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Schlafstörungen

Herr Pelocorto am Samstag den 4. Dezember 2010

Fussball geht mir nahe. Wenn Arsenal, Real Madrid oder GC verliert, bin ich enttäuscht. Schlimm sind die Spiele, die unglücklich oder leichtfertig verloren gehen, das wühlt mich auf und macht mich wütend. Es arbeitet in mir. Wieso trifft Hajrovic das Tor einfach nicht? Kann Salatic wirklich keinen anständigen Pass spielen? Und warum gelingt den Tessinern aus dem Nichts ein Bilderbuchkonter?

Schnell einschlafen nach solchen Spielen? Sie träumen wohl. Meine Gedanken kreisen um das Spiel und statt Schafen zähle ich verpasste Chancen. Das Endergebnis sehe ich am anderen Morgen nochmals im Badezimmerspiegel.

Es gibt aber auch Niederlagen meiner Teams, nach denen ich tadellos schlafe. Sie kennen solche Spiele sicher auch. Schon wenige Minuten nach dem Anpfiff spüre ich, das wird heute nichts, die Mannschaft ist kollektiv mit dem linken Fuss aufgestanden, nach vorne gelingt kaum etwas, im Mittelfeld gehen die Bälle verloren, die Aussenverteidiger werden überlaufen und die Innenverteidiger stehen zu weit weg vom Gegner. Das erste Tor fällt schnell und mein Team verliert klar und verdient. Die Chancenauswertung? Von welchen Chancen meines Teams sprechen wir? Der Gegner war gut organisiert, individuell besser und als Mannschaft effizienter, kurz: deutlich überlegen. Wenn alles so klar ist, dann wühlt mich auch nichts mehr auf.

El Clásico am Montagabend war so ein Spiel. Real Madrid hatte nicht den Hauch einer Chance gegen einen leuchtenden FC Barcelona und der hohe Sieg geht diskussionslos in Ordnung. Nachbessern bitte, Herr Mourinho! Am 17. April 2011 möchte ich gerne die Weissen siegen sehen.

Sicher ganz schlecht geschlafen diese Woche hat das Bewerbungsteam für England 2018. Es kam schon in der Nacht vor der Vergabe zu wenig Schlaf, weil es die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees bis zum Schluss von den Vorteilen ihrer Bewerbung überzeugen wollte. Allein, es half alles nichts. Die Weltmeisterschaft in England wäre ein Anlass für die Fans geworden, aber die FIFA hat nicht nur die Fans im Auge.

2010-12-04_FIFABetrachtet man die Stimmabgaben des Komitees, wird klar, dass die Meinungen von Anfang an gemacht waren, und sie hatten weder mit der Qualität der Bewerbungen noch mit den abschliessenden Präsentationen etwas zu tun. Bei einem absoluten Mehr von 12 Stimmen waren Russland und Katar beinahe schon in der ersten Runde gewählt, und England und Australien sind die ganz grossen Verlierer.

So zu entscheiden, ist das gute Recht der FIFA. Wirklich störend an der ganzen Sache sind für mich die Hoffnungen, die die FIFA mit dem Bewerbungsverfahren bei den Bewerbern und ihren Fans weckt. Das ist weder «For the Game» noch «For the World» und muss unbedingt geändert werden. Eine Verlosung wäre fairer und transparenter und die unterlegenen Fans könnten nach der Vergabe vermutlich besser schlafen.

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8 Kommentare zu “Schlafstörungen”

  1. Khathran sagt:

    Waren Sie auch schon beim Arzt, Herr Sueñocorto?

  2. newfield sagt:

    Sie kennen solche Spiele sicher auch. Schon wenige Minuten nach dem Anpfiff spüre ich, das wird heute nichts, die Mannschaft ist kollektiv mit dem linken Fuss aufgestanden, nach vorne gelingt kaum etwas, im Mittelfeld gehen die Bälle verloren, die Aussenverteidiger werden überlaufen und die Innenverteidiger stehen zu weit weg vom Gegner. Das erste Tor fällt schnell und mein Team verliert klar und verdient.

    Ja. Und ich wünschte, ich könnte heute besser tagträumen, als es mir bis jetzt gelungen ist.

  3. Rrr sagt:

    El Clásico am Montagabend war so ein Spiel.

    Ich erwarte heute eine Reaktion gegen Valencia. Gracias.

  4. JBIII sagt:

    Hallo Samichläuschen!

  5. newfield sagt:

    Ich erwarte heute eine Reaktion gegen Valencia.

    Naja, das ist halt dann so (wenig befriedigend), wie wenn wir beispielsweise heute in Basel verlieren würden und gegen St. Gallen eine Reaktion erwarten täten. Und sogar bekämen.

  6. newfield sagt:

    Tamiklaus, wir reden hier über Fussball, Sie Ajaxtauchsieder, Sie.

    Sorry, ich bin ein wenig angespannt. ABER TROTZDEM!

  7. JBIII sagt:

    Auswärts in Basel darf man ruhig mal verlieren, meneer Nieuwveldt, einfach nicht gerade Madridmässig mit 0-5.

  8. newfield sagt:

    Das weiss ich auch! Bin aber trotzdem dagegen und das … ach … hallo Sir Samiklaus!