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222

Herr Pelocorto am Samstag den 2. Oktober 2010

An meinem Arbeitsplatz sind wir Hopper im Vergleich mit den FCZ-Fans in der klaren Minderheit, aber das hält uns nicht vom Sticheln ab. Schliesslich liegen wir im ewigen Vergleich deutlich vorne und auf den Mund gefallen sind wir schon gar nicht.

Am Montag steht Kollege G. am Kaffeeautomaten, ein Ur-FCZler. So eine Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen: «Bitter, dass Ihr Euer Heimspiel gegen die Basler grad mit 1:4 versiebt habt; diese Basler wären doch zu packen gewesen, oder nicht? Und das Ganze mit zwei Mann mehr auf dem Platz, ts, ts.». Wir haben schliesslich in der Woche zuvor mit einem Rumpfteam auswärts den Baslern ein 2:2 abgerungen und ich weiss, dass G. das auch weiss.

Eine solche säuerliche Miene am Montagmorgen: herrlich!

Auch FCZ-Präsident Ancillo Canepa liefert uns mit seinen unüberlegten Äusserungen in den Medien immer wieder neue Munition für Sprüche. Wenn ‚Cillo‘ etwa seinen Trainer Urs Fischer beschreibt, könnte man meinen, der FC Zürich werde mindestens von José Mourinho trainiert. Ein gefundenes Fressen für uns am Mittagstisch: «Wie kann der FCZ überhaupt noch jemals verlieren? Der Trainer überzeugt zu 200% und das Kader ist reif für den Titel, haben wir jedenfalls gelesen. Wir freuen uns für Euch!»

Genug gespottet, auch wir müssen zwischendurch gute Miene zum bösen Spiel machen. Als etwa der GC Ciriaco Sforza verpflichtet hatte, durften wir uns einiges anhören. Oder die Volker-Eckel-Geschichte mit dem 300 Mio. Franken; das waren ganz unschöne Kaffeepausen …

Der FCZ ist schon mein Lieblingsgegner und ich freue mich auf jedes Zürcher Derby. Mir kommt es vor, als spielten wir schon ewig gegen den FC Zürich. Als zum ersten Derby angepfiffen wurde, da waren die meisten der heutigen Super-League-Clubs noch gar nicht gegründet. Morgen findet der Klassiker zum 222. Mal statt und ich hoffe, dass uns wieder einmal ein atemberaubender Aussetzer Nachschub für neue Spöttereien liefert. Gerne erinnere ich mich an den 2. Oktober 2005, als wir vom FCZ nach Belieben dominiert wurden und wir nur mit viel Glück nicht zurücklagen. Dann kam die 89. Minute. Torhüter Johnny Leoni setzte zu einem völlig unmotivierten Dribbling an der Seitenlinie an und verlor prompt den Ball an Dos Santos, der ohne Mühe zum 1:0 einschiessen konnte. Dann Abpfiff, Geschrei und Glückseligkeit.

Sie treffen mich morgen im Stadion an.

Zürcher Derby: Urs Fischer am Boden

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9 Kommentare zu “222”

  1. Frans sagt:

    Goede morgen, meneer Pelocorto.

    Ihr Club hat ja eine uh originelle Matchvorbereitung.

  2. Frans sagt:

    Eher noch peinlicher dürfte sein, dass die dynamische GZA in diesen Dingen den wahren Winnern hinterherhinkt.

  3. natischer sagt:

    Kaffeepausen in der GZA, Herr Pelocorto? Sie verbernern ja komplett!

    Guten Morgen ninand. Der Berg ruft.

  4. Baresi sagt:

    Wir hatten die geniale Idee natürlich längst vor der GZA.

  5. flYBoy sagt:

    Guten Mittag, und ich wünsche Herrn Pelocorto ein leistungsgerechtes Unentschieden (wie natürlich auch den Baselern)…
    ________________________________
    …… und Luzern eine Heimschlappe

  6. Lars: L sagt:

    Wischermens Friends – das ist ja noch schlimmer als I wisch for you.

  7. Schiff sagt:

    Ich bin auch ein Tram.

  8. […] geht mir natürlich um uns. Eine Saison ohne Derby mag ich mir schlicht nicht vorstellen. Die Mutter aller Spiele – schlimm genug, dass es da in letzter Zeit nur zu oft eher lauwarm zur Sache ging, aber […]