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Neulich in Japan (II)

Natischer am Donnerstag den 8. Mai 2014

Während eines rund zweiwöchigen Japanaufenthalts hat sich unser treuer Leser rubensch in verschiedenen Städten und verschiedenen Wettbewerben Fussball angeschaut.

Gruppenphase Asia Champions League, Mittwoch, 16. April 2014, 19.00 Uhr, Nagai Stadium, 12‘037 Zuschauer

Cerezo Osaka – Pohang Steelers 0:2

Anreise
Einfacher als in Osaka kommt man kaum zu einem Stadion. Aus dem Zentrum fährt die M-Linie der Metro direkt unter den Park, der das Nagai Stadion umgibt.

Fankurve Osaka

Stadion
Im Nagai-Stadion haben im Jahr 2002 zwar WM-Spiele stattgefunden, wegen der Laufbahn um den Rasen ist es aber kein wirkliches Fussballstadion. Warum Osaka bei geringem Zuschaueraufkommen nicht im gleich daneben liegenden Kincho Stadion spielt, das viel geeigneter wäre, ist nicht verständlich. Wie in Hiroshima wählt man auch hier lediglich eine Kategorie aus und nimmt dann auf einem der Sitze in eben diesem Stadionbereich Platz. Die beiden Fankurven befinden sich hier direkter hinter den Toren als noch in Hiroshima, wodurch auch eine gute Sicht gewährleistet ist.

Atmosphäre
Cerezo Osaka kann bei Heimspielen in der Liga meist auf mehr Besucher zählen als bei Champions League-Spielen. Das scheint der Stimmung aber nicht zu schaden. Die Hymne vor dem Spiel wirkt inbrünstig und scheint, ohne Näheres zum Inhalt sagen zu können, eine Eigenkreation. Optisch lehnt man sich auch hier stark an Vorbilder bekannter Fanszenen an, so schmückt eine Zaunfahne der Real Osaka Ultras die Kurve. Allerdings versucht man sich aber auch gegen den Stadtrivalen Gamba Osaka – der optisch übrigens eine nahezu perfekte Kopie von Atalanta Bergamo abgibt – abzugrenzen. Osaka City FC ist für die Cerezo-Supporter wohl nur ihr Verein. Bei den Gesängen gehen die Osaka-Fans aber auch mal eigene Wege und geben Melodien zum Besten, die man sonst noch nicht gehört hat. Und sie unterstützen ihr Team auch weiter, als die Niederlage längst besiegelt ist. Für den Gegner aus Südkorea drücken im Stadion etwa 50 Zuschauer die Daumen, die aber kaum auf sich aufmerksam machen. Erfreulich an dieser Champions League-Begegnung: Im asiatischen Fussball scheint man noch nicht alles auf die Karte Event zu setzen, wie das die europäische Schwester immer wieder tut.

Spiel
Die Ausgangslage war für die beiden Teams sehr unterschiedlich. Die Pohang Steelers konnten sich mit einem Sieg definitiv für die nächste Runde qualifizieren, Osaka brauchte einen Sieg, um im letzten Spiel im chinesischen Shandong nicht alles auf eine Karte setzen zu müssen. Cerezo Osaka, dessen Vereinsnamen sich aus dem spanischen Wort für Kirschbaum ergibt, schien ob der Bedeutung des Spiels etwas blockiert. Zwar versuchte Trainer Popovic mit einem offensiven 3-4-3 das Spiel zu bestimmen, nennenswerte Chancen ergaben sich dabei kaum. Auch der wohl bekannteste Spieler Osakas, Diego Forlan, blieb blass und wurde bereits in der Pause ausgewechselt. Diese Auswechslung hatte aber wohl auch taktische Gründe. In der 41. Minute sah Osakas Stümer Minamino nach einem Foul die direkte rote Karte. Wie auch die TV-Bilder bestätigten, wäre er sogar mit Gelb eher hart bestraft gewesen. Weil Pohang zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:0 in Front lag, nachdem der japanische Torhüter nur einen ersten Schuss, nicht aber den zweiten abwehren konnte, war das Spiel für Osaka faktisch gelaufen. Nichtsdestotrotz versuchten sie in der zweiten Halbzeit den Ausgleich zu erzielen, gegen Ende des Spiels auch wieder mit einer eher offensiveren Aufstellung. Daraus zogen aber die Koreaner Profit, die in der 65. Minute mit einem einfachen Spielzug zum 2:0 kamen. Damit war der Ausgang des Spiels endgültig geklärt.

