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Gediegen glotzen

Herr Shearer am Donnerstag den 28. Juni 2018

Der spinnt, der Holländer.

Stein Spijkerman liebt die WM – obwohl sein Team dieses Jahr bekanntermassen aufs Mitmachen verzichtet. Trotzdem – der 64-jährige Buchhändler aus Eindhoven will keine Minute verpassen und ist auf Nummer sicher gegangen. Wie immer hat er nicht nur einen Monat Ferien genommen, sondern sich gleich auch noch eine Wohnung für die Zeit gemietet. Dort verbringt er jetzt die Tage vor dem Fernseher, damit er alle 64 Spiele ungestört geniessen kann.

“Die Leute nennen mich einen Nerd, wenn ich ihnen erzähle, dass ich mich während den grossen Turnieren in eine Wohnung zurückziehe um alle Spiele in Ruhe schauen zu können. Dann fragen sie: auch die Partien der Aussenseiter, Stein? Ja, genau diese Spiele! Die grossen Fussballnationen kennen wir alle, aber Österreich – Japan, einfach als Beispiel, das find ich jetzt gerade einen Höhepunkt.”

Normalerweise verbrachte Spijkerman die vier Wochen in Zaandvoort, jetzt hat er sich für Scheveningen entschieden, denn dann kann er jeweilen am Morgen noch sein Kind in Den Haag sehen. Seine Freundin wohnt in Haarlem und kommt ihn ab und zu besuchen. “Es ist aber nicht die Absicht, dass sie oft kommt. Wir haben da Vereinbarungen getroffen, auch sie darf während des Spiels nur über Fussball sprechen. Bevor man sich nämlich vergisst, spricht man sonst über die Aktionen bei Albert Heijn (niederländischer Detailhändler). Das ist nicht Sinn und Zweck einer Fussball-Retraite.”

Dass die Holländer nicht mitmachen, ist für den Fan von PSV kein Problem, er sei mehr Fussballliebhaber als Oranje-Fan. Als Holland 1994 auf Brasilien traf, sei er sogar für Brasilien gewesen – damals spielte dort Romario im Sturm. Mit dem Ajax-gefärbten Nationalteam dieser Tage hatte er damals deutliche Mühe.

Wenn Sie gerne noch einen Blick in Meneer Spijkermans Loge werfen möchten, dann klicken Sie hier.

Foto: de Volkskrant

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27 Kommentare zu “Gediegen glotzen”

  1. Rrr sagt:

    Österreich-Japan fand ich auch sehr interessant.

  2. Shearer sagt:

    Die Holländer haben die Orientierung komplett verloren, muss man leider feststellen.

  3. zuffi sagt:

    Also nach einem Monat Dauerkiffen in einem Single-Mann-Kabäuschen ist es doch erstaunlich, dass er Japan noch gewusst hat.

  4. Durtschinho sagt:

    Soweit ich das beurteilen kann, ist Toni Vescolis Niederländisch akzentfrei.

  5. Herr Maldini (C) sagt:

    Bei Herrn Spijkerman ist es ähnlich wie auf der RL-Redaktion. Nur dass wir manchmal noch etwas arbeiten müssen.

  6. spitzgagu sagt:

    Geile Siech, dieser Stein. Und Österreich hat mir diese WM gut gefallen, weniger Niederlagen als Deutschland jedenfalls.

  7. Stein Spijkerman sagt:

    aber Österreich – Japan, einfach als Beispiel,

  8. Albert Rum sagt:

    Gruppen-, nicht Bei-, lieber Herr Spijkerman, es heisst Gruppenspiel.

  9. dres sagt:

    Ich sehe jetzt wie die Sensation nicht. Ich habe vor 37 Jahren das Doha Marriot gebucht. Wer nicht so weit voraussieht sollte gar nicht mehr Fussball schauen. MM

  10. Jules sagt:

    Herr Rrr, der gemeine Schwede gibt sich sehr siegesgewiss! Kenner sind ehre zurückhaltender… Mir macht mehr der innerfamiliäre Graben zu schaffen. Frau Jules und Tochter für die Schweden, Herr Jules und Sohn für die Schweiz (… und YB). Lungert hier ein kompetenter Scheidungsanwalt herum?

