Autorenarchiv

Fertig Fussball

Herr Maldini am Dienstag den 31. März 2020

Jetzt hat es die Ersten gelupft.

MŠK Žilina ist der FCB der Slowakei: Der erfolgreichste und beliebteste Fussballclub seines Landes im aktuellen Jahrhundert, ja Jahrtausend. Meister 2002, 2003, 2004, 2007, 2010, 2012 und 2017 und immer gut für eine Fussball-Reise.

Doch MŠK Žilina ist nicht mehr. Der Club wird liquidiert.

Photo: stadionwelt.de

Die Verantwortlichen begründen den Schritt mit den dringend benötigten Transfererlösen, die im Sommer ausbleiben werden. Mit den Löhnen der Angestellten, die sie nicht mehr lange bezahlen können. Und mit der fehlenden Bereitschaft der Spieler, auf Gehälter zu verzichten.

Das ist jetzt auch etwas blöd für die Spieler selber, weil die haben keinen Verein mehr und werden wohl so leicht keinen neuen finden. Den Club-Besitzenden blieb aber offenbar nichts anderes übrig: Per 1. April ist Schluss. Sie schliessen aber nicht aus, dass der Verein irgendwann aufersteht.

War MŠK Žilina nur der Anfang? Was hat das alles für den Schweizer Fussball zu bedeuten? Und erst für den FCB? Wir wissen es nicht.

Fit bleiben mit dem Runden Leder (2)

Herr Maldini am Mittwoch den 25. März 2020

Beschäftigungstherapie mit John Farnworth, Fussballfreestyler und Weltrekordhalter.

Sie benötigen:

  • einen Ball
  • warme Kleider
  • einen gefrorenen See (wir nutzten für den erfolgreichen Selbstversuch den Redaktionsteich)

Falls Sie keinen gefrorenen See zur Verfügung haben, tut es notfalls die Terrasse, der Balkon, der Garten oder halt das Wohnzimmer.

Farnworth wählte den Baikalsee im nahgelegenen Sibirien und jonglierte darauf über die Distanz von 80 Kilometern eine geschätzte halbe Million Mal. Er tat dies acht Stunden pro Tag und stoppte höchstens, um sich zu verpflegen, auszutreten oder zu schlafen. Er machte also nichts, was Sie nicht auch zuhause tun können. Die grösste Herausforderung für Sie dürfte sein, äussere Bedingungen von -20°C herzustellen.

Der Baikalsee (hier unter dem Schnee) ist übrigens der älteste und tiefste Süsswassersee der Erde, aber das wussten Sie sicher bereits. Bild: Daily Star

Mit der Aktion sammelte Farnworth Geld für die Krebsforschung. Zuvor hatte er sich bereits durch die Sahara jongliert (250’000 Ballberührungen).

Schönes Schaffen

Herr Maldini am Dienstag den 24. März 2020

Herzlich willkommen zur zweiten Kunstmatinée an einem Dienstagmorgen in Serie.

Illustrator Arley Byrne aus Halifax (Grafschaft West Yorkshire) macht Kunst, wo es drin um Fussball geht. Dabei lässt er sich durchaus auch vom Tagesgeschehen beeinflussen, wie die ersten beiden Bilder zeigen:

  • Gutes Vorbild: Michael Owen.

  • Er auch: Héctor Bellerín.

  • Fergie in ungewohnter Aufmachung.

  • Cantona in bekannter Manier.

Alex Ferguson im City-Shirt ging viral, Cantona im Apéro ist Byrnes liebstes Werk.

Der Künstler verschliesst seine Augen vor der Realität nicht. Aktuell dürfte es vielen Fussballerinnen und Fussballern, aber auch der Leserschaft des Runden Leders, wie folgt gehen:

Sie möchten ein Bild von Alex Byrne käuflich erwerben? Das können Sie hier tun.

Bildquellen: instagram.com/_yelradoodles und cultkits.com.

