ein Dopingverdacht. Er wurde allein in dieser Saison 13-mal negativ getestet.

„Im Sanitätsraum des Römer Olympiastadions standen zehn Leute herum, und fast jeder hatte eine Spritze in der Hand“, beschwerte er sich und erklärte: „Mein Doping besteht aus Schweiss und apulischen Pfefferschoten.“

Moratti dementiert

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 16. März 2005

Der Inter-Mäzen Massimo Moratti will von einer Rückkehr Ronaldos nach Mailand nichts wissen.

Ungewohnt schnell hat Massimo Moratti einen Bericht des «Runden Leders» dementiert, in dem über eine Rückkehr Ronaldos zu Inter spekuliert wurde. Sichtlich genervt erklärte der Inter-Besitzer der versammelten Presse, der Klub plane die Zukunft ohne den Brasilianer. «Dem ‘Runden Leder’ darf man keinen Glauben schenken», rief der Mäzen erzürnt, verweigerte dem Weblog ein Interview und suchte ohne weiteren Kommentar in seinem Maseratti das Weite.

Genervter Patron: Massimo Moratti (hinten der geächtete Weblogautor Dr. E).

Die Spinnen die Römer

Dr. Eichenberger am Montag den 14. März 2005

Die AS Roma muss schon wieder einen Trainer suchen. Nach Rudi Völler hat es auch Luigi Del Neri nicht lange ausgehalten in der ewigen Stadt.

Nach der 3:0 Schlappe vom Wochenende in Cagliari hatte er genug: Luigi Del Neri ist heute von seinem Posten als Cheftrainer bei der AS Roma zurückgetreten. Auch er hat es also nicht geschafft, seine exzentrischen Angestellten in den Griff zu bekommen. Bereits im Sommer gab Del Neri ein kurzes Gastspiel: beim Champions League-Sieger Porto wurde er noch während der Vorbereitungsphase entlassen, weil die dortigen Stars gegen die Trainingsmethoden des Italieners rebelliert hatten.

Ein Nachfolger ist schon gefunden. Der greise Klubpräsident Franco Sensi hat die Roma-Kultfigur Bruno Conti zum neuen Raubtierbändiger geadelt. Conti ist einer jener Spieler, bei dessen Nennung der Zunft der Sportreporter sogleich das Wort «Urgestein» von den Lippen kommt. Conti trug, mit einem kurzen Unterbruch, von 1973 bis 1991 stets das Dress der Römer. Viel Zeit bleibt dem italienischen Weltmeister von 1982 nicht: am Sonntag abend geht es im heimischen Olympia-Stadion nach drei Niederlagen in Folge gegen die AC Milan.

Fan-Randale in Rom

Dr. Eichenberger am Sonntag den 13. März 2005

Lazio Rom bleibt in den Schlagzeilen. Erst wurde Paolo Di Canio wegen seines Faschistengrusses gebüsst. Nun haben Lazio-Fans in Rom vor dem Steueramt randaliert.

Die Fans von Lazio gelten als rechtsextrem und rassistisch. Nun haben sie sich für den finanziell angeschlagenen Klub erneut unvorteilhaft in Szene gesetzt. Rund 3000 Tifosi versammelten sich vor dem Sitz der Steuerbehörde in Rom, die vom Klub die Zahlung von 150 Millionen Euro verlangt. Bei der Kundgebung kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. Ein Lazio-Fan wurde festgenommen, zehn Personen sind verletzt worden.
 «Wenn uns das Finanzamt unserer Steuerschuld nicht erlässt, wird Lazio Pleite gehen», sagte der Lazio-Präsident Claudio Lotito. Er verhandelt gegenwärtig mit dem Steueramt, damit die Summe zumindest ratenweise bezahlt werden kann. Der römische Bauunternehmer hatte Lazio im vergangenen Juli mit einer Finanzspritze von 21 Millionen Euro vor dem Konkurs bewahrt.
Die EU-Kommission drängt Italien unterdessen zu einer Änderung des von Ministerpräsident Silvio Berlusconi persönlich unterstützten «Sonderabschreibegesetzes», das die von der Pleite bedrohten italienischen Fussball-Klubs retten soll. Das Gesetz sei wettbewerbsverzerrend, weil es die italienischen Klubs im internationalen Wettbewerb bevorteile, heisst es in Brüssel.
Das so genannte «Salva Calcio»-Gesetz sieht vor, dass die Vereine die durch die eingebrochenen Ablösesummen entstandenen Wertverluste ihrer Spieler in den Bilanzen über zehn Jahre abschreiben können und nicht sofort ausgleichen müssen. Die EU sieht darin einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil der Italiener im Vergleich zu anderen europäischen Klubs und fordert, dass die Zeitspanne für die Sonderabschreibung auf fünf Jahre reduziert wird. Sollte Italien das Gesetz nicht ändern, droht die Justizkommission der EU mit einer Klage.

