Autorenarchiv

Ausdrücklicher Austritt

Herr Maldini am Dienstag den 13. August 2019

Peter Lohmeyer ist sauer. Und zwar richtig. 

Ältere Leserinnen und Leser erinnern sich: Clemens Tönnies, Aufsichtsratschef im Fussballclub Gelsenkirchen-Schalke 04 e. V., steht seit Anfang August und seinem Referat am “Tag des Handwerks” im Abseits. Der Fleischproduzent hatte in Paderborn zum Thema “Unternehmertum mit Verantwortung” referiert und dabei rassistische Aussagen gemacht. Danach hatte sich Tönnies entschuldigt, sein Amt als Aufsichtratschef lässt er zur Strafe für ganze drei Monate ruhen.

Für Peter Lohmeyer (rechts im Bild) reicht das nicht. Der Schauspieler – er spielte in der vorletzten Bestatter-Staffel den Sektenführer Mankovsky, Sie kennen ihn eventuell auch aus dem sensationellen Film “Das Wunder von Bern” – tritt aus seinem Lieblingsverein aus. “Schalke 04 war immer ein Vorreiter im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus, und darauf war ich immer sehr stolz. Jetzt wird das durch den Metzger in Frage gestellt, und das macht mich sauer – und traurig!”, sagte Lohmeyer im Interview mit dem Magazin 11 Freunde.

Unzufrieden sind auch die Schalker Fans. Sie zeigten Tönnies vor dem Anpfiff der Erstrundenpartie im DFB-Pokal beim SV Drochtersen/Assel die Rote Karte”.

Foto: spiegel.de.

Jeder kennt die Frage, niemand die Antwort (60)

Herr Maldini am Dienstag den 6. August 2019

Verwirrung total in Südamerika!

Wenn in der höchsten bolivianischen Liga der Club Always Ready auf den Club Bolívar trifft, ist Spannung garantiert. Das war auch am Wochenende der Fall, obwohl sich in dieser Partie die Zuschauenden etwas gedulden mussten.

Das Spiel war ein Lehrstück für all jene, die gerne in der 85. Minute das Stadion verlassen: Das erste Tor fiel nämlich erst in der 86. Minute und dem Führungstreffer von Bolívar. Das war es aber noch nicht: In der 95. Minute kam es zu einer strittigen Szene (Bewegtbild hier, entschuldigen Sie bitte die schlechte Ausleuchtung der Szene). Nach Konsultation des VAR entschied der Schiedsrichter Raul Orosco auf Penalty (unser Funkbild). Darauf folgten minutenlange Diskussionen, William Ferreira setzte den Elfmeter schliesslich in der 17. Minute der Nachspielzeit an den Pfosten. Das Schlussresultat folglich: 0-1.

Foto: Screenshot.

Zurück blieb vor allem eine Frage: Weshalb hatte sich Orosco auf den VAR berufen? Er ist in der bolivianischen Liga noch gar nicht zugelassen.

Gekonnter Koné

Herr Maldini am Dienstag den 23. Juli 2019

Etwas überraschend ist Malta in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation noch vertreten.

Was viele nicht wissen: Bevor heute Abend der Schweizer Ligakrösus FC Basel in den Europacup eingreift, haben andere Vereine ihre kontinentale Kampagne längst begonnen. Und teilweise bereits wieder beendet. Zum Beispiel Hajduk Split.

Feiernde Malteser. Bild: Times of Malta.

Das kam so: Split gewann das Hinspiel beim maltesischen Amateurclub Gzira United – dritter der Maltese Premier League in der abgelaufenen Saison – 2-0. Was konnte da noch schiefgehen? Im Rückspiel von letzter Woche gelang den Splittern nach 7 Minuten die Führung, die Sache war gegessen. Dann kam der Brasilianer Jefferson und erzielte mit einem Kopfball den Ausgleich (57′). Dann kam der einen nicht ganz austrainierten Eindruck hinterlassenden Hamed Koné, letzte Saison kurz bei Xamax engagiert (8 Spiele, 0 Tore, 0 Assists). Das 2:1 schoss er akrobatisch per Seitenfallzieher (69′), das 3:1 durch einen sehenswerten Schlenzer (96′). Jetzt war die Sache wirklich gegessen. Die nicht über jeden Zweifel erhabene Fankurve von Hajduk war über das Ausscheidens ihres Herzensclubs mässig begeistert, es kam zu Ausschreitungen.

