Archiv für die Kategorie ‘Serie A’

Viva l'Italia (2. Teil)

Dr. Eichenberger am Samstag den 3. Februar 2007

In Italien wird ab sofort kein Fussball mehr gespielt.

Italien ist geschockt: Nach den Ausschreitungen von gestern Freitag beim Spiel Catania-Palermo wird der Fussballbetrieb bis auf weiteres eingestellt. Die Bilanz nach der wüsten Schlacht zwischen den beiden Fangruppen: 1 toter Polizist, 71 Verletzte, 15 Verhaftete. Jetzt wird nach Lösungen gesucht, wie die Sicherheit in den Stadien gewährleistet werden kann.

Das neue Trikot

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 1. Februar 2007

Riesenfreude für unseren Ronaldo-Beauftragten Herr Rrr: Über eine konspirative Quelle hat er gestern abend das neue Milan-Trikot zugespielt erhalten – für nur 85 Euro. Ein Schnäppchen!

Absolute Topadresse

Rrr am Donnerstag den 18. Januar 2007

BREAKING NEWS: Carlos Varela bis 2010 ein Young Boy
Kamil Zayatte (Lens) neu bei YB

Zum bevorstehenden Wechsel zur AC Milan gibt unser Ronaldo-Beauftragter folgendes Statement ab:

“Meine Damen und Herren, wir sind uns einig: Die AC Milan ist eine absolute Topadresse im internationalen Fussball. Der Besitzer des Klubs, Silvio Berlusconi, ist weltberühmt. Die Trainingsbedingungen sind optimal, der Trophäenschrank gerammelt voll, die Stimmung bestens.

Es freut mich ausserordentlich, dass Ronaldo Luiz Nazario da Lima diesem Klub im Lande des Weltmeisters dienen und ihn zu neuen Höhenflügen in Italien und in der Champions League führen darf.

Forza Milan. Forza Silvio. Ich danke Ihnen!”

Saadi bei Sampdoria

Rrr am Samstag den 13. Januar 2007

Al Saadi Gaddafi kehrt in die Serie A zurück.

Der 33-jährige Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi unterschrieb einen Vertrag mit Sampdoria Genua.

Al Saadi gehörte 2003 bereits dem Kader von Perugia an, absolvierte genau ein Spiel und blieb anschliessend in einem Dopingtest hängen. 2005 heuerte er bei Udinese an, wo sich die Zahl seiner Einsätze auf 0 belief.

Anschliessend wandte er sich dem Filmemachen zu und produzierte einige Western. Nun ist er zurück im Fussballgeschäft, wenngleich seine fussballerischen Qualitäten – sagen wir mal: kontrovers beurteilt werden.

Sampdorias Präsident Riccardo Garrone ist jedenfalls Besitzer der Erdölgesellschaft Erg und plant mit der Familie Gaddafi eine enge Kooperation.

Schönster Sieg

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 10. Januar 2007

Eine spezielle Aktion liess sich die AS Roma einfallen. Sie rief ihre Fans zum Blutspenden auf.

5’000 kamen am Sonntag morgen in Rom ins Stadion und spendeten Blut. Der erste, der sich anzapfen liess, war Roma-Trainer Luciano Spalletti (unser Bild). Anschliessend fand auf dem Rasen ein öffentliches Trainingsspiel der ersten gegen die zweiten Mannschaft statt (die Grossen gewannen 5:0). Die Tifosi, um ihr Blut erleichtert, dankten dem Klub für die Initiative mit dem Spruchband: «Leben Retten ist der schönste Sieg».

Oh du fröhliche…

Dr. Eichenberger am Donnerstag den 21. Dezember 2006

Harte Zeiten für Fussball-Blogger: in Italien streiken die Sportjournalisten.

Bis am 23. Dezember legen die Journis im südlichen Nachbarland die Arbeit nieder. Gearbeitet wird aber trotzdem erst am 26. Dezember, denn vorher findet in Italien Weihnachten statt. Auguri!

Weihnachten in Mailand

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 6. Dezember 2006

Tolle Überraschung für die Vereinsmitglieder der AC Milan: sie bezahlen für den heutigen Knüller gegen Lille lediglich 1 €. Das gab’s in Italien schon einmal.

Milan – Lille: davon spricht ganz Mailand seit Tagen. Trotz des zu erwartenden Publikumsandrangs hat die Chefetage von Milan für alle Vereinsmitglieder ein Geschenk parat. Sie dürfen am Samichloustag das tolle Champions League Spiel für 1 Euro besuchen.
1-€-Spiele haben in Italien schon fast Tradition. Bereits im letzten Herbst senkte Juventus Turin, damals noch in der Serie A kickend, die Preise für seine Heimspiele auf 1 €. Allerdings nur für die Frauen.

Auch Sie können dabei sein: Milan-Lille gibt’s heute auf RAI UNO und auf TF1.

E Gute mitenand

Dr. Eichenberger am Dienstag den 21. November 2006

Die Weisheit des Tages finden wir heute in der Berner Zeitung und im Bund.