Zeitlose Zeichnungen

Herr Maldini am Dienstag den 17. März 2020

Willkommen zur Kunstmatinée im Runden Leder.

Der brasilianische Künstler mit dem Namen Wedscley Melo malt Szenen der Fussballgeschichte nach, an die wir uns alle erinnern. Zum Beispiel diese da:

Melo hat ein Faible für seine Heimat, widmet sich aber durchaus auch dem Fussball ausserhalb Brasiliens. Er verfasste Werke zur spanischen Liga, zur Champions League oder zu Weltmeisterschaften. Erkennen Sie auch diese Partien?

Bestellen können Sie hier: Faz Meu Gol.

Bodenständiger Boxer

Herr Maldini am Dienstag den 10. März 2020

Ein Randsportler will Newcastle United kaufen.

In seinem Land sage man zwar Soccer, aber Newcastle sei ein unglaubliches Team, sagte der US-Amerikaner Floyd Mayweather Jr. am Wochenende. Mayweather ist ein unbesiegter Boxer im Ruhestand, der aber immer mal wieder ein Comeback wagt, um danach wieder zurücktreten zu können.

Aktuell gehört Newcastle dem Geschäftsmann Mike Ashley. Der wollte seinen Club eigentlich nach Saudi Arabien verscherbeln, die Gespräche verliefen zum Jahresbeginn aber im Sand.

Ein Boxer kommt deshalb vielleicht gerade richtig. Am Geld dürfte der Deal nicht scheitern: Mayweather trägt den Übernamen Money, der sympathische Zeitgenosse verfügt über ein Vermögen von angeblich 500 Millonen Dollar.

  • Floyd ist der in der Mitte.

  • Coole Veste – ist die Schusssicher?

  • Nur eine Hand am Lenker, der Blick nach hinten – wenn das nur gut kommt!

  • Ob Floyd auch Münz hat, damit ihm der Sitz Rücken und Gesäss massiert?

  • Das Licht vergessen – morgen früh ist die Batterie leer.

  • Achtung aufs rechte Knie, wenn der Butler bald die Tür zumacht.

  • Ein Boxer verfügt über eine extra starke Halsmuskulatur.

Vorzeigbarer Vorbau

Herr Maldini am Dienstag den 3. März 2020

Antony Arm­strong zeichnet Fussballer.

Fussballer mit Frauenbrüsten.

Wieso er das tut, erzählte er neulich unseren 11 Freunden: “Fuss­ball kann manchmal so über­mässig männ­lich sein, und ich mag es, dass diese Zeich­nungen sich genau dar­über lustig machen. Ausserdem: Titten sind doch super!”

Die Idee sei eine Wei­ter­ent­wick­lung eines anderen von ihm gegrün­deten Geschäfts­zweigs namens ​Cru­de­ly­drawn gewesen, das viele Illus­tra­tionen männ­li­cher Pro­mi­nenter mit Frauenbrüsten enthalten habe, sagte Armstrong zum Ursprung seiner Idee Footballers with Tits.

Der Arsenal-Fan kann laut eigenen Angaben von seiner Tätigkeit leben. “So muss ich nicht mehr in irgend­einem lang­wei­ligen Büro-Job meine Zeit absitzen.”

Interessant…

Denkwürdige Demission

Herr Maldini am Mittwoch den 26. Februar 2020

Ende Saison verlässt ein Grosser die Fussballbühne: Marco Wölfli wird seine Karriere beenden.

Photo: Nicole Philipp.

“In Sion wird am nächsten Samstag voraussichtlich das grosse Nachwuchstalent Marco Wölfli auf der Bank sitzen”, schrieb Der Bund am 24. Juni 1999. Am 9. Oktober des gleichen Jahres feierte der Goalie im Nationalliga-B-Spiel gegen Nyon vor 2050 Zuschauenden im Wankdorfstadion schliesslich sein Debüt in der ersten Mannschaft.

