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Was macht eigentlich …

Rrr am Sonntag den 24. November 2019

… der Teleclub mit seinen Kundendaten?

Eine heikle Frage. Aber alles der Reihe nach.

RL-Leser E. N. aus B. gönnte sich anfangs dieser Saison ein Teleclub-Abo. “So kann ich alle Spiele der Young Boys sehen und auch die gesamte Champions League.”

Doch die Freude wurde bald getrübt: Plötzlich erhielt E. N. wiederholt unerwünschte Werbeanrufe. “Und zwar aufs Handy. Das ist mir vorher praktisch nie passiert.” Woher hatten die Call-Center seine Nummer?

Vor Wochenfrist kam scheinbar Licht ins Dunkel. E.N. erhielt Post aus Volketswil: Der Teleclub machte alle Kunden auf eine neue “Datenschutzerklärung” aufmerksam. “Beachten Sie, dass wir Ihre Daten auch zur Bildung von Kundensegmenten und -profilen nutzen, damit wir und mit uns verbundene Firmen Ihnen auf Sie zugeschnittene Angebote und Dienstleistungen anbieten können.”

Hä? E. N. schaltete das Runde Leder ein. Und wir unterhielten uns mit der Teleclub-Pressesprecherin Olivia Willi.

Frau Willi, geben Sies zu: Teleclub verkauft Kundendaten an Dritte. Diese kriegen so Adressen für den Werbeversand. Richtig?
Nein, das ist falsch. Teleclub verkauft keine Kundendaten an Dritte und hat auch keine Intention, dies in Zukunft zu tun.
Ach, kommen Sie. Was sind das für Dritte? Beispielsweise Anbieter von Fussballreisen? Wer sonst?
Siehe Frage 1.
Wie auch immer: Gibt es eine Möglichkeit, Teleclub-Kunde zu bleiben, wenn man nicht will, dass man von irgendwelchen Teleclub-Partnern/Werbeanbietern belästigt wird?
Selbstverständlich. Wie ausdrücklich im Begleitschreiben zu den neuen AGB und der neuen Datenschutzerklärung erwähnt, ist es Kunden jederzeit möglich, bestimmten Bearbeitungen ihrer Personendaten zu widersprechen, bspw. der Bearbeitung zu Werbezwecken.

Leser E. N. hat genau das unterdessen gemacht – in einem Mail an den Kundenservice (“Ich möchte nicht, dass meine Personendaten zu Marketingzwecken bearbeitet werden, in welcher Form auch immer. In diesem Sinn widerspreche ich jeglicher Bearbeitung meiner Personendaten”). Dieser hat umgehend versprochen, den Wunsch zu respektieren.

Was ist der Unterschied, ob jemand Champions League auf einem illegalen Stream schaut oder auf Teleclub? RL-Chefredaktor Herr Rrr fasst es so zusammen: “Im ersten Fall hinterlässt er keine Kundendaten und muss sich daher auch nicht um deren Schutz bemühen. Im zweiten Fall zahlt er nicht 0, sondern 29 Franken monatlich für Fussball und muss dann noch einen Widerspruchsantrag an den Kundenservice schicken.”

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2 Kommentare zu “Was macht eigentlich …”

  1. dres sagt:

    Ach was, ich habe immer Freude, wenn mich jemand anruft. Das ist wie persönlicher als immer dieses Whatsapp.
    Welcome back Herr Rrr. Gruss vom Strand mit Bier in der Hand.

  2. Frau Götti sagt:

    So schön, wieder einmal ein wahrrrer Chefbeitrrag.
    Widerspruchsantrag ist ein schönes Wort.