Fazit
Auch wenn es sich um eine Champions League-Partie handelte, der Fussball war höchstens oberer Durchschnitt. Da hilft auch ein Diego Forlan nichts. Stimmungsmässig darf man die Fans von Cerezo Osaka aber durchaus zu den Besseren zählen, auch weil sie im Vergleich zu anderen japanischen Fankurven zumindest etwas Originalität an den Tag legen.

 

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55 Kommentare zu “Neulich in Japan (II)”

  1. dres sagt:

    Danke für den Bericht!
    Ich finde die Kirschbaum-Rosa-Eso-Champions League irgendwie sympathischer als das Gschtürm um Real und den anderen Madrider.

  2. rubensch sagt:

    Der Vollständigkeit halber: Cerezo Osaka hat sich im letzten Gruppenspiel dank eines 2:1-Auswärtssieg bei Shandong doch noch für die K.O.-Runde qualifiziert. Dort treffen sie im Achtelfinal Guangzhou Evergrande (China). Im Hinspiel ging Cerezo aber zuhause mit 1:5 unter. Das Rückspiel findet kommenden Dienstag statt.

  3. dres sagt:

    Danke für die Aufdatierung, Herr Rubensch. Wobei mich schon irritiert, dass der Chinese offenbar nicht nur im Wettbüro Fussball kann.

  4. rubensch sagt:

    Guangzhou ist da auch eher die Ausnahme. Ich hab vor zwei Jahren in China zwei Spiele von Beijing Guoan gesehen. Man würde ja meinen, dass in einer Millionenstadt wie Peking der eine oder andere zu finden sei, der Fussball spielen kann. War nicht der Fall.

  5. Val der Ama sagt:

    Das ist ein sehr schöner Bericht, vielen Dank.

    Ah, und OT: Eben hat mich Mutti der Ama zum Muttitag eingeladen am Sonntag und also muss ich nicht zu YBs Kanterniederlage gegen Basel. Ha! Ha! Ich muss nicht zu YBs Kanterniederlage gegen Basel!

  6. Max Power sagt:

    Herr Sohn, Sie sind ein Grüsel. Dieses Bildli und der Link, ein unflätiger Grüsel.

  7. Newfield sagt:

    12‘037 Zuschauer

    Jetzt müsste mir was Lustiges einfallen im Vergleich zu “12.988 Zuschauern”, fällt mir aber nicht, and cheers.

  8. Hängespitze sagt:

    Wieder ein schöner Bericht, danke. So eine Cerveza Osaka, das wär’s jetzt.

    Die Beschreibung der Fangesänge macht mich neugierig. Gibts da eventuell auch Tondokumente?

    Übrigens: das “skandalöse Quiz” rechts, mit den Nackedeis die fröhlich über den Rasen rennen, da geht es schon auch um YB, nicht?

  9. Rrr sagt:

    Sie sind ein Glückspilz, Herr der Ama. Mir läufts nicht ganz so rund. Ich konnte zwar meine Schwiegermutter im Aargau überzeugen, dass ich sie am Sonntag besuche, aber dummerweise ist sie Basel-Fan und will wahrscheinlich das Fussi am TV schauen. Nun gut, wenn ich zum Anpfiff abreise, bin ich rechtzeitig für die zweitletzte Runde der Primera Division um 19 Uhr wieder zuhause. Wobei, da ist Real ja nicht mehr richtig dabei. Tami, Scheiss Fussball! Pro neues Hobby im Bienenzüchter- oder Schachbereich!!!

