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Zentrumslastige Unflexibilitäten

Rrr am Dienstag den 3. Mai 2016

Unsere Kolumnistin kennt den besten Trainer der Super League.

Gestern war ich zum Kaffee beim Hildi. “Margrith”, hat das Hildi gesagt und mir ein Basler Läckerli angeboten, “hast Du es gelesen? Der Fischer Urs ist Meister geworden. Das freut mich so für ihn. Der wäre ein prima Schwiegersohn, der Fischer Urs. Schade, ist unsere Marianne schon vergeben.” Das Hildi seufzte, sie kann ihren Schwiegersohn nicht ausstehen.

“Der Fischer Urs ist scho rächt”, habe ich erwidert. “Das ist ein anständiger Mensch, der tut den Baslern gut. Aber leider ist er nicht der beste Trainer der Super League. Der beste ist Giorgio Contini.”

“Jesses!” rief das Hildi aus. “Bisch verruckt worde? Vaduz ist doch Zweitletzter!”

“Ja, Hildi. Aber ohne Contini wären sie längst abgestiegen. Was dieser Trainer aus dem mediokren Kader macht, ist eine grosse Freude.”

“Ja was”, stiess das Hildi hervor.

88“Man hat es bei Vaduz-Basel wieder gesehen, am vorletzten Sonntag. Der Fischer Urs hat am Fernsehen gesagt, seine Mannschaft habe nicht gut gespielt. Dabei war er einfach taktisch überfordert. Contini hat ihn überrascht mit einem 5-2-1-2, wie es im Moment einige moderne Trainer spielen lassen. Fischer hätte darauf reagieren müssen, denn sein zentrumlastiges 3-1-4-2 passte überhaupt nicht, das sah jetzt jeder. Mein Neffe, der Andreas, der mit dem tollen Taktikblog, hats mir gezeichnet.”

“Ich komme überhaupt nicht draus”, schüttelte das Hildi den Kopf.

“Aber dasch doch klar! Herr Fischer hätte auf 4-2-3-1 umstellen müssen, so hätte er das Spiel auf die Seite legen und Vaduz auseinanderziehen können. Dann hätten Embolo und Steffen auch mal 1 gegen 1 gehen können. Aber weil Fischer an seinem unpassenden Konzept festhielt, konnten Embolo und Steffen immer problemlos gedoppelt werden und wurden so neutralisiert.”

Das Hildi griff sich ein Basler Läckerli aus der Guetzlidose. “Also dem Contini sein System ist das 5-2-1-2, habe ich das richtig begriffen?”

“Nicht immer, meine Liebe” entgegnete ich und griff nochmals zum Kaffekännli. “Das ist ja das Verrückte, Vaduz ist das flexibelste Team der Liga. Vorgestern in St. Gallen war wieder alles anderes, dort spielten sie zuerst Raute, dann wieder Dreierkette. 3-4-1-2 beziehungsweise wieder 5-2-1-2.In Bern spielten sie ein 4-3-1-2, was zwar nicht für Punkte reichte, aber sie schossen gegen YB mehr Tore als jedes andere Team in dieser Saison. Diese Vaduzer können alle Systeme! Es wäre wirklich süngelschad, wenn sie absteigen würden.”

“Und dieser Supertrainer wäre dann wieder Challenge League?”

“Ich weiss es nicht, Hildi. Wenn Du mich fragst, sollte ihn der FC Basel als Trainer engagieren. Mit dem Fischer Urs können sie noch hundertmal Schweizermeister werden, dafür reicht die Qualität des Kaders und das Geld allemal. Aber mit dem Contini könnten sich die Basler taktisch weiter entwickeln und hätten auch international wieder etwas zu bestellen.”

“Du bist ja ganz in diesen Contini vernarrt!” rief das Hildi aus.

“Ach was”, entgegnete ich. “Ich stelle einfach fest, dass diese Basler Läckerli, die Du mir zum Kaffee servierst, furztrocken sind. Vielleicht solltest Du da auch einmal über die Bücher.”

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18 Kommentare zu “Zentrumslastige Unflexibilitäten”

  1. imi sagt:

    Frau Rüegsegger-Wüthrich for Chefscout aber subito!

  2. Margrith Rüegsegger-Wüthrich sagt:

    Aber aber, junger Mann, beim BSC Young Boys haben sie doch den Herrn Chapuisat zum Scouten. Der ist sehr gut!

  3. dres sagt:

    Der Urs ist längst passé. Heute regiert der Jeff. Sagen Sie das diesen Kaffeekränzchen-Plappertaschen endlich mal.

  4. Lars Sohn sagt:

    Vergessen Sie

    5-2-1-2

    .

    Punkto Tabellenplatz ist

    4-2-3-1

    das System der Wahl. MM

  5. Margrith Rüegsegger-Wüthrich sagt:

    Herr Saibene leistet in der Tat sehr gute Arbeit in Thun, Herr dres. Dass diese Holzfüsse schon wieder den Abstieg vermeiden konnten, das ist sagenhaft!

  6. dres sagt:

    Danke. Und Frau Gritli, er wäre auch ein ganz passabler Ur-ur-ur-Schwiegersohn für Sie.

  7. Khathran sagt:

    Hallo, Frau Rüegsegger-Dingsbums.

    Leider kann ich Ihre Bilder hier nicht sehen, Herr Newfield.

    Geht mir seit längerer Zeit genau so, was ich als schmerzlichen Verlust empfinde.

    *überleg*

    Haben Sie Ihren Bildserver ins Darknet gezügelt, Herr Bildergott?

  8. Lars Sohn sagt:

    Was die Herren imi und Khathran (lebt!) sagen.

  9. Chat Shit Get Banged sagt:

  10. Chat Shit Get Banged sagt:

  11. Newfield sagt:

    Der wäre ein prima Schwiegersohn, der Fischer Urs. Schade, ist unsere Marianne schon vergeben.

    Herr Fischer anscheinend auch, können Sie dem Hildi sagen, jedenfalls trägt er einen Ring und das Herz auf der Zunge.

    Haben Sie Ihren Bildserver ins Darknet gezügelt, Herr Bildergott?

    Nein, im Gegenteil, vor einiger Zeit (für Herrn Natischer glaubs) mal den Anbieter gewechselt, vor allem auch, weil mir dieser TinyPic auf den Keks ging. Und zu den RL-Redaktionsräumlichkeiten habe ich keinen Schlüssel mehr.

  12. Hängespitze sagt:

    Mit diesem Interview ist auch endlich die leidige Frage nach der Nachfolge von Urs Fischer geklärt. Und nein, es ist nicht Contini.

  13. dres sagt:

    Ein anderes Thema, das die Welt bewegt: Vermutlich wird ja die FIFA demnächst auch das Berner Oberland aufnehmen. Dürften Vali und die beiden Schneuwlys für uns spielen? Das sind eigentlich die einzigen, die uns noch fehlen.

  14. imi sagt:

    Vali und die beiden Schneuwlys

    Nein. Oder gehören die Kantone Luzern und Freiburg nun zum Berner Oberland? Oder geht es nach Heimatort? Sie sehen herr dres, das ist zu kompliziert, die FIFA wird sowas dementsprechend nie umsetzen.

  15. dres sagt:

    Es geht darum, ob sie charakterlich zu uns passen, Herr imi, und das Vogellisi singen können. Das schaffen alle drei.

  16. Val der Ama sagt:

    Ich finde, Sie sollten einen Schlüssel kriegen und dann haben, Herr Newfield.

  17. Lars Sohn sagt:

    Richtig! und er hat, Herr der Ama.