  11. Briger sagt:

    Apropos interessant.
    „Heute finden keine interessnten Spiele statt“, hiess es vorhin im Büro. Ich konnt gerade noch einwenden „Polen-Japan“, ehe ich noch knapp „und Panama – Tune..“ japsen konnte, dann bin ich zusammengebrochen.

  12. Sgt.Pepper sagt:

    innerfamiliäre Graben

    Zügeln Sie doch dem Weltfrieden zuliebe temporär zu dem Holländer Herr Jules. Winwin sozusagen.

  13. Val der Ama sagt:

    Innerfamiliärer Graben wegen YB/FCB könnte ich ja noch verstehen, Herr Jules. Aber wegen einem Länderspiel den Scheidungsanwalt bemühen? Ich weiss nicht, ich würde das extern abklären lassen.

  14. Briger sagt:

    Innerfamiliärer Graben wegen YB/FCB? Wer es soweit kommen lässt, gehört eingesperrt oder gibt es wirklich Leute die bei Hochzeit auf den ersten Blick mitmachen?

  15. Durtschinho sagt:

    Lassen Sie die nachfolgende Vermählung zweier ganz grosser Songs laufen, Herr Jules, und beweisen Sie, dass Ein- besser als Zwietracht und so, und alles wird gut:

  16. spitzgagu sagt:

    Für alle Heiratswilligen resp. -geschädigten sei an dieser Stelle an das Sprichwort mit dem Prüfen vor dem Binden erinnert. Prüfen Sie also intensiv und ausgiebig. MM.

    A propos interessant: Die Gruppe H ist spannend. Ich hätte gerne Senegal und Kolumbien in der nächsten Runde, hege aber auch Sympathien für die Japaner. Kognitive Dissonanz nur Hilfsausdruck. Ich bin jedenfalls schon fast so gespannt wie gestern.

  17. passiver attacker** sagt:

    das graben von gräben wegen eines titels in 32 jahren ist das kalb gemacht. mm.

  18. Harvest sagt:

    Prüfen vor dem Binden

    In welchem Jahrhundert leben Sie eigentlich, Herr spitzgagu? Eine kurze Facebook Recherche reicht füglich.

  19. spitzgagu sagt:

    Eine kurze Facebook Recherche reicht füglich

    Nein. Tut es nicht. Glauben Sie mir, junger Mann.

  20. Jules sagt:

    Also, Frau Jules hat einfach Angst, dass Herr Jules & Sohn bei einem Schweizer Sieg kurz- bis langfristig etwas unerträglich sein könnten. Aber Eintracht ist besser als Zwietracht, indeed Durtschinho!

  21. Newfield sagt:

    Mir macht mehr der innerfamiliäre Graben zu schaffen.

    Hauptsache, die ganze Familie sieht gleichzeitig …

    … das Gleiche, and skål!

  22. spitzgagu sagt:

    Aber ich will mich ja gar nicht verheiraten, Herr Harvest. Dann kann ich dieses Facebookzeugs ja sein lassen.

  23. Harvest sagt:

    Das Facebookzeugs können Sie unabhängig von Ihrem Status lassen.

  24. US-Amerikaner sagt:

    Sweden – Switzerland, one country, one winner.
    Die Lösung für Familie Jules

  25. spitzgagu sagt:

    Zum Glück für die Amis hat sich Swasiland kürzlich einen neuen Namen gegeben.

  26. Frau Prof. v. Mueller-Fridnau sagt:

    Ich habe es erst jetzt gesehen, in der Süddeutschen Zeitung stand heute ein unerhört bedeutsamer Titel:

    28. Juni 2018, 17:17 Uhr

    WM-Aus für Deutschland
    No Sturm, no Drang

  27. Durtschinho sagt:

    Schrecklich, immer diese Anglizismen, nicht wahr, Frau Professor?