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Silvio freigesprochen!

Dr. Eichenberger am Freitag den 10. Dezember 2004

Silvio Berlusconi ist im Korruptionsprozess von den Richtern in Mailand freigesprochen worden. Der Vorstand des Fanclubs «Forza Silvio!» ist über dieses Urteil «höchst erfreut», wie er dem Weblog mitteilen liess. Allerdings, so heisst es weiter, habe zu keiner Zeit Zweifel über den Freispruch bestanden. Wie befangene Richter in Italien entlarft werden, zeigt der brillante Silvio höchst persönlich:

Vorsitzender Richter: «In der Strafsache gegen Silvio Berlusconi, geboren am 29.9.1936, vor – äh – nein, nicht vorbestraft.» Schaut kurz irritiert. «Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeschuldigten folgende Sachverhalte zur Last: Bestechung von Richtern in mehreren Fällen, um Entscheidungen zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. Dem Angeklagten steht es frei sich zu äussern.»

Der Angeklagte Berlusconi steht auf, bleckt die weissen Zähne.
Berlusconi: «Natürlich will ich mich äussern. Lassen sie uns reden.» Holt bedeutungsschwer Luft. «Mögen Sie eigentlich Ronaldo, den Fussballer?»

Staatsanwalt (laut): «Einspruch, das hat hier nichts verloren!»
Berlusconi: «Oh doch, Sie werden mir gleich folgen können.»
Richter: «Inter Mailand hat mit ihm gut gespielt, ja, aber wir sind doch hier nicht bei einer Quiz-Show!»

Berlusconi: «Gut, lassen Sie uns gleich die 1-Million-Euro-Frage stellen: Sind Sie Inter-Mailand-Fan?» Pfiffe von den Rängen.

Richter: «Presidente, es reicht! Von mir aus bin ich Inter-Fan, aber jetzt endlich zum Prozess.»

Berlusconi (gewinnend): «Bingo! Glauben Sie vielleicht, Sie sind unbefangen, wenn Sie als Inter-Fan über mich als Besitzer des Lokalrivalen AC Mailand richten? Ich würde nicht mal zu einem Friseur mit Inter-Wimpel im Salon gehen. Der schneidet Ihnen doch glatt ein Ohr ab, aus Bosheit!»
Staatsanwaltschaft: «EINSPRUCH, EINSPRUCH, EINSPRUCH!»
Richter: «Schluss! RUHE! Herr Berlusconi, Ende ihrer Redezeit.»

Berlusconis Verteidiger (gelassen): «Womit klar sein dürfte, dass unser schon vor der Verhandlung gestellter Antrag auf Ablehnung des Richters wegen Befangenheit Erfolg haben wird.» Wütende Proteste der Staatsanwaltschaft.

Berlusconi (leise zum Verteidiger): «Dio mio, diese roten Roben haben wohl nie was von Dienstleistungs-Gesellschaft gehört. Dabei haben wir noch nicht mal beantragt, den Prozess in eine der Gerichts-Shows meiner Fernsehsender zu verlegen, hoh-hoh-hoh.»
Berlusconi hält kurz inne, seine Augen leuchten. Er merkt nicht einmal, dass Richter und Staatsanwälte toben, auf den Rängen sich Journalisten mit Schaulustigen prügeln.
«Obwohl, Avvocato, das sollten wir ernsthaft machen, was meinen Sie, was allein die Werbeblöcke einbringen würden! Und dann könnten die Zuschauer per TED das Urteil bestimmen.» Klatscht in die Hände. «Nein, herrlich, diese Demokratie!»

(©: Forza Silvio!)

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2 Kommentare zu “Silvio freigesprochen!”

  1. Fritz Leibundgut sagt:

    Gratuliere, Herr Eichenberger! Ihr verdienstvolles Engagement hat die linken Richter in Mailand nachhaltig beeinflusst. Weiter so!

  2. Avvocato sagt:

    Habe Sie schon die linke Neue Zürcher Zeitung gelesen, Herr Eichenberger? Da faseln diese frechen Journalisten etwas von ramponierter Glaubwürdigkeit und behaupten, das Verfahren habe den Verdacht erhärtet, dass hinter all dem Prozessrauch auch ein Feuer gewesen sein musste.

    Unerhört! Ihre Feuerwehr braucht es nach wie vor, Herr Eichenberger! Forza Silvio!