Aber schauen Sie am besten selbst: Hier die Highlights kurz und kompakt, falls Sie lesen können hier die schöne Tagesspiegel-Reportage.

Schaurigschönes Schaulaufen

Herr Maldini am Mittwoch den 10. Juli 2019

YB gestaltet seinen Auftakt am Uhrencup erfolgreich: 5-1 gegen Eintracht Frankfurt.

Es ist der Fussballschweizermeister,
der gegen die Frankfurter Eintracht früh und ohne Müh
in Minute sechs die Fans erstmals begeistert,
und zwar ist es Hoaraus Gui.

Er trifft nach Prellball einer Art
vor den Augen von Göttergelson,
Die Neuen Zesiger, Sierro und Bürgy spielen in der Start-
aufstellung am Fusse der Jurafelsen.

Biel ist schön und auch das Wetter,
mit warmem Applaus begrüsst wurde Adi Hütter.
Er sieht wie noch vor der Pause Moumi
einen Abpraller versenkt wie einst Rooney.

Das Offsidetor von Nsame wird dann aberkannt,
das Publikum reagiert wutentbrannt.
Ok das ist eine Lüge eine glatte,
aber Bürgy traf vorher wirklich noch die Latte.

In Halbzeit zwei kommen viele Neue,
und Schämpu trifft zum Drei zu niente.
YB kennt mit seinem Gegner keine Reue,
auf deren Dress ist übrigens neu ein Ente Dodo.

Danach netzt Gaudino ein aus elf Metern,
es ist das Viernull, aber es geht noch steter.
Petignat macht die Hand voll,
der Frankfurter aber darf auch noch – ist das toll.

Dieser Beitrag enstand unter gütiger Mithilfe von Waltter von der Vogelheide.

Donjuanesker Dodo

Herr Maldini am Dienstag den 9. Juli 2019

Die Redaktion des Runden Leders hatte die exklusive Gelegenheit, das neue YB-Maskottchen zu treffen.

Knapp sieben Jahre nach dem ölverschmierten Pelikan haben die Young Boys wieder ein Federvieh als Maskottchen. “Es kommt in einem viel attraktiveren Kleid daher als damals Ölilöli. Dementsprechend riecht es auch besser als der Vogel im Jahr 2012″, gab Herr Rrr, Chef des Runden Leders, zu Protokoll. “Ich vermute, dass er vor allem beim weiblichen Publikum sehr gut ankommen wird”, befürchtete Herr der Ama sogleich und meinte damit nicht seinen strengen Vorgesetzten.

Der Dodo macht nicht nur den Biber vergessen, sondern auch Ölilöli.

Das neue Maskottchen des Fussballschweizermeisters war sehr unkompliziert und erfüllte beim Kennenlerntermin bereitwillig sämtliche Fotowünsche. Herr Shearer war beigeistert: “Ich konnte das süsse Schnabeltier umarmen, ohne dass alles klebrig wurde!” Auch Herr Briger – das jüngste Redaktionsmitglied hat ein besonderes Flair für knuffige Wesen – war plötzlich wieder guter Dinge: “Dass es so herzig ist, erleichtert den völlig unerwarteten Abschied vom Biber ungemein”, sagte er unter Tränen. Einzig Herr Maldini traute der Sache nicht ganz: “Der Dodo gilt ja eigentlich als ausgestorben – es würde mich schon interessieren, wo YB dieses Exemplar ausgegraben hat.”

Lesen Sie an dieser Stelle demnächst, wie es für das neue YB-Maskottchen weitergeht.

Die YB-Familie trauert

Herr Maldini am Dienstag den 2. Juli 2019

Florijana Ismaili ist verstorben.

Die Mittelfeldspielerin aus Walperswil verlor am Wochenende bei einem Badeunfall im Comersee ihr Leben. Ismaili spielte seit 2011 für die YB-Frauen, wurde einmal Meister mit den Bernerinnen und war zuletzt auch Captain und Topskorerin des Teams. Für die Schweizer Nationalmannschaft absolvierte sie 33 Partien, 2015 nahm sie an der Weltmeisterschaft in Kanada teil. Neben dem Rasen setzte sie sich für mehr Anerkennung des Frauenfussballs ein. Florijana Ismaili wurde 24 Jahre alt.

Subjektive Suche

Herr Maldini am Dienstag den 2. Juli 2019

Die Berner Young Boys suchen einen neuen Captain.

