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Bauernsohn bei Bayern

Rrr am Samstag den 24. Dezember 2016

Natürlich kann er Kühe melken.

Das macht Carlo Ancelotti heute im Interview mit der Süddeutschen deutlich. Der Bayern-Trainer äussert nicht nur über seine Kindheit als Bauernsohn in Norditalien, sondern auch über …

… die Bedeutung des Fussballs: “Liedholm (Ancelottis Trainer in Rom) vertrat die Auffassung, dass Fussball von allen unwichtigen Dingen die wichtigste sei. Und ich glaube, er hatte recht. Der Fussball mag viele Menschen beschäftigen, aber er bleibt am Ende doch ein Spiel. Manchmal nimmt man den Fussball zu wichtig, als ginge es um Leben und Tod, als wäre so ein Spiel wie eine Schlacht. Das finde ich übertrieben.”

… der moderne Fussball: “Für mich ist das Hauptmerkmal des modernen Fussballs, dass vor allem sehr viel gespielt wird. Es gibt schlicht zu viele Spiele. Und ich glaube, dass es mit dem Wachstum noch eine ganze Weile weitergehen wird. Aber die wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigen schon jetzt die Qualität, weil wir eben immer öfter auf den Platz müssen. Da besteht mittelfristig das Risiko, dass bei sinkender Qualität auch das Interesse nachlässt. Der Fussball könnte sich sozusagen selber fressen. Er wird zu sehr ausgepresst. Weniger Spiele, mehr Qualität, da müssen wir hin.”

… Smartphones: “Durch die sozialen Medien ist die Arbeit für einen Trainer schwierig geworden. Es gibt da dieses Phänomen, das ich ,die Einsamkeit des Smartphones’ nenne. Die Spieler isolieren sich damit. Deshalb vermeide ich inzwischen längere Trainingslager oder Klausur-Einheiten. Wenn die Spieler zu Hause sind, müssen sie mit ihren Frauen und Kindern reden. In Klausur hängen manche drei Stunden am Bildschirm. Als ich noch Fußballer war, gab es im Trainingslager den intensivsten Austausch. Wir spielten Karten, Tischfußball, Tischtennis, vor allem redeten wir miteinander. Jetzt wird fast nur noch beim gemeinsamen Essen geredet.”

… seine Ex-Spieler Ibrahimovic und CR7: “Es gibt den Ibrahimovic und den Ronaldo auf dem Platz, und dann gibt es diese Männer als Personen. Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun. Seitdem Fernsehkameras jede Bewegung, jedes Mienenspiel auf dem Platz einfangen, sind Fussballer in der Tat wie Schauspieler.

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Ein Kommentar zu “Bauernsohn bei Bayern”

  1. Raul sagt:

    Grosser Dank, lieber Rrr!