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Stilvoll absteigen

Briger am Montag den 20. Mai 2019

Immer im Mai steigen Clubs aus den höchsten Ligen Europas ab, so auch aus der Nationalliga A.

Sie alle haben noch die Bilder im Kopf, eine Meute von GC-“Fans” zwingt die Spieler des Grasshopper Clubs, zur Herausgabe der Trikots beim Spiel in Luzern. Das Spiel wird mit 0:4-Forfait gegen die Zürcher gewertet. Doch die Grasshoppers sind natürlich nicht die ersten, die mit Nebengeräuschen absteigen. Nach dem Klick eine Auswahl von Abstiegen aus der Nationalliga A, seit Einführung der Zehnerliga.

Foto: keystone

2003/04: FC Wil: 2003 ukrainischer Investor übernimmt; entlässt als erstes Trainer Andermatt, wechselt während der Saison drei Mal den Trainer, beim Wechsel von Nummer drei zu vier greift er aber wieder auf die Nummer zwei zurück. Wil gewinnt den Cup, steigt aber mit sieben Punkten Rückstand ab, wegen Verstössen gegen die Lizenzauflagen, war den Wilern auch ein Punkt abgezogen worden.

2004/05: Servette FC: Servette, als einziger Schweizer Club noch nie abgestiegen geht im Februar Konkurs. Der Club wird in die 1. Liga zwangsrelegiert, Präsident Marc Roger verhaftet. Nach seiner Entlassung setzt er sich nach Frankreich ab und wird dann in Spanien erneut verhaftet. Erst 2008 wird er verurteilt.

2007/08: Nach schlechtem Start entlässt St. Gallen im Oktober Trainer Fringer. Unter seinem Nachfolger Balakov kann sich St. Gallen in die Barrage retten, verliert dort aber gegen die AC Bellinzona. Im Anschluss an das letzte Spiel im St. Galler Espenmoos helfen die Fans dann gleich bei den Abbrucharbeiten mit.

2010/11: Den FC St. Gallen verlassen in der Sommerpause zahlreiche Stammspieler. Der Club kann diese nicht wirklich ersetzen. Ende des Jahres wird dann auch noch bekannt, dass sich die Betriebs AG des Stadions in grossen finanziellen Schwierigkeiten befindet. Stadt und Kanton St. Gallen wollten den Verein nicht unterstützen und so war es Präsident Früh zu verdanken, dass er dennoch genug Investoren finden konnte. Die drei Trainer Forte, Contini und Saibene konnten den Abstieg nicht verhindern. Eine 2:4-Niederlage in Bern besiegelt den Abstieg der St. Galler, deren Fans ihre Wut anschliessend am Stadioninventar in Bern auslassen.

2011/12: Es ist die Saison, in welcher der GC Zürich bereits abgestiegen wäre, wenn nicht in Neuenburg ein tschetschenischer Investor gewütet und in Sion die UEFA eingegriffen hätte. Zu Beginn der Saison änderte Besitzer Tschagajew das Xamax-Logo, mit der Namensänderung zu «Xamax Vainach» kam er nicht durch. Der Verein ging Konkurs und kam erst 2018 zurück in die Super League.

2015/16: Ende der Saison erwischt es tatsächlich den FC Zürich. Die Zürcher, die sich mehr oder weniger die ganze Saison nach hinten orientieren mussten lagen noch nach 32 Runden als 8. zwei Punkte vor dem Tabellenletzten Lugano. Als der Abstieg trotz eines Heimsieges am 36. Spieltag feststand, versuchten einige Zuschauer, die Kabine zu stürmen.

2017/18: Als die Super League 2017 nach 19 Runden in die Winterpause ging, lag Lausanne mit 25 Punkten auf einem Europacup-Platz. Acht Punkte betrug die Distanz zum FC Sion. Den schwerreichen Besitzern des Clubs, die den Unmut der Fans auf sich zogen, als Sie das Logo ändern wollten, gelang mit der Verpflichtung Simone Rapps vom FC Thun zudem ein vermeintlicher Transfercoup. In den 17 Spielen im Jahr 2018 gewann Lausanne nur noch 10 Punkte, das letzte Heimspiel wurde nach einem Mini-Platzsturm abgebrochen und Forfait gewertet.

2018/19: Der Grasshopper Club steigt erstmals seit den 1940er-Jahren wieder ab. Die Mannschaft, die nach Thorsten Fink, Tomislav Stipic mittlerweile unter dem Zürcher Abstiegsspezialisten Uli Forte spielt, gewann 2019 noch kein Spiel. Den «Fans» der Grasshoppers gelang es dabei aber immerhin schon zwei Mal ein Spiel abzubrechen.

Nun sind Sie gefragt, liebe LeserInnen. Welche Mannschaften kommen Ihnen noch in den Sinn, wenn es um stilvolles Absteigen geht? Gerne können Sie uns dies in einem Kommentar mitteilen.

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21 Kommentare zu “Stilvoll absteigen”

  1. passiver attacker sagt:

    vhs 2018:

  2. Newfield sagt:

    2015/16: Ende der Saison erwischt es tatsächlich den FC Zürich.

  3. Alleswisser sagt:

    Saison 2024/25. YB steigt ab. Die Reaktivierung von Hoarau und Wölfli kommt zu spät. Dass Nationaltrainer Christian Gross im Doppelmandat auch noch YB übernimmt, funktioniert nicht wie gewünscht. Die ungenügende Arbeit seines Vorgängers Murat Yakin lässt sich nicht mehr aufholen.
    Immerhin verhalten sich die 2’800 Fans im letzten Heimspiel gegen den Meister Lausanne Sports korrekt. Der Hells Angels-Bandidos Sicherheitsdienst im Wankdorf muss sein mitgebrachtes Waffenarsenal nicht einsetzen.
    Das Runde Leder absolviert die Abstiegs-Saison in (gewohnter) Höchstform und wird anschliessend ausgezeichnet mit dem Salzburger Stier und dem Bernischen Kulturpreis.

  4. Harvest sagt:

    Das Runde Leder absolviert die Abstiegs-Saison in (gewohnter) Höchstform und wird anschliessend ausgezeichnet mit dem Salzburger Stier und dem Bernischen Kulturpreis.

    Sehr schön, Herr Alleswisser, ich hoffe, Sie behalten recht. Mit allem.

  5. dres sagt:

    Ui, Herr Alleswisser, das ist jetzt aber YB-Disserei auf allerhöchstem Niveau. Sehr schön. Aber warum eigentlich nicht schon nächste Saision?

  6. spitzgagu sagt:

    Aus der Zeit als die Ligen noch A und B hiessen, sind mir die Jahre 1997 und 1999 besonders in Erinnerung geblieben.

  7. Alleswisser sagt:

    allerhöchstem Niveau

    danke Herr dres

    allerdings ist mir beim YB-Trainer ein Fehler unterlaugen, es war Hakan Yakin (sein Bruder Murat steht ja auch 24/25 immer noch beim FC SIon unter Vertrag). Hakan Yakin war übrigens in der Saison 24/25 bereits der 2. Trainer, nach Ciriaco Sforza ( vom 1. August – 15. August):

  8. PeriphErich sagt:

    Noch zu gestern:
    Das war wirklich schade. Wenn man den FCB nicht schlagen kann, wenn er sich bereits für die CL-Quali zu schonen scheint, dann dürfte das trendige Shirt noch lange aktuell bleiben.
    Auf der anderen Seite hat mir der FCT seit meinen ersten Saisonabis in den 90ern (1. Liga) schon so viel und für unmöglich geglaubte Freude bereitet, dass ich kein Problem damit hätte, nie einen Kübel zu gewinnen.

  9. Frau Götti sagt:

    Abstiegsspezialisten Uli Forte

    Hihi,Herr Briger.

  10. Eigentorschützenkönig sagt:

    Gemäss Werbung drüben beim “Bund” ist alles ganz anders.

  11. Eigentorschützenkönig sagt:

    Erstaunlich, ist der Herr Dres ob der Feierlichkeiten schon ummi auf einschlägigen Branchenportalen am posten.

  12. Frau Götti sagt:

    Diese Thuner sind doch Titel gar nicht gewöhnt und jetzt völlig überfordert, Herr Eigentorschützenkönig.

  13. dres sagt:

    WIR HABEN GEWONNEN!!! SIEG SIEG SIEG!!!!
    War ich eigentlich gestern wirklich so durch, dass ich das Siegtor nicht gesehen habe? Egal, ich hätte es dem Basler auch gegönnt.

  14. Problemfan sagt:

    Herr Dres, sie haben gesiegt.

    Moralisch.

  15. Rrr sagt:

    Ich hätte es beiden Mannschaft gegönnt! Schade, konnten sie nicht unentschieden spielen und dann den Pokal gemeinsam in die Höhe heben, das wäre mal ein eindrückliches Zeichen für den Frieden gewesen!

  16. Val der Ama sagt:

    In der Tat eindrücklich, Herr Rrr. Oder in Anbetracht des Dargebotenen hätte man auch beide Mannschaften direkt absteigen lassen können. Schade.

  17. nadisna sagt:

    So, nachdem nun auch alle diejenigen, die insgeheim oder offensichtlich eine gelb-schwarze Allergie haben, ihre Plattform bekommen haben, können wir uns wieder den wirklich wichtigen Themen zuwenden. Hopp YB!

  18. Shearer sagt:

    Das, wo Frau Nadisna sagt.

    YOUNG!

  19. passiver attacker sagt:

    protesters!

  20. nadisna sagt:

    BOYS OLÉ!!!

  21. Lars: L sagt:

    das wäre mal ein eindrückliches Zeichen für den Frieden gewesen!

    Und fürs Klima! Und für Ueli Maurer!