Die älteren Leserinnen und Leser unter Ihnen wissen: Steve von Bergen, der langjährige Spielführer und zuletzt auch Goalgetter des BSC YB, trat nach der abgelaufenen Saison und 19 Jahren als Profi zurück. Der Schweizer Meister also ist auf der Suche nach einem neuen Dirigenten auf dem Platz. Die Redaktion des Runden Leders hat zur Inspiration schon mal ein paar Ideen zusammengetragen:

Herr Rrr, Chefredakteur: «Ich persönlich bin für Jean-Pierre Nsame, dann bekommt er endlich mehr Einsatzzeit.»

Herr Shearer, Englandbeauftragter: «Carlos Varela, weil er Klartext redet!»

Herr der Ama, Experte für Fischspezialitäten: «Linus Obexer fände ich eine gute Wahl, er kann Multitasking.»

Herr Briger, Wahlberner: «Die Captainbinde würde zu Gui Hoarau passen, weil viele ein Kind von ihm möchten und er als Musiker recht gut Fussballspielen kann.»

Herr Maldini, langjähriger Captain des FC Runden Leder: «Schwierig. Ich mag Haddock.»

Und Sie, liebe Leserinnen und Leser, wen würden Sie wählen? Hier ein kleiner Ideenpool zur Hilfe.

Unlimitierte Unterstützung

Herr Maldini am Dienstag den 18. Juni 2019

Jiro Takano, Daiki Tsukinari, und Narutoshi Ashida haben Gutes getan.

Hierfür wurden die drei Spieler des japanischen Viertligisten Suzuka Unlimited FC (richtig, Sie kennen Suzuka vom Randsport) sogar von der lokalen Polizei ausgezeichnet. Takano, Tsukinari, und Ashida war es nämlich gelungen, einen Ladendieb erfolgreich in Schach zu halten, bis die Ordnungshüter eintrafen. Zuvor waren sie dem Räuber nachgerannt, allerdings ohne ihn zu tackeln. Der Dieb war gegenüber dem Ladenbesitzer handgreiflich geworden und wollte fliehen, nachdem er geklaut hatte.

Foto: Internet

“Wir sind glücklich und stolz, unser Team auf diese Weise bekannt zu machen. Kommt an unsere Heimspiele!”, liessen sich die drei Spieler zitieren. “Das war nur aufgrund ihrer Fitness und ihrem Gerechtigkeitsempfinden möglich, liess sich der Polizeichef Tatsuhiko Ito zitieren. “Das war, weil sie jeden Tag trainieren. Ich glaube, ich bin jetzt ein Fan”, liess sich der Ladenbesitzer Nakamichi zitieren.

Topfitter Toprak

Herr Maldini am Dienstag den 11. Juni 2019

Am Sonntag blickte Ömer Toprak zurück.

RL-Redaktoren leben stets am Limit, hier Herr Maldini.

Und zwar auf seinen Unfall in einer Linkskurve auf einer Kartbahn im Freiburger Stadtteil Umkirch, der ihn vor genau 10 Jahren ereilt hatte. Toprak kollidierte mit einem anderen Kart, ein Tank explodierte, der türkische Internationale zog sich Verletzungen an Rücken und Beinen zu. Er habe sich über 40% seiner Haut verbrannt, 7 Notoperationen über sich ergehen lassen müssen und sei 3 Wochen auf der Intensivstation gelegen, schrieb er im Internet. Schlimmer noch: Die Ärzte hätten ihm gesagt, er können nie wieder Fussball spielen. Seither hat Toprak 227 Bundesligaspiele für Freiburg, Leverkusen und Dortmund absolviert. Er bedankte sich auch bei seinen Ärzten, seiner Familie und allen Freunden.

Herr Maldini, der Motorsport-Beauftragte des Runden Leders, hatte gestern kurz Zeit für eine Stellungnahme: “Ein fahrbarer Untersatz gehört zu einem Fussballer wie der Meistertitel zu YB. Ein Unfall ist natürlich trotzdem nie schön. In Rennen vermeiden Sie Kollisionen am besten, in dem Sie stets zuvorderst fahren. Und vor allem: Glauben Sie Ihren Ärzten kein Wort – das ist für mich die Quintessenz dieser Geschichte.”

Fantastisches Frauenturnier

Herr Maldini am Dienstag den 4. Juni 2019

Endlich wieder WM!

