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Fan-Randale in Rom

Dr. Eichenberger am Sonntag den 13. März 2005

Lazio Rom bleibt in den Schlagzeilen. Erst wurde Paolo Di Canio wegen seines Faschistengrusses gebüsst. Nun haben Lazio-Fans in Rom vor dem Steueramt randaliert.

Die Fans von Lazio gelten als rechtsextrem und rassistisch. Nun haben sie sich für den finanziell angeschlagenen Klub erneut unvorteilhaft in Szene gesetzt. Rund 3000 Tifosi versammelten sich vor dem Sitz der Steuerbehörde in Rom, die vom Klub die Zahlung von 150 Millionen Euro verlangt. Bei der Kundgebung kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. Ein Lazio-Fan wurde festgenommen, zehn Personen sind verletzt worden.
 «Wenn uns das Finanzamt unserer Steuerschuld nicht erlässt, wird Lazio Pleite gehen», sagte der Lazio-Präsident Claudio Lotito. Er verhandelt gegenwärtig mit dem Steueramt, damit die Summe zumindest ratenweise bezahlt werden kann. Der römische Bauunternehmer hatte Lazio im vergangenen Juli mit einer Finanzspritze von 21 Millionen Euro vor dem Konkurs bewahrt.
Die EU-Kommission drängt Italien unterdessen zu einer Änderung des von Ministerpräsident Silvio Berlusconi persönlich unterstützten «Sonderabschreibegesetzes», das die von der Pleite bedrohten italienischen Fussball-Klubs retten soll. Das Gesetz sei wettbewerbsverzerrend, weil es die italienischen Klubs im internationalen Wettbewerb bevorteile, heisst es in Brüssel.
Das so genannte «Salva Calcio»-Gesetz sieht vor, dass die Vereine die durch die eingebrochenen Ablösesummen entstandenen Wertverluste ihrer Spieler in den Bilanzen über zehn Jahre abschreiben können und nicht sofort ausgleichen müssen. Die EU sieht darin einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil der Italiener im Vergleich zu anderen europäischen Klubs und fordert, dass die Zeitspanne für die Sonderabschreibung auf fünf Jahre reduziert wird. Sollte Italien das Gesetz nicht ändern, droht die Justizkommission der EU mit einer Klage.

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3 Kommentare zu “Fan-Randale in Rom”

  1. Rrr sagt:

    “Die EU sieht darin einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil der Italiener”:

    Ach so, deshalb stehen zwei, vielleicht drei italienische Klubs in den Viertelfinals der Champions League. Danke Silvio!!!

  2. Frau B sagt:

    Mich als Buchhalterin würde es schon lange interessieren, wie die Clubs ihre Spieler bewerten.

  3. Mcwhity sagt:

    In welche Anstalt werden noch gleich die Fussballer und die Fans nach einem Spiel gebracht? Oder ist ganz Italien eine riesengrosse Anstalt für Beklopte?