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Trotziges Töipelen

Val der Ama am Freitag den 24. April 2020

Warum sollte Emmanuel Adebayor spenden?

Schon interessant aktuell, weil plötzlich bemerken viele Fussballfans, dass viele Fussballprofis eigentlich unanständig viel Geld verdienen. Und dann wird gefordert, dass sich die jahrelang verwöhnten Herren nun demütig zeigen und bitteschön auf die exzessiven Honorare verzichten, die wir irgendwie doch immer einfach so akzeptiert haben wegen show must go on und so.

Die Spieler des FC Basel waren am Pranger, die Spieler des FC Barcelona oder aktuell grad der Mesut Özil, weil der nicht einfach so auf seine ungefähr 400’000 Franken wöchentlich verzichten will. Gut, man könnte kurz fragen: Warum sollte er? Ist Arsenal knapp bei Kasse? Würde Arsenal das Geld dann spenden oder vielleicht den Angestellten auf Kurzarbeit überweisen? Und gehört nicht gerade Özil zu den Spielern, die sich in der Vergangenheit immer wieder als grosszügige Spender bewiesen haben?

Item, vielleicht ist es auch einfach eine Frage der Kommunikation, weil der oben gezeigte Adebayor gibt sich in der Spendenfrage ziemlich bestimmt. Er hat in der Vergangenheit in Togo recht viel Geld in Umlauf gebracht und auch er muss mannigfaltig erklären, was er denn mit seinen Millionen zu tun gedenke, so grad angesichts Corona.

Nichts. Weil einerseits ist er immer noch Muff, dass es in Togo nämlich ursprünglich hiess, er habe das Virus überhaupt in sein Heimatland gebracht und anderseits dann dieses Statement auf seinem Facebook: “Ich bin Emmanuel Sheyi Adebayor und ich werde immer tun, was ich will. Es tut mir leid, dass man mich mit Samuel Eto’o und Didier Drogba vergleicht und mich fragt, warum ich keine Stiftung habe oder warum ich nicht spende. Ein kleiner Hinweis, Leute, was Spenden betrifft: Ich werde ich keine machen. Ich danke Ihnen und wünsche einen schönen Tag.”

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17 Kommentare zu “Trotziges Töipelen”

  1. spitzgagu sagt:

    400’000 pro Woche? Bettler!

  2. Rrr sagt:

    Ist Adebayor eigentlich verwandt mit unserem Adebowale? Wobei, der spendet sicher. Jedenfalls der JSVP.

  3. Max Power sagt:

    Ich hätte da ein Buch für die Fussballer.

    Auf der anderen Seite verstehe ich Fussballer die selber aus ärmsten Verhältnissen kommen und der Fussball die einzige Möglichkeit ist der Armut zu entfliehen. Dass man da weniger altruistisch veranlagt ist kann ich verstehen.

  4. Hermann sagt:

    Ich bin gerade etwas unsicher auf welcher Seite der Empörung ich stehe. Ich will ja nicht empört sein und dann – zack! – plötzlich selber damit gemeint sein. Das wäre mir unangenehm. Könnten sie bitte noch einen ungefähren Richtwert angeben, z.B. beim wievielfachen des togolesichen Durschnittseinkommens die Grenze liegt? Oder bin ich als Nicht-Profifussballer davon ausgenommen? Bedankt.

  5. Max Power sagt:

    Ältere Leser erinnern sich. Nun gibt es ein prima Sujet für den Herrn Shearer.

  6. Gygax sagt:

    @Herr Hermann:
    Sollten Sie mit Vornamen Heinz oder Herbert heissen, sind Sie automatisch mitgemeint.

  7. Herr Lich sagt:

    Als Goaliexperte 1b sollte ich mich eigentlich nicht zu sachfremden Themen äussern. Immerhin: Peripheres Sehen lohnt sich nicht nur für Torhüer, sondern auch in der Politik und Ethik. Im Moment scheint es mir etwas viele Leute zu geben, die nur auf den Ball schauen, und dabei den Spielüberblick verlieren.

  8. Natischer sagt:

    Sehr schön, Herr Lich. Fühlen Sie sich ein Ballon Petite Arvine eingeschenkt.

    Oh, 11 Uhr!

  9. Max Power sagt:

    Ist es aber als Goalie nicht die primäre Aufgabe den Ball im Blick zu halten?

  10. Alleswisser sagt:

    Sehr schön, Herr Lich

    und sehr schön, Herr Power!

    Wie so oft macht’s auch hier die Dosierung.

    Den Ball zu fixieren ist die Grundlage für jeden (jungen) Goalie. Möglichst bald muss ein ambitionierter Goalie aber unbedingt sein

    Peripheres Sehen

    entwickeln. Die Erfahrung und das Alter alleine reichen dazu nicht aus. Es benötigt auch spezielles Training* und / aber auch Talent dazu.

    * die Übungen können auf dem Platz stattfinden und auch im Alltag, z.B einer Frau peripher in den Ausschnitt zu schauen.

  11. Herr Lich sagt:

    Doch, Herr Power! Damit er dies optimal tun kann, muss er aber eben auch die Spielübersicht haben. Hiereine kleine Trainingseinheit aus dem Randsport (extra für Herrn Alleswisser!)

    @ Herr Natischer: Danke!

  12. Alleswisser sagt:

    Vielen Dank, Herr Lich, für das VIdeo.

    Interessanter technischer Ansatz. Bin aber (als Traditionalist) ncht sicher, ob das Duchwischen durch die Lichtschranke für den Touch sehr förderlich ist.

    Daher lieber klassisch: 1 Schritt weiter von Wand entfernt und dann auf die vom Trainer zugeworfenenen Tennisbälle mittels Peripheres Sehen reagieren.

    Trainer kann zudem mit Wurfstärke die Übung laufend verändern und auch mit dem Goalie in einen Psychokampf eintreten , z.B. 4x ans gleiche Ort werfen! Wobei es ja (theoretisch) bei dieser Übung überhaupt nicht ums Spekulieren geht.(aber automatisch entwickeln sich halt doch meistens Psychospiele daraus, wenigstens mit mir, hahaha)

  13. die Trainerin sagt:

    und gemäss Herrn Alleswisser, bringe ich den Mädchen weiterhin das Häkeln bei

  14. Alleswisser sagt:

    sorry, Frau Trainerin, wollte Sie nicht ausschliessen.

    Sie können selbstverständlich die “Fitlight Licht-Maschine” von Herrn Lich bedienen.

  15. gavagai sagt:

    Mein bester Herr Alleswisser, durchgestrichen oder nicht, das sollten Sie nicht schreiben, nicht denken und nicht machen.
    Bedankt.

  16. Alleswisser sagt:

    ich entschuldige mich in aller Form dafür und versuche es nicht einmal auf die sonderbare Homeoffice-Zeit abzuschieben…

  17. dres sagt:

    Das war ein anstrengender Tag mit Trampolin aus der Landi zusammenbasteln. Jetzt spenden auch wir nichts und denken dafür im Apero an alle vernachlässigten Trainerinnen.