Am Freitag eröffnen Frankreich und Südkorea die achte Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen. 24 Nationen duellieren sich in Grenoble, Le Havre, Lyon, Montpellier, Nizza, Paris, Reims, Rennes und Valenciennes. Zum Kreis der Favoritinnen zählen unter anderem die USA, Deutschland, Japan und die Gastgeberinnen aus Frankreich. Das Finale steigt am 7. Juli in Lyon – garantiert ohne die Schweiz, die sich leider nicht für das Turnier qualifizieren konnte.

Das ist selbstverständlich kein Grund, diese WM auszulassen. Im Lehrerzimmer im Progr sind Sie bei sämtlichen Spielen live dabei (inkl. Soirées Françaises, ein von Radio Gelb-Schwarz live kommentiertes Spiel, ein Podium, Konzerte und mehr), ebenso im Café Kairo (dort hat es auch die Sammelbilder). Im Wartsaal werden ausgewählte Spiele gezeigt. Wenn Sie lieber zuhause bleiben möchten, schalten Sie ARD, ZDF oder DAZN ein.

So, und nun können Sie sich Ihren Spielplan hier ausdrucken. Die Schweiz wird übrigens doch nicht ganz fehlen: Schiedsrichterin Esther Staubli und Assistentin Susanne Küng wurden von der Fifa selektioniert. Am Turnier in Frankreich wird zudem erstmals an einer Frauen-Weltmeisterschaft der Video Assistant Referee (VAR) zum Einsatz kommen.

Wird in Ihrer Bar, Ihrem Restaurant die WM ebenfalls gezeigt? Melden Sie sich in den Kommentaren.

Ausgezeichnete Aufnahme

Herr Maldini am Montag den 3. Juni 2019

Das historische Luftbild zum Wochenstart.

Start zu Ballonwettfahrt, Wankdorf Bern.

Fernand “Sepp” Rausser (*1926), der Autor dieser Aufnahme, war ein Fotograf aus Bümpliz. Nach seiner Fotografenlehre und Gesellenjahren in Genf, Lausanne und Bern absolvierte er 1949 die Fotoklasse von Hans Finsler an der Kunstgewerbeschule Zürich. Er veröffentlichte über 40 Bildbände mit Fotos aller Genres und illustrierte das bekannte Kochlehrbuch Tiptopf. Rausser verstarb 2016.

Obige Aufnahme erschien 1990 im Fotoband Flugbild Bern (Verlag Aare-Solothurn).

Ausgiebiger Audiobeitrag

Herr Maldini am Mittwoch den 29. Mai 2019

Lernen Sie mit uns einen neuen Podcast kennen und finden Sie Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen.

Wie sind Ina und Mira eigentlich Spielerfrau geworden? Was kann man machen, um seinen Traumtypen für sich zu gewinnen? Und wie gehen die beiden damit um, wenn andere Mädels ihre Männer anbaggern?

Screenshot Instagram/Ina Aogo

Ina und Mira, das sind Ina Aogo (30) und Mirjana Zuber (26). Ihre Ehemänner sind die erfolgreichen Fussballer Dennis Aogo und Steven Zuber, soeben mit dem VfB Stuttgart in die 2. Bundesliga abgestiegen. Ina und Mira sind aber nicht einfach nur Spielerfrauen. Sie sind selber erfolgreich und haben im Internet tausende freiwillige Followerinnen und Follower und vielleicht auch noch ein paar andere. Auch entsprechen Ina und Mira überhaupt nicht dem gängigen Bild von Spielerfrauen. Die beiden haben sich emanzipiert von ihren erfolgsverwöhnten Männern und ziehen ihr eigenes Ding durch. Mit Erfolg! Sie posten vornehmlich, also eigentlich ausschliesslich, Bilder von sich selber, mal weniger und mal mehr bekleidet. Und sie haben Humor:

Unsere Männer? Fussballprofis. Durchtrainiert, tätowiert, das volle Programm. Viel Kohle, noch mehr unterwegs. Und wir so? Na logo, Spielerfrauen. Erster Platz als zweite Geige. Hübsch anzusehen und sorgenfrei, von den Extensions bis zum gepflegten Füsschen. Ein Instagram-Life wie im Märchen? Haha, so ein Quatsch – es ist viel, viel besser.

Hören Sie am besten selber, und zwar hier. Und lesen Sie anschliessend das Fazit der Rundes-Leder-Ethikkommission zum Teaser von Spielerfrauen on air.

Diesen Beitrag weiterlesen »