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Young Boys in USA und Kanada (5 und Schluss)

Herr Shearer am Donnerstag den 11. Juli 2019

Auch die schönste Reise geht einmal zu Ende.

Die vielbeachtete Reise von 1953 der Berner Young Boys in die neue Welt neigt sich dem Ende zu; vor der Rückreise per Schiff stehen aber noch die letzten Freundschaftsspiele an. Daneben bleibt aber auch noch Zeit, um sich für einen halben Dollar von Indianern “allerlei Hokuspokus und Originaltänze” vorführen zu lassen, in der Indianerreservation (sic) den Souvenirladen zu bestaunen und sich Gedanken über die Coca-Cola-Zivilisation zu machen. Nachdem auch die letzten Gegner mit 4:1 und 6:1 die Klasse des amtierenden Cupsiegers zu spüren bekommen hatten, hiess es langsam Abschied nehmen.

Ein letzter Restaurantbesuch sorgte dann noch einmal für einen kleineren Kulturschock bei Meier, Sing und Co: im Pouletrestaurant mussten die Güggeli mit Pommes Frites mit den Fingern gegessen werden. Der Schock im Portemonnaie folgte für einige beim Coiffeur, welcher offenbar schon damals eine magische Anziehungskraft auf Kicker ausübte. Beim Besuch einer Schweizer Confiseurin langten einige Spieler in einem Mass zu, welches im heutigen Fussball wohl mehrere Tage Straftraining zur Folge hätte. Das Abschiedsspiel auf der Tournee wurde gegen Italia-Montréal ausgetragen, “die von ihrem heissblütigen Anhang so stimmkräftig unterstützt wurden, dass man sich manchmal in Locarno wähnte”. Nützte aber nichts, YB gewann erneut 6:1.

Bild: ssmaritime.com

Wohl weniger aus Flugscham, denn aus finanziellen Gründen erfolgte die Rückreise nicht auf dem Luft-, sondern dem Seeweg. Mit der SS Ryndam, einem damals erst dreijährigen Linienschiff, ging es über den Atlantik zurück nach Europa. Die Mannschaft genoss den Müssiggang, denn den einzig verfügbaren Fussball, ein Andenken ans Spiel gegen Liverpool, kickte der unglückliche Captain bei einem Match irrtümlicherweise über Bord. Dann halt an die Bar, “wo man sich für einen Dollar die grösste Alkoholvergiftung holen konnte”. Nach der Ankunft im französischen Le Havre – richtig, erste Station in Europa eines gewissen Guillaume Hoarau – ging es per Zug nach Basel, wo die Young Boys von einer Delegation des FC Basel bei der Rückkehr auf heimischen Boden begrüsst wurden. Auch die Ankunft in Bern lockte schon damals viele Fans an, die ihren Helden einen grossen Bahnhof bescherten.

Sie wollen sicher die vollständigen Aufzeichnungen aus erster Hand lesen, nicht wahr? Voilà, hier gelangen Sie an den letzten Teil!

Falls Sie etwas verpasst haben – kein Problem. Hier finden Sie die vorherigen Folgen dieser Serie.

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4


Das Runde Leder bedankt sich bei Chocolat Tobler für die Unterstützung dieser Serie. CaoTonic, nährt und stärkt!

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11 Kommentare zu “Young Boys in USA und Kanada (5 und Schluss)”

  1. dres sagt:

    Nach dem gestrigen grossartigen Gedicht folgt das fulminante Finale des US-Trips – bravo.
    Aber warum um Himmels Willen hat eine Delegation des FCB in Zürich YB empfangen? Egal, guten Morgen.

  2. Shearer sagt:

    Basel, Zürich – ist doch eh alles Fussballprovinz. Aber der Fehler wurde korrigiert, besten Dank.

  3. maude sagt:

    Wunderbarer Bericht,danke!

  4. Bäne II sagt:

    Herzlichen Dank!

  5. Alleswisser sagt:

    grossartig, danke!

  6. xirah sagt:

    Ist CaoTonic die alkoholische Variante von Caotina, und wenn ja, warum gibts die nicht mehr? Apero?

  7. dres sagt:

    kickte der unglückliche Captain

    So nach dem Motto: “Tschuldigung Jungs, Ihr seid mir zu seriös. Jetzt wird gebechert.” Früher war YB richtig sympathisch.

  8. Harvest sagt:

    Nährt und stärkt
    Stopft nicht

    Jetzt weiss ich nicht, ob das dick macht.

    Egal, ich bin dabei, Frau xirah. Santé!

  9. all white sagt:

    Am schönsten finde ich die Werbung für den “Puma Atom” – schlüpfen Sie unverbindlich hinein…

  10. spitzgagu sagt:

    Wahnsinnsserie, merci Herr Shearer.

  11. nadisna sagt:

    Grossartigstmöglich. Danke!