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Wie gewonnen, so zerronnen

Herr Maldini am Donnerstag den 16. August 2012

Südkoreas Olympia-Held Park Jong-Woo ist seine Medaille los.

Südkorea besiegte letzten Freitag im Olympia-Spiel um Bronze Erzfeind Japan mit 2:0. Während Park auf dem Spielfeld den Sieg feierte, hielt er ein Plakat mit der Aufschrift “Dokdo ist unser Territorium” hoch. Japan reagierte darauf leicht irritiert und bestellte den Botschafter aus Seoul ein.

Aber warum diese Aufruhr? Ein kurzer Exkurs: Es geht um ein paar Chempen im Japanischen Meer. Wobei die Südkoreaner lieber hätten, dass man diesem Meer Ostmeer oder so sagt, aber egal.
Wir Europäer sprechen jedenfalls von den Liancourt-Felsen, um keine Position zu beziehen. Südkoreaner reden wie oben geschrieben von Dokdo, Japaner von Takeshima. Zu welchem Territorium diese Felsen genau gehören, weiss niemand so recht. Zur Zeit werden sie von Südkorea verwaltet. Beide Länder streiten sich aber seit Jahrhunderten immer wieder darum. Warum dies früher der Fall war, ist nicht so wichtig. Seit geraumer Zeit wird jedoch vermutet, dass es unter den Felsen Gasvorkommen hat. Deswegen, aber auch aus Prinzip, sind sie also interessant.
Japan war bereits gereizt, weil Südkoreas Präsident Lee vor 6 Tagen die Felsen als erster Südkoreanischer Regierungschef überhaupt betreten hat – natürlich ein Affront sondergleichen. Und am Tag danach dann die Sache mit Park.

Das IOC jedenfalls fand die Sache natürlich auch nicht lustig, da Politik an Olympia bekanntlich nichts verloren hat. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet und das Nationale Olympische Komitee Südkoreas muss sich zur Sache äussern. Sogar die FIFA erwägt, sich Park vorzuknöpfen. Der Verbandsvorsitzende aus Südkorea bedauert den Vorfall zwar, seine Medaille konnte Park trotzdem nicht mit nach Hause nehmen. Und an der Siegerehrung teilnehmen durfte er auch nicht.

Zur Veranschaulichung hier noch ein Bild der Dokdo- Takeshima- Liancourt-Felsen:

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22 Kommentare zu “Wie gewonnen, so zerronnen”

  1. imi sagt:

    Vollkommen bescheuert diese Diskussion um die Felsen! Und dann macht mal ein Fussballer Politik und es kommt so ne Aktion! Da gelobe ich mir den Aläng Sotter!

  2. Herr Lich sagt:

    Schönes Bild. Leider ist nur undeutlich zu erkennen, wie König Alphons der Viertelvorzwölfte mit der einen Hand den Hörer seines goldenen Telefons abnimmt und uns mit der anderen durchs offene Fenster zuwinkt.

  3. Frans (Hollandbeauftragter) sagt:

    Bei dieser Gelegenheit fordere ich mit Nachdruck New York Nieuw Amsterdam zurück. Bedankt.

  4. Johann August Sutter sagt:

    Und Kalifornien.

  5. Uri sagt:

    und uns das tessin bis genua hinunter

  6. Frank sagt:

    Na Ja, der ganze Sachverhalt um diese Felsen wurde hier etwas zu einfach erläutert!! Etwas mehr Recherche wäre angebracht lieber Verfasser…

  7. Natischer sagt:

    Also für meinen Bedarf war genug der Recherchiertiefe, Herr Maldini.

    Oder gibts auch rationale Gründe für den Streit um zwei unbewohnte Inseln, Herr Frank?

  8. Lars: L, Krisenkorrespondent sagt:

    Na Ja, der ganze Sachverhalt um diese Felsen wurde hier etwas zu einfach erläutert!! Etwas mehr Recherche wäre angebracht lieber Verfasser…

    Ganz meine Meinung! Herr Maldini hätte unbedingt auf die 160 Algensorten eingehen sollen.

  9. zuffi sagt:

    Herr Lich macht meinen Tag.

  10. tinel grantig sagt:

    grosses kommentiertennis Herr Lich!

  11. Val der Ama sagt:

    Etwas mehr Recherche wäre angebracht lieber Verfasser…

    Uh nein, reicht völlig.

  12. sitting dino sagt:

    «Es war schön, hier zu gewinnen», sagte der Coach der «Three Lions» nach dem 2:1-Erfolg gegen Italien. «Das Wankdorf hat mir als Stadion immer Glück gebracht, so auch heute.»

    Oh wie schön, er nennt das Kind beim Namen!! Äh, gibt’s eigentlich noch irgendwo Wankdorf-T-Shirts zu kaufen?

  13. Herr Maldini sagt:

    Na Ja, der ganze Sachverhalt um diese Felsen wurde hier etwas zu einfach erläutert!! Etwas mehr Recherche wäre angebracht lieber Verfasser…

    Das ist ja auch kein Felsen-Blog hier, lieber Herr Frank.

  14. Shearer sagt:

    Recherche

    Verdammt, schon wieder ein Fremdwort, das ich nicht kenne.

  15. Khathran sagt:

    Jura libre!

  16. Fanny Canapée sagt:

    Jura libre!

    Jura Libre im Wankdorf

    Doch, diese Aktion hatte Stil!

  17. Val der Ama sagt:

    Fussball mit Zigi und Bier – das waren noch Zeiten.

  18. imi sagt:

    Jura libre!

    Ist das wie Kuba libre nur mit Absinth anstatt Rum, Herr Foodbloger?

  19. Marcelinho sagt:

    @ Sitting Dino: ‘Ich-sag-Wankdorf’-T-Shirts’ – ich könnt noch eins ausgraben. Jetzt bestellen: marcelinho@sunrise.ch

    *

  20. Oli K. sagt:

    Was soll dieses territoriale Geplämpel Geplänkel? Ich schenke Park Jong-Woo einen goldenen Schoggitaler. Der ist sicher mehr Wert als der bronzene Plänkel Plämpel, den er im olympischen Fussballturnier umgehängt bekommen hat.

  21. H. Lange sagt:

    natürlich hatte diese politische aktion an olympia absolut nichts verloren. Trotzdem: die meisten kommentare die ich hier lese, zeugen ganz einfach von totaler unkenntnis der geschichte zwischen korea und japan und noch mehr von unkenntnis der psychologie die zwischen den beiden ländern. Es GIBT gründe weshalb korea darauf besteht dass die inseln koreanisch sind. und abgesehen davon: es gibt JAPANISCHE karten die dokdo als koreanisch ausweisen… ich lebe seit 2 jahren in korea und habe gelernt dass man- wenn man das land hier verstehen will- die westliche bzw schweizerische sicht mal zurückstellen muss.
    Auch mir ist so ein territorialstreit irgendwie fremd und kommt mir absurd vor. Aber mal ehrlich, gab und gibt’s bei uns in der CH nicht auch solches geplänkel zwischen kantonen- di ja immerhin zum selben staat gehören? JU-BE zB als ich ein Kind war. Da durfte man nicht mit einem Berner Fähnli am Velo durch den Jura radeln. Ist doch auch schräg, oder?

  22. Flashback von Herr Je sagt:

    König Alphons der Viertelvorzwölfte mit der einen Hand den Hörer seines goldenen Telefons

    Oléolé, Herr Lich!