  10. Ermine sagt:

    YBs Kanterniederlage gegen Basel

    Och, ein paar Blumen tun’s auch.

  11. Lars Sohn sagt:

    Sie wollen mehr davon, Herr Power? Aber sehr gerne!

    *sing*

    Hail Hail, The Celts are here,
    What the hell do we care,
    What the hell do we care,
    Hail Hail, The Celts are here,
    What the hell do we care now …

  12. Newfield sagt:

    Sie sind ein Glückspilz, Herr der Ama.

    Moment, meine Herren, das ist glaubs ein Missverständnis. Nicht mehr motiviert sein, sich nicht mehr zusammenreissen mögen, das Ende der Saison kaum erwarten können … alles verständlich und OK. ABER nicht mehr ins Stadion gehen, das geht nicht. MM.

  13. Briger sagt:

    Ah stimmt, Celtic.
    Nicht überall war die Fussballsaison Stuhl.
    HeRrr was war die höchste Heimniederlag der YB in der Supi League bis jetzt? Nur damit ich mich drauf einstellen kann, wie viele Goals der Vali machen wird.

  14. Newfield sagt:

    Sie wollen mehr davon, Herr Power? Aber sehr gerne!

    Apropos, Herr Lars Sohn, ich lese gerade …

    … ein must für schottenaffine Schuttfans. Wobei Herr Power in diesem Fall besser bedient
    wird.

  15. Rrr sagt:

    Wir hatten neulich ein 1:6 gegen Basel, Herr Briger. Am 11. Dezember 2005.

    1977 gab es überdies ein 0:6 im Wankdorf, ebenfalls gegen den FC Basel.

    ABER nicht mehr ins Stadion gehen, das geht nicht.

    * überleg * Warum sollte das nicht gehen, Herr Newfield?

  16. Newfield sagt:

    Warum sollte das nicht gehen, Herr Newfield?

    *überleg*

    Tami.

    *überleg*

    Modefans?

  17. Rrr sagt:

    Ja, wahrscheinlich.

    Übrigens:

    Spycher mit Nasenbeinbruch, Nuzzolo wird operiert

    Das 2:2 gegen Aarau hat Spuren hinterlassen. YB-Captain Christoph Spycher zog sich bei einem Zweikampf einen Nasenbeinbruch zu. Sein Einsatz am Sonntag beim Heimspiel gegen Basel ist fraglich.

    YB-Offensivspieler Raphael Nuzzolo erlitt nach dem Tor zum 2:0 bei einem Sturz einen Schlüsselbeinbruch. Der Offensivspieler muss operiert werden und steht YB erst in der neuen Saison wieder zur Verfügung.

  18. Lars Sohn sagt:

    … ein must für schottenaffine Schuttfans.

    Sehr gern, Herr Newfield, wenn Sie’s durch haben.

    Wobei Herr Power in diesem Fall besser bedient wird.

    Lektüren werden nüchtern neutral angegangen, wie wir Tims zu sagen pfelgen.

  19. Val der Ama sagt:

    ABER nicht mehr ins Stadion gehen, das geht nicht

    Aber klar, es ist ja Muttertag.

  20. Rrr sagt:

    Dem feinen Herr Newfield ist Fussi wohl wichtiger als die Müttern dieser Welt!

    * kopfschüttel *

    Und wieviele Young Boys gäbe es, wenn es keine Mütter gäbe, Herr Newfield? Haben Sie sich das auch mal überlegt?

  21. Shearer sagt:

    Meine Güte, und welches arme Schwein muss jetzt ins Stadion?

  22. Briger sagt:

    Man könnte diesen Ladys Day auch am Muttertag machen, aber nein es muss gegen Sion sein.

  23. Rrr sagt:

    Wie wärs mit “Mothers Finest Special Fussi Party” mit MC Widmer?

  24. Wirrkopf Walter sagt:

    Oder einfach weibliche Schiedsrichterinnen, so wie in Brasilien. Da käme ich auch wieder einmal an ein Spiel.