Die Young Boys hatten ihn im Jahr zuvor von den Junioren des FC Solothurn geholt. Mit Ausnahme eines eineinhalbjährigen Gastspiels beim FC Thun 2002/03 verbrachte Wölfli seine gesamte Karriere in Bern.

Photo: Keystone.

Ältere Leserinnen und Leser erinnern sich: Am 28. April 2018 machte sich Marco Wölfli unsterblich. Im Heimspiel gegen den FC Luzern parierte er einen wichtigen Penalty (unser Funkbild), kurz darauf stieg in Bern ein Fest.

Und nun ein paar Takte Musik:

Verführerische Veranstaltung

Herr Maldini am Dienstag den 25. Februar 2020

Zeit, die Agenda zu zücken.

Der Verein Strassenliga Kanton Bern organisiert vom 12. bis 28. März die Veranstaltung United in Sports in der Grossen Halle der Reitschule in Bern. Unter der Woche und an Wochenende finden unter anderem Street-Soccer-Spieltage für Jung und Alt statt. Ziel ist, den Sport als verbindendes Element zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu nutzen. Bei United in Sports stehen der Sport, Fairplay und die Begegnung im Zentrum.

An zwei Donnerstagabenden (12. und 26. März) finden Feierabend-Firmenturniere inklusive Abendessen statt. Firmen, Vereine und Menschen mit einem Fluchthintergrund spielen miteinander Strassenfussball und verbringen eine gute Zeit. Auch Sie können sich mit einem Team anmelden, und zwar hier.

Bezeichnende Bezichtigung

Herr Maldini am Dienstag den 18. Februar 2020

Ungeheuerliche Vorwürfe erschüttern die heile Welt des Fussballs.

Der FC Barcelona habe ein Unternehmen beauftragt, mit falschen Profilen in den Sozialen Medien das Image der eigenen Clubführung aufbrezeln zu lassen. Das wirft Cadena SER, der grösste und  älteste Radiosender Spaniens, Barça in einem exklusiven Bericht vor. Die Firma erstelle seit 2017 sogenannte Fake Accounts und mache mit ihnen Akteure anderer Clubs, aber auch solche des FC Barcelona, schlecht.

Photo: tribuna.com

Barça sah sich gestern zu einer Stellungnahme gezwungen und stritt sämtliche Vorwürfe ab: “FC Barcelona roundly deny any relationship, and furthermore, the contracting of services linked to social media accounts that have broadcast negative or disparaging messages.”

Na dann ist ja alles gut. Der Club behält sich rechtliche Schritte vor.

Nette Neubesetzung

Herr Maldini am Mittwoch den 12. Februar 2020

Verehrtes Publikum

Die Möglichkeit, das Blog-Projekt “Zum Runden Leder” in die nahe Zukunft führen zu können, klingt interessant. Andererseits habe ich in meinem Leben schon bessere Entscheidungen getroffen, als hier anzuheuern, aber manchmal muss man es nehmen, wie es kommt.

Mein Vorgänger Herr Rrr war kein schlechter Blog-Cheftrainer. Für ihn wurde es aber Zeit, sich neu zu orientieren. Wir versüssen ihm den Abgang mit einer fetten Entschädigung (Danke, Herr Supino!).

Ich versichere Ihnen, dass ich mit dem Runden Leder den eingeschlagenen Weg zielstrebig weiterverfolgen werde. Auch werden wir unsere Wachstumsstrategie fortführen und gedenken, neben dem «Bund» weitere Blätter in unser Portfolio aufzunehmen. Künftig werden wir aber noch stärker auf das Internet setzen, das sich allmählich durchzusetzen scheint. Unsere DNA wird immer der Fussball bleiben, da können Sie sich bei mir sicher sein.

Funkbild direkt aus der PK von heute Morgen.

