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Tour de Superleague – durch die Fussball-Schweiz in vier Etappen (3. Teil)

Natischer am Donnerstag den 17. Juli 2014

EL 2. Qualirunde Hinspiel: FC Luzern v St. Johnstone F.C. 1:1

TdSL-LogoDie 3. Etappe führte in die Nordwestschweiz.

Also fuhr ich gegen 11 Uhr wieder nach Neuchâtel, wo die 1. Etappe neulich etwas abrupt hatte enden müssen.

Xamax hatte nach dem tschetschenischen Abgang Tschagajews ja mit dem FC Serrières fusioniert und konnte in der 2. Liga Interregional weiterfahren. Nach zwei Aufstiegen hintereinander ist Neuchâtel Xamax FCS für die Saison 2014/15 zurück in der 1. Liga Promotion.

Seine besten Zeiten hatte Xamax jedoch in den Achzigerjahren u.a. unter Gilbert Gress und mit Spielern wie Uli Stielike, Karl Engel, Heinz Herrmann, Don Givens, usw. Werfen wir der Nostalgie halber doch rasch einen Blick in die alte Maladière:

’87 und ’88 wurde dann Xamax Meister. Sympathisch find ich, dass das Stade de Maladière immer noch seinen ursprünglichen Namen trägt. Die meisten andern Clubs haben die Namensrechte verkauft, was zwar schade, aber betriebswirtschaftlich durchaus nachvollziehbar ist, aber dann ist da ja auch noch ein anderes Stadion mit neuem Namen …

Mit dem Regio-Express gings also hinauf nach La Chaux-de-Fonds im oberen Teil des Kantons Neuenburg.

Vom FC La Chaux-de-Fonds weiss ich eigentlich nur, dass die ganz früher mal recht erfolgreich waren, der mir nur als Trainer bekannte Daniel Jeandupeux in der Charrière seine Carrière startete und dass Xamax seine Spiele hier austrug, als die neue Maladière gebaut wurde. Da fielen ja dann manchmal Spiele wegen Schnees aus – Chaux-de-Fonds liegt auf fast 1000 M.ü.M..

Also stieg ich rasch um und fuhr direkt weiter nach Biel/Bienne.

Der FC Biel/Bienne liegt offenbar auf Platz 14 der Ewigen Randliste der NLA/Super League. Er stieg nach weniger erfolgreichen ab 1976 erst 2008 wieder in die NLB auf und blieb seither dort.

 

Das ehemalige Farmteam von YB trug seine Heimspiele bis vorletztes Jahr im Stadion Gurzelen aus, doch ist dieses schon ziemlich heruntergekommen und so verweigerte ihm die Nationalliga die Lizenz. Seither spielt auch Biel auch auf der Maladière in Neuenburg “zuhause”. Am Stadtrand Richtung Grenchen wird derzeit an einer grossen Überbauung gearbeitet: Entstehen sollen ein neues Fussball- und ein Eish****y-Stadion. Ich zeigte der Baustelle Gelb wegen Randsports und fuhr weiter im ICN Richtung Basel.

 

Der ICN Robert Walser hielt dann schon in Grenchen ein nächstes Mal, wo eher suboptimale Erinnerungen an meinen letzten Besuch des Uhren-Cups aufkamen: Die zahlreich anwesende Polizei filmte da lieber mich friedlichen YB-Fan als die Baseler daran zu hindern, mutmasslich der Schlacht am Morgarten nicht unähnlich den Sektor der gelbschwarzen und neutralen Zuschauer zu stürmen. Ich finde es überaus betrüblich, dass solche Vorbereitungsturniere kaum mehr stattfinden können – aus Sicherheitsgründen. Gut, beim örtlichen Turnier von Sascha kamen ja auch noch rechtliche Schwierigkeiten hinzu. YB holte den Uhrencup 2007 letztmals und wurde danach noch dreimal Zweiter. 2013 wurde der Uhrencup zum letzten Mal durchgeführt.

Zugswende in Delsberg. Meine erste Erinnerung an die SR Delémont datiert aus dem Jahr 1982, als diese überraschend bis in den Halbfinal des Schweizer Cups vorstiessen. (Woher kommt eigentlich die weitverbreitete Sympathie für Underdogs?) Seither stieg die SRD immer mal wieder auf und ab und spielt jetzt eben auch in dieser oftzitierten 1. Liga Promotion.

