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Orient ohne Tore

Herr Winfried am Mittwoch den 18. Dezember 2019

Auf Besuch bei den «O’s» im Osten Londons.

Unweit des Olympiastadions liegt das Matchroom Stadium, hübsch eingebettet ins Quartier Leyton. Dort, an der Brisbane Road, ist der famose Leyton Orient FC zuhause. Die «O’s» spielen in der Football League Two, der vierthöchsten Spielklasse. Höher war man in der Vereinsgeschichte nur einmal, zwischen 2006 und 2009 klassiert. Da spielte Orient drittklassig.

Gegner an diesem hübschen Tag war Bradford City. Die Gäste brachten als Kaderberühmtheit den früheren englischen U21-Nationalspieler James Vaughan mit. Vaughan wusste im Spiel weniger durch offensive Power als mit passabler Provokationslust zu glänzen. Nach einer Rangelei kriegte der Stürmer die 7. Gelbe Karte der Saison gezeigt. Auf der Heimtribüne wurde er deswegen als «Affe» beschimpft. Mein Sitznachbar Herr Collins meinte, das habe nicht zwingend mit der Hautfarbe zu tun. In London würden Leute aus dem Norden Englands gern als «Northern Monkey» beschimpft.

Kommen wir zu den relevanten Fakten dieser Begegnung. Das Halbzeitmenü sah Folgendes vor:

  • Traditionelles Pale Ale im Plastikbecher, 4.40£. Für Stadionbier-in-Grossbritannien-Verhältnisse eine sehr genehme, allerdings überteuerte Flüssigkost
  • Traditionelle Steak Pie mit Mashed Potatoes an Kräuterschleimsauce, 4.50£. Nicht übel, ausser die Sauce.

Die zweite Halbzeit war ähnlich spektakulär wie die erste. Leyton Orient verpasste in der Schlussphase mehrfach den Siegestreffer. Winfrieds Wettkonto hätte sich über ein Törchen gefreut. Weil sich Bradfords Krieger aber in jeden Schuss warfen und Orients Haudegen das Eckige nicht treffen mochten, endete die Begegnung vor gut 6’000 Zuschauenden 0:0. Die Londoner bleiben vorerst in den unteren Tabellenregionen.

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17 Kommentare zu “Orient ohne Tore”

  1. Alleswisser sagt:

    vielen Dank Herr Winfried für diesen sehr schönen Bericht.

    Aus Goalie-Sicht erfreulich ist das

    0:0

    Weniger erfreulich hingegen ist das

    Halbzeitmenü

  2. Sign O' the Thames sagt:

    Schön, dieser Club ist quasi Stammgast im RundenLeder:

    https://blog.derbund.ch/zumrundenleder/blog/2014/03/17/herr-briger-kandidatencheck/

  3. dres sagt:

    Orient in London – was man von diesen jungen Leuten nicht alles lernt. Hätte der Leytoner auch noch orientalisches Essen statt diesen Matsch mit Pfefferminzsauce, dann käme ich sofort vorbei. Aber sagen Sie, Herr Winfried, haben sie das obere Bild mit Herrn Rrrs Motorola Klapphandy von 1898 gemacht?
    Ansonsten ist aber der Beitrag wie immer grossartig.
    *grübel*
    6000 Zuschauer in der vierten Liga und dann noch solche Preise für Schleim und Ale… Dem Briten gehts wirklich zu gut.

  4. Wiki sagt:

    Orient in London

    Auch das hatten wir neulich hier in diesem Fachforum, Herr dres. Für Sie nochmals:

    Der Verein wurde 1881 von Studenten des Homerton Theological College gegründet. Nachdem sich 1888 einige Mitarbeiter der Reederei Orient Shipping Line dem Verein anschlossen, benannte er sich in Orient Football Club um. 1898 folgte eine weitere Umbenennung in Clapton Orient, die bis 1946 Gültigkeit hatte. Seither heißt der Verein Leyton Orient, mit einer Unterbrechung von 1966 bis 1987, als auch das Leyton aus dem Vereinsnamen gestrichen war.

  5. Winfried sagt:

    Herrn Rrrs Motorola Klapphandy

    Ich benutze ein Ericsson T39 Jahrgang 2001. Warum meinen Sie, Herr dres?

  6. dres sagt:

    Jesses Mareili, gegründet von Stündelern und Schifflifahrern…
    Jetzt brauche ich aber einen gehörigen Schluck.

  7. dres sagt:

    Das Ericsson habe ich auch, Herr Winfried, das ist super, und ich habe nichts gesagt.

  8. Newfield sagt:

    Sorry, apropos Plastikbecher kurz OT, weil jetzt wurde anscheinend auch die Rückrunde nüchtern betrachtet:

    Wie?! Nein, ich habe kein Abo mehr, and cheers!

  9. passiver attacker sagt:

    hopp ybein!

  10. Zürischnurre sagt:

    Jesses Mareili, gegründet von Stündelern und Schifflifahrern…

    Jesses, ist ja wie beim Oberländer!

  11. Newfield sagt:

    hopp ybein!

    Für Sie, Herr passiver attacker …

    … und hopp keine Überraschung!

  12. dres sagt:

    Jesses, ist ja wie beim Oberländer!

    Alles, Herr Zürischnurre, alles! Sogar das Rot stimmt fast. Und die Seerössli auf dem Wappen sind very cute, voll amazing! Solche will ich dann auch, wenn wir in der vierten Liga spielen.

  13. spitzgagu sagt:

    Harry Kane hat doch mal für die O’s gespielt, hat er nicht?

  14. Brauereiinnung Bern West sagt:

    Traditionelles Pale Ale im Plastikbecher, 4.40£. Für Stadionbier-in-Grossbritannien-Verhältnisse eine sehr genehme, allerdings überteuerte Flüssigkost.

    Herr Winfried for «Mitarbeiter des Monats»!

  15. Boris J. sagt:

    Dem Briten gehts wirklich zu gut.

    Nicht mit mir!

  16. Shearer sagt:

    Darf ich raten, John Smiths-Bschütti?

    Anyway, die Pint-Preise in London sind einer der 1892 Gründe, warum ein London-Aufenthalt höchstens die Dauer des Transfers zwischen zwei Bahnhöfen dauern sollte.

  17. zuffi sagt:

    Ui, Herr Hütter hatte auch schon bessere Zeiten.