Werfen wir kurz einen Blick darauf, wie es für unsere Redaktion weitergeht:

  • Herr Rrr: Er ist nicht mehr der Jüngste, wir werden aber im Rahmen eines unbefristeten Knebelvertrags zum Praktikumslohn sinnvolle Aufgaben für ihn finden (nichts da von «Autor auf Honorarbasis»!).
  • Herr der Ama: Unser zweitschönster Redaktor schielte bereits auf den Chefposten, jetzt ist er noch schlechter gelaunt, als wenn Werder verliert. Ziemlich anstrengend in letzter Zeit… Hoffentlich macht er sonst keine Probleme.
  • Herr Shearer: Da ihm das schöne Wetter und das gute Essen hervorragend bekommen, wird er künftig häufiger von der Insel berichten: als Sonderkorrespondent aus Sunderland.
  • Herr Briger: Er darf heute den Tiktok-Account des Runden Leders aufsetzen.
  • Herr Winfried: Unser Praktikant wird heute Abend seine Redaktionskollegen erstmals persönlich kennenlernen. Danach schauen wir weiter.
  • Herr Maldini: Er muss heute das RL-Weihnachtsessen bezahlen *grmbl*

Item, ich bin überzeugt, dass unsere fettesten Jahre noch vor uns liegen. Das war bei Ronaldo ja auch so.

Hopp RL
Ihr Herr Maldini

Bahnbrechendes Bassin

Herr Maldini am Dienstag den 11. Februar 2020

Heute: Herr Hediger, Kultur und Geschichte in einem Beitrag.

Sie sehen den rekonvaleszenten Thuner Mittelfeldstar Dennis Hediger, wie er mit einem Teil seines Nachwuchses am Babyschwimmen im Kompetenz Wasser am Bollwerk in Bern teilnimmt.

Das Kompetenz Wasser folgte auf das Cinébad, das 2016 trotz genialem Konzept zur Überraschung sämtlicher Beobachterinnen und Beobachter schliessen musste.

Bis 2010 war in den Räumlichkeiten das Cinema Star mit der allseits beliebten Ciné-Bar zuhause. Ältere Leserinnen und Leser erinnern sich: Zuvor hatte das Kino Cosmos geheissen. Dieses war 1997 auf das Actualis gefolgt, das Ihnen ebenfalls noch ein Begriff sein dürfte.

Vorzeigbarer Vorteil

Herr Maldini am Dienstag den 21. Januar 2020

Unser Kolumnist Fräne Steckler war gestern an der SFL Award Night.

“Tschou zäme, hie isch wieder mau dr Fräne! Also, es ist ja so, dass der Schwager meiner Frau, der Sämi aus Wolhusen, er arbeitet aber in Emmen, die produzieren dort irgendeinen Seifenspender für die Stadiontoiletten, und deshalb hatte Sämi ein Ticket zu viel für diesen Anlass da gestern. Dort parlierte ich dann auch noch ein wenig mit Tanner Hebu von der Toyota-Garage, aber das ist ein anderes Thema.

Item, dieser Anlass da gestern Abend war recht unterhaltsam, der Höhepunkt war zweifellos das Stehapéro am Anfang, auch wenn dieses “Suschi” oder wie es heisst, diese Häppchen da aus China – Sie kennen sie sicher – nirgends hinreichten. Zum Glück hatte ich noch ein Sandwich von Margrit in der linken Tschopeninnentasche.

Später dann wurden noch irgendwelche Preise vergeben, das interessierte mich weniger. Bevor ich ins Bett ging hat mir Pescheli, unser Lehrling, noch eine Nachricht geschrieben. Er ärgerte sich, dass im Team des Jahres Omlin vom FCB im Tor steht und nicht der von den YB.

Ich habe mir dann ein paar Gedanken gemacht – das ist jetzt also sicher dieser Basel-Bonus, über den Tanner Hebu immer lamentiert. Überlegt euch das mal selber.

 

Und, was meint Ihr? Tschou zäme, öie Fräne.”