Pure Freude

Rrr am Montag den 14. Februar 2005

So freut sich der Italiener, wenn er ein Tor schiesst: Lazio-Star Fabio Liverani war nach seinem Siegestor in der Schlussminute gegen Bergamo nicht mehr zu halten. Erst warf er sein Trikot in die Menge, dann die Hose.

Die blütenweisse Designer-Unterwäsche verzückte Lazios weibliche Fans aufs Äusserste.

Pizza und Fussball

Dr. Eichenberger am Dienstag den 8. Februar 2005

Hier noch ein Resultat aus der italienischen Serie C1 von Montag abend: Napoli – Reggiana 2:0.

Die Tore für Napoli schossen Abate in der 14. Minute und Calaiò in der 52. Minute. Was daran so interessant sein soll? Dies: Das ganz gewöhnliche Meisterschaftsspiel in der ganz und gar mediokren dritthöchsten Spielklasse fand in der Stadt der Pizzas vor nicht weniger als 63’000 ZuschauerInnen statt. Die spinnen, die Napolitaner!

Mit diesem Sieg überholten die Süditaliener die Toskaner und liegen nun auf Rang 3 der Gruppe B der Serie C1. Und so lautet das aktuelle Klassement: 1. Rimini 48 Punkte; 2. Avellino 43; 3. Napoli 36; 4. Lanciano 35; 5. Reggiana 34; 6. Sambenedettese und Teramo 30; 8. Padova 29; 9. Benevento und Fermana 28; 11. Spal 27; 12. Foggia 25; 13. Martina 24; 14. Giulianova 23; 15. Cittadella und Chieti 21; 17. Sora 18; 18. Vis Pesaro 16.


Verrückte Welt: Emanuele Calaiò (links), Torschütze für Napoli.

Hauptsache unbesiegt

Dr. Eichenberger am Montag den 7. Februar 2005

Nur kurz vermeldet sei: auch die Serie A hat am Sonntag gespielt.

In Italien überraschen zwei Teams durch ungewohnte Kontinuität. Juventus zum Beispiel. Meist spielt die Alte Dame aus Turin 1 zu 0. Neu ist, dass die Schwarz-Weissen mit diesem Resultat zweimal hintereinander als Verlierer vom Platz gingen, so am Samstag in Palermo. Parallele zu Spanien: auch Juves Vorsprung auf Milan schmilzt wie der Schnee an der Märzensonne….

Grösste Kontinuität auch bei Inter. Die Mailänder spielten am Sonntag in Parma 2 zu 2. Es war das 15 Untentschieden in 23 Partien. «Immerhin haben wir noch nie verloren», pflegt Inter-Mäzen Massimo Moratti die Leistungen seines Teams schön zu reden. Wohlweislich stellt er nicht die Frage, ob das Glas halbvoll oder halbleer sei.


In Schönheit untergehen: Juve-Spieler Ibrahimovic (links) im Duell mit Palermos Biava.

Il vincitore e ….

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 26. Januar 2005

Die Spielervereinigung Italiens hat die Oscars für die besten Spieler und Trainer der Serie A vergeben. Rot-Schwarz räumte erwartungsgemäss ab.

Zum besten Spieler wählte die Associazione Italiana Calcatori A.I.C. Milans Brasilianer Kakà. Der Römer Francesco Totti wurde als bester Italiener, Alberto Gilardino als bester Jungstar ausgezeichnet. Bei den Torhütern schwang Juves Gianluigi Buffon obenaus. Zum besten Schiedsrichter wählte die Spielervereinigung den Mann mit dem stechenden Blick, Pierluigi Collina. Die restlichen Auszeichnungen gingen zur AC Milan: Carlo Ancelotti wurde zum besten Trainer gewählt, Paolo Maldini gewann die Trophäe in der Sparte Verteidiger – vor seinen Teamkameraden Nesta und Stam. In der A.I.C. sind rund 2500 Profispieler der Serien A, B, C1 e C2 zusammengeschlossen.


Bester Spieler in Italien: Kakà.

Juve – Milan: die Damen zittern mit

Dr. Eichenberger am Samstag den 18. Dezember 2004

Heute kommt es zum Schocker Juventus Turin vs. AC Milan. Die Alte Dame in den schwarz-weissen Sträflingskleider startet mit 4 Punkten vorsprung in das Derby. Die AC Milan mit dem Spieler Europas Shevtchenko, dem künftigen Weltfussballer Kaka, dem genialen Mittelfeldstrategen Pirlo, dem grossartigen Kämpfer Gattuso, dem besten Abwehrspieler Nesta und dem brasilianischen Natitorwart Dida muss also unbedingt gewinnen. Dem Spiel fiebern auch die Damen entgegen:


Mascia Ferri (links) ist grosser Fussballfan und hält den Rosso-Neri die Daumen. Sie machte landesweit in der TV-Sendung «Grande Fratello» auf sich aufmerksam. Alessia Merz (rechts) hingegen wurde berühmt in der nicht minder ansprungsvollen Sendung «Isola dei Famosi». Sie hofft auf einen Sieg der Juve, weil sie nichts besseres weiss: sie stammt aus einer schwarz-weissen Familie.