Fabian Ruch macht sich im Sportteil der beiden Zeitungen aus dem Espace Mittelland Sorgen um die Zukunft des Italienischen Fussballs. Dem geht es nämlich schlecht, seit Juventus Turin in die Serie B zwangsrelegiert wurde. Sein Fazit: «Eine Saison ohne Juve ist wie eine Pizza ohne Tomaten.»
Panik wäre aber fehl am Platz. Wir empfehlen allen Fussballfans in dieser Übergangssaison die immer wieder gern verzehrte Pizza bianca. Sie ist vor allem in Neapel sehr beliebt, und gerade in der Stadt der Camorra ist man alles andere als unglücklich, dass die Alte Dame heuer in der gleichen Liga spielt. Zum Spitzenkampf gegen Juve pilgerten kürzlich über 70’000 ins Stadio San Paolo.
Weitere Alternativen zur tomatenfreien Pizza wären die Pizza con Mozzarella e Rucola oder die Pizza alla catanese. Um nur einige wenige zu nennen.
Verhungern müssen die Italiener auch ohne Juve also nicht.

Ohne Tomaten und ohne Juve: Pizza bianca.

Nur für eingefleischte Fans

Dr. Eichenberger am Donnerstag den 9. November 2006

Die AC Milan ist am Mittwoch im italienischen Cup knapp einer Blamage entgangen. Zum Glück hat’s niemand gesehen.

0:2 lagen die Rosso-Neri bei Halbzeit nach einer desolaten Vorstellung gegen den Serie B Verein Breschia zurück, ehe sie in der zweiten Halbzeit das Blatt wenden und 4:2 gewinnen konnten. 3’600 Beine resp. 1’800 Nasen verfolgten im San Siro diesen Cup-Fight. Das ist normal in Italien. Anders als in anderen Ligen haben hierzulande Cup-Spiele für die Vereine höchstens den Status einer lästigen Pflichtübung. Nicht nur werden die Gewinner in Hin- und Rückspielen ausgemarcht, was für unterklassige Mannschaften ein Weiterkommen fast unmöglich macht. Auch pflegen die Vereine den Cup dazu zu benutzen, der zweiten Garnitur Auslauf zu gewähren. Wer sich solche Trainingsspielchen anschaut, muss wahrlich ein eingefleischter Fan sein. Und von denen gibt es in Italien nach der skandalösen letzten Saison immer weniger. Wie das jüngste Beispiel aus Mailand zeigt. (Unser Bild: Pippo Inzaghi trifft zum 3:2)

Presidente Masssimo

Dr. Eichenberger am Dienstag den 7. November 2006

Massimo Moratti wird neuer Präsident von Inter Mailand. Das hatten wir schon mal.

Massimo Moratti war bereits zwischen 1995 und 2004 Präsident von Inter Mailand. 2004 hat der steinreiche Erdölmagnat das Amt offiziell dem früheren Inter-Star Gioacinto Facchetti überlassen, entnervt darüber, dass sein Verein trotz den massiven Geldspritzen wieder keinen Blumentopf gewonnen hat. Facchetti ist im September gestorben, Inter ziert aktuell die Tabellenspitze. Gute Zeiten für den Eigentümer, das Zepter wieder zu übernehmen.
Trotz aktuellem sportlichem Hoch ist die Lage bei Inter ernst. Der Verein fährt Verluste in Höhe von 108 Millionen Euro ein. Allein die Personalkosten schlagen pro Jahr mit 120,8 Millionen Euro zu Buche. Um den drohenden Konkurs abzuwenden, will Moratti dem Klub eine Finanzspritze in Höhe von 55 Millionen Euro zuführen. Sollte dies nicht genügen, wäre eine Kapitalaufstockung notwendig. Auch in diesem Fall würde der Presidente wohl in seine Kaffeekasse greifen müssen. Moratti kontrolliert 77,5 Prozent am Inter-Kapital. Zweitstärkster Aktionär ist mit einer 17,5-prozentigen Beteiligung der Mailänder Reifenproduzent Pirelli.

Reise nach Mailand

Rrr am Samstag den 28. Oktober 2006

Aktuelle Leserpost erreicht uns aus dem San Siro.

Unsere Basler Freunde Baresi (ganz rechts) und Gygax (Mitte) besuchten zusammen mit einem lokalen H&M-Modell das Mailänder Derby. Sie sahen einen spektakulären 4:3-Sieg für Inter, eine gelbrote Karte gegen Materazzi wegen übertriebenen Torjubels und einen Inter-Arzt, der jeweils mit Anzug und Fussballschuhen über den Platz läuft.

Milan-Fan Baresi reichte sofort nach dem Spiel Rekurs gegen das Resultat ein.

Er hat nur gearbeitet!

Dr. Eichenberger am Dienstag den 12. September 2006

Wir haben es schon immer gewusst: Luciano Moggi ist unschuldig. Jetzt wissen wir, dass wir recht hatten.

Luciano Moggi, der Ex-Sportdirektor von Juventus Turin, der wegen angeblicher Verwicklung in die Manipulationsaffäre zu fünf Jahren Berufssperre verurteilt wurde, sprach am Sonntag vor laufenden Fernsehkamers der RAI Klartext und beteuerte seine Unschuld. «Ich habe nichts böses getan!», sagte Moggi. «Ich bin das Opfer eines Komplotts, mit dem andere Vereine meinen Klub von der Meisterschaft verbannen wollten. Ich habe nur gearbeitet, um Juventus vor dem Komplott anderer Klubs zu verteidigen. In Italien gibt es keine ‘Fussballmafia’ und auch kein ‘System Moggi’», erklärte Moggi.
Das Runde Leder dankt Luciano Moggi für seinen Auftritt. Auf diese Worte haben wir gewartet!