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Serie zur Serie A (3). Die Neuen: Fiorentina

Dr. Eichenberger am Sonntag den 5. September 2004

Wer über Fiorentina Bescheid wissen möchte, muss Wirtschaftsfachmann sein. Wie es der Verein geschafft hat, nach der Pleite, in die ihn sein Besitzer Vittorio Cecchi Gori geritten hat, schon wieder bei den Grossen mitzuspielen (Fiorentina gewann als 6. der Serie B das Ausscheidungsspiel gegen Perugia, den viertletzten der Serie A), ist höchst undurchsichtig. Cecchi Gori, Filmproduzent und Abgeordneter der Partito Popolare, kaufte den Verein 1990, stieg später in das Fernsehgeschäft ein und erwarb die Sender Telemontecarlo, Videomusic und TMC2. Er verstand sich, politisch und fussballmässig, stets als Gegenspieler seines Feindes Sivlio Berlusconi. Just diesem musste er 2001 aber den Lieblingsspieler der Fans, Rui Costa, verkaufen, eine Transaktion, die nicht mehr verhindern konnte, dass der Klub und Checci Goris Imperium bankrott gingen. Fiorentina wurde in die C2 degradiert und machte nach einer Neugründung unter dem Name Florentina Viola einen Neuanfang. Präsidiert wurde die Florentina Viola interimistisch von keinem geringerem als dem linken Sindaco von Firenze, Leonardo Domenici. Der unglückliche Checchi Gori brachte als Präsident immerhin manch illustren Spieler nach Florenz, daruner Batistuta (ihn kaufte er 1991, er blieb 9 Jahre in Florenz), Brian Laudrup, Effenberg, Toldo, Baiano, Baggio, Rui Costa, Heinrich, Edmundo, Oliveira, Torricelli, Mijatovic, Chiesa, Nuno Gomes. Und Angelo Di Livio: der frühere Juve- und 40fache Nati-Spieler kickt seit 1999 in Florenz, machte alle Tiefen des Vereins mit und ist zur Symbolfigur der Violetten geworden. Am direkten Aufstiegen von der C2 in die Serie A mitbeteiligt war auch der Stürmer Christian Riganò (23 Tore letztes Jahr in der Serie B), der sich nun mit 30 Jahren erstmals im Schaufenster der Serie A präsentieren darf. Verstärkt hat sich der Club, der sich heute ACF Fiorentina nennt, mit dem Japaner Nakata (von Bologna), dem Nigerianer Chris Obodo (von Perugia), dem Däne Martin Jorgensen (von Udinese), dem Internationalen Fabrizio Miccoli (von Juve) und dem ausgeliehenen Stürmer Javier Portillo (von Real Madrid). Neu in violett kleidet sich auch der Tscheche Tomas Ujfalusi, 26jähriger Mittelverteidiger vom HSV, der von sich behauptet, stärker zu sein als Nesta. Schnösel! Für all die Neuzuzüge waren im Verein plötzlich wieder über 17 Millionen Euro vorhanden. Ihren Griechen übrigens haben die Florentiner gekauft, als dies noch nicht so in Mode war: Zisis Vryzas kam 2003 von Perugia. Prognose: gesichertes Mittelfeld.

Spuckt grosse Töne: Tomas Ujfalus (links) neben Trainer Mondonico.

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