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Luft draussen in Lhasa

Herr Shearer am Donnerstag den 11. Juni 2020

Fertig Fussi in Tibet.

Lhasa Chengtou löst sich auf. Der einzige Profiverein im von China besetzten Tibet mag nicht mehr. Das hat weder mit der politischen Situation noch mit der Corona-Krise etwas zu tun. Zum wiederholten Mal hat der chinesische Fussballverband den Antrag von Chengtou abgelehnt, die Heimspiele auch wirklich daheim austragen zu dürfen. Das Stadion EBI-F (ja, das heisst so, sagt Wikipedia) liegt auf 3650 Meter über Meer, Sauerstoff ist also nicht gerade reichlich vorhanden und ergo haben die Gegner keine Lust auf dünne Luft. Unpraktischerweise liegt dieses Tibet allgemein ziemlich hoch oben. Darum spielte die Mannschaft ihre Heimspiele zuerst im etwa 2500 Kilometer weiter östlich gelegenen Huizhou, später dann in Deyan, auch immer noch 1300 Kilometer Luftlinie entfernt.

Foto: Global Times via Twitter

Der Lhasa Construction Investment Football Club  – so der richtige und vollständige Name – wurde erst 2017 als Amateurverein gegründet und fungierte bereits ein Jahr später als Profimannschaft. Diese schaffte 2019 den Aufstieg in Chinas dritthöchste Liga, die China League Two. Im eigenen Stadion hat die Mannschaft – noch als Amateure – gerade einmal zwei Partien ausgetragen. Das war aber eher eine langweilige Angelegenheit, weil alle 15 Minuten eine Pause eingelegt werden musste, damit sich die Spieler Sauerstoff aus Flaschen zuführen konnten.

Viel Tradition geht also mit dem Verschwinden des Vereins nicht flöten. Aber für alle Groundhopper, die ihrer Trophäensammlung einen wirklich exotischen Verein beifügen wollten, ist das natürlich schade. Immerhin: zum Wandern und Bergsteigen sei die Region allemal ein attraktives Ziel wert, hört man.

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17 Kommentare zu “Luft draussen in Lhasa”

  1. Bäne II sagt:

    Schön recherchiert. Merci bien.
    Wie es um Bahnreisen dort steht, können Sie ja im nächsten Beitrag beantworten.

  2. Shearer sagt:

    Recherchiert? Wollen Sie mich beleidigen? Das habe ich natürlich alles im Internet abgeschrieben. Zum anderen Punkt ist zu sagen, dass dieses Lhasa ja eigentlich rasch und bequem per Zug erreichbar wäre, aber ohne Fussi gibt es dort sichern nicht viel zu sehen.

  3. dres sagt:

    Also müsste man dort zum Biken ein Set von zwei Tauchflaschen à je Minimum 12 Liter auf dem Rücken mitschleppen. Doch, das sollte machbar sein, ab nach Tibet.
    Guten Morgen und danke für den nächsten Reisetipp nach Burundi und Syrien.

  4. Wirrkopf Walter sagt:

    Was wird jetzt aus den Fünf Tibetern, die bislang die Abwehrkette bildeten?

  5. Fallrückzieher sagt:

    danke für den nächsten Reisetipp nach Burundi und Syrien.

    Sie kommen ja in nächster Zeit ziemlich in der Welt herum, Herr dres. Danke daher schon jetzt für die sicher interessanten Reiseberichte, mit denen Sie uns hoffentlich regelmässig beliefern werden. Wir dagegen stossen dann im Gegenzug täglich beim Apéro auf Sie an, das ist Ehrensache.

  6. dres sagt:

    Herr Fallrückzieher, momentan sieht die Realität tatsächlich eher nach Oberland aus. Viel mehr als Reportagen vom FC Rothorn und Traktor Gündlischwand sind nicht in Aussicht. Aber das wird sich hoffentlich bald wieder ändern. Ich halte Sie auf dem laufenden.

  7. Fallrückzieher sagt:

    Das ist schade, aber kein Problem, wir werden bei den Apéros gerne auch ans Oberland denken. Und vielleicht können Sie die Leute in Burundi und den anderen Destinationen ja mit praktischen Traktortipps unterstützen – die werden dort sicher auch willkommen sein.

  8. Winfried sagt:

    Zu dünne Luft? In Bolivien lacht gerade ein ganzes Volk. Guten Morgen

  9. Herr Lich sagt:

    Das ist wieder ein sehr schöner Beitrag. Danke! Schlecht für den chinesischen Fussball, denn in Tibet (schneesicher!) könnten gute Torhüter rekrutiert werden.

  10. Alleswisser sagt:

    könnten gute Torhüter rekrutiert werden

    aber wohl eher für Futsal. Im richtigen Leben Goal haben es Goalies mit 162-175cm Körpergrösse doch eher schwer (ist ja auch eines der Frauen-Fussball-Probleme).

  11. Hope Solo sagt:

    Good morning, Mr. Knowseverything!

  12. Val der Ama sagt:

    Ziemlich effizient und nachhaltig, die Kommunistische Partei Chinas. Tibet überfallen, Kulturdenkmäler und religiöse Zentren zerstören, Hunderttausende Tibeter verfolgen und ganz viele Han-Chinesen in die Region entsenden und fertig Fussi. Und weil sie so gut PR kann, redet man nicht mehr drüber.

  13. Bäne II sagt:

    Recherchiert? Wollen Sie mich beleidigen?

    Okay. Das wars dann mit gut geheuchelten gemeinten Komplimenten.

  14. Alleswisser sagt:

    no rule without exception

  15. dres sagt:

    Hihi, Herr Alleswisser versucht gerade seine Konkubine zu beruhigen. Das dürfte kaum reichen. Heuchlerstude holen, am besten Rosen, und auf die Knie!

  16. Natischer sagt:

    3650 Meter über Meer

    Sport auf dieser Höhe? Ja, gerne!

    Daggor, Fussi vielleicht lieber nicht.

  17. Alleswisser sagt:

    ein Blumenstrauss ist immer gut, Herr dres ( ausser am Valentins- und Muttertag)!
    Aber auf die Knie gehen war und ist , obwohl sehr aktuell, nicht mein Ding.