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Des Strudels Kern

Rrr am Dienstag den 19. Februar 2019

Unsere Kolumnistin berichtet von ihrem Besuch im Wankdorf.

“Vorgestern ging ich mit dem Hildi wieder einmal an einen YB-Match. Es hat uns gut gefallen, das Wetter war aber auch prächtig! Leider ist das Verpflegungsangebot aus gesundheitlicher Sicht nicht über alle Zweifel erhaben, wie ich als pensionierte Hauswirtschaftslehrerin an dieser Stelle festhalten muss. Deshalb packte ich nach 30 Minuten meinen mitgebrachten Apfelstrudel aus und fragte das Hildi, ob sie auch ein Stück möge.

“Aber das sind ja drei Stück!”, rief das Hildi aus. “Wir sind doch nur zwei.”

“In der Tat”, erwiderte ich. “Da herrscht ein Ungleichgewicht. Fast wie auf dem Rasen da unten.”

“Wie meinst Du das?”

“Sieh doch nur”, sagte ich: “Der FC Zürich spielt mit zwei Sechsern, Domgjoni und Sertic, und einer hängenden Spitze, Marchesano. YB hingegen lediglich mit zwei zentralen Mittelfeldspielern, Sow und Lauper. Bei dieser Konstellation müssten Nsame oder Assalé abwechselnd im Mittelfeld aushelfen, um ein Übergewicht der Zürcher zu verhindern. Aber das klappt leider bislang nicht gut.“

“Jesses”, rief das Hildi. “Die Zürcher haben also im Mittelfeld mehr vom Kuchen?”

“Ganz genau. Aber ich sehe gerade, Herr Seoane ruft Assalé zu sich. Vermutlich wird er ihm sagen, er solle auf den Flügel rücken. Fassnacht sollte sich in die Mitte verschieben, als hängende Spitze. Dann sind drei Zürcher gegen drei Berner – Problem gelöst. Schau, die Buben haben es schon begriffen:”

Das Hildi biss zufrieden in den Apfelstrudel. „Jetzt kommt es gut! Aber dieser Fussball ist heutzutage schon wahnsinnig kompliziert.“

In der Tat, dachte ich. Und so schwieg ich lieber, als Garcia nach 75 Minuten eingewechselt wurde und YB auf ein 3-4-3 umstellte, denn Garcia kam ja hinten links rein (wie gegen Juve!), Benito rückte in die Innenverteidigung mit von Bergen und Wüthrich, so dass Herr Seoane also einerseits die Innenverteidigung verstärkte und andererseits den Aussenspielern Schick und Garcia die Freiheiten gab, sich in der Offensive einschalten zu können und dennoch mit drei Innenverteidigern abgesichert zu sein, aber ich wollte das Hildi nicht unnötig belasten.

“Was meinst Du, wollen wir das dritte Stück Apfelstrudel teilen?”

“Das ist eine blendende Idee, Margrit, dann herrscht auch zwischen uns wieder ein Gleichgewicht”, lachte das Hildi und schenkte mir noch ein Pfefferminztee aus ihrer mitgebrachten Thermoskanne ein. “Wohl bekomms!”

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32 Kommentare zu “Des Strudels Kern”

  1. Natischer sagt:

    Apfelstrudel und Thermoskanne? Was sind das bloss für Eingangskontrolle in Ihrem Sektor, Frau Rüegsegger-Wüthrich?!

  2. Durtschinho sagt:

    Wer weiss, was das alles „mitgebracht“ hat – ältere, freundliche Dame, violetter Schimmer im Haar, die gute Perlenkette um – und dann zünden sie die derbsten Stinkfackeln, wir kennen das ja.

  3. Durtschinho sagt:

    Also das Hildi.

  4. Margrit Rüegsegger-Wüthrich sagt:

    Der freundliche Herr vor dem Drehkreuz hat uns gesagt, wir Grosis hätten sicher nichts Verbotenes dabei, und da hat das Hildi gekichert. Dann liess er uns passieren.

  5. Bäne II sagt:

    Möchten Sie sich nicht bei Herrn Spycher als Video Assistant Coach (VAC) bewerben, Frau Rüegsegger-Wüthrich?

  6. nadisna sagt:

    Äiäiäi. Jetzt habe ich doch glatt Strickfackeln gelesen.

    Gerry ist ein Taktik-Antizipierfuchs sondergleichen, wie das Hildi völlig richtig erkannt hat.

    Auf jeden Fall bin ich äusserst froh, haben wir Gerry und nicht diesen oder jenen…Sie wissen schon.

    Guten sonnigen Tag!

  7. dres sagt:

    Frau Margrit Rüegsegger-Wüthrich und Hildi sind kompetenter als alle so genannten “Experten” zusammen hoch drei. Aber was hat sie genau gesagt, so kurz zusammengefasst? Dortmund nervt langsam.

  8. Rrr sagt:

    Was haben Sie denn mit Dortmund am Hut, Herr dres?