 

In Basel wurde es dann Zeit für ein spätes Mittagessen: In der Brasserie im Bahnhof servierten sie als Menü tatsächlich «Bebbi-Klöpfer mit Rösti». Das musste sein, klar.

 

 

Im Joggeli fanden grad Baggerarbeiten statt, vermutlich hatte das Metallica-Konzert dem Rasen zu sehr zugesetzt. Ein Monsters-of-Rock-Festival war auch Anlass meines ersten Besuchs im Joggeli anno 1991, weil sportlich spielte der FCB damals ja keine grosse Rolle. Man hegte im Gegenteil auch im Oberwallis teils grosse Sympathien für den „Underdog“ FCB, als dieser Mitte der 90er wieder nach oben kam. Etwas, was im Laufe der Jahre, nun ja, nicht unbedingt zugenommen hat. Als Jung-Natischer habe ich verinnerlicht, den damaligen Überflieger GC und Servette mehr so grundsätzlich nicht zu mögen. Das kriegt man dann später halt auch nicht mehr so einfach weg. Andererseits konnte ich der Liste der Teams, die ich etwas weniger mag, seither aber auch einige Vereine hinzufügen. Woher die Aversion der heutigen Sionisten gegenüber YB kommt, weiss und versteh ich, ehrlich gesagt, nicht.

Aarau und das Brügglifeld sollte meine nächste und für heute letzte Station sein:

 

Die 25 Minuten Umsteigezeit reichten haargenau für einen zügigen Fussmarsch vom Bahnhof zum Brügglifeld und zurück. Beim Stichwort ‘Brügglifeld’ denkt man natürlich sofort an den löblichen FCA-Spiess und an Pedro Lenz – und in meinem Fall an meine erste Reise dorthin, die erst 2007 stattfand, als YBs Milicevic nach gefühlten 15 Sekunden des Spiels Rot sah, Portillo noch vor der Pause auch – und YB am Ende trotzdem 1:0 gewann dank Steve Gohouris Kopfball-Treffer. Der Begriff «Brillenblogger» fand m.W. bei diesem Ausflug den Weg zum Runden Leder.
In Aarau möchten sie ja auch schon länger ein neues Stadion hinstellen, doch hat da unlängst wieder einer eingesprochen und die Bauarbeiten verzögert. Das ist da ebiz wie beim Autobahn-Bau im Oberwallis.

Zwischen Aarau und Olten musste ich einen weiteren Doppelt-befahren-Joker ziehen. Und natürlich müsste die Anreise zur 4. Etappe grad nochmal über die selbe Strecke erfolgen …

 

–> 4. Etappe

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33 Kommentare zu “Tour de Superleague – durch die Fussball-Schweiz in vier Etappen (3. Teil)”

  1. Rrr sagt:

    Fantastisch, Herr Natischer!

    Ähm, kennt jemand einen guten Facharzt zur Behandlung eines Scrollfingers? Auf meinem linken Zeigefinger kommt schon quasi der Knochen unter weggeschabten Haut hervor, wenn ich so sagen darf.

  2. tifosi sagt:

    Grande Natischer!

  3. Je sagt:

    RIP Johnny Winter. Der wird mir ziemlich fehlen, muss ich leider sagen!

  4. Problemfan sagt:

    Das ist da ebiz wie beim Autobahn-Bau im Oberwallis.

    Einfach mit weniger Korruption.

  5. Bäne II sagt:

    Biel/Bienne. Spielt ja auch als Stadt eher in der Challenge League

    Wenn Sie nur den Bahnhof besuchen, mag das sein.

  6. Svon Hetz sagt:

    Zwischen Aarau und Olten musste ich einen weiteren Doppelt-befahren-Joker ziehen.

    Puh, Herr Natischer, Mega-puh!

  7. Rrr sagt:

    Wenn Sie nur den Bahnhof besuchen, mag das sein.

    Stimmt, der Rest ist eher 1. Liga Promotion.

  8. Stedtler sagt:

    SR Dölemo, was für Erinnerungen, Kaffi Dölemo (Kafi mit selbst mitgebrachtem Schnaps)gefühlt dort oben immer verloren und den alten Hass der Jurassier auf die Berner zu spüren bekommen ;-)Und kann mich wage an eine 3-5 Niederlage erinnern als Admir Smaijc drei Tore schoss…

  9. Rrr sagt:

    Ah, Herr Stedtler! Damals waren wir glaubs beide auf dem Sportplatz Dölemo, wenn ich mich recht entsinne. Da haben wir den Klassenerhalt gesichert. Das war ein Gaudi!

