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Respect (II)

Frans am Dienstag den 18. Dezember 2012

Was tut der gewiefte Schiedsrichter, wenn ihn ein Trainer auf ein vermeintliches Foul hinweist? Er ignoriert das Geschwätz. Nicht so Serdar Gözübüyük aus Haarlem.

Schiedsrichter Gözübüyük, jüngster und gemäss verschiedenen Wahlen auch bester Schiri der niederländischen Eredivisie schritt am Sonntag während der Partie Groningen – VVV Venlo zur Seitenlinie.

Der Schiedsrichter zeigte dem verdatterten Trainer Maaskant des FC Groningen, nein, keine Karte.

Sondern dies:

Für diese Aktion gab es Lob und verbale Haue.

Die niederländische Trainergarde solidarisierte sich mit Kollege Maaskant.
– Gertjan Verbeek (Trainer AZ): “Eine lächerliche Aktion. Man muss nicht Respekt verlangen, sondern ihn sich verdienen.”
– Ronald Koeman (Feyenoord): “Was ist daran falsch, wenn ein Trainer oder Spieler in so einer Situation auf normale Weise etwas sagt?”
– Frank de Boer (Ajax): “Das war übertrieben. So kenne ich ihn nicht.”
– Jan Challandes Wouters (Utrecht): “Emotionen gehören zum Fussball und wir Trainer wissen meistens genau, wo die Grenze liegt.”

Applaus erhielt der Schiri-Jungstar hingegen von Ministerin Edith Schippers (Volksgezondheid, Welzijn en Sport). Sowie von vielen seiner Berufskollegen, nicht aber von Schiedsrichterobmann Dick van Egmond , der die One Man Show als ungeschickt bezeichnete.

Noch ausstehend sind allerdings die Statements von Königin Beatrix, Premierminister Rutte, Bono Vox und Joseph S. Blatter.

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18 Kommentare zu “Respect (II)”

  1. Massimo B sagt:

    Strano. Wieso mit dem Stoff wedeln, wenn man einen Finger hat?

  2. Briger sagt:

    Nett die Reaktionen der Trainer…

    Offenbar vergisst man die Linienrichtergeschichte noch schneller als damals den Selbstmord von Robert Enke.

  3. Newfield sagt:

    So vom Schiff von der Schweiz aus gesehen: Cool, well done, you Serdar Gözübüyük.

    Zumindest eine (klar, gefühlt schon fast ewige, aber nichtsdestotrotz immer wieder wichtige) Diskussion ausgelöst.

  4. Pelocorto sagt:

    und wir Trainer wissen meistens genau, wo die Grenze liegt.

    Ha, ha, der war gut!

  5. Tom Bombadil sagt:

    “Eine lächerliche Aktion. Man muss nicht Respekt verlangen, sondern ihn sich verdienen.”

    Respect

  6. Frans sagt:

    Offenbar vergisst man die Linienrichtergeschichte noch schneller als damals den Selbstmord von Robert Enke.

    Nun gut, die Aktion von Serdar Gözübüyük war natürlich genau als Erinnerung an diesen Vorfall gedacht. Die Diskussion dreht sich eher darum, ob das ein adäquates oder doch etwas gar theatralisches Vorgehen war. Es gibt wohl gewisse Gründe, darüber zu streiten. Aber keinen wirklich guten Grund, deswegen zu grännen.

  7. flYBoy sagt:

    Die schweizer Schiedsrichter erarbeiten sich vor allem den Respekt, indem sie jeweils gegen YB pfeifen. Das ist meine neutrale Meinung!

  8. Frauns sagt:

    Diese Neutralität ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.

  9. Baresi sagt:

    Im grossen ganzen bin ich mit den Schiedsrichtern sehr zufrieden. Klar, viele von ihnen sind unerträgliche Narzissten, dafür machen sie aber ihren Job fast gratis. Winwin sozusagen, mal abgesehen davon, das Unterbezahlte leichter, ähm, lassen wir das.

  10. Herr Maldini sagt:

    Sie können schon lachen, Herr Baresi.

  11. Frans sagt:

    Ach, Herr Maldini. Früher oder später gleicht sich das alles aus.

    Im Diesseits oder dann halt im Jenseits.

  12. Baresi sagt:

    Gerne erst im Jenseits, Herr Frans.

  13. Briger sagt:

    Ich hab jetzt auch mehr an die Trainer gedacht, Herr Frans. Ob theatralisch oder nicht spielt keine Rolle. Wenn der Schiri pfeift, darf man sich von mir aus als Fan aufregen, aber als Trainer braucht man nicht alles und jedes lautstark zu kritisieren.
    Im Vergleich zu Enke meine ich nur, dass es damals gheissen hat, dass die Sportjournalisten sich etwas zurück nehmen wollen, gerade beim kritisieren von “Torhüterfehlern”. Geklappt hat das vielleicht ein halbes Jahr.
    Man kann nun aber nicht gross Rumerzählen, man wolle sich vorbildhafter verhalten, gerade in Sachen Linienrichter Geschichte, um dann 3,4 Wochem später, wieder in das alte Fahrwasser zurück zu fallen und deshalb finde ich die Aktion des Schiedsrichters gut.

  14. Alleswisser sagt:

    ein Schiedsrichter mit Gel-Frisur geht gar nicht.

  15. Frans sagt:

    ein Schiedsrichter mit Gel-Frisur geht gar nicht

    Und ob! Es geht auch ein Schiedsrichter mit Irokesenschnitt, Zöpfen, Tattoo, Schnurrbart, Koteletten, Edgar Davids-Brille oder rosaroter Unterhose. Das ist doch alles nicht relefant.
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    Schweizerische Aktion gegen Geschmacks- und Stiltalibanitis

  16. Herr Shearer sagt:

    Schweizerische Aktion gegen Geschmacks- und Stiltalibanitis

    Wort, Herr Frans! Höchste Zeit, eine Volksinitiative zur Abschaffung dieser reaktionären Institution zu starten!

  17. Frans sagt:

    Brillante Idee. Dieser anti-reaktionäre Wachtmeischter Schärer soll mal für Ordnung sorgen. Free Hair Style 4ever!

    Wer hat eigentlich diese haarebüchene Kategorie erfunden? Ah, der ist längst entlassen, Gottseidank.

  18. […] solidarisierten sich hingegen mit dem Trainer und fragten nach dem Sinn der Aktion, wie Zum Runden Leder […]