  25. Rrr sagt:

    Haben Sie per Zufall das Redaktionsgras gesehen, Herr Sohn? Gestern war doch noch fast ein Kilo im grauen Schrank hinter der Videosammlung.

  26. Max Power sagt:

    Sehr gern, Herr Newfield, wenn Sie’s durch haben.

    Sehr gern Herr Newfield, wenn Sie’s und der werte Herr Sohn durch haben.

  27. nadisna sagt:

    ABER nicht mehr ins Stadion gehen, das geht nicht. MM.

    Meine Worte. Und man kann durchaus als Mutter oder Tochter am Muttertag ins Stadion. Überhaupt kein Problem. Alles eine Frage der Organisation.

  28. Wirrkopf Walter sagt:

    Lieber Mütterhead als Mothers Finest.

  29. Lars Sohn sagt:

    Haben Sie per Zufall das Redaktionsgras gesehen, Herr Sohn?

    Nein, keine Ahnung.

    *hust*

    Wollen Sie auch einen Zug?

    *jointweiterreich*

  30. Max Power sagt:

    Step up and play each machine seem to say as we walk round and round penny arcade.

  31. Rrr sagt:

    Tami, Herr Sohn, das wollte ich meiner Schwiegermutter zum Geburtstag schenken.

  32. Max Power sagt:

    Diese schottische Liga, Herr Power, taugt die fussballerisch etwas?

    Nicht wirklich Herr Pelocorto. Manchmal wars ganz schön zum anschauen mit tollen Kombinationen. Einige tolle Kopftore nach Standards gabs auch aber sonst ist das Niveau halt nicht das beste.

  33. Dr. Rüdisühli sagt:

    Ah, gerade kommt noch eine aktuelle Meldung herein.

    Wie MeteoNews mitteilt, erreicht uns pünktlich zum ersten Eisheiligen am kommenden Sonntag eine aktive Kaltfront. Sie bringt teilweise dichte Wolken, kräftige Regengüsse mit Blitz und Donner sowie viel Wind.

    Pünktlich zum ersten Eisheiligen am kommenden Sonntag erreicht uns eine aktive Kaltfront mit Ursprung in einem atlantischen Tiefdrucksystem. Sie bringt teilweise dichte Wolken, kräftige Regenschauer gepaart mit Blitz und Donner, sowie stark böig auffrischenden Südwestwind, zum Teil mit Sturmböen im
    Flachland. Auf den Bergen tobt gar ein veritabler Südweststurm

  34. Rrr sagt:

    Einige tolle Kopftore nach Standards gabs auch

    So wie bei Bayern vs Real? Geil.

  35. Max Power sagt:

    So wie bei Bayern vs Real? Geil

    Genau Herr Rrr. Auch waren die Stärkeverhältnisse etwa gleich. Und mit 106 Toren aus 36 Spielen stimmt auch diese Statistik. Mit 102 von 108 möglichen Punkten, da hätte Bayern auch in 36 Anläufen nicht mehr als 3 Unentschieden zustande gebracht.

    Daraus kann der gelernte Statistiker ableiten, dass das Duell zwischen Bayern und Real etwa gleich ausgeglichen war wie die Liga in der die Rangers spielten.

  36. Lars Sohn sagt:

    Tami, Herr Sohn, das wollte ich meiner Schwiegermutter zum Geburtstag schenken.

    900 Gramm davon liegen immer noch im Schäftli von diesem Maldini.

  37. Alleswisser sagt:

    OT: Goalieaufgebot der Deutschen ist ok.

  38. Lars Sohn sagt:

    Oh, ist schon Samstag, Herr Power?

  39. Lars Sohn sagt:

    Dieser Power dreht völlig durch. Könnten Sie nicht hurtig etwas schalten, Herr Baresi?

  40. Max Power sagt:

    Dieser Power dreht völlig durch.

    Nich annähernd so wie die Fans in den Stadien. Speziell wenn die Spielminute berücksichtigt wird Herr Sohn.