  10. Stedtler sagt:

    Herr Rr sie haben völlig recht! Dieses Spiel ist mir wahrlich in bester Erinnerung, aber erst nach dem Sie meinem Hirn etwas auf die Sprünge geholfen haben 😉 Die beiden Armenier in Höchstform, da wird meiner einer grad etwas wehmütig

  11. Rrr sagt:

    HURRA! HURRA! ARMENIA!

  12. bärti prytz sagt:

    einfach supi herr natischer.
    biel/ bienne und laschodfoo sind aber, wie der planer gerne sagt, städtebaulich schon interessant.

  13. Pipistrella sagt:

    Einfach grandios, Herr Natischer.

    Der Spiess im Brügglifeld – die einzige Stadionverpflegung, ausser in der AFG Arena, bis dato.

  14. Rrr sagt:

    Ah, Frau pipistrella, wenn Sie gerade im Netz zappeln –

    ich möchte am Samstag die Original Olma Bratwurst zubereiten und zum 4:1-Auswärtssieg der Yambois in St. Gallen verzehren. Kann man die irgendwo in Bern kaufen?

  15. Aarhus GF sagt:

    reiseliteratürler natischer!
    fc grenchen oléolé. grenchen-YB 0:6 anno 1986. platzsturm nach dem spiel nur hilfsausdruck.

  16. Aarhus GF sagt:

    HURRA! HURRA! ARMENIA!

    fand ich zu neufeldzeiten auch. seit dem 0:4 debakel in kopenhagen gegen armenien sehe ich das allerdings ein bisschen anders.

  17. Aarhus GF sagt:

    tami. einmal kursiv wieder rausnehmen.

  18. HTML-Polizei sagt:

    Das kostet dann aber extra, bei dieser Hitze, Herr Aarhus.

  19. Rrr sagt:

    OT: Jetzt offiziell – Herr Natischers Entdeckung von 2007 jetzt bei Real Madrid! Messi Nätu, geile Siech!

  20. nadisna sagt:

    Tolle Tour-de-Football-Unterhaltung Herr Natischer. Danke schön!

  21. dres sagt:

    Herr Natischer, dieser Beitrag freut mich ungemein.
    Sie sind rehabilitiert nach den mageren Zeilen zu Thun.

  22. Bäne II sagt:

    Stimmt, der Rest ist eher 1. Liga Promotion.

    Und bisher habe ich immer geglaubt, Sie seien ein kultivierter Mensch, HerrRrrr. So kann man sich täuschen. Nun ja, wer nur auf UNESO Weltnaturerbe-Plätze steht, dem kann man das nicht verübeln.

  23. Shearer sagt:

    Da will man gemütlich Fussi schauen, und dann ist die internationale Leitung unterbrochen!

    Oh, ORF1 jetzt mit dem klassischen Telefonkommentar!

  24. dres sagt:

    Muss man eigentlich diese Saison im Öiropacöp noch mehr mit Vaduz mitfiebern als sonst, oder ist das nicht obligatorisch?

  25. Shearer sagt:

    Es ist nach der 2:3-Niederlage heute quasi schon obsolet, Herr dres.

  26. dres sagt:

    Mit zwei Auswärtstoren, Herr Shearer? Sie sind offenbar auch kein leidenschaftlicher Ländlefan.

  27. Shearer sagt:

    Aber sicher doch, Herr dres! Ich unterhalte im Ländle mehrere Briefkästen.

  28. dres sagt:

    Oh, ich mache das in Bern und Bermuda, Herr Shearer. Ist fast so exotisch wie Vaduz.

  29. Shearer sagt:

    Hauptsache ist doch einfach, dass es finanziell am Ende für alle stimmt, sage ich dazu immer.

  30. dres sagt:

    …ausser für den bernischen Steuervogt natürlich…

  31. Shearer sagt:

    Für den stimmt es auch. Der kriegt das Geld von unseren Züricher und Zuger Freunden.

  32. Maja sagt:

    @ Herr Rrr, original Olmabratwurst gibts in Bern in jeder anständigen Migros 🙂 Aber bitte ohne Senf essen 😉