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Fuck you? Fuck off!

Frans am Donnerstag den 28. Oktober 2004

Wir alle haben ab und zu unsere originellen Ausreden: So etwa Bill Clinton. Er rauchte Marihuana, aber er inhalierte nicht. Oder Alex Frei: Er sagte “Putain”, aber er bespuckte Gerrard nicht. Und so auch Belgiens Nationalspieler Eric Deflandre. Er sprach beim Länderspiel in Spanien (9. Oktober) mit Schiedsrichter Nielsen, aber er sprach nicht englisch. Denn Deflandre ist der Sprache Shakespeares (oder Rooneys) gar nicht mächtig. Ergo konnte er Herrn Nielsen auch nicht mit “Fuck you!” beschimpft haben.

Da nicht alle unsere originellen Ausreden gleich glaubwürdig sind, wechseln wir mitunter unsere Versionen. So auch Eric Deflandre. Er bekannte sich zum “Fuck off!”, nicht aber zum “Fuck you!” Dies sei eine wesentliche Nuance, dozierte der plötzlich des englischen Idioms und seinen Kraftausdrücken in allen Feinheiten mächtige Deflandre der belgischen Presse. Für die Finessen des Frühenglisch ist die FIFA taub. Sie sanktioniert die gelb-rote Karte mit nicht weniger als drei Spielsperren. Deflandre will sich wehren.
Übertrumpft wird er übrigens von Nati-Kollege Bart Goor (mit seinem Clubteam Feyenoord Rotterdam im Dezember beim FC Basel zu Gast). Der kriegt nach dem Spanien-Spiel fünf Sperren. Er gab keine englischen Finessen von sich, kommunizierte jedoch in einer noch universelleren Sprache. Er gab es zu, aber…

Aber er wollte gar nicht treffen, denn sein Opponent stand viel zu weit weg (“Maar nooit met de bedoeling om hem te raken, daarvoor stond ik ook veel te ver.”)


In sicherer Distanz: Goor und Xavi

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