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Eine Geschichte aus der Geschichte

Val der Ama am Donnerstag den 17. März 2022

Gestern grosses Jubiläum.

Gestern vor genau 150 Jahren sahen ungefähr 2.000 Zuschauer, wie 22 Amateure auf einem Cricketfeld Fussball spielten und wurden dabei Zeugen, wie die Wanderers die Royal Engineers (oben auf dem Bild) im allerersten FA-Cup-Final mit 1:0 besiegten. Vor der Einführung des FA Cups 1872 gab es in England keine regelmässigen Wettbewerbsspiele.

Das Endspiel von 1872 wurde im Kennington Oval ausgetragen, wo 1870 auch das erste internationale Fussballspiel zwischen England und Schottland stattfand. Das Publikum im Oval galt übrigens als “mondän” und setzte sich aus der wohlhabenden und gehobenen Mittelschicht zusammen. Aber ebenso auf dem Feld: Die meisten Spieler des ersten Finals hatten das Spiel in öffentlichen Eliteschulen und an der Universität erlernt.

In den frühen 1870er Jahren war es nicht ungewöhnlich, dass Mannschaften mit sechs oder sieben Stürmern antraten und so auch in diesem Spiel: Beide Teams spielten in einer 2-2-6-Formation. Wichtig waren individuelle Dribblings. Experten meinen aber durchaus, dass die Royal Engineers die erste Mannschaft waren, die ein Passspiel entwickelte, und zwar etwa zur Zeit des ersten FA-Cup-Finales.

Die Wanderers wurden leider 1887 aufgelöst, da viele Spieler abwanderten, um für einige der neueren Vereine zu spielen, die im ganzen Land entstanden. Im Jahr 2009 wurde der Verein dann wiederbelebt und dümpelt heute in einer Liga ganz unten rum. Die Engineers, die gibt es immer noch. Weitere Informationen finden Sie in diesem sehr lesenswerten Text.

(Titelreferenz: https://www.geschichte.fm/)

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14 Kommentare zu “Eine Geschichte aus der Geschichte”

  1. El Tren sagt:

    Artikel des Monats! 2-2-6, das wäre doch was für Samstag. Haben die Berühmten so viele Stürmer, die dribbeln können?

  2. gavagai sagt:

    individuelle Dribblings

    Aber der Siegtorschütze war nach dem Spiel schon auch froh, dass er dem Team helfen konnte, war er nicht?

  3. dres sagt:

    Fussballer sind elitäres Pack und ZuschauerX sowieso. Endlich haben wir den Beweis. Deshalb schaue ich ab jetzt nur noch White Turf St. Moritz. Kleiner Anlass in einem Bergdorf. Guten Morgen.

  4. Dienstbier sagt:

    Toller Dress dieser Royal Engineers, erinnert irgendwie an die Sträflingskluft der Panzerknacker. Die Schnäuze scheinen in diesem Forum ja immer noch hochgeschätzt zu sein. Eindrücklich die Ernsthaftigkeit der Spieler – don’t fuck the Royal Engineers! Soweit meine Fachexpertise. Guten Morgen.

  5. Aarhus GF sagt:

    Es wehte wohl damals ein kühler Wind durchs Oval von Kennington.

  6. Rrr sagt:

    Die Wanderers wurden leider 1887 aufgelöst, da viele Spieler abwanderten.

    Satz des Jahres!

  7. dres sagt:

    Andere Frage: Gibt es eigentlich Juve-Fans hier?

  8. Alleswisser sagt:

    sehr schöner Bericht und sehr schöne Kommentare dazu. Guten Morgen.

  9. Briger sagt:

    Heisst es nicht with, Herr Dienstbier?

    Und nein, Herr dres, das wäre ja abartig.

  10. Dienstbier sagt:

    Heisst es nicht with, Herr Dienstbier?

    Jetzt, wo Sie’s sagen… aber geht nicht beides, heisst dann aber nicht ganz das gleiche? Was meint Herr Shearer dazu?
    Und was ist Juve?

  11. Fallrückzieher sagt:

    Oh, ein Sprachblog, endlich! Das dürfte die Chancen auf den Salzburger Stier wieder etwas erhöhen. Ich danke Ihnen.

  12. Herr Shearer sagt:

    Was meint Herr Shearer dazu?

    Ich würde auch noch ein “with” dazwischenschieben, aber schlussendlich kommt es auch auf ihre exakten Absichten an!

  13. Rrr sagt:

    Gibt es eigentlich Juve-Fans hier?

    Wo ist eigentlich unser Redakteur H. M. (Name der Redaktion bekannt) ?

    Abgesehen von ihm gibt es hier generell keine Fans von Italienischen Klubs. Logisch, denn die Serie A ist seit Jahren im Niedergang, wie ja gestern Rolf Fringer auf Blue wieder dargelegt hat. Spätestens in den CL-Achtelfinals ist jedes Jahr Ende Feuer. Gute Nacht, Italien.

  14. Trol sagt:

    Beitrag des Jahrtausends! Insbesondere die Titelreferenz, auch wenn der alte Namen des Podcasts von Daniel und Richard noch eingängiger war