  9. spitzgagu sagt:

    Ich würde gerne ein Stück von Frau Rüegsegger-Wüthrichs Strudel versuchen. Guten Morgen.

  10. dres sagt:

    Keine Ahnung, Herr Rrr, ausser dass der Dortmunder wie etwa 37 andere meine Unterstützung hat. Seit 1984 genau.

  11. Frau Götti sagt:

    Also ich denke, wir müssen uns überhaupt keine Sorgen machen, bei diesem klaren Überhang.
    Mein Lieblingsgötze muss die Dinger nur einmal wieder reinmachen.

  12. Newfield sagt:

    Kernige Analyse, Frau Rüegsegger-Wüthrich, einmal mehr Respekt. Einziger kleiner Einwand meinerseits: Kaffee wäre zum Strudel doch passender? (Wobei die Nerven im Stadion natürlich sowieso schon ein wenig gereizt, klar.)

    But anyway, OT (aber weil passend zum Jubiläum -> siehe Fussnote) noch mein Lieblingsbild vom besprochenen Match:

    __________________

    Frau nadisna, 17.2.19:
    … und übrigens wurde weiw diese Woche 1 Jahr alt. Happy Birthday und bleib wie du bist 😉

  13. Heinz Einz sagt:

    Und Dresden, Herr Dres, daher der Name. Oder ist der wegen dem Sportchef des FT Thun?

  14. Frau Götti sagt:

    Und überhaupt, mein Herrr, schöner Beitragstitel.

  15. dres sagt:

    Und alles wo Frau Götti sagt. Wie immer.
    Und nein, Herr Einz, Dresden nicht. In der DDR finde ich höchstens FKK sympathisch, falls das noch stattfindet.

  16. Alleswisser sagt:

    Weltklasse-Analyse von Frau Margrit Rüegsegger-Wüthrich, besten Dank. Ich ziehe aus Respekt meine Goalie-Schirmmütze und wünsche der rüstigen Rentnerin einen sonnigen Tag.

  17. Sergio Ramos Superstar sagt:

    Warum Dortmund, Herr Dres? In den anderen Ländern stehen Sie doch mehr auf Loser-Klubs. Wie wärs in der Bundesliga mit Hannover? Oder Nürnberg? Oder Augsburg, das wäre etwa das Pendant zu Thun. Ein Klub, den niemand braucht und der aus rätselhaften Gründen trotzdem immer noch oben ist.

  18. Margrit Rüegsegger-Wüthrich sagt:

    Besten Dank, junger Mann.

  19. Geni Meier 2 sagt:

    Ich staune immer, was die ältere Dame so alles sieht auf dem Schutplatz. Und ich würde nicht mal mein Strickzeug reinbringen. Weiw.

  20. dres sagt:

    aus rätselhaften Gründen

    Rätseln Sie weiter. Am Kiosk gibt es sonst noch so Heftli zum Üben.

  21. Natischer sagt:

    Zum Räzeln geht man natürlich in den Geoblog, Herr dres.

  22. dres sagt:

    Finde ich auch, Herr Natischer. Aber bei der blauen Stunde muss ich tatsächlich länger grüblen.

  23. spitzgagu sagt:

    Herr Rrr, haben Sie die heutige Titelseite des Blicks schon eingerahmt und aufgehängt? Also nur die obere rechte Ecke, meine ich.

  24. Rrr sagt:

    Wir haben uns getrennt, Herr spitzgagu. Sie ist jetzt mit Herrn Shearer zusammen.

  25. spitzgagu sagt:

    Oh, das tut mir leid.

  26. Shesrer sagt:

    Mir nicht.

  27. Durtschinho sagt:

    Ich kann wie nicht mitreden, weil ich den Blickaushang nicht gesehen habe. Jetzt muss ich mich halt mit der Onlineausgabe behelfen und kann nur rätseln: Geht es um Lindsey Vonn? Meghans geheime Reise nach Amerika? Oder doch um Annette?

  28. Durtschinho sagt:

    Falls es Annette war: Seien Sie nicht zu lange traurig, Herr Rrr, sie hätte am Wochende eh nie Zeit gehabt für einen ausgedehnten Spaziergang oder einen Brunch, immer Arbeit, Arbeit, Arbeit im Stadion, Sie wären langfristig nicht glücklich geworden mit ihr!

  29. spitzgagu sagt:

    Ach ich weiss nicht, Herr Durtschinho. So ein beziehungsfreier Sonntag ist doch eine gute Sache. Da kann Mann was für sich unternehmen., Basteln zum Beispiel. Oder Rothrist.

  30. Durtschinho sagt:

    Auch wieder wahr, Herr spitzgagu. Oder Bastelnachmittag in Rothrist.

  31. spitzgagu sagt:

    Was bastelt man so in Rothrist? Kerzenständer?

  32. Durtschinho sagt:

    Es gibt ja den “Fischkleister-Friday”, fragen Sie den Chef für Details, aber das sei sehr beliebt!