Logo

Ansehnliches Anwesen

Herr Shearer am Donnerstag den 16. September 2021

Warum nur sind englische Fussballteams weltweit allen anderen dermassen überlegen?

Weil sie einfach dermassen stinkreich sind und Spieler zusammenkaufen können, wie es ihnen grade so beliebt und dafür auch noch Preise bezahlen, wie es den Spieleragenten gerade so beliebt. Aber nicht nur deswegen, sondern auch wegen der unglaublich guten Trainingsbedingungen. Oben auf dem Bild sehen Sie das neue Trainingsgelände und Hauptquartier vom Leicester City FC. Über 185 Hektar erstreckt sich das nach dem bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommenen Besitzers Vichai Srivaddhanaprabha benannte Gelände. Sein Sohn hat nun das Versprechen eingelöst und den “Foxes” für lächerliche 100 Millionen Pfund auf einem ehemaligen Golfplatz ein schönes neues Hauptquartier hinklotzen lassen Lernen Sie jetzt diese Zahlen auswendig, wenn Sie mitreden wollen:

  • 313’000 Kubikmeter Erde mussten bewegt werden, 95% davon wurden gleich auf dem Gelände wieder irgendwo aufgehäuft. Das sei umweltfreundlicher, als das Zeugs wegzukarren.
  • 21’593 Bäume wurden gepflanzt.
  • 1,5 Millionen Liter Wasser können auf dem Gelände gespeichert werden. Die braucht es auch, nämlich zur Bewässerung von
  • 21 Trainingsplätzen, davon 14 richtige Fussballplätze. Dazu kommt ein komplett überdachter Kunstrasenplatz im auffälligen Hangar und ein Mini-Stadion mit 499 Plätzen für die Spiele der Jugendmannschaften.

Vom Golfplatz hat man übrigens neun der 18 Löcher behalten, damit das Personal noch etwas Ausgleichssport betreiben kann. Ausserdem können auch angehende Platzwart*innen auf dem Gelände eine profunde Ausbildung erhalten. Dass für den stolzen Preis auch noch üppige medizinische Einrichtungen vorhanden sind, versteht sich von selbst.

Der erste Spatenstich erfolgte 2019, vorgestern spielte die U23 gegen Crystal Palace dann bereits ihr erstes Spiel in der neuen Stätte. Das geriet aber zum Debakel, die Gäste aus London siegten gleich mit 6:1. Hier in Bern führt der ansässige Verein derweil weiterhin zähe Verhandlungen mit der Stadt, um irgendwo ein paar zusätzliche Fussballfelder markieren zu können. So wird das natürlich nie etwas mit Königsklasse!

Falls Sie Bewegtbilder möchten, verweisen wir Sie gerne direkt zu Leicester City. Falls Sie beim Anschauen den Ton eingeschaltet lassen, kommen Sie übrigens auch noch in den Genuss des mutmasslich schlechtesten Dylan-Covers aller Zeiten. Wir haben Sie gewarnt!

« Zur Übersicht

15 Kommentare zu “Ansehnliches Anwesen”

  1. dres sagt:

    Der Engländer ist noch richtig naturverbunden, uns gefällt das. Aber mit Golf und Ponyreiten als Trainingsmethoden gewinnt man im Fussball am Ende keinen Blumentopf.

  2. passiver attacker sagt:

    das ist ein sehr trauriger beitrag, da weint sogar der himmel!

  3. The Fox sagt:

    1,5 Millionen Liter können auf dem Gelände gespeichert werden

    1,5 Mio Liter wovon? Bier? Whisky? Tränen?

  4. Bregyschorsch sagt:

    Also traurig finde ich vor allem, dass die Berühmten es nicht schaffen, wenigstens einen Bruchteil einer solchen Infrastruktur zu kriegen. Das ist auf lange Sicht tatsächlich der grösste Tolggen in einem ansonsten gerade ziemlich ansehnlichen Reinheft. Und ich fürchte, in der Stadt wird das noch auf viele Jahre nix werden, der Suchperimeter müsste wohl mal etwas ausgeweitet werden. Auf die Gefahr hin, Sprüche in der Art von “FC Niederhasli” zu provozieren.

  5. zuffi sagt:

    Also grundsätzlich: Golf mit Fussball ersetzen ist supi!
    Und Dylans “Gesang” mit etwas anderem ersetzen mag ich auch.

  6. Je sagt:

    Von wegen ab der Welt:
    Wie weit weg vom Leicester-Stadion ist denn zum Beispiel jetzt deren Trainingszentrum?

  7. zuffi sagt:

    Das liegt bestimmt locker in Flugdistanz, Herr Je.

  8. Herr Shearer sagt:

    1,5 Mio Liter wovon? Bier? Whisky? Tränen?

    Oh, Entschuldigung. Das mussten wir jetzt gerade noch rasch recherchieren.

    Wie weit weg vom Leicester-Stadion ist denn zum Beispiel jetzt deren Trainingszentrum?

    Keine Ahnung, Herr Je. Da müssten wir recherchieren, aber das möchten wir nicht tun müssen.

  9. Alleswisser sagt:

    Toller Beitrag (ausser Golf natürlich…). Jetzt kann ich verstehen, warum Herr Lineker sich aus dem Berufsleben zurückgezogen hat. Als Fan dieses Vereins wird er als Zaungast beim Training nun täglich 5-6 Stunden dort zu Fuss unterwegs sein.
    Sind Hunde erlaubt? Falls ja, könnte ich ihn bei Gelegenheit ja mal begleiten.

  10. Durtschinho sagt:

    11.2 Meilen. Jetzt weiss ich natürlich nicht, ob es zwischen Leicester und Loughborough, wo das Center offenbar steht, Flugverbindungen gibt. Jedenfalls ist das kürzer als die Reise von Anshi Makhachkala an die “Heimspiele”, da beträgt (betrug? Da müsste man recherchieren!) die Distanz beinahe 2000 Kilometer.

  11. Durtschinho sagt:

    Und Herr Zuffi, jetzt raten Sie mal, wie das Maskottchen der “Foxes” aussieht! Leuchtende Kinderaugen garantiert:

  12. passiver attacker sagt:

    fantastisch, herr durtschinho!
    da bekommen nur so retro entwederoder spassbremsen keine hünerhaut!!!!

    so, diesem flötler hab ich es jetzt aber gegeben.

  13. Durtschinho sagt:

    Herr passiver attacker, sehr, sehr wahrscheinlich geht das Herrn Zuffi auch nahe, er kann es bloss wie nicht öffentlich zeigen.

  14. zuffi sagt:

    Nun, man muss dem Jungen beim Interview bloss einmal etwas genauer in die Augen sehen und es wird sofort klar, dass freiwillige Begeisterung ohne Drogeneinfluss anders aussieht.

  15. Durtschinho sagt:

    Das stimmt doch nicht, Herr Zuffi. Beim Jungen ist spontane, maskottoinduzierte Glückseligkeit feststellbar. Nehmen Sie als Kontrast eine andere Interviewsituation, die sich durch einen eher leeren Blick auszeichnet: