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Gefährliche Gegenkopplung

Val der Ama am Freitag den 8. März 2019

Kevin Grossenbacher hat sich die Sportschau angeschaut.

„Es ist ja so, dass ich trotz all dem Uni-Stress durchaus Momente des Innehaltens und der Kontemplation suche und finde. So auch vergangenen Samstag, als ich mir nach längerem Studium verschiedener Theorien der volitionalen Selbststeuerung ein paar Minuten vor dem Fernseher gegönnt habe. Ja, wir haben so ein Gerät in unserer WG, soviel Retro muss sein. Als Referenz an die vielen Leser*innen dieses Blogs habe ich mir die Sportschau angeschaut. Während der Zusammenfassung des Spiels Stuttgart-Hannover war für einen kurzen Augenblick dieses Bild zu sehen. Dies war die Botschaft der Fan*innen von Hannover an die Fussballspielenden auf dem Platz!

Ich war konsterniert, denn schliesslich sollten wir Fussballfan*innen unsere Teams doch unterstützen und als zwölfte/zwölfter Mann/Frau zum Sieg anfeuern. Diese so genannten Fussballfan*innen haben aber noch vor der Partie ein derart negatives Transparent gestaltet und noch während des Spiels haben sie gleichsam einer extrapunitiven Frustrationsreaktion ihre chronisch-negativen Emotionen derart öffentlich manifestiert. Wir wissen, dass extrinsische Motivation demotivierend wirkt und können uns deshalb vorstellen, wie injuriös eine solche Proklamation auf die Spieler*innenpsyche wirkt. Ich formuliere es mal ganz konkret: Da ist einerseits die Erwartungshaltung der Trainerfachpersonen, der richtigen Fan*innen und andererseits werden solche Plakate gezeigt: Die Stärke des Drucks zur Dissonanzreduktion muss gewaltig sein, die Spieler*innen können nur verlieren. Und selbst wenn die Fussballspielenden objektiv in der Lage sind, mit der Herausforderung angemessen umzugehen, kann die öffentliche Verbreitung solcher Botschaften zu unerwünschten Änderungen in den Verhaltensweisen der Empfänger*innen dieser Informationen führen, die selber den prognostischen Gehalt dieser Informationen verstärken oder reduzieren.

Wenn die Fussballfan*innen die Spieler*innen wirklich unterstützen wollen, dann gilt es, sich mit den verschiedenen Facetten des Hoffnungsbegriffs vertraut zu machen. In der Hoffnung drücken wir unsere Wünsche aus. Sie ist die bestmögliche Realität, die Perfektion. Sie ist immer da, viel weniger austauschbar und viel weniger greifbar. Aber sie ist stark und lässt sich nicht so leicht vertreiben. Wer den Unterschied zwischen Erwartung und Hoffnung kennt und Ersteres so weit unten wie möglich hält, der kann glücklicher und erfolgreicher werden als andere. Getreu dem Motto: Erwarte nichts, bekomme alles.“

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21 Kommentare zu “Gefährliche Gegenkopplung”

  1. Shearer sagt:

    Genau das hat mir mein Guru auch erzählt, wenn ich alles richtig verstanden habe.

  2. dres sagt:

    Es fehlen Quellenangaben und Fussnoten. Bitte Proseminar wiederholen, Herr Kevin. Inhaltlich wäre der Text sonst super.

  3. Bäne II sagt:

    2,5 ECTS Punkte. Wobei ich eher auf Plagiat tippe. Ein Fall für die RL-Beitragspolizei?

  4. Doppelhalterbastler*in sagt:

    Einfach das V streichen. Fertig.

  5. Gleichstellungsbeauftragte*r sagt:

    Sehr schön geschrieben Herr Grossenbacher. Ich wusste es bereits als Sie mein Seminar besuchten, dass Sie ein hoffnungsvolles Talent für die Gleichstellung sind.

  6. spitzgagu sagt:

    Schöner Beitrag zum Frauinnentag. Guten Morgen.

  7. Rrr sagt:

    als zwölfte/zwölfter Mann/Frau

    Was ist mit Transgender? Und was mit Menschen*, die kein Geschlecht haben oder ein unbestimmtes? Warum sprichst Du die nicht an, Kevin?? Hallo????

  8. Swiss Re sagt:

    Pah, alles alter Zopf. Es gibt keine Frauen und schon gar keine Männer mehr.

  9. Herr Maldini (C) sagt:

    Erwarte nichts, bekomme alles.

    Es ist noch nicht so lange her, da fuhr ich mit diesem Motto bei meinem Erstklub hervorragend.

  10. Val der Ama sagt:

    Wem sagen Sie das, Herr Maldini. Und jetzt haben wir uns plötzlich mit der Stärke des Drucks zur Dissonanzreduktion herumzuschlagen, es ist schon nicht einfach.

  11. Briger sagt:

    OT: Hallo, Herr Hermann.

  12. Hermann sagt:

    Keine Ursache, Herr Briger. Ich helfe doch gerne. Elegant, wie sie diesen Trick gleich auf der Ebene der sportlichen Leitung anwenden. Es würde mich nicht Überraschen, wenn sie jetzt dadurch sogar Schweizer Meister würden.

  13. nadisna sagt:

    Das tönt ganz kompliziert, das alles.

    Hopp YB!

  14. tifosi sagt:

    Die Hoffnung ist so stark, dass sie selbst die Dummen überlebt. Habe ich irgendwo mal gelesen,

  15. Alleswisser sagt:

    Als Referenz an die vielen Leser*innen dieses Blogs habe ich mir die Sportschau angeschaut.

    sehr schön Herr Grossenbacher. Ich hoffe nur, dass Sie nachmittags die RL-BuLi-Sperrzeit eingehalten haben.

  16. passiver attacker sagt:

    so, das war doch eine recht ereignisreiche fussball woche.
    meine persönlichen höhepunkte waren:

    die einwechslung von herrn yapi und die pfiffe der zahlreichen ybfans am samstag auf dem spitz.

    die sexy, leicht arrogante nonchalance des serienmeisters, mit der hier auf das cupout der yb bern reagiert wurde.

    und einen musikalischen hinweise auf den dritten höhepunkt finden sie hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=akZtNqvcacA

    allerseits ein frohes wochenende!

  17. Je sagt:

    Sie schauen Donna-Leon-Krimis, Herr p.a.?

  18. passiver attacker sagt:

    krimis sind mir viel zu gruselig, herr je.
    ich bin eher so der rosamunde pilcher typ.

  19. Zürischnurre sagt:

    Olé, olé Ajax, olé, olé……Herr p.a.

  20. Briger sagt:

    Danke Herr Hermann. Ich weiss nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber im Cup drücke ich Luzern voll die Daumen!

  21. dres sagt:

    Nein